Die Stadtgemeinde Bruneck lässt die Kehrerbrücke in Stegen abbrechen und neu errichten. Eine Sanierung sei nicht mehr sinnvoll gewesen, da sich das Bauwerk in einem schlechten Zustand befunden habe.
Das an der alten Brücke befestigte Relief eines faschistischen Liktorenbündels () könnte einem Bericht von Südtirol News zufolge allen Ernstes an der neuen Brücke wieder angebracht werden. Das wäre haarsträubend.
Wenn es sich nicht um einen Abbruch, sondern um eine Sanierung der bestehenden Brücke gehandelt hätte, wäre die Beibehaltung des faschistischen Symbols zumindest theoretisch argumentierbar gewesen. Selbst dann hätte man sich aber über einen kritischen Umgang mit dem Relief überlegen müssen. Bei einem vollständigen Neubau entfällt jedoch jede Rechtfertigung für eine Beibehaltung.
Die Anbringung auf einem neuen Bauwerk käme faktisch einer bewussten Neuplatzierung und damit einer symbolischen Reinwaschung und Rehabilitierung gleich. Während die alte Brücke verschwindet, würde ausgerechnet und ausschließlich das Emblem eines totalitären Regimes konserviert und im öffentlichen Raum beibehalten.
Die implizite Botschaft wäre fatal: Alles darf erneuert werden — aber die Insignien der Diktatur müssen bleiben. Womöglich würde man das Relief sogar noch restaurieren.
In einer demokratischen Gesellschaft und erst recht in einem Minderheitengebiet, das unter dem Faschismus gelitten hat und bis heute in einigen Bereichen mit dessen Folgen konfrontiert ist, wäre eine solche Entscheidung kaum nachvollziehbar.
Cëla enghe: 01 02 03 04 05 | 06

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