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Sammelpartei.
Quotation 82

Das Modell der Sammelpartei ist für uns Südtiroler als Minderheit zukunftsweisend. In einem anderen Land hingegen wären wir SVPler wohl alle in ganz verschiedenen Parteien organisiert.

SVP-Obmann Richard Theiner im ff-Interview (Nr. 10/2013).

Es ist das, was auch stets behauptet — dass sich die Sammelpartei fast zwangsläufig auflösen würde, wenn Südtirol ein unabhängiger Staat wäre.

Siehe auch:
Medien Minderheitenschutz Politik | Quote | Richard Theiner | ff | Südtirol/o | SVP | Deutsch

4 replies on “Sammelpartei.
Quotation 82

Eine Interpretationsmöglichkeit: Die SVP als Partei wird die Loslösung von Rom mit allen Mitteln verhindern, da ansonsten die Aufspaltung der Partei (in ihre verschiedenen Untergruppierungen: Mitte/Links – sozialdemokratisch, Mitte/Rechts – wertkonservativ, und einen neoliberalen/liberalen Flügel) vorprogrammiert wäre.

Hans Dietl, ein ehemaliger SVP-Politiker der ersten Stunde, wird in seiner Biografie von Hans Karl Peterlini aus seinem Tagebuch zitiert:

„Der Gedanke der Sammelpartei wird genutzt, um eine zweite Partei zu verhindern, die Südtiroler müssen dafür jedes Opfer hinnehmen, ein Grundsatz, der den Südtirolern ins Blut getrieben wird.“
— Hans Dietl, Tagebuch 11. Juli 1977″

Es ist tragisch, dass Hans Dietl den Ansichten der SVP Politiker schon vor über 30 Jahren weit voraus war.

Die „Sammelpartei“, einst wohl hilfreich und notwendig, ist heute in der Tat ein Grundübel der Südtiroler Gesellschaft, das die Entwicklung lähmt. Das „Modell der Sammelpartei“ ist nicht, wie Herr Theiner meint, „zukunftsweisend“, sondern ganz im Gegenteil ein Hemmschuh für den politischen und gesellschaftlichen Fortschritt.
An dieser Aussage Theiners ist klar abzusehen, dass mit ihm wiederum eine Spezies der politischen Steinzeit Südtirols bestimmend wird.

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