In Spanien werden 37 Jahre Frieden gefeiert.
Gemeint ist die Franco-Ära 1939-1976

Dies twitterte die Fundación Nacional Francisco Franco (FNFF) gestern, am Jahrestag des Sieges der Franquistinnen über die Republikanerinnen:

Heute feiern wir einen ebenso gerechten wie verdienten Sieg.

Sobald der Tag des Sieges beendet ist, werden wir euch weiterhin über die 37 Jahre Frieden informieren, [die es] trotz Behinderung durch die großen Demokraten, die Vorgänger der gelben Schleifen [katalanische Unabhängigkeitsbewegung, Anm.] und der Terrororganisation ETA [gegeben hat]. Lest die Geschichte, Spanien gewinnt immer.

Die »37 Jahre Frieden« wurden bezahlt mit zehntausenden Toten, die zu einem erheblichen Teil in Massengräbern verscharrt wurden, die laut spanischem Gesetz bis heute nicht geöffnet werden (dürfen), sowie mit einer brutalen Diktatur, der Verweigerung grundlegender Menschenrechte und natürlich von Demokratie.

Anders als die Suche nach sterblichen Überresten republikanischer Opfer wurde die Francisco-Franco-Stiftung von PP-Regierungen immer wieder mit öffentlichem Geld gefüttert.

Zudem wurde vor wenigen Tagen durch den spanischen Staat die Übertragung des Titels Duque de Franco, con Grandeza de España an die Enkelin von Francisco Franco eingeleitet, nachdem kurz zuvor ihre Mutter (und Franco-Tochter) Carmen Franco gestorben war, die den Titel vom Diktator erhalten hatte.

Dies ist der angebliche Rechtsstaat, dem die Europäische Union und deren Mitgliedsstaaten — wenigstens offiziell — in der Katalonienfrage blindes Vertrauen ausgesprochen haben. Das ist in meinen Augen mindestens genauso empörend und verstörend, wie die hier geschilderten Fakten selbst.

Übrigens: Die Tweets der FNFF sind in Deutschland, dessen Justiz nun über die Auslieferung des katalanischen Präsidenten zu entscheiden haben wird, gesperrt, weil sie dort gegen geltendes Recht verstoßen.

Siehe auch: [1] [2] [3]