Keller, Wurst und die Bürgerrechte.

Die Spitzenkandidatin der europäischen Grünen, Ska Keller, war heute bei einer Wahlkampfveranstaltung von ICV im katalanischen Sant Feliu del Llobregat, wo sie einmal mehr für das Selbstbestimmungsrecht einstand. Sie versprach, sich von Brüssel aus aktiv dafür einzusetzen, dass Spanien die Abstimmung vom 9. November zulässt, spannte aber ganz tagesaktuell auch einen Bogen zu ESC-Siegerin Conchita Wurst. Im Widerspruch zum Pessimismus der Nordtiroler Grünen Sigrid Maurer sprach sie davon, dass Europa offener und fortschrittlicher sei, als viele denken. Zudem, so Keller, sei auch Wurst ein Beispiel für das Recht auf Selbstbestimmung — nämlich das der Menschen, so zu sein, wie sie möchten. Sie unterstützt somit unsere Auffassung, dass das individuelle und das kollektive Selbstbestimmungsrecht untrennbar zusammengehören, letzteres also nicht (mehr) allein auf das Völkerrecht reduziert werden kann.

Schade, dass die Südtiroler Grünen bei der EU-Wahl nicht Teil der europäischen Grünen sind: Eine solche Spitzenkandidatin hätte man nur allzu gerne unterstützt.

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11 replies on “Keller, Wurst und die Bürgerrechte.”

Ob sich Oktavia Brugger in Brüssel denn auch aktiv für eine Abstimmung in Südtirol (und andernorts) starkmachen würde? Das wäre für mich ein wahlentscheidendes Kriterium.

Wieso kann ich als EU Bürger eigentlich nicht wählen wen ich will, wenn ich mich wie hier im Beispiel, von Frau Keller besser vertreten fühle? Wieso muss ich Politiker aus einem Nationalstaat wählen?

Sie probieren ja nur das Parlament als etwas hippes darzustellen.
Besser als die Reden, wo nur etwa 1/5 aller Abgeordneten da sind

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo mitten drin… warum sollte man die Anwesenheit von Homophoben, Antifeministen und Eurogegnern (im Währungsausschuss zumal) nicht bedauern und kritisieren — ja, sie nicht einmal als solche benennen dürfen? Natürlich darf man das in einer Demokratie, genauso wie man ihre Anwesenheit aber akzeptieren, verstehen und hinterfragen sollte…

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