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Fortwurstelmedaille.

Man muss kein Südtiroler sein, um etwas Sinnvolles für unser Land zu leisten. Und man muss kein Fremder sein, um ihm einen Bärendienst zu erweisen. Das hat mit seinem politischen Feingefühl auch der Landeshauptmann erkannt, und deshalb auf einem neuen Südtiroler Verdienstorden bestanden – der nur an Nichttiroler vergeben wird.

Francesco Cossiga, italienischer Staatspräsident i.R. bringt sich in Stellung, um baldmöglichst in den Genuss dieser Ehre zu kommen: Gestern ließ er im Zentralparlament verlautbaren, er wolle im Falle einer erneuten Verfassungsreform durch Mittelinks eine Passage einbringen, in der ausdrücklich auf das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler hingewiesen wird. Findet der Vorschlag zuspruch, stehen der Abtrennung Südtirols auch juridisch keine Hindernisse mehr im Weg.

In den Holzköpfen einiger Entscheidungsträger ist jedoch noch jede Menge Arbeit zu tun. Stolz verkündet etwa Landtagsabgeordneter Hermann Thaler (SVP) heute aus den Dolomiten, er habe sich von der offiziellen Linie seiner Partei verabschiedet und bei der Wahl zum Landtagspräsidenten Mauro Minniti (AN) seine Stimme gegeben. Man müsse sich jenen Italienern annähern, die inhaltlich ähnliche Positionen verträten wie die Sammelpartei. Aha! Mit ausländerfeindlich und im Zweifelsfall stets zentralstaatlich gesinnten Faschos ist also besser Staat zu machen, als mit einem perfekt zweisprachigen und integrierten Grünen – dessen genaue inhaltliche Ansichten hier ohnehin nicht zur Debatte stehen.

Begibt sie sich zur Machterhaltung auf diesen Irrweg, setzt die Volkspartei die realistische Möglichkeit aufs Spiel, für Südtirol mehr Handlungsspielraum herauszuholen, die Italiener einzubinden und letztinstanzlich auf dem Weg der Selbstbestimmung ein gegenwarts- und zukunftsfähiges Modell für dieses Land zu entwickeln. Immer mehr Südtiroler werden sich mit der ewigen Fortwurstelung im starren Rahmen des Istzustandes nicht mehr zufrieden geben.

Schreibt dem Kasper Eure Meinung: hermann.thaler@landtag-bz.org
Wer Hermann zum Freund hat, braucht keinen Feind mehr.

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One reply on “Fortwurstelmedaille.”

Aus stol:

“Pichler Rolle: “Reines Sommertheater und Spekulationen”
In einer Aussendung bezeichnet SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle die jüngsten Aussagen von Alleanza Nazionale als pures Ablenkungsmanöver von den eigenen internen Problemen von AN. Die rechte italienische Oppositionspartei hätte gar von einer “Öffnung der SVP gegenüber Alleanza Nazionale aufgrund von Aussagen des Landtagsabgeordneten Hermann Thaler in einem Interview” gesprochen. Bei den Aussagen von AN handle es sich allerdings um reine Spekulationen, so der SVP-Obmann.

Pichler Rolle spricht in seiner Aussendung wörtlich von einem neuerlichen Sommertheater. Er habe erklärt, dass sich die Partei mit den jüngsten politischen Entwicklungen befassen müsse, weil die italienische Parteienlandschaft in stetem Umbruch sei.

“Daraus hat jemand abgeleitet, wir wollen gar eine italienische Partei gründen. Dies ist absurd. Eine Diskussion über künftige Entwicklungen ist aber sicher interessant und spannend, weil es logischerweise unterschiedliche Meinungen gibt”, so der Partei-Obmann.

Mit den Aussagen versuche AN nur von den Spannungen in der Partei und vom Konflikt zwischen Urzì und Holzmann abzulenken. ”

naja, Schaumschlägerei, wie so häufig. Thalers Vorstoß der letzten Tage nimmt der Pichler Elmar nicht zur Kenntnis, ebenso blendet er Thalers Verhalten in der Frage des Landtagspräsidenten aus. Sommertheater? Ja, SVP-Sommertheater.

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