Die »OECD-Grenze«.

Immer wieder wird man auch im »grenzenlosen« Internet (im »grenzenlosen« Europa) in nationale Schubladen gesteckt. Das ist bei Urheberrechten so, das passiert im Handel, wiewohl Bestrebungen bestehen, die Barrieren abzubauen — und das geschieht auch auf Webseiten internationaler Organisationen.
So etwa bekommt man — obschon Browser und Betriebssystem auf Deutsch eingestellt sind — auf der Homepage der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vermutlich aufgrund der italienischen IP-Adresse den automatischen Vorschlag, sich speziell die Performance Italiens in internationalen Rankings anzeigen zu lassen. Selbstverständlich einsprachig auf Italienisch.

OECD-Homepage.Natürlich ist dies als Service und Erleichterung gedacht. Doch wenn selbst internationale Organisationen Auskünfte in nationalstaatlich angepasste Pakete verpacken ist es wie so oft gleichzeitig ein Beitrag zur Verfestigung nationaler Grenzen und (auch sprachlicher) Zugehörigkeitsmuster in den Köpfen. Für Vielfalt bleibt da wenig Platz.

In einem dezidiert mehrsprachigen Land, wie es Südtirol als unabhängiger Staat sein könnte, würden solche gleichmacherischen Automatismen ad absurdum geführt.

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