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Verfall. Ein Unkenruf.

Was in der Luft liegt:

  1. Das Ende einer italienischen Regierung – weil ein »nicht ganz lupenreiner« Justizminister Probleme mit der Justiz bekommen hat. Anstatt zu dimittieren, will er solidarisch noch das gesamte Kabinett mit ins Verderben zerren. Staatssinn null.
    Wovon sich Italien wohl bald verabschiedet, ist eine schlechte und zerstrittene Regierung, die viele Probleme verdrängt, wenig Mut gezeigt und selbst grundsätzliche Programmpunkte (Interessenskonflikt, Wahlgesetz, Homo-Ehen…) nicht umgesetzt hat. Und dennoch — so traurig das ist: Es war die derzeit wohl bestmögliche Koalition.
  2. Eine neue italienische Regierung — einmal mehr unter dem maßgeblichen Einfluss des Oligarchen und Kleptokraten Silvio Berlusconi. Das wenige, was von Prodi ins Lot zurück- und auf den Weg gebracht wurde, wird durch eine kriminelle, demagogische Mehrheit wiederum verspielt werden, vom neuerlichen Verfall der Institutionen und der Verachtung vor Gewaltenteilung ganz zu schweigen.

In absehbarer Zeit besteht keinerlei Hoffnung auf Besserung: Was die einen durch die Opfer der BürgerInnen erwirtschaften, werfen die anderen zum Fenster raus. Diese zermürbende Dynamik wird zur Gewohnheit. Kreative Finanzgebarung und ständig ändernde Gesetze unterminieren die Rechtssicherheit. Und der Infekt der offenen Justizfeindlichkeit hat auch Mittelinks erreicht. Bonne nuit.

Siehe auch:

Politik Recht Transparenz | | Romano Prodi Silvio Berlusconi | | Italy | PD&Co. PDL&Co. | Deutsch

9 replies on “Verfall. Ein Unkenruf.”

Leider denken nicht viele in diesem Land so wie du. Die Menschen in Italien scheinen nicht begreifen zu wollen, dass die Polititik der noch aktuellen Ausgabe der Riegerung in Rom eine der letzen Chancen ist, das Land vor einer ernsthaften Staastskrise in der näheren Zukunft zu bewahren. Die Konsequenzen solcher Vorgangsweise werden nicht die Angehörigen von La Casta tragen, sondern wie immer einfache, hartarbeitende Leute, die sich leider von der berlusconischen Politik von Brot und Spielen immer wieder blenden lassen. Man hätte geblubt, aus Schaden wird man klug, für Italien hat dieser Grundsatz seine Gültigkeit verloren. Ausserdem, vieleicht muss es noch dicker kommen, damit die Menschen endlich aufwachen. Schade um Romano Prodi, den dieses Land ganz einfach nicht verdient, und seine Politik der Sanierung des Staates nicht verstehen will.

… ich vermute mal, dies sind Vorzeichen auch für Europa. Zum Glück dauert es noch etwas. Die Weichen sind jedoch gestellt. Das Ergebnis wird nicht nur für Italien sein, dass ein “messias” aufstehen wird, um das oder die Völker zu “retten”. Wäre ich gläubig betete ich zu Gott oder auch Mohamed , dass ich im Unrecht bin und die Vernunft einkehrt. Alleine die Blauäugigkeit der Menschen aus den neuen EU-Ländern spricht Bände.

Sono d’accordo con pérvasion e Mandl. L’Italia non merita Prodi e tantomeno un qualsivoglia governo di (centro)sinistra. Si riprendano i Casini e i Maroni di prima. Staremo a vedere cosa sapranno fare. Intanto… W Zapatero.

[…] Ecco, per un commento sui recenti “sviluppi” della situazione politica italiana mi sento di condividere al 100% l’analisi del mio vecchio sodale: [leggi]. Pubblicato da à‰tranger Inserito libera nos a malo […]

Verfall.. Verfall von einer Koalition, die zum Leben geweckt wurde um etwas anderem das Leben zu nehmen. Eine Koalition voller Gruppierungen die wenig miteinander zutun haben, geschweige gleiche Meinungen haben.

Eine Koalition der schon vor mehr als einem Jahr die Basis, die Grundstrucktur zerstört wurde – das Zusammenhalten um jemand anderen fertig zu machen.

Das ist Italien, das ist auch Südtirol! Berlusconi ist nicht gut? Ok wer steht auf der anderen Seite – Prodi, ma chissene frega di Prodi, basta che mandi a casa Berlusca. Wen Prodi mit in die Regierung mitnimmt, was er dort vor hat ist jedem komplett egal.. hauptsache Berlusca weg.

Wie oben gut gesagt nach dem Fall dieser Regierung wird nichts übrigbleiben, denn es gibt nichts was überhaupt geschaffen wurde!

In der Era von Berlusca, machte er sich in der Welt lächerlig, sagte unsinn und am siegesplatz zeigte er seine besten Manieren. Die Welt belächelte Italiens – unser Premier.
In der Era von Prodi herrscht Chaos, Die wirtschaftliche Lage so schlecht wie selten, unsere christlichen Werte am Boden und die SELBE Korrupten an der Macht. Die Welt belächelt diesmal nicht Prodi, die Welt belächelt uns, Italien. Das ist für mich ein Unterschied!

Die Demokratie in Italien bekommt jetzt langsam und dauerhaft einen bedenklichen Zug, wenn man jede weitere politische Entwickung nicht von Programmen der Parteien, sondern von Persönlichkeiten der Politik abhängig macht. Es ist ein Unterschied z.B. für andere Länder, ob Putin oder Jelzin das Land regierte, aber in einer westeuropäischen Demokratie sind es immer noch die politischen Parteien, die die politische Ausrichtung einer Regierung bestimmen, und nicht wie in einer Kolchose einzelne Personen an der Spitze. Der Berlusca hat das Tor in diese Richtung leider weit geöffnet, aber auch Sarkozy in Frankreich. Abgesehen von seinem Verständnis des Rechtsstaates, als Medienzar hat er in meinen Augen in der Politik nichts verloren, da seine Medien, wenn er kandidiert, immer Werbung für ihn machen werden, egal wie gut oder schlecht sein Programm oder das von der FI sein wird oder kann. Er nutzte früher schamlos die Medien und wird das weiterhin tun, um medienpolitisch noch mehr Macht zu bekommen und weitere Prozesse gegen sich abzuwürgen. In diesem Land gibt es, ohne lang zu überlegen, genug Demokraten, rechts oder links, die ganz bestimmt 100 mal fähiger wären das Land anzuführen, leider haben sie nicht das, was der Berlusca hat, nämlich Geld und die Medien. Die Konsumenten und die Bürger müssen dazu diesen Stoss noch selber finanzieren, oder werden im Namen des Staates noch mehr am internationalen Kapitalmarkt verschuldet. Der Preis dafür ist die verkaufte Zukunft vor allem der jüngeren Generationen und die politische und wirtschaftliche Glaubwürdigkeit Italiens im Ausland. Der Berlusca hat sich gestern und heute international so einen Ruf erworben, wie der Putin oder die Kaczynski Zwillinge. Romano Prodi hingegen ist nicht in die Politik gegangen, um reich an Geld und Privilegien auszusteigen. Er hat früher in der Europa- und Weltpolitik ziemlich alles erreicht, daher spricht es nur sehr positiv für ihn, dass er sich noch mit diesen schrecklichen Niederungen der nationalen Politik in Rom abgeben wollte. Davon bekommt man nur wie immer schlechten Nachruf und zerrüttete Nerven und Gesundheit. Egal wie die Abstimmung im Senat noch am Donnerstag, den. 23. Jänner ausgeht, Danke an Romano Prodi für seinen heldenhaften Versuch dieses fast unregierbare Land in richtige Richtung und politische Entwicklung steuern zu wollen. Leider hat es nicht ganz gereicht und geklappt, aber in Anbetracht seiner ehrlichen Bemühungen und die seiner Gegner und ihrer Methoden, verdient er fast den Beinamen Santo Romano di Roma!

Andrea irrt: Die italienischen Wirtschaftsdaten sind so gut wie lang nicht mehr, und eine klerikalere Linke als die italienische kann man sich eh kaum vorstellen.

Prodi hat jede Menge erreicht, nur hat er leider die kontroversen Themen ausgeklammert (wie eben Interessenskonflikt u.s.w.), weil seine Mehrheit der reinste Sauhaufen war.

maulhelden, scheinheilige und korrupte in allen schichten des volkes – wieso sollte es in der regierung anders sein – ich darf, die nicht?

ihr macht euch selber was vor, italien ist nicht das, was man irgendwie als “europäische demokratie” bezeichnen könnte, es ist eine zu teilen unterdrückte anarchie. italiener brauchen keine politik – höchstens zur unterhaltung oder selbstprofilierung.

und nein, südtirol ist nicht viel besser. wir werden von antidemokratischen bauern und selbstgefälligen beamten regiert.
berufe werden der qualität der beziehungen nach und nicht der fähigkeiten vergeben, aber auf das ist ganz italien aufgebaut.
ich schäme mich meines landes – für südtirol und italien – man bildet sich ein, es strahle einem die sonne aus dem arsch und fürze seien chanel nr.5

[…] Es ist nicht mehr die Zeit der Idealismen, noch geht es darum, Italien eine Mittelinksregierung zu bescheren, die es nicht will und auch »nicht verdient« (O-Ton Valentin[o]); die politische Situation des Landes ist katastrophal und neigt auch nicht zur Besserung, was nicht zuletzt die Weigerung von Mitterechts beweist, noch vor den Neuwahlen ein besseres Wahlgesetz zu verabschieden [1]; […]

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