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Dunkle Haut ist illegal.

Diese Woche habe ich dank unserer geliebten Staatsbahnen gleich mehrere Stunden an Südtiroler Bahnhöfen verbringen dürfen: Zunächst wegen einer Verspätung von einer dreviertel Stunde, dann durch die Auswirkungen eines Streiks, der Verspätungen über den eigentlichen Streikzeitraum hinaus zur Folge hatte. Vorgestern war eine Panne an der Reihe, die zu einem mehrstündigen Ausfall der gesamten Brennerstrecke in Richtung Norden (einschließlich Informations-GAU) geführt hat. Gestern war dann endlich wieder die Normalität von zweimal 20 Minuten Fastpünktlichkeit eingekehrt. Dies wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch wenn es darum nur indirekt geht.

Während meiner unfreiwilligen Aufenthalte auf Südtirols einladenden Bahnhöfen habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Die Bahnpolizei kontolliert gezielt und systematisch wartende Fahrgäste nichtweißer Hautfarbe. Sie müssen den Beamten oft zudem genaue Auskunft erteilen, welchen Zug sie zu nehmen gedenken — und mit welchem Ziel. Neugierig geworden, bin ich mit Hasan*, einem jungen Südtiroler pakistanischer Herkunft ins Gespräch gekommen. Er arbeitet seit acht Jahren in der Landeshauptstadt und ist genauso wie ich Pendler im ÖPNV. Sein Deutsch ist vorzüglich, obwohl er angab besser Italienisch zu sprechen.

Hasan bestätigte mir, dass er von der Polizei »sehr häufig« nach seinen Papieren gefragt wird. Die Prozedur samt telefonischem Datenabgleich kann (meiner Beobachtung zufolge) mehrere Minuten dauern und durchaus dazu führen, dass man den Zug verpasst. Trotzdem gab Hasan an, die dauernden Kontrollen störten ihn nicht weiter; schließlich sei er ja »sauber«.

Dennoch halte ich diese Praxis für eine subtile Art dauerhafter Diskriminierung. Es geht nicht an, dass Menschen bloß aufgrund ihrer Hautfarbe dem Generalverdacht unterliegen, sich womöglich »illegal« im Lande aufzuhalten. Ich könnte mich in einem Land niemals willkommen oder heimisch fühlen, wenn mir die Staatsmacht noch nach mehreren Jahren durch regelmäßige Kontrollen — ob ich sie nun als Schikane empfinde oder nicht — zeigen würde, dass ich allein aufgrund meines unveränderlichen Aussehens fremd und »anders« bin. Gleichzeitig zeugt es von oberflächlicher, unprofessioneller Polizeiarbeit, wenn man sich auf Äußerlichkeiten verlässt, um bei Kontrollen einigermaßen zielgenau zu agieren. Solange es in Südtirol noch relativ wenige Bürger anderer Hautfarbe gibt, wird diese Vorgangsweise in Ermangelung professionellerer Kriterien durchaus eine gewisse Treffsicherheit garantieren. Doch schon jetzt ist das ein viel zu grobes Raster, das »Illegale« weißer Hautfarbe durchfallen lässt, während Südtiroler mit schwarzer oder gelber Haut grundlos an ihm hängen bleiben.

Will Südtirol den fürs Zusammenleben aller Menschen nötigen gesellschaftlichen Zusammenhalt ausbauen, müssen solche Vorgangsweisen dringend überprüft und unterbunden werden. Auch die Landespolitik ist in dieser Hinsicht gefordert.

Als ich aus Studiengründen in der Schweiz lebte und desöfteren nach Südtirol pendelte, war mir übrigens auch bei den Grenzkontrollen in Chiasso aufgefallen, dass die italienischen Fahnder immer wieder gezielt farbige Fahrgäste kontrollierten — ihre Schweizer Kollegen jedoch nicht. Dabei ist die Schweiz ja nicht für eine lasche Zuwanderungspolitik bekannt.

Siehe auch:

*) Name geändert

Kohäsion+Inklusion Migraziun Mobilität Polizei Racism | | | | Südtirol/o | Staatspolizei Trenitalia | Deutsch

40 replies on “Dunkle Haut ist illegal.”

Erstens einmal sind diese Polizisten auch Zuwanderer (im wahrsten Sinne des Wortes, sie sind meist erst einige Jahre hier) in Südtirol und zweitens teà­lweise viel schlechter integriert als die sog. Ausländer. Und zu guter Letzt sollte ein unabhängiges europ. Kontrollorgang enauso penibel wie der staatl. Rechnungshof die Ausgaben des Landes, auch die Verletzungen der Autonomiebestimmungen der ital. Polizei in Südtirol kontrollieren.

Mich machen solche Kontrollen rasend. Mit Sichergeit haben sie nichts zu tun, nur mit Machtdemonstration. In den USA ist ein Schwarzer Präsident doch davon ist bei dieser „Polizei“ noch nichts angekommen.

Ich wurde auch schon öfters mit telefonischem Datenabgleich kontrolliert als ich noch mit dem Zug pendeln musste. Kenne auch mehrere andere Südtiroler denen das häufig passiert ist.

Grundlose Personenkontrollen sind per sè eine verletzung der persönlichen Freiheit! In den USA z.B. ist es den Polizisten nicht erlaubt Personen ohne Grund zu kontorllieren und es gibt auch keinen „Personal“ausweis wie in Europa. So zeigt ein Staat seine Macht, ein paar komplexbehaftete Typen in Uniform lassen ihre Muskeln spielen, nichts weiter. Traurige Realität…

Du bist ein großer Schweizfan, aber die Schweiz ist nicht a priori als gutes Beispiel aufzuführen, man denke nur an die Antideutschen Kampagnen die sogar an Universitäten geführt werden. Ich bin auch öfters in der Schweiz und als ich mal mit einer bundesdeutschen Freundin dort war, haben sich einige Schweizer regelrecht dagegen verwehrt hochdeutsch mit ihr zu sprechen. Lächerlich! Als Südtiroler aber kein Problem, weil wir bei den Schweizern beliebt sind und ihren Dialekt verstehen und sie unseren.

Diese Probleme gibt es offensichtlich wohl überall. Udo Vetter (law blog, Rechtsanwalt aus Deutschland) hat mal in einem Beitrag erwähnt, dass es bei ihnen draußen Pflicht der Polizei, eine Art Bescheinigung/Protokoll auszustellen. Wäre interessant zu wissen, wie das hier bei uns ist.

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/12/05/erst-kontrolle-dann-bescheinigung/

Ich selber bin in Budapest beim Warten auf einen Zug innerhalb ca. 1,5 Stunden 3x belästigt/kontrolliert worden. Irgendwann nervts. Und auch wenn man „sauber“ ist, sind Kontrollen, die offensichtlich auf Äußerlichkeiten zurückzuführen sind, diskriminierend.

Sein Deutsch ist vorzüglich, obwohl er angab besser Italienisch zu sprechen.

Hasan hätte für einen Job bei den Polizeiorganen wesentlich bessere sprachliche (fachliche) Voraussetzungen als ein wesentlicher Teil der in Südtirol diensttuenden Polizeikräfte, die über keine oder nicht akzeptable Deutschkenntnisse, geschweige denn Ladinischkenntnisse verfügen.
Wer kontrolliert unsere Polizeiorgane eigentlich ob sie das Gesetz zur Zweisprachigkeit respektieren? Illegales Verhalten von denjenigen, die sich anmaßen illegales Verhalten aufzudecken, veranlaßt in der Vorzeigeautonomie niemanden zu Kontrollen – die falsche Hautfarbe schon.

Non ho molto da obiettare all’impianto dell’articolo di Simon. Solo il titolo mi sembra impreciso. Il colore della pella non è infatti (e per fortuna) ancora illegale, ma funziona come „segno“ di probabile illegalità . Noto poi con la solita tristezza (si fa per dire) che le reazioni a post come questo non servano ad altro che a presentare le forze di polizia italiane alla stregua di un gruppo di sadici razzisti. Avevo un allievo kosovaro, l’anno scorso, il quale mi raccontava la sua paura della polizia serba. Prima, diceva, avevo gli incubi quando pensavo di essere fermato. Dopo un po‘ di vita in Italia questa paura gli è passata.

Danke gadilu:

Avevo un allievo kosovaro, l’anno scorso, il quale mi raccontava la sua paura della polizia serba. Prima, diceva, avevo gli incubi quando pensavo di essere fermato. Dopo un po’ di vita in Italia questa paura gli è passata.

uns wirds in Zukunft bei Österreich auch so ergehen! Dann können wir von unseren Erlebnisen mit den italienischen „Sicherheitskräften“ erzählen.
Aber in Wahrheit kann man den Kosovo nicht zu hundert Prozent mit uns vergleichen.

Und weil jemand dunkel ist, ist er automatisch ein Verbrecher?
Dann sind adoptierte Schwarze automatisch auch vermeintliche Verbrecher, welche kontrolliert werden müssen?

Ich finde das nicht ok. Auch ich wurde vor Jahren im Zug um den Ausweis gefragt und meine Daten wurden telefonisch abgeglichen. Seit sicher einem Jahr geschieht das nicht mehr, wobei ich oft noch Polizei im Zug Rambo-spielen sehe.
Und ich glaube der Grund, weshalb ich nicht mehr kontrolliert wird, liegt an meinem neuen (elegant-seriösen) Kleidungsstil… (!)

Dies zeigt wieder einmal, wie sehr wir eine Landespolizei in Südtirol brauchen.

Und…nein, Kosovo kann nicht nicht mit Südtirol verglichen werden.
Aber vielleicht hätte das Südtirol vor 50-60 Jahren mit dem Kosovo von Heute verglichen werden können. Vielleicht.

Ich glaube nicht, dass eine »Gleichstellung« von Kosovo und Südtirol zu welchem Zeitpunkt auch immer sinnvoll ist. Wir können die Entwicklung im Balkan nur als Studienobjekt heranziehen — zum Beispiel über die tatsächlichen Auswirkungen des Völkerrechts im Zuge der Unabhängigkeitserklärung.

Allerdings bin ich auch nicht der Meinung, dass wir Abstriche am Rechtsstaat akzeptieren sollten, nur weil es anderswo viel schlimmere Zustände gibt. Denn wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, sind wir sehr schnell bei einem generalisierten Freibrief für Menschenrechtsverletzungen.

@gadilu

Il colore della pella non è infatti (e per fortuna) ancora illegale, ma funziona come ”segno” di probabile illegalità .

Na wenn das nicht auch rassistisch ist, was dann???

Noto poi con la solita tristezza (si fa per dire) che le reazioni a post come questo non servano ad altro che a presentare le forze di polizia italiane alla stregua di un gruppo di sadici razzisti.

Das hat SO niemand in seinen Kommentaren zum Artikel behauptet (sonst zeig auf wo genau). Was hier aber (zu Recht!) bemängelt wurde sind die mangelnden Sprachkenntnisse der hier eingesetzten Sicherheitskräfte und zugleich auch das diese Herrschaften ortsfremd sind. Aber ich nehme wiedermal zur Kenntnis dass du (wie üblich) die ital. Seite nur in Schutz nimmst und kaum mit Fakten argumentierst.

Ho l’impressione che molti di voi, per quanto „austriacanti“, non mettano da tempo piede nelle loro „madrepatrie“ (tanto per dirla col linguaggio da XIX secolo di anonym :-)), altrimenti saprebbero che i controlli sui treni nei pressi delle frontiere di Kufstein (alla faccia di Schengen!) o Konstanz, tanto per citare due posti dove passo spesso col treno, vengono condotte dalle guardie di frontiera tedesche e austriache con la stessa presunta pregiudiziale razziale.
Con la differenza che lì, oltre che la pelle nera, basta anche la barba di un paio di giorni e l’aspetto mediterraneo per venir regolarmente controllato (a me capita una volta su due!).
La cosa ridimensiona la gravità  di quanto raccontato da pérvasion? Neanche un po‘. Ridicolizza però chi pretende di ridurre come sempre il tutto ad un caso italiano.

Enrico kann ich da zustimmen! Ich hab mir mittlerweile einen Andreas-Hofer-Bart wachsen lassen und wurde, als ich Anfang Januar wieder nach Freiburg gefahren bin, sowohl vor Innsbruck als auch bei Stuttgart nach meinem Ausweis gefragt. Und wenn ich durch die Schweiz fahre brauchts nicht mal mehr einen zotteligen Bart…
Oder ein andern Mal bin ich mit einer dunkelhäutigen Freundin, die in Südtirol aufgewachsen ist, nach Wien gefahren. Gleich hinter dem Brenner blieben Grenzbeamte bei unserem Abteil stehen und kontrollierten uns alle. Die Freundin meinte, dies würde ihr in Österreich des öfteren passieren.

Keine Ahnung, ob die Carabinieri bei uns besonders rassistisch sind, ich glaube nicht mehr als in anderen EU-Ländern üblich. Das wahrlich ärgerliche ist m. E. die fehlende Sprachkenntnis des Deutschen. Eine Landespolizei wäre dementsprechend toll!

Was soll denn das hier? Ihr regt euch auf weil die Polizei Kontrollen durchführt und vermeindliche Ausländer öfter kontrolliert???

Regen wir uns lieber darüber auf daß Südtiroler Jugendliche letztes Jahr von den Carabinieri misshandelt und mit einer Waffe an den Kopf bedroht wurden!!!

Deswegen: schnellstens eine Landespolizei mit Südtirolern statt diese Carabinieri!

wobei – rein statistisch – folgende personenbeschreibung am wahrscheinlichsten auf einen gesetzesbrecher schliessen lässt:

männlich – katholisch – einheimisch!

Seid ihr herumgekommen auf der Welt? Wahrscheinlich nicht!
In den Südamerikanischen Staaten, in Tunesien, Libyen, Marokko, Mauretannien. Da wird an jeder größeren Strassenkreuzung kontrolliert. Da steht dann eine/mehrere Tafeln „Kontrolle“. Da heißts dann im Schrittempo vorfahren, stehenbleiben und sobald ein Polizist winkt vorfahren bis zu ihm.
Der kommt dann dicht ans Fenster. Einheimische stecken dann irgendwas in seine Hand, Touristen bleiben meist unbehelligt und werden weitergewunken. Von daher müssten die „dunkeln“ die Kontrollen ja von daheim aus gewohnt sein. Hier bei uns kostets wenigstens nichts…

AlexK, irgendwo anders ist’s (hoffentlich) immer schlimmer — aber wenn man die latte immer so tief anlegt, dass jeder drüberpasst oder immer nach schlechter/schlimmer/menschenverachtender/gewalttätiger hin vergleicht, bringt uns das nicht weiter.

… überhaupt wundere ich mich, hat sich die polizei nie folgendes überlegt: „make racial stereotyping work for you“ — auch weiße, blond-blauäugige, gepflegt anzgezogene, angepasste männer mittleren alters können in ihren koffern drogen, alkohol und waffen über die grenzen schmuggeln… sogar viel effizienter, weil ja eher „ausländer“ kontrolliert werden ;)

Ci si lamenta della polizia e dei suoi pregiudizi (giustamente). Guardiamo però al contesto. Viviamo in una terra dominata da un partito (SVP) tendenzialmente conservatore e cattolico (ma non in senso ecumenico), con una fortissima destra di tipo etnico che ha preso una fracca di voti grazie allo slogan „Einheimische zuerst!“. Già  solo l’idea di approntare un luogo di culto per musulmani solleva proteste e c’è chi minaccia di andare sulle barricate. Conosco persone straniere (non chiarissime di pelle) che hanno avuto enormi problemi a farsi affittare una casa. Eccetera. A me sembra che abbiamo dunque la polizia che ci meritiamo.

Hier gibt es zwei Typen von Schreibern. die einen meinen, Ausländer stärker zu kontrollerien ist gut und richtig, aber lasst uns Einheimische bitte in Ruhe; die anderen meinen, diese einseitigen Kontrollen sind rassistisch. Beide haben ein bisschen recht,aber eben nur ein bisschen, denn in Österreich ist in einem internen Schreiben der Polizei extra aufgeführt, dass die Polizei vermehrt und verstärkt Ausländer kontrollieren soll.
Und trotzdem, wenn dann etwas passiert, ist wieder mal die Polizei schuld.
Man kann nicht alle gleich behandeln, weil nicht alle gleich sind! Ich will nicht behaupten, dass man an der Hautfarbe erkennen kann, wer „gut“ und wer „böse“ ist, aber ein Grossteil unserer Gesellschaft denkt das so erkennen zu können! Und wenn ein dunkelfarbiger Ausländer eine Straftat begeht, heisst es doch immer und überall: „diese Scheiss Neger“. Wenn aber z.B. ein Gargazoner eine Straftat begeht, habe ich noch nie gehört; „diese Scheiss Gargazoner“, und das wird sich nicht so schnell ändern, leider.

wobei – rein statistisch – folgende personenbeschreibung am wahrscheinlichsten auf einen gesetzesbrecher schliessen lässt:

männlich – katholisch – einheimisch!

Dafür hätte ich gerne eine Quelle, ich bin nämlich zu 100% überzeugt, dass katholische Einheimische proportional gesehen viel weniger oft straffällig werden als Einwanderer. Genau das selbe sagt auch jede Kriminalitätsstatistik Europaweit!

@Meraner: Das sind beides Folgen der selben Präpotenz. Deshalb kannst du nicht das eine fordern und das andere verurteilen.

@r. Meine Meinung.

@jonny: Findest du nicht, dass du dir widersprichst?

@gadilu: Ausländer haben es leider fast überall sehr schwer eine Mietwohnung zu finden. Es hat aber wiederum mit der italienischen Rechtsunsicherheit zu tun, dass man niemandem vertrauen kann. Bis man einem säumigen Mieter mit Familie kündigt können mehrere Jahre verstreichen. Das ist ein Grund warum viele Hausbesitzer nur Leuten vermieten die sie persönlich oder über fünf Ecken kennen. Ich bin aber schon der Meinung dass die Polizei mit gutem Beispiel vorangehen muss und kann nicht verstehen warum du sie in Schutz nimmst.

@sosigis

mit statistiken zu arbeiten ist immer gefährlich — überleg mal: die polizei in wien zum beispiel setzt in regelmäßigen abständen sogenannte schwerpunktaktionen gegen drogenhandel im u-bahn netz, wobei sie — aus welchen überlegungen auch immer — gezielt schwarzafrikaner zu personenkontrollen anhalten. naturgemäß erwischt die polizei also proportional zum bevölkerungsanteil viele schwarzafrikaner die mit drogen handeln. das ist aber völlig irrelevant um irgendwelche aussagen darüber zu treffen welche bevölkerungsschichten bzw gruppen eher straffällig werden oder gar zu kriminalität neigen wie das oft vom populistischen rechten rand oder am stammtisch gern behauptet wird — denn: würde die polizei gezielt rothaarige anhalten, würde man bald eine statisik haben die besagt, dass rothaarige überprortional oft drogen in der u-bahn verkaufen oder damen handtaschen klauen usw…

also, denk mal kurz darüber nach und sag bescheid ob das für dich nachvollziehbar ist ;)

@dauergast
Wenn dem so wäre, wer tut das hier nicht, früher oder später?
Aber ich kann keinen Widerspruch finden, kannst du mir vielleicht weiterhelfen?

@Meraner:

Landespolizei mit Südtirolern statt diese Carabinieri!

Ach selljo!!! Braucht men lei zu schaugn wia sich insrige Meraner Gemuandpolizei benimmt: dei strofn di fir jedn Scheiss und schian arrogant sein sie aa nou gonz gern drzua! Obr naja, besser fan an echtm Tiroler bestroft zu wern, ols mit an Terron… aaaahem… Karabiniere lei in Gespraech zu kemmen, gel?

@ dauergast

Non so se ti sei mai chiesto perché nella grandi città  del nord Europa gli stranieri finiscono tutti in zone periferiche, generalmente ammucchiati fra loro e in condizioni di grave precarietà  sociale. Ah sì, a causa delle leggi italiane. Non ci avevo pensato.

No, io non giustifico in nessuno modo il comportamento subdolamente razzista denunciato da pérvasion. Penso però – come ha osservato qualcuno – che ciò corrisponda a un orientamento (inconscio?) di gran parte della popolazione sia locale che occidentale in senso lato. Inotre, mi vien da concludere, non mi pare di poter utilizzare questo tipo di critiche nel senso di una necessità  di una polizia locale (che funziona benissimo finché non c’è).

@sosigis

statistik: die anzahl der gesetzesübertretungen bzw. straftaten sind bei allen bevölkerungsschichten annähernd gleich. wahr ist allerdings, dass bei nichteinheimischen die bagatelldelikte häufiger auftreten, und die bemerkt die gesellschaft öfters und leichter und empfindet sie als lästig (kleindiebstähle, kleinhandel von drogen etc.). die wirklich großen straftaten aber begehen menschen mit den von mir genannten erkennungskriterien. ich denke da an:
– steuerhinterziehung, klein mittel, groß, riesengroß
– mafiöse verbrechen
– sexueller missbrauch an minderjährigen und anvertrauten
– gewalt in der familie
– großangelegter drogenhandel
– politisch begünstigte bereicherung
– zerstörung von gütern (in der landwirtschaft besonders beliebt: baam oosaaglen)

in summe ist also der schaden durch einheimische, katholische männer bedeutend und unvergleichlich höher, als es alle ausländer zusammen schaffen täten.

denk doch nur mal an eine bar, die z.b. nur 60 % „tippt“: wieviel steuern hinterzieht die? jahresumsatz: 300.000 €; mwst = 50.000 €. 40 % davon: 20.000 € diebstahl an der allgemeinheit. aber weiterhin sonntags in der kirche, gewählt, ehrbar, etc.

DAS hab ich gemeint.

Die größten Verbrecher waren immer die Inländer. Der einzige, der Ausländer war, hat sich dann durch Heimolung wieder zum Inländer gemacht.

Steuerhinterziehung ist also schlimmer als Drogenhandel und Diebstahl?

Wir haben eindeutig eine andere Einstellung dazu, was ein Verbrechen ist und was nicht…

Steuerhinterziehung ist meiner Meinung nach ein kleines Übel, wer schadet dem Staat mehr? Jemand der nur 60% seines Einkommens versteuert (dem Staat also Geld zahlt) oder jemand der vom Staat Geld kassiert (Sozialhilfe, Wohngeld etc.)?

Die meisten Gewerbetreibenden müssten ihre Läden schliessen, wenn sie die horrenden Steuern zu 100% bezahlen würden, das italienische Steuerrecht ist darauf ausgelegt, dass Leute nur kleine Teile ihres Einkommens versteuern.

@ fabivs: Ja, ich glaub auch nicht unbedingt, dass eine Landespolizei um so vieles besser sein wird als die Carabinieri. Höchstens das Sprachproblem wäre behoben. Würde man da noch nachbessern und die Carabinieri, die in unsere Provinz versetzt werden, einigermaßen auf die lokalen Gegebenheiten und Besonderheiten vorbereiten, dann würde der Ruf nach einer Landespolizei schnell verstummen.

@dauergast
Unsinn das war eine extreme Entgleisung und kann nicht einfach als Präpotenz verharmlost werden. das gehört gerichtlich verfolgt

@fabivS
gehts noch? Du vergleichst arrogantes Verhalten der Gemeindebullen mit dem Fall auf den ich mich bezogen habe????? Die Jugendlichen wurden misshandelt, mit einer Waffe bedroht und es sie sagten sogar daß mit „den deutschen Schweinen kurzer Prozess gemacht werden soll“. Das ist ein extremer Fall und darf nicht einfach als Kleinigkeit abgetan werden.

@sosigis

Dafür hätte ich gerne eine Quelle, ich bin nämlich zu 100% überzeugt, dass katholische Einheimische proportional gesehen viel weniger oft straffällig werden als Einwanderer. Genau das selbe sagt auch jede Kriminalitätsstatistik Europaweit!

Du hättest schreiben müssen: „dass katholische Einheimische proportional gesehen viel weniger oft ERWISCHT werden als Einwanderer.“

Und jetzt denk mal scharf nach, warum das so ist!?!?!?

@meraner

Deswegen: schnellstens eine Landespolizei mit Südtirolern statt diese Carabinieri!

Jetzt wäre nur noch der Begriff „Südtiroler“ genauer zu erklären?!?!?
Kannst du mir da helfen? Was muss ein „Südtiroler“ Polizist denn haben, um in dein Schema zu passen?

@sosigis

es ist immer schwierig, verbrechen gegeneinander aufzurechnen, allerdings trägt die strafprozessordnung dem durchaus rechnung.

aber noch einmal: wer sind die wirklichen drogenhändler? es sind nicht die kleinen endhändler, es sind italienische, katholische bürger, manche nennen sie mafiosi. aber es sind inländer, männer und katholiken. ( zumindest pro forma)

die steuergesetzgebung wird von den regierungen gemacht. diese wiederum sind von den menschen gewählt. also: selbst schuld. einfach anders wählen.

ich gebe dir aber recht, wenn du die steuergesetzgebung in italien anklagst. doch wie gesagt: volkes wille!

@Meraner

Du… i hear olleweil Lait wos sich ibor die „Brutalitaet“ der Polizei beklogen und nit lei in Suedtirol. Sogor in US heart men gelegentlich fan Misshondlungen… also fan wos redmor etz? Festegestellt dass es Problem ziemlich verbroatet isch, versteah i nit das von dir vorgestellten Zusammenhang zwischen Verhalten und Herkunf der Polizeikraefte: hell isch lei schleichendes Rassismus. Es gib wohl Gruende um a Londespolizei zu foerdern. Obr zi sogn dass lei mit „Suedtiroler stott Karabinieri“ de gonzn Problemen geloest warn, holt i nit fir gscheid…

fabviS bin einverstanden mit dir. Wir brauchen die Landespolizei als Zuständigkeit, aber damit sind noch lange nicht alle Probleme gelöst.

Zum Thema Zuständikeit:

Nur weil eine Kompetenz — in diesem Fall die öffentliche Sicherheit — vom Land übernommen wird, bedeutet das nicht automatisch eine Verbesserung. Gerade der von mir beschriebene Missstand bleibt davon zunächst einmal unberührt.

Doch eine Landespolizei bedeutet erst einmal die Möglichkeit der Mitbestimmung durch die Südtiroler Öffentlichkeit. Derzeit haben wir eben nicht die Polizei, die wir uns verdienen, sondern die Polizei, die sich Italien verdient. Ob das in diesem Zusammenhang (latenter Rassismus) einen Unterschied macht, kann ich aber nicht beurteilen.

Wir wissen zumindest aus Erfahrung, dass jene Dienste, die vom Land organisiert und angeboten werden wesentlich effizienter funktionieren als staatliche. Das sagen uns alle einschlägigen Erhebungen über die Zufriedenheit.
Ich verspreche mir davon einen höheren Grad an Rechtsstaatlichkeit, sowie eine bessere Ausbildung und Finanzierung. Darüberhinaus freilich die Sicherstellung der Zweisprachigkeit.

In die (durchaus nicht überwältigenden) Korrektive und demokratischen Antikörper in Südtirol habe ich schließlich immer noch viel mehr Vertrauen als in eine parademokratische, den Faschismus verharmlosende Zentralregierung mit ihrem xenophobistisch angehauchten Innenminister.

All das hat aber rein gar nichts mit dem immer wieder beschworenen Dualismus zwischen bösen/schlechten Italienern und guten Deutschen zu tun, sondern mit einer Bewertung der Administrationen auf Staats- und Landesebene. Ins Gedächtnis rufen möchte ich auch die Vorfälle des G8 in Genua, jene von Rosarno und nicht zuletzt die von der Antifa Meran beschriebene Laxheit gegenüber dem faschistischen Milieu in Bozen.

@pervasion

Ich kann dir nur rechtgeben, nur ein Punkt wäre genauer zu klären, denn es sind nicht allein die Polizisten, die aus rassisitischen Gründen mehr „Andersfarbige“ kontrollieren und drangsalieren, wenn wir ehrlich sind, ist es doch unsere Gesellschaft, die beschützt werden will vom „bösen schwarzen Mann“,so gesehen ist dieses Verhalten nur eine Reaktion auf subtile Ängste in uns, und die Polizei reagiert darauf.

Die Polizei hat aber nicht die Aufgabe, solche Ängste zu multiplizieren. Sie müsste zusammen mit der Regierung die Aufgabe haben, sie zu entkräften — u. a. durchaus auch mit Präsenz, aber sicher nicht durch abermalige Diskriminierung.

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