Politisches Moralgefälle.

Heute ist der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor (Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und) zu Guttenberg von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Vor rund 14 Tagen warden erstmals Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit öffentlich, welche 2007 von der Universität Bayreuth — nach eher mäßigem Studienerfolg — mit summa cum laude bewertet worden war. Der Plagiatsverdacht erhärtete und verschärfte sich von Tag zu Tag, sodass sich der CSU-Politiker in mehreren Etappen zu Eingeständnissen gezwungen sah.

Obschon ihm laut Umfragen viele Bürger nicht die Zustimmung versagten, wurde der politische und mediale Druck zuletzt so groß, dass der adelige Jungsporn zurücktreten musste. Das spricht nicht für ihn — dafür kam diese Entscheidung viel zu spät — sondern für die Integrität der bundesdeutschen Demokratie. Rechtlich gilt für Guttenberg nach wie vor die Unschuldsvermutung; seine eigene Aufforderung, ihm den Doktortitel abzuerkennen kann jedoch politisch als Schuldgeständnis gewertet werden. Nicht zuletzt hatte auch Staatsrechtler Oliver Lepsius, Nachfolger seines Doktorvaters, schwere Vorwürfe gegen Guttenberg erhoben. Jetzt will der Minister a. D. (falls überhaupt erforderlich) seine parlamentarische Immunität aufheben lassen, um sich den Fragen der Staatsanwaltschaft stellen zu können.

Der Unterschied zur politischen »Kultur« in Italien könnte eklatanter kaum sein.

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