Hausärztinnen gegen nationale Bevormundung.

In einem Schreiben der Vinschger Hausärztinnen an Landesregierung und Südtiroler Patientinnen wird eine Bestreikung der Wochenenddienste ab 01.06.2015 angekündigt. Neben der ausufernden Bürokratie und einem Mangel an Jungärztinnen (»70% der Kollegen nähern sich dem Pensionsalter«) wird vor allem die einseitige Aufkündigung des Landesvertrages für die Hausärztinnen und die Anwendung des nationalen Kollektivvertrags bemängelt.

Die Einführung des italienischen Betreuungsmodells bringt unmögliche bürokratische Hürden, eine Schwächung des Territoriums und eine totale Zentralisierung der Betreuung mit sich. Vor allem verlieren Jungärzte Interesse in die Allgemeinmedizin in Südtirol einzusteigen. Der große Verlierer ist aber das Land, welches ein weiteres Stück seiner Autonomie aufgibt.

Zudem wird die gesamtstaatliche Vernetzung kritisiert:

Durch die Vernetzung, welche seit Jahren als das alle Probleme lösende Allheilmittel an die große Glocke gehängt wird (nur weil es dafür eine Finanzierung aus Brüssel gibt), will man alle Praxen mit einem zentralen Server verbinden, über welchen alle Daten der Patienten nach Rom weitergeleitet werden. Ist der Südtiroler überhaupt darüber informiert, dass schon bald, alles was sein Vertrauensarzt von ihm weiß, an einen staatlichen Server gesendet wird?
Das neue italienisch Gesetz, die Legge Balduzzi, ist eine juristische Fehlgeburt, die sich mit der Südtiroler Realität nicht vereinbaren lässt. Es wird unser gut funktionierendes und  spesenschonendes System in Südtirol innerhalb kurzer Zeit zerstören.

Ich frage mich, welche Totgeburt das wieder einmal wird. Wie schaut es mit dem Datenschutz aus? Wo bleibt wieder einmal unsere vielgerühmte Vorzeigeautonomie?

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