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Kornblumen im Landtag!

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie auf sechs Abgeordnete angewachsene freiheitliche Landtagstruppe gab gestern zum Auftakt der neuen Legislaturperiode eine besorgniserregende Vorstellung im Landesparlament, deren symbolische Tragweite offenbar unbemerkt blieb. Neben einer rotweißen Schleife hatten sich die Blauen eine Kornblume ans Revers geheftet, ein Usus, den sie sich von ihren FPÖ-Kollegen in Österreich abgeschaut haben.

Die Kornblume findet erstmals im 19. Jahrhundert als Symbol der antisemitischen Alldeutschen Vereinigung Eingang in die Politik — doch erst in der Zwischenkriegszeit entfaltet sie ihre ganze, bis heute belastende Symbolkraft: Als die NSDAP in Österreich nach Hitlers Machtergreifung 1933 verboten wird, müssen sich die Nazis vorerst in den Untergrund begeben. Als mehr oder minder geheimes Erkennungszeichen wählen sie, als Ersatz für das Hakenkreuz, die Kornblume.

Die Einführung dieser Blume in den Südtiroler Landtag ist also eine Verhöhnung und eine Entwürdigung des zentralen Hortes unserer Demokratie, die nicht unwidersprochen hingenommen werden darf. Ganz nebenbei ist es ein Zeichen der mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfenden Gesinnung dieser zweitgrößten Landtagsfraktion.

Das vom Südtiroler Landtag veröffentlichte Bild zeigt am linken Bildrand Roland Tinkhauser (F) nach seiner Wahl zum Präsidialsekretär. Am Revers ist die Schleife mit der Kornblume zu erkennen.

Nachtrag vom 25.11.2013: Laut Michael Demanega (F) handelte es sich nicht um Kornblumen. An der Symbolkraft ändert dies jedoch meiner Ansicht nach nur wenig, unter anderem, weil Demanega gleichzeitig die Bedeutung der Kornblume verharmlost.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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42 replies on “Kornblumen im Landtag!”

… man sucht also Aufmerksamkeit zu erreichen und schaut sich bei FPÖ ab? – Ohne zu hinterfragen welche Symbolik dahinter steckt? – Haben die F dies nötig ?
Eine regionale Partei die wohl nicht national bevormundet sein möchte könnte sich ruhig am Blau Europas orientieren !

… das Blau Europas soll es den Daumen nach jedenfalls auch nicht sein !
Also Südtirol keine EuropaRegion ! – Da bleibt nur Schweiz oder Afrikanische Union …

Ich denke Kornblumen haben auch noch zahlreiche andere Bedeutungen in anderen Ländern siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kornblume#Symbol Natürlich kann man sich dort jetzt die schlimmste davon raussuchen und drauf rumreiten.

Sollte man ganz einfach mal nachfragen bei den Freiheitlichen was sie denn damit sagen bzw. ausdrücken wollten.

Die Kornblume ist das Symbol des Deutsch-national-freiheitlichen Lagers, das lässt keine Spekulationen zur Bedeutung zu.
Wenn man eine Freiheitliche Partei ist, muss man wissen in welcher Tradition diese steht.

huns, in der österreichischen Politik hat die Kornblume eine eindeutige Bedeutung, und die Südtiroler Freiheitlichen haben sich das Symbol nunmal nicht bei einer lettischen oder japanischen Partei abgeschaut.

geh komm. wenn sich eine partei in einer freiheitlich-nationalen-rechtspopulistischen tradition die kornblume ansteckt, dann ist das entweder eine extrem geschmacklose provaktion und verhöhnung oder eine riesige dummheit. egal, welche “intention” dahintersteckt.

freiwild lassen sich ja auch keine hakenkreuze auf den oberarm tätowieren und behaupten dann, dass dies eine referenz an das swastika als indisches glückssymbol sei.

wie dämlich kann man sein, bitte?

Ich kann die offizielle Stellungnahme vorwegnehmen:

Kornblumen sind blau.
Blau ist die Farbe der Freiheitlichen.
Andere Zusammenhänge sind konstruiert und böse Unterstellungenn.

Wenn das in den Medien breit getreten wird ist man das Opfer einer Kampagne.

1:0 für die Freiheitlichen.

Wo bitte kriegt man um diese Jahrenzeit einen Enzian her? Noch dazu wo das Pflücken dieser unter Natuschutz stehenden Blume verboten ist… Daß Blau die Farbe der Freiheitlichen ist, das wissen doch alle. Manchmal tragen sie eben eine blaue Krawatte (symbolisiert Sicherheit, Sachlichkeit, Zuverlässigkeit und Beständigkeit. Deshalb ist sie auch gern die Hausfarbe von Versicherungen und Banken), ein blaues Hemd, oder diesmal eben eine blaue Blume. Ich würde da nicht zu viel hineinterpretieren.

http://derstandard.at/1224776573022

Die FPÖ singt in einer Aussendung ein Loblied auf ihren Kragenschmuck, “die blaue Blume der Romantik”
Zur Sitzung des Nationalrates trugen die FPÖ-Abgeordneten die Kornblume am Reverskragen. Mit ihrem Kragenschmuck sorgen die Freiheitlichen immer wieder für Aufregung, weil die Blume als Symbol des Nationalsozialismus gelten. Die FPÖ beschwichtigt: “Sie steht als Symbol für die Freiheitsbewegung von 1848, in deren Tradition sich die FPÖ sieht. Noch einmal sei durch die Kornblume gesagt, dass dieses zarte Gewächs in keinen Zusammenhang mit “illegalen Nazis” konstruiert werden kann.”
Zu keinem Zeitpunkt sei im Zeichen der Kornblume Gewalt ausgeübt worden, beruhigt die FPÖ in ihrer Aussendung. “Gewalt wurde umgekehrt ihr von botanischen Geschichtsfälschern angetan, etwa von Studenten in Berlin, die im Zuge der 1968er-Bewegung skandierten: “Schlagt die Germanistik tot, färbt die blaue Blume rot!”
http://derstandard.at/1224776573022

Zu den heutigen deutschen Nationalfarben, schwarz, rot, gold:
Vom 27. bis zum 30. Mai 1832 demonstrierten 30.000 Teilnehmer auf dem Hambacher Fest für nationale und demokratische Ziele und führten erstmals eine schwarz-rot-goldene Fahne mit sich.
Revolutionäre von 1848/49, welche nicht eine deutsche Einheit als Monarchie, sondern als Republik haben wollten, wählten für sich auch eine senkrecht gestreifte schwarz-rot-goldene Trikolore in Anlehnung an die französische Flagge.
Die republikanisch-demokratisch gesinnten Studenten-die Urburschenschaft- wählten die Farben Schwarz-Rot-Gold zu ihrer Fahne.

Wenn heute ein Freiheitlicher Student mit den Farben der 1848er Revolution durch Wien marschiert, wird er von den linken Studenten bespuckt.

Naja, Goethes Farbenlehre ….

PS: unter den Nazis waren dann die Farben der 1848er Revolution, Schwarz – Rot – Gold dann wieder verboten. Ich bin jetzt nicht informiert, welche Farben dann die Freiheitlichen Studenten wählten. Sicher wählten viele das Hakenkreuz. Genauso wie viele ehemalige Sozialdemokraten, Christdemokraten und Kommunisten wie z. B. Dr.
Joseph Goebbels. Auch Benito Mussolini war Kommunist bzw. Marxist , das nur so nebenbei …

Noch ein PS:
Viele österr. Sozialdemokraten, wie z.B. Karl Renner, die nach der Machtergreifung durch die Nazis 1933 endlich ein Großdeutsches Reich zum greifen nahe sahen, brauchten nach 1938 keine neue Farbe wählen: es blieb bei ROT. Diesmal war ROT die Farbe des Bösen.

Während der faschistischen Diktatur durch den Mussolini-Freund Dollfuß und Schuschnigg, war die Kornblume das Erkennungszeichen der Deutschnationalen, der Austro- Nazis wie auch der späteren Nazis in Österreich. Viele Deutschnationale wählten- so wie auch Karl Renner und Kardinal Innitzer, schon während der Verbotszeit die Farbe der Nazis und deren Symbole wie z.B. den Hitler- Gruß (Bekanntlich haben beide die Nazis mit dem Hitler-Gruß in Wien empfangen). Arme blaue Kornblume, auch die Nazis (von 1933 bis 1938 in Österreich) haben dich missbraucht, so wie vieles andere mehr. Richard Wagner z.B. und Liszt …Die Nazi- “Russland-Fanfare” stammte aus Franz Liszts Sinfonischer Dichtung für Orchester Nr. 3″, “Les Préludes”. Siehe auch Musik im Nationalsozialismus. http://de.wikipedia.org/wiki/Sondermeldung.

Als bekannt wurde, dass 2011 anlässlich des Sommernachtskonzertes in Wien-Schönbrunn, Franz Liszts Sinfonischer Dichtung für Orchester Nr. 3″, “Les Préludes” von den Wiener Philharmonika gespielt werden sollte, gab es ein lautes gemeinsames Aufheulen der Linken. Der Dirigent beharrte jedoch auf “Les Préludes”, was zur Folge hatte, dass die Medien- und hier vor allem der ORF- die Musikfreunde aufklären MUSSTEN!
Die Begründung der Linken, durch die Erkennungsmelodie des Russlandfeldzuges (Russland-Fanfare) könnten sich viele Widerstandskämpfer gegen Faschismus und Nationalsozialismus brüskiert vorkommen, und das Nazi-Musik wieder salonfähig werden könnte, ging natürlich voll in die Hose.

Nach soviel Farbenlehre jetzt aber viel Vergnügen mit Franz Liszt und der Russland-Fanfare ..äh “Les Préludes”, natürlich …

Zur Info: Bei der blauen Blume, die im Südtiroler Landtag anlässlich der konstituierenden Sitzung von den freiheitlichen Mandataren getragen wurde, handelt es sich um keine Kornblume. Man sollte also vorher nachfragen, bevor man einen solchen Skandal konstruiert. Und selbst wenn es sich um eine Kornblume gehandelt hätte: Die Kornblume hat es als politische Symbolik lange vor den Nazis gegeben, mit den Nazis gegebene und nach den Nazis gegeben und sie war immer ein Symbol für Freiheit. MfG, Michael Demanega

Dem A.A. habt ihr ausdrücklich mitgeteilt, dass ihr euch das bei der FPÖ abgeschaut habt und hier verharmlost du die politische Bedeutung der Kornblume. Egal, ob ihr nun echte Kornblumen gefunden/angesteckt habt oder nicht — die Absicht dieser Anspielungen und des damit verbundenen Versteckspiels ist »eindeutig zweideutig«.

Man lasse sich außerdem diese Aussage auf der Zunge zergehen:

Die Kornblume hat es als politische Symbolik lange vor den Nazis gegeben, mit den Nazis gegebene und nach den Nazis gegeben und sie war immer ein Symbol für Freiheit.

Die Kornblume war also auch, als sie von den Nazis (und den antisemitischen »Alldeutschen«) getragen wurde ein Symbol für Freiheit.

Mich verwundert weder die übliche Wortklauberei, noch die Abstempelung eines Symbols als “Nazi-Symbol”, obwohl man natürlich bestens weiß, dass die Verwendung der “blauen Blume” in die Romantik zurückreicht und dort natürlich als Symbol für Freiheit verwendet wurde.

Stimmt, Verzeihung. Auch das Hakenkreuz ist ja mehrere Jahrtausende alt und steht für das Heilbringende. Tut mir leid, dass wir daraus immer ein Nazi-Symbol konstruieren… echt dumm von uns.

Eine blaue Blume mit einem Hakenkreuz vergleichen, ist schon allerhand, um nicht zu sagen: Verharmlosung. Dass z.B. der “Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland” (VDA) eine Kornblume in seinem Logo trägt, ist dann – wenn man diesem Denken folgt – doch sehr unverständlich. http://www.vda-kultur.de/

Eine blaue Blume mit einem Hakenkreuz vergleichen, ist schon allerhand

Die blaue Blume ersetzte aber ebendieses Hakenkreuz, als es ab 1933 in Österreich verboten war. Auch heute ist das Hakenkreuz meines Wissens verboten… und genau eine rechtspopulistische, ausländerfeindliche Partei greift wieder auf dieses Symbol zurück. Wahrlich ein Schelm, wer böses denkt.

Ich hätte zu den Kornblümchen einige Fragen:
a) Wieviele Jahrhunderte darf nun keine Kornblume, oder ähnlich blaues Blümchen mehr verwendet werden?
b) Gilt dies für die ganze Welt, oder nur für Deutschland, Österreich und Südtirol?
C) Sind die Südtiroler Bergbauern, die oft auf größeren Flächen, neben weißen, roten und schwarzen, auch blaue Kornblumen anbauen allesamt Nazi-Verdächtige?

@maba
Es ist doch traurig, dass sich jemand mit solchen Fragen so dumm stellen muss.
Antworten auf diese Fragen werden doch wohl nicht ernsthaft erwartet werden, oder?

Die Fragen waren schon eher ironisch gemeint.
Mir kommt es halt eigenartig vor, wenn so lang und breit über die Kornblume (die zudem gar keine war) diskutiert wird.
Vergessen wir nicht:
In Bozen stehen Denkmale mit vielfältiger faschistischer Symbolik, sogar der Duce reitet noch am Finanzamt, Straßen sind nach zeifelhaften Personen benannt, usw.

das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. die faschistischen relikte machen zweifelhafte symbolik im landtag um nichts besser. nur weil es immer noch faschistische relikte gibt, verliert man doch nicht das recht (bzw. die pflicht), andere missstände zu kritisieren. und dass wir hier das problem besagter faschistischer relikte nicht ausreichend angeklagt haben, kann nun wirklich niemand behaupten. also was soll diese komische aufrechnerei immer. die bringt überhaupt nichts.

mein gott ist das mühsam. verstehst du das tatsächlich nicht, oder tust du nur so.

der kontext in dem ein symbol verwendet wird, ist ebenso wichtig wie das symbol selbst.

d.h. wenn ein tennisspieler mit weißen schnürsenkeln auf den platz läuft haben diese schnürsenkel eine andere bedeutung wie wenn jemand glatzköpfig, mit londsdale-bomberjacke, thor-steinar pulli und springerstiefel weiße schnürsenkel trägt.

es gibt rund 250.000 verschiedenen blumenarten auf der welt. wenn die freiheitlichen dann mit einer kornblumenähnlichen blume auftreten ist das im besten falle dummheit und im schlimmsten falle absicht.

Ein Kommentator unter irgendeinem von Hans verlinkten Artikel im Standard hat es ja gut beschrieben: Mit der Kornblume bedient die FPÖ einerseits ihre rechtsradikale Klientel, die das Symbol genau als das versteht, was es ist — und bestärkt andererseits ihre gemäßigteren Wähler in der Kritik, dass die »Gutmenschen« doch immer etwas auszusetzen haben, sogar an einer »harmlosen« Blume. Ob das auch in Südtirol funktioniert, hängt… an den Südtirolern.

zunächst einmal finde es schön zu sehen, dass diese plattform hier auch von parteifunktionären wahrgenommen wird – das spricht für die gute resonanz

@demanega: die ganze geschichte hätte sich mit dem ersten satz “Bei der blauen Blume, die im Südtiroler Landtag anlässlich der konstituierenden Sitzung von den freiheitlichen Mandataren getragen wurde, handelt es sich um keine Kornblume” erledigt.

wieso, kruzifix, muss dann noch die symbolik der k-blume erklärt werden? ein dummes eigentor, wie ich finde

andererseits: wenn es sich um keine k-blume handelt, muss fairerweise der Artikel aktualisiert/umgeschrieben/richtiggestellt werden….

“kornblumähnlich” scheint mir dann doch ein etwas weit hergeholter einwand zu sein – als ob man sagte: ein schnauzer sei einem hilterbärtchen sehr ähnlich

Die heutige Deutsche Nationalhymne war auch offizielle Hymne des Nazi- Reiches.
Nachher wurde (allerdings nur im Innland) auch “Die Fahne hoch” gespielt. Sollten jetzt die Deutschen auf ihre Hymne verzichten, nur weil sie auch von den Nazis verwendet wurde?

Die Nordtiroler Grünen wollten den Text der Tiroler Landshymne ändern, weil anscheinend zu blutig und darin der Text vorkam “Ganz Deutschland ach in Schmach und Schmerz…”
Die Grünen sahen darin großdeutsches bzw. deutschnationales Gedankengut fest verankert.
Was jetzt? Text ändern, umtexten oder am besten gleich verbieten?

Was ist mit Richard Wagner und seiner Musik die die Nazis rauf und runter spielten? Und Winifred Wagner auch noch nach 1945 bekennende Nazi war ..

Ein interessanter Artikel im Spiegel:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43144964.html

Die Kornblume war ab etwa dem Jahre 1879 die Parteiblume der so genannten Schönerer-Bewegung in Österreich, einer antisemitischen und großdeutschen Bewegung. Als glühender Verehrer von Kaiser Wilhelm I. machte er Kaiser Wilhelms Lieblingsblume die Kornblume zu einem der Parteisymbole. Ferner ließ er Lieder wie Die Wacht am Rhein singen und verschmähte österreichisch-patriotische Lieder. Auch ließ er in den Farben Schwarz-Rot-Gold oder Schwarz-Weiß-Rot beflaggen und schmückte zu besonderen Anlässen die Bildnisse von Bismarck, Kaiser Wilhelm oder Moltke mit Lorbeerkränzen. (aus Wiki)

Interessant der Artikel der SPÖ- Nationalratsabgeordneten Daniela Holzinger in der Wiener Zeitung:
http://www.wienerzeitung.at/meinungen/leserforum/584865_Leserforum.html
Fr. Holzinger schreibt darin:
“Lag es den Trägern dieser Blume doch daran, den österreichischen Staat abzuschaffen und ein großdeutsches Reich zu gründen.
Es war daher für mich eine leichte Entscheidung, Norbert Hofer, den Kandidaten der FPÖ zum dritten Nationalratspräsidenten, bei der Wahl nicht zu unterstützen.”

Aber Fr. Holzinger, genau das wollte auch Parteigenosse Dr. Karl Renner!
Und dieser Renner dichtete auch:
Deutschösterreich, du herrliches Land, (auch Renner-Kienzl-Hymne genannt) zwischen 1920 und 1929 als Nationalhymne der Ersten Österreichischen Republik.
Kaum zu glauben: Der Text wurde 1920 von Staatskanzler Karl Renner persönlich gedichtet…
Nach all dem wäre es höchst an der Zeit, Dr. Karl Renner genauso zu ächten, wie seinen Wiener Landsmann Dr. Karl Lueger …

Mann warf Karl Renner auch immer Antisemitismus vor:
Dazu schreibt der Standard:
“Wenn Renner im Zusammenhang mit der Genfer Sanierung 1922 und dem damit verbundenen Völkerbunddiktat von einer “jüdischen Finanzmacht” sprach, so bediente er damit keine antisemitischen Klischees, sondern stellte nur eine Tatsache fest”
Und weiter: Wie fern Renner jeder Antisemitismus lag, wird an der innigen Beziehung zu seinem jüdischen Schwiegersohn Hans Deutsch, der in Schwechat die Hammerbrot-Fabrik gründete, deutlich.
http://derstandard.at/1363705569165/War-Karl-Renner-wirklich-ein-Antisemit

Dann war wohl Richard Wagner auch kein Antisemit, denn der beauftragte den jüdischen Dirigenten Hermann Levi seine Werke in Bayreuth zu spielen.

Auch ein interessanter Artikel hinzu:
http://www.profil.at/articles/1313/560/355455/karl-renner-ein-mann-jahreszeiten

Anscheinend gilt immer noch: Wer a Jud ist, bestimme ich (Zitat von Karl Lueger)
Und wer a guter Mensch ist, und wer a Nazi und Rechtsextremist ist, bestimmen wir Linke/Grüne …

1. naja. einen kleinen unterschied zwischen der jetzigen und der damaligen deutschen hymne gibt es schon, wenn man ehrlich ist.
2. das österreichische “nationbuilding” passierte erst in der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts. davor verstanden sich die österreicher mehrheitlich als deutsche, was in einer streng nationalistischen logik – die damals vorherrschte – ja nachvollziehbar ist. ohne die alliierten hieße österreich nicht österreich sondern deutschösterreich oder wäre gar teil deutschlands. jedenfalls wenn es damals nach dem willen des volkes gegangen wäre. in diesem zusammenhang sind renners aussagen nachvollziehbar.
über renners antisemitismus weiß ich zu wenig. ich kann mir aber gut vorstellen, dass dieser schöngeredet wird.
3. niemand hat die freiheitlichen als nazis oder als rechtsextrem bezeichnet. sei bitte vorsichtig mit solchen betitelungen. nur weil jemand ein gewisses symbol verwendet, heißt das noch lange nicht, dass er/sie ein nazi ist. bezeichnend, dass du das nicht verstehen willst.

Ohne die Freiheitlichen gewählt zu haben oder besonders gut über die Geschichte und Skandale der FPÖ informiert zu sein, möchte ich kurz folgende Frage in den Raum stellen: Wie viele der tatsächlichen oder potentiellen Wähler der Südtiroler Freiheitlichen werden Eures Erachtens ein solches Zeichen denn überhaupt erkannt haben (wenn es denn wirklich als Zeichen beabsichtigt war)? Der Umstand, dass es keinen unmittelbaren medialen Aufschrei gegeben hat, legt für mich eher die Vermutung nahe, dass diese Symbolik auch ansonsten gut informierten – und gerade bei solchen Themen sehr sensiblen – Zeitgenossen unbekannt war (mir persönlich war diese Symbolik jedenfalls nicht geläufig, und ich halte mich in punkto Politik und Zeitgeschichte doch für einen zumindest durchschnittlich gebildeten Menschen). Und wenn nun irgendein Experte auf salto.bz seine Thesen a posteriori im Internet verbreitet, halte ich es nicht unbedingt für wahrscheinlicher, dass eine Absicht der Urheber dahintersteckte: Welchen Sinn ergibt schon ein Symbol, das von praktisch niemandem erkannt wird? Oder glaubt hier wirklich jemand, die Freiheitlichen-Wähler würden eine Art verschworene Geheimgesellschaft bilden, die sich über eine Art Geheimcode untereinander verständigt?

Ich glaube kaum, dass das der Punkt ist. Nachdem die Blümchen ja kaum was kosten dürften, ist dies im wahrsten Sinne eine »billige Provokation« — versteht oder kritisiert sie jemand, haben die Freiheitlichen dadurch etwas Aufmerksamkeit und bestätigen ihrer Klientel indirekt ihre Gesinnung. Versteht oder kritisiert sie niemand, haben sie halt ein paar Euro für eine »nette Deko« in den Sand gesetzt.

(Davon abzuleiten, es wäre besser, sie erst gar nicht zu kritisieren, fände ich allerdings einen fatalen Fehlschluss.)

bestätigen ihrer Klientel indirekt ihre Gesinnung

Geht man von der hier erklärten Bedeutung der Kornblume in der Zwischenkriegszeit aus dann frage ich mich, wie groß die Klientel deutschnationaler / nationalsozialistischer Wähler in Südtirol wohl sein kann… Im besten Fall einige hundert Personen, von denen sicher ein Großteil die Bedeutung dieser Geste nicht einmal versteht.
Ich glaube nicht, dass die Freiheitlichen es riskieren würden, tausende potentielle Wähler in der Mitte abzuschrecken, nur um einigen Dutzend Personen einen “Beweis der Gesinnungstreue” abzuliefern.

Schon gelesen… aber damit ist dennoch kein politisches Kleingeld zu verdienen, dieses Symbol ist nun mal leider mit dem Nationalsozialismus verlinkt und davor zuckt auch in Südtirol Otto-Normaverbraucher instinktiv zurück. Mit den paar Randfiguren, denen man damit seine Reverenz erweist, kommt keine Partei vom Fleck, eher im Gegenteil…

Nicht nur kannte ich bis vor ein paar Stunden die Symbolik dieser Blume nicht. Ich wusste nicht mal wie eine Kornblume aussieht und musste danach googeln!!! Mit Botanik kenne ich mich eben wenig aus, und so sicher auch 99% der übrigen Südtiroler. Ich habe hier einfach nur eine blaue Blume gesehen – was bei den “Blauen” ja nicht verwundert.

Die rote Nelke hat- so wie auch die Kornblume- schwierige wie gute Zeiten durchlebt.
Die Kornblume kann auf glorreiche Zeiten im 19.Jhd. (1848) verweisen, hingegen wurde sie in den 30er- Jahren in Österreich auf schlimme Art und Weise missbraucht.
Es wäre daher sicher an der Zeit, wenn sich die Freiheitlichen um ein anderes Gewächs umsehen.
Der Enzian z.B. bietet sich geradezu an…Diese geschützte Gebirgsblume ist nicht nur schöner, auch in flüssiger Form soll er bekömmlich sein …

Einige SPÖ- Abgeordnete haben in letzter Zeit die rote Nelke durch eine rote Rose ersetzt.
Was hindert eigentlich die Freiheitlichen daran, auch die Kornblume mit einer etwas weniger belastenden Blume zu ersetzten? Der Verweis auf 1848 ist zwar richtig, aber nach all dem was in ihrem Zeichen Unrechtes geschehen ist, wäre ein Blumenwechsel wirklich angesagt!
Das Edelweiß wurde bereits von den ST- Konservativen gestohlen. Deshalb schlage ich nochmals den blauen Enzian vor …
Das ist durchaus ein ernstgemeiner Vorschlag, und ist nicht nach zuviel Enzian in flüssiger Form entstanden…

Laut “Dolomiten” war es ein Enzian, den sich die Freiheitlichen angesteckt haben. Das beweist aber lediglich, dass die “Dolomiten” weder von Botanik noch von Symbolik eine Ahnung haben. Welche Blume es wirklich war, lässt sich anhand der Fotos kaum feststellen, jedenfalls war es kein Enzian und auch keine Kornblume (Centaurea cyanus), wohl aber eine Blume aus der gleichen Familie der Asternartigen, womit die Freiheitlichen noch nicht aus dem Schneider sind. Nur so nebenbei: Der “flüssige Enzian” wird nicht aus dem allgemein bekannten stengellosen blauen Enzian gebrannt, sondern aus den Wurzeln des gestielten gelben Enzians. Die drei STF-Abgeordneten hatten Sträuße mit orangefarbener Gerbera bei sich. Da Traugott Gerber, der Namensgeber dieser Blume, im 18. Jahrhundert gelebt hat, dürfte diese Blume eigentlich harmlos sein, aber das Orange war vielleicht nicht ganz passend. Eva Klotz hatte zusätzlich noch einen Strauß mit weißen Rosen und gelber Gerbera, also in den Kirchenfarben. Das dürfte wohl unbedenklich sein.

Laut meinen Informationen (zweite Hand-Info) war es ein Rittersporn aus Seide. Der problematische Symbolgehalt (vierte Hand-Info) der Kornblume soll zumindest einer F-Abgeordneten bewusst gewesen sein, woraufhin ebem eine Alternative gesucht wurde. Warum dies der Sekretär in seiner Stellungnahme auf diesem Blog nicht klar herausstreicht bleibt mir als Fernbeobachter schleierhaft.

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