→→ Archif di cuntribuć esterns →→

Kärnten-Koroška: Blau-schwarze Solidarität mit der Polizei.

Autor:a

ai


Die Kärntner ÖVP und FPÖ schreiben die Geschichte des Peršman-Überfalls um

Im Sommer überfielen österreichische Polizisten ein Antifa-Camp auf dem Peršmanhof in Südkärnten. Eine vom österreichischen Innenministerium eingesetzte Untersuchungskommission kam zum Schluss, der Polizeieinsatz war illegal.

Fakt ist, dass es den Polizeibehörden gelungen ist, das Antifa-Camp der slowenischen Studierendenclubs zu kriminalisieren. Fakt ist auch, das sagte der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner im Voices-Podcast, dass tiefergehende Konsequenzen ausgeblieben sind.

Die Gegenreaktion auf den Kommissionsbericht erfolgte spät, erst jetzt. Anlass dafür war der Besuch des österreichischen Innenministers Gerhard Karner am Peršmanhof, eine Gedenkstätte des slowenischen antinazistischen Widerstandes in Kärnten.

Wie nicht anders zu erwarten, pöbelten die Freiheitlichen, überraschend aber auch die Kärntner ÖVP. Sie kritisierte den eigenen Minister und ging gar auf Distanz. Der Kärntner ÖVP-Vorsitzende Martin Gruber konnte den Besuch der Gedenkstätte nicht nachvollziehen. Er forderte den Innenminister auf, die so heftig kritisierten Beamten zu unterstützten. Zur Erinnerung, dieser Einsatz war illegal, befand die bereits erwähnte Kommission.

Gruber attackierte auf der Aschermittwoch-Veranstaltung seiner ÖVP den Parteikollegen Karner. Er zeigte sich verwundert darüber, dass der Innenminister die Beamten nie besucht, nicht unterstützt und ihren »Rücken« nicht gestärkt hat. Klartext, es handelt sich um Beamte, die illegal gegen ein angemeldetes Camp vorgingen. Eine seltsame Auffassung von Rechtsstaat geistert offensichtlich durch die Kärntner ÖVP.

Um einiges deftiger, radikaler, fiel die freiheitliche Kritik aus. Erwin Angerer, der Landesvorsitzende der Kärntner FPÖ, die noch weiter rechts angesiedelt ist als die eh schon rechtsrechte Bundes-FPÖ, kanzelte den Besuch des Innenministers auf dem Peršmanhof als ein »Armutszeugnis der ÖVP« ab. Statt sich mit seinen Beamten zu solidarisieren, stellt sich Karner hinter gewaltbereite linke Berufsdemonstranten, polterte Angerer. Der Innenminister als Freund »der wahren Gefährder von Recht und Ordnung und damit der Grundpfeiler unserer Demokratie.«

Täter-Opfer-Umkehr, darin sind die Freiheitlichen unübertroffene Fachleute. Angerer setzte nach, seine Partei stehe auf der Seite der Polizei, während der Innenminister den Kniefall vor linken Randalierern übe. Werbewirksam für die anstehenden Landtagswahlen in Koroška-Kärnten.

Auf dem Peršmanhof massakrierten Nazis kurz vor Kriegsende zwei Familien. Weil antinazistische Partisanen und Unterstützer des Widerstandes. Dieser ehemalige Bauernhof der Familien Kogoj und Sadovnik ist heute eine Gedenkstätte des Widerstandes. Für die Freiheitlichen hingegen ein Treffpunkt linker Randalierer.

Um bei den Fakten zu bleiben, randaliert hat die Polizei, nicht die Teilnehmenden des Antifa-Camp.

Stichwort illegale Polizei-Aktion. Das kann es nicht sein, sind die Freiheitlichen überzeugt. Zu diesem Schluss kam die erwähnte Untersuchungskommission, die laut dem Kärntner FPÖ-Vorsitzenden Angerer »fragwürdig besetzt« wurde.

Neben Rechtsexpert:innen (wie Mathias Vogl von der Rechtsabteilung des Innenministeriums) und Historiker:innen (wie Barbara Glück von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen) gehörten dieser »fragwürdigen« Kommission mit Bernard Sadovnik und Milan Wutte (dem Freiheitliche Mitarbeit an einem ausländischen Geheimdienst vorwerfen) auch Vertreter der slowenischen Minderheit an. Fragwürdig besetzt? Mehr als fragwürdig ist die Haltung der FPÖ.

Illegal wird nicht deshalb legal, weil eine Rechtspartei die Unrechtmäßigkeit zu Recht erklärt.

Cëla enghe:


I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

Comentârs

One response to “Kärnten-Koroška: Blau-schwarze Solidarität mit der Polizei.”

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Die problematische extrem rechte Seele der FPÖ zeigt sich in Kärnten von ihrer übelsten Seite. Der Hass gegen die slowenische Minderheit in Kärrnten macht die (mit einem Augenzwinkern zu den italienischen Kameraden) abgegebenen Lippenbekenntnisse für die österreichische Minderheit in Südtirol immer unglaubwürdiger.

Scrì na resposta

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL