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Der skurrile Achammer.
Quotation 199

Es mutet nahezu skurril an, wenn nun gerade jene Oppositionsparteien zu Autonomieverfechtern mutieren, die sonst keine Gelegenheit auslassen, um auf unsere Autonomie zu pfeifen.

SVP-Obmann Philipp Achammer auf der Pressekonferenz zur Verfassungsreform

Skurril, wenn nicht sogar perfide, ist dieses immer wieder vorgebrachte Argument, dass all jene, die über die Autonomie hinausdenken, notwendigerweise Autonomiegegner seien – oder “auf die Autonomie pfeifen”, wie es Achammer ausdrückt. Außer ein paar faschistischen Spinnern gibt es in Südtirol kaum jemanden, der sich weniger Autonomie wünscht. Und nur weil sich manche noch mehr Autonomie (ja, staatliche Unabhängigkeit ist die Krone und wortwörtliche Bedeutung von Autonomie) wünschen, heißt das nicht, dass sie den derzeitigen autonomen Status nicht schätzen würden und verteidigen wollen.

Ich versuch’s mal so zu erklären, dass es der SVP-Obmann auch versteht: Angenommen ich habe eine zu enge Hose, die mich juckt und zwickt, mich einschneidet und meine Bewegungsfreiheit hemmt, dann ist es doch ein legitimer Wunsch, eine etwas weitere und gemütlichere Hose haben zu wollen, anstatt ständig an der alten rumzuflicken. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich lieber nackt rumlaufen würde bzw. nackt rumlaufen muss. Solange ich die gemütliche Hose nicht gekauft habe, behalte ich die enge Hose an. Und ich wehre mich auch dagegen, wenn mir jemand die zu enge Hose ausziehen möchte. Ist das denn so schwer zu verstehen?

Selbstbestimmung Vorzeigeautonomie | Verfassungsreform 2016 Zitać | Philipp Achammer | | Südtirol/o | SVP | Deutsch

21 replies on “Der skurrile Achammer.
Quotation 199

Ist das denn so schwer zu verstehen?

Ganz und gar nicht. Allerdings gibt es auch einen dritten Weg: du kannst versuchen abzunehmen. Es gibt einige, die machen das.

Nein, das ändert nichts an Achammers Aussage.
Das war eine Erweiterung der Metapher um die Dimension der Anpassung, die ich ebenfalls orte.
Aber das scheint wohl nicht ausreichend on-topic zu sein.

dieses entweder-oder-dogma der svp produziert halt derartig absurde argumente. auf die idee, dass es ein sowohl-als-auch ebenfalls geben kann, kommen die gar nicht mehr. von schottland haben die noch nie was gehört.

Formalmente Achammer ha pienamente ragione. Chi sostiene la tesi dell’autodeterminazione dovrebbe rallegrarsi di qualsiasi atto statale rivolto a una diminuzione dell’autonomia, in quanto solo e soltanto da una effettiva riduzione dell’autonomia l’argomentazione autodeterminista potrebbe trarre lo slancio per affermare (e dimostrare) che l’autonomia non è una soluzione “duratura” e quindi va oltrepassata con una posizione che estremizzi l’autonomia fino a renderla indesiderabile nella configurazione che conosciamo.

Per dirla con la metafora dei pantaloni usata da Harald. Gli autodeterministi non vogliono pantaloni stretti, larghi, di velluto o di pelle. Vogliono la gonna. Come gli scozzesi. Upsss… ok… ho sbagliato popolo e indumento di riferimento. :)

http://www.duden.de/rechtschreibung/pfeifen#Bedeutung12

sollte es tatsächlich so sein, dass manche sich ein rupfen der autonomie wünschen, um ihr ziel schneller erreichen zu können, so heißt das nicht, dass sie auf die “autonomie pfeifen”. wobei ich glaube, dass sich kaum jemand in südtirol eine kürzung der autonomen befugnisse wünscht. man ist sich lediglich nicht einig, wo der ausbau der autonomie aufhört und ab wann man sich zufrieden gibt: entweder mit einer weitgehenden teilautonomie oder mit vollautonomie.

und politikwissenschaftlich gesehen sind teilautonomie und vollautonomie (= unabhängigkeit) einfach eine enge und eine weite hose. aber immer eine hose.

ja. ich meinte “immer eine hose” im gegensatz zu nackt. sorry. schlecht ausgedrückt.

Il discrimine non è tra una autonomia parziale e una piena autonomia, ma tra l’autonomia e la secessione (che è quello a cui puntano gli autodeterministi). Ed è una differenza tra pantoloni e gonna, non tra due tipi diversi di pantaloni. La cosa è talmente semplice da afferrare che basterebbe fare l’esempio del Sudtirolo per capirla. Perché noi abbiamo un’autonomia (pantaloni) e ci risulta molto difficile avere la secessione (gonna)? Chiunque si sia occupato della vicenda storica specifica lo sa. Knoflach, che probabilmente non eccelle in storia e neppure in sartoria, mostra di affaticarsi inutilmente sul significato delle parole. Comunque ognuno è libero di trastullarsi come meglio crede, ci mancherebbe.

1. vollautonomie in politikwissenschaftlichen sinne ist mehr oder weniger synonym mit staatlicher unabhängigkeit. das was die svp als “vollautonomie” bezeichnet ist eine weitreichende innerstaatliche teilautonomie.

2. es macht doch keinen unterschied, ob ich eine weitere hose oder einen rock möchte. nur weil ich ein anderes gewand will, pfeife ich nicht notwendigerweise auf mein derzeitiges. nackt will ich nicht sein. der unterschied zwischen hose und rock tut nichts zur sache.

Sicuro. Tutto si può fare. A parole. Ma la sostanza resta: un pantalone non è una gonna.

Du scheinst nicht verstanden zu haben. Natürlich ist ein Rock keine Hose — danke für die Aufklärung. Aber: Ich kann nach einem Rock Ausschau halten und trotzdem, solange ich keinen passenden gefunden habe, meine alte Hose an- und möglichst in Schuss halten wollen. Kein Widerspruch, im Gegenteil… vollkommen normal und logisch.

Ma perché tieni tanto ai pantaloni se vuoi una gonna? Generalmente, se uno considera così male i propri pantaloni, e li vede tutti scuciti e lisi e pieni di buche e ormai completamente a pezzi, non sta a lì a cercare di ricucirli. Oddio, tenesse ai pantaloni lo farebbe male, ma visto che vuole la gonna…

Certo, se mi dici che la gonna non te la danno, che è proprio impossibile, allora fai di tutto per salvare anche i pantaloni. Ma non ci metti tutto questo impegno, ecco. Nemmeno ne parli. Stai lì, buono buono, e cuci in silenzio.

Ich verstehe diese Logik nicht. Warum muss es zuerst schlechter werden, um dann das bessere zu fordern?
Denn ich wette, sollte es wirklich passieren, dass die Autonomie immer mehr ausgehöhlt wird, dann sind plötzlich sehr viele, sehr schnell, und sehr unüberlegt für die Selbstbestimmung. Und ob emotionelle Entcheidungen bei diesem Thema besser sind als rationale, wage ich mal stark zu bezweifeln.

…per affermare (e dimostrare) che l’autonomia non è una soluzione ”duratura” e quindi…

Warum kann man nicht auch einer dauerhaften bzw. beständigen Lösung eine andere Lösung vorziehen?
Ich kann bis an mein Lebensende täglich ein Glas Vernatsch trinken und das würde auch passen, trotzdem würde ich ein Glas Lagrein bevorzugen.

Und soll man den täglichen Lagrein schlecht reden, wenn man nicht weiß, ob ein Vernatsch oder ein Cabernet nachkommt ( und ob dann ein Teroldego noch zur Wahl steht )

genau das hatte ich mir auch beim Lesen des Artikels gedacht… aber genau so hat es bis jetzt bei der südtiroler Bevölkerung funktioniert! bis jetzt…

Der Achammer ist ein neuer Politiker alten Stiles. Er glaubt noch, wie es die Politiker der alten Garde immer gehandhabt hatten, sich mit “Glaubhaft Plaudern” die Lügnerische “Wahrheit” dem Volke zu verkaufen und glaubhaft zu machen. Die Zeiten haben sich aber inzwischen geändert und die Südtiroler sind endlich so schön langsam vom Dornröschenschlaf aufgewacht, informieren sich mehr und objektiv und haben auch eine viel kritischere Stimme als früher, auch wenn es immer noch zu wenig ist. Dank des Internets kann man einiger Maßen freie und objektive Medien finden und nachlesen, dies war vor einigen Jahrzehnten nicht der Fall. Außer den Mainstreammedien gab es keine andere Möglichkeit. Kurz gesagt, außer Reden kann er aber wirklich nicht viel. Aber wie man so schön sagt: “Wer Reden kann, hat Erfolg im Leben”. Und da kann man auch Sche… daherreden, es genügt allein wie man sich verkauft. Aber im digitalen Zeitalter kann durch den Gebrauch dieser veralteten Strategie und Taktik ein Schuss nach Hinten losgehen. Er sollte sehr aufpassen. Ich jedenfalls glaube dem Achammer kein einziges Wort.

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