Rechtsdriftende Gondeln.

Während in Brixen diskutiert wird, ob mit öffentlichen Geldmitteln eine Seilbahnverbindung zwischen der Stadt und ihrem Hausberg, der Plose, hergestellt werden soll, geschieht an der bestehenden Aufstiegsanlage von St. Andrä bergwärts Bedenkliches. So soll laut einem TAZ-Bericht — und wie ich bereits selbst vor Ort konstatieren durfte — Alessandro Marzola, seines Zeichens Geschäftsführer der Plose Ski AG, der Brixner Deutschrockband Frei.Wild zwei Gondeln zur Verfügung gestellt haben. Diese drehen jetzt, nachdem sie im einschlägigen Bandlook umgestaltet und mit Boxen ausgestattet wurden, ihre Runden auf der Plose. Einzige Auflage des Betreibers laut TAZ: »Es muss gut ausschauen. Das tut es«.

Diese auflagenarme Vereinnahmung ist deshalb nur schwer verdaulich, weil die Brixner Band in Deutschland unter Rechtsextremismusverdacht steht, ein Verdacht, der sich seit Erscheinen ihrer neuen CD Feinde deiner Feinde erhärtet hat. Mit Worten, bei Interviews etwa, versucht die Truppe um den ehemaligen Neonazi Philipp Burger, sich von ihrer Vergangangenheit und den gegenwärtigen Zweifeln zu distanzieren, doch die Taten — bzw. einige ihrer umstrittenen Songtexte — sprechen eine andere Sprache.

Laut dem deutschen Journalisten Thomas Kuban (Blut muss fließen — Undercover unter Nazis) arbeitet Frei.Wild mit Anspielungen und Andeutungen und bewegt sich zumindest in den Gefilden des Rechtsrock (ff-Interview).

Indem sie sich bewusst in einer politischen Grauzone aufhält, trägt die Band dazu bei, (ultra)nationalistische Positionen gesellschaftsfähig zu machen.

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