Am Dienstag letzter Woche wurde im Brunecker Gemeinderat mit breiter Mehrheit ein Beschlussantrag der STF genehmigt, demzufolge die faschistischen Symbole auf der neu zu errichtenden Kehrerbrücke in Stegen nicht wieder angebracht werden sollen. Man darf wieder einmal darüber erstaunt sein, dass es in Südtirol der Initiative einer rechtsradikalen (deutschen) Partei bedarf, um zu verhindern, dass im Jahr 2026 an einem Bauwerk erneut das Relief eines Liktorenbündels montiert wird.
Immerhin war der Antrag — wie die TAZ in ihrer Ausgabe vom 2. April berichtet — vom Team K sowie von zwei Räten der Grünen mitunterzeichnet worden. Dem Bericht ist zudem zu entnehmen, dass das Landesdenkmalamt die Empfehlung ausgesprochen hatte, die faschistischen Insignien im Falle einer Sanierung nicht abzutragen, obschon das Bauwerk nicht unter Denkmalschutz stand. Leider scheinen solche Empfehlungen in einem vermeintlich »politikfreien« Raum zu entstehen, den es aber in der Realität so nicht gibt. Man könnte es als fachliche Borniertheit bezeichnen, die den gesellschaftspolitischen Kontext ausblendet.
Noch bezeichnender ist aber die Abwehrhaltung des italienischen Vizebürgermeisters Antonio Bovenzi (Il Polo – Civica per Brunico): Nach altbekanntem Muster soll er ernsthaft versucht haben, die Entscheidung gegen die Symbole einer Diktatur als einen gegen die italienische Sprachgruppe gerichteten Akt zu framen. Ein durchschaubares Manöver, das von anderen Räten vehement zurückgewiesen wurde. Es ist schlicht unerträglich, mit welcher Uneinsichtigkeit hier beharrlich an Relikten festgehalten wird, die — nicht nur, aber auch — für die brutale Unterdrückung der deutschen und ladinischen Bevölkerung stehen.
Dass die Symbole, um deren Entfernung offenbar schon 1994 gestritten wurde, nun endlich aus dem öffentlichen Raum verschwinden, ist gewiss kein Angriff auf die Italienerinnen in Südtirol — es sei denn, sie huldigen dem Faschismus. Im Gegenteil war ihre jahrzehntelange Beibehaltung (und wäre insbesondere ihre Wiederanbringung) ein Affront gegen Deutsche und Ladinerinnen sowie gegen alle demokratisch gesinnten Bürgerinnen dieses Landes.
Dass sich der Vizebürgermeister und sein Parteikollege Fabian Fistill lediglich zu einer Enthaltung durchringen konnten, bleibt ein politischer Schandfleck. Wieder einmal haben italienische Politiker in Südtirol eine Chance verpasst, sich unzweideutig vom Faschismus zu distanzieren.

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