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Neue Brücke mit Liktorenbündel?
Bruneck

Autor:a

ai

Die Stadtgemeinde Bruneck lässt die Kehrerbrücke in Stegen abbrechen und neu errichten. Eine Sanierung sei nicht mehr sinnvoll gewesen, da sich das Bauwerk in einem schlechten Zustand befunden habe.

Das an der alten Brücke befestigte Relief eines faschistischen Liktorenbündels () könnte einem Bericht von Südtirol News zufolge allen Ernstes an der neuen Brücke wieder angebracht werden. Das wäre haarsträubend.

Wenn es sich nicht um einen Abbruch, sondern um eine Sanierung der bestehenden Brücke gehandelt hätte, wäre die Beibehaltung des faschistischen Symbols zumindest theoretisch argumentierbar gewesen. Selbst dann hätte man sich aber über einen kritischen Umgang mit dem Relief überlegen müssen. Bei einem vollständigen Neubau entfällt jedoch jede Rechtfertigung für eine Beibehaltung.

Die Anbringung auf einem neuen Bauwerk käme faktisch einer bewussten Neuplatzierung und damit einer symbolischen Reinwaschung und Rehabilitierung gleich. Während die alte Brücke verschwindet, würde ausgerechnet und ausschließlich das Emblem eines totalitären Regimes konserviert und im öffentlichen Raum beibehalten.

Die implizite Botschaft wäre fatal: Alles darf erneuert werden — aber die Insignien der Diktatur müssen bleiben. Womöglich würde man das Relief sogar noch restaurieren.

In einer demokratischen Gesellschaft und erst recht in einem Minderheitengebiet, das unter dem Faschismus gelitten hat und bis heute in einigen Bereichen mit dessen Folgen konfrontiert ist, wäre eine solche Entscheidung kaum nachvollziehbar.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 | 06



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Comentârs

3 responses to “Neue Brücke mit Liktorenbündel?
Bruneck

  1. G.P. avatar
    G.P.

    So wie Südtirol (derzeit) tickt, wird das Lektorenbündel restauriert und wieder an der neuen Brücke angebracht. Irgendein fadenscheiniges Argument lässt sich mit Sicherheit finden, und wenn es “nur” der “disagio” der italiensichen Bevölkerung ist.

    1. Stuff avatar
      Stuff

      Genau! Der strategische disagio als permanente Rechtfertigung, sich an keine Vereinbarungen halten zu müssen. Als Geschäftsmodell, um ständig Forderungen zu stellen und zu diktieren, ohne jemals selbst einen Schritt entgegenzukommen. Der disagio als Mittel zur beharrlichen Verneinung und Boykott der Südtiroler Kultur und der scheibchenweisen Vernichtung derselben.

  2. Josef avatar
    Josef

    Meine Prognose: Die Brücke wird selbstverständlich mitsamt den faschistischen Symbolen restauriert, man wird in einiger Entfernung ein 10cm großes Hinweisschild anbringen und argumentieren, dass die Symbole jetzt kontextualisiert und daher unbedenklich sind. Typisch rückgratlose SVP

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