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Legaler Wahlbetrug.

Die italienische politische Kultur ist wieder um eine Facette reicher: Fake-Kandidaturen, Köderlisten und Parteiwechsel waren gestern. Die Zukunft gehört dem Spitznamen.

Der rechte Kunstkritiker und Selbstdarsteller (sowie Präsident des MART von Rovereto) Vittorio Sgarbi tritt zur anstehenden Gemeindewahl in Rom mit der eigenen Liste Rinascimento Sgarbi Michetti Sindaco Cambiamo Roma an, die zusammen mit Lega, FdI, FI und anderen den Bürgermeisterkandidaten Enrico Michetti unterstützt.

In jedem Bezirk wurde dabei je zwei Kandidatinnen der Spitzname Sgarbi bzw. Michetti verpasst, zum Beispiel im 8. Bezirk:

  • Ettore de Vito detto Sgarbi
  • Giampiero Leonardi detto Michetti

Der betrügerische Zweck ist durchsichtig: Viele Wählerinnen wissen nicht, dass Vittorio Sgarbi und Enrico Michetti in ihrem Municipio gar nicht antreten. Schreiben sie »Sgarbi« oder »Michetti« auf den Wahlzettel, werden nun die Vorzugsstimmen automatisch den in jedem Bezirk ad hoc Sgarbi und Michetti getauften Kandidatinnen auf Sgarbis Liste angerechnet.

In Italien werden Kandidaturen leider nicht streng überprüft und bei offensichtlicher Täuschungsabsicht von den Wahlen ausgeschlossen, wie dies in anderen Ländern geschieht.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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