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Innere Stimme.

Gastbeitrag von Walter Kircher, Brixen

Die Geschehnisse in Paris und gerade in Nigeria, wo man einem 10-jährigen Mädchen einen Sprengsatz umgebunden und zur Explosion gebracht hat, sollten zu denken geben. — Den Menschen die unter Gewalt durch menschenverachtende Bosheit leiden gilt mein Mitgefühl!

In den Medien wird diskutiert was Medien (einschließlich der Satirezeichner) dürfen. Etwas spät wie ich meine, wir sind längst einer Verrohung durch veröffentlichte und öffentliche Meinung ausgesetzt!

Auf grenzenlose Pressefreiheit weiter zu bestehen ist zu einfach! — In den Redaktionsbüros müssen wieder Verantwortung und (Berufs-)Ethos einkehren! — Um der Gier nach Verhöhnung Andersdenkender, -lebender eines Teils der Gesellschaft auf unserem Erdball Einhalt zu gebieten!

Wo man sonst Staat und öffentliches Leben von Religion getrennt haben will, muss vor allem letztere und damit die Gefühle der Menschen die mit Religion leben, — wohl so etwas wie einer inneren Stimme folgend — respektiert werden! Diese »innere Stimme« gibt es erwiesenermaßen seit der frühesten Menschheitsgeschichte und es hat niemand das Recht, diese Befindlichkeit zu verunglimpfen!

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17 replies on “Innere Stimme.”

Auf grenzenlose Pressefreiheit weiter zu bestehen ist zu einfach! — In den Redaktionsbüros müssen wieder Verantwortung und (Berufs-)Ethos einkehren! — Um der Gier nach Verhöhnung Andersdenkender, -lebender eines Teils der Gesellschaft auf unserem Erdball Einhalt zu gebieten!

Wo gibt es denn grenzenlose Pressefreiheit?? Auch die Presse muss sich an Regeln halten, wie wir alle wissen sollten. Was du da forderst, wäre die Aufgabe eines unserer wichtigsten Werte, die im Zuge der Auflklärung hart errungen wurde: Die Freiheit. Ich finde es schon schlimm genug, wenn wir als Privatbürger permanent ausspioniert werden, nun sollen wir auch noch vor all diesen Barbaren unser wichtigstes Gut aufgeben? Na Bravo, dann haben all die religiösen Spinner bald ihre Ziele erreicht, wer nicht schreibt, denkt nicht, wer nicht denkt, den kann man unterjochen. Mit Vollgas in die Vergangenheit. Das Mittelalter lässt grüßen.

Man kann meiner Meinung nach gerne darüber sprechen, ob man religiösen Gefühlen mehr Respekt entgegenbringen soll oder nicht. Doch erstens darf das meiner Meinung nach nicht gesetzlich geregelt werden und zweitens darf eine subjektive Verletzung niemals Gewalt — schon gar nicht derart rohe Gewalt — rechtfertigen. Wichtiger wäre es nach meinem Dafürhalten, die Rolle des Westens in der Welt (Stichwort: Krieg, Gewalt…) und den Umgang mit perspektivlosen Menschen in den eigenen Gesellschaften (Stichwort: Religiöse und politische Fanatisierung/Extremisierung, Amokläufe…) zu hinterfragen.

… Doch erstens darf das meiner Meinung nach nicht gesetzlich geregelt werden und …

Genau, dies gehört wie einiges andere – nicht – gesetzlich geregelt und damit dem Verantwortungsgefühl der Bürger anheimgestellt! – damit wir auch von Ethik etwas verstehen dürfen !

Ich finde es pietätlos, dieser Tage eine soche Diskussion zu beginnen. Nein, Charlie hat den Rock nicht zu kurz getragen und er trägt keine Mitschuld. Nichts auf der Welt rechtfertigt derartige Selbstjustiz und schon gar nicht so ein Gemetzel. Punkt.

Möge die zivilisierte Welt, ob christlich, islamisch oder sonst was, sich auf diesen Punkt konzentrieren. Alles weitere mag eine gute Diskussion für ein andermal sein. Jetzt aber bitte nichts, was die Tat(en) versucht, zu relativieren.

Ich bin der Überzeugung, daß man die in der Aufklärung errungenen Werte nicht preisgeben darf. Wobei man anmerken sollte, daß viele von denen, die jetzt “je suis charlie”-Schilder tragen selbst seinerzeit Mohammed-Karikaturen aufs Schärfste kritisiert haben. Beispiele gäbe es genug….
Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist ist folgender: man darf (und soll) die Rolle des Westens in vielen Konflikten ruhig kritisch unter die Lupe nehmen. Aber man soll auch das Verhalten der Moslems kritisch sehen. Dieses französische Satiremagazin hat alle Religionen aufs Korn genommen. Die Mörder waren aber moslemische Extremisten. Das gleiche gilt für den Fall Theo van Gogh und viele andere. Islamkritiker leben gefährlich, einige wie Ayaan Hirsi Ali leben unter ständigem Polizeischutz, Kritiker am Christentum oder an anderen Religionen haben in der Regel gottlob nichts zu befürchten.
Man sagt, in jeder Religion gibt es Extremisten. Das stimmt, das ist eine Binsenweisheit. Aber es gibt einige Dinge in der islamischen Welt, die solche Gewalttaten begünstigen. Eine davon ist die gering ausgeprägte Tendenz zur Selbstkritik. Lieber macht man den Westen (v.a Amerika) und die “bösen” Juden für alles verantwortlich. Das kritisieren auch wirklich moderate Moslems wie der gebürtige Syrer und Islamwissenschaftler Bassam Tibi.
Den Moslems und moslemischen Zuwanderern ist genausowenig geholfen wie der Aufnahmegesellschaft, wenn wir jegliche Kritik an dieser Religion als “Islamophobie” und Rechtspopulismus brandmarken. Auch ist es ziemlich kontraproduktiv, für alle Mißstände in islamischen Ländern ein beständiges “Mea culpa” herunter zu leiern. Auch andere Länder haben unter dem Kolonialismus gelitten und troztdem herrschen nicht überall die gleichen wüsten, chaotischen Zustände wie in islamischen Ländern. Die Attentäter von Madrid 2004 waren nicht etwa peruanische Andenindianer, deren Vorfahren von den spanischen Eroberern grausam unterworfen, ausgeplündert, versklavt und zwangsbekehrt wurden. Die Vietnamesen in Deutschland hatten unter mangelnden Perspektiven und Rassismus nicht weniger zu leiden als Migranten aus islamischen Ländern. Die ersten fremdenfeindlichen Anschläge in der wiedervereinigten BRD galten auch Heimen mit vietnamesischen Migranten. Die Vietnamesen haben auch unter der französischen Kolonialpolitik gelitten – noch mehr wahrscheinlich unter den Folgen des Vietnamkrieges. Trotzdem gelten sie als die am besten integrierten Zuwanderer in Deutschland. Das kann man von Migranten aus dem islamischen Kulturkreis nicht gerade behaupten.

… noch ein Tipp für jene “die mit Religion nichts am Hut haben” (mit Verlaub): Abraham, DIE Leitfigur der großen Weltreligionen (so weit ich es überschaue ganz ohne Gewalt, und ohne Herablassung)!

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