• taib

    die Schweiz ist diesbezüglich kein Vorbild, denn es fehlt die 4. Sprache.

    Die Konsistenz der Rätoromanen in der Schweiz ist vergleichbar mit jener der Deutschen in Italien. Wenn du also von einem Modell spricht, dann wäre dies die Rechtfertigung, Deutsch auszulassen.
    Abgesehen davon: Die Ladiner sind 4% in Südtirol, und doch wird ihre Sprache sehr oft ignoriert. Kritik daran höre ich selten.

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    • taib

      gleiches gilt für die Medikamente.

      Bevor man Modelle anpreist, sollte man sie hinterfragen.

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    • Bist du sicher, dass man ausschließlich von Anteilen (%) sprechen darf? Ich würde eher absolute Zahlen sprechen lassen. Es gibt in der Schweiz weniger Italiener (Tessiner) als Deutsche in Italien. Dennoch wäre ich in Südtirol für dreisprachige Beschriftungen – auch auf Ladinisch.

      Im Übrigen müssen sich die Ladiner auch auf bestimmte Forderungen einigen: Es ist ein offenes Geheimnis, dass man bis heute außerstande war, sich auf die Standardsprache SPELL zu verständigen. Ohne SPELL wird es aber wohl kaum gesetzlich vorgeschriebene Etikettierungen auf Ladinisch geben. Ich persönlich kenne genug Ladiner, vor allem Grödner, die sich sogar aktiv gegen eine stärkere Anerkennung ihrer Sprache einsetzen würden. Warum, kann ich nur schwer nachvollziehen. Um nicht zu sagen: gar nicht.

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      • taib

        die % Anteile sind eine wichtige Messlatte! Was Du für 0,6% forderst, sollst Du erst recht für 4 % geben! Tut Südtirol aber nicht.

        Für 0,5 % der Bevölkerung auch die eigene Sprache –
        ja, ich bin dafür,
        aber wenn Du dann das Land, in dem das nicht der Fall ist, als “Modell” hinstellst, erntest Du meinen Widerspruch.
        Bei 4% der Bevölkerung haben die Ladiner weniger Sprachenrechte von Südtirol als die Deutschen bei 0,X von Italien.

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      • taib

        Im Übrigen müssen sich die Ladiner auch auf bestimmte Forderungen einigen: Es ist ein offenes Geheimnis, dass man bis heute außerstande war, sich auf die Standardsprache SPELL zu verständigen. Ohne SPELL wird es aber wohl kaum gesetzlich vorgeschriebene Etikettierungen auf Ladinisch geben. Ich persönlich kenne genug Ladiner, vor allem Grödner, die sich sogar aktiv gegen eine stärkere Anerkennung ihrer Sprache einsetzen würden. Warum, kann ich nur schwer nachvollziehen. Um nicht zu sagen: gar nicht.

        … dieser Argumentationsabschnitt versaut alles, was ich bisher von Dir gehört und gelesen habe.
        Nur die SVP ist gegen die Standardsprache, sie wehrt sich dagegen mit unlauteren Mitteln, mit nachweislich falschen Behauptungen; die Sprachwissenschaft lässt sie wohlweislich nicht zu Wort kommen.
        Und wenn dann Forderungen kommen, heißt es: so lange keine Schriftsprache vorhanden etcetc.

        Wie gesagt, Deine Argumentationslinie offenbart mir einiges.

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  • taib

    und über keine gemeinsame Standardsprache verfügen

    Da gehst Du in die tiefen der populistischen Vorgangsweisen einer Partei hinein, die seit ihrer Gründung gegen das Ladinische kämpft.

    Fakt:
    Wir verfügen über eine Standardsprache, die Landesregierung hat deren Anwendung aber verboten.

    Hast Du gegen das Sprachverbot nichts einzuwenden? Nimmst sogar das Sprachverbot her, um weitere Rechte zu verweigern.

    Du legst die Maske ab.

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  • taib am 280706:

    […] Die Rätoromanen Graubündens stehen mit Selbstbewußtsein hinter der Sprache, der Toponomastik, der Kultur, während sich viele Ladiner hierzulande fast genieren und ihre Sprache am liebsten vor den Fremden und vor sich selbst verstecken würden. Dazu beigetragen hat auch eine Jahrzehnte lange Kampagne der mal offenen, mal verschlüsselten Verachtung für die Sprache. […]

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  • taib

    dass viele das Recht nicht einfordern, heißt noch lange nicht, dass wir das Rechte nicht haben (bzw hätten). Und was ich damals geschrieben habe, steht nicht im Widerspruch zu dem, was ich vorher schrieb.

    Fakt bleibt: Bei 4% der Bevölkerung haben die Ladiner in Südtirol weniger Sprachenrechte als die Deutschen bei 0,X &% von Italien.

    Deine Argumentation ist jedenfalls ein Moaikstein mehr. So gesehen danke für die Aufklärung.

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    • Ladin

      Deine Argumentation ist jedenfalls ein Mosaikstein mehr. So gesehen danke für die Aufklärung.

      Mosaikstein wozu?

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  • taib 1:

    […] viele Ladiner hierzulande fast genieren und ihre Sprache am liebsten vor den Fremden und vor sich selbst verstecken würden.

    taib 2:

    Nur die SVP ist gegen die Standardsprache […]

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  • Fakt ist auch, dass man eine Minderheit von mehreren hunderttausend Menschen, die einer der größten Kulturnationen Europas angehört und stets geschlossen für ihre Anerkennung gekämpft hat nicht mit einer Minderheit »ohne Staat« von wenigen Zehntausend, die sich nur selten über ihre Zukunft einig waren [und über keine gemeinsame Standardsprache verfügen], vergleichen kann.

    Du willst mir sagen, dass die Ladiner stets diskriminiert wurden und gezielter Förderung bedürfen? Ich bin der letzte, der dies leugnen würde.

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  • taib

    Du magst noch so viel von mir zitieren, es widerspricht keineswegs dem, was ich heute schrieb. Du sucht nach Ausreden, um den Ladinern Recht zu verweigern. Egal, Dein angebliches “Modell” ist einfach kein Modell in diesem Fall.

    “Eine der größten Kulturnationen … ” hätte mehr Anspruch auf Rechte als eine Minderheit wie die Ladiner?

    Damit widersprichst Du der Grundidee des Minderheitenschutzes.
    Und schließt Dich einer nationalistischen Idee an.

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  • Selbstverständlich habe ich etwas gegen das Sprachverbot einzuwenden. Dreh mir nicht das Wort im Mund um. Ich bin für SPELL, für die Selbstbestimmung der Ladiner (siehe Manifest), für eine gezielte Förderung des Ladinischen über jene der deutschen Sprache hinaus.

    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass du die deutsche und die ladinische Sprache wohl kaum vergleichen kannst, dass sich die Ladiner nicht auf SPELL einigen konnten, dass SPELL, selbst wenn es zur Anwendung käme, eine noch sehr junge Standardsprache wäre, die nur die wenigsten Ladiner in Wort und Schrift beherrschen.

    Zum wiederholten Mal legst du dich mit mir an – m. E. mit dem Falschen. Verwende deine Energien da, wo es dringender nötig wäre, denn bei mir rennst du offene Türen ein. Mit deiner überheblichen, kleinlichen Art hast du dich jedoch zum wiederholten Male unsympathisch gemacht. Ob du damit der ladinischen Kausa einen guten Dienst erweist?

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  • taib

    “die Deutschen” haben sich auch nie auf die Sprache geeinigt, das wurde von einer Elite so durchgezogen! Bei den Ladinern verlangen gerade jene einen Konsens, die diesen Konsens permanent verhindern (und sich dazu in der Regel der Falschaussagen, sprich der Lüge bedienen).
    Dass man dann Deinen Argumenten nicht widersprechen kann, ist mir schleierhaft. Die Maske, ja, die Maske, p.

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    • Atlantis

      Die Maske, ja, die Maske, p.

      Der Verfolgungswahn, ja, der Verfolgungswahn, t.

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  • Atlantis

    @Taib
    Du denkst, weil du im Minderheitenschutz (für eine Zeitschrift oder so?) tätig bist, bist du über jeden Verdacht erhaben selbst zu diskriminieren und zu diffamieren.
    Aber genau das machst du….ich glaube du lässt keinem deutschen Südtiroler die Chance zu zeigen, dass er an einem gleichberechtigten Zusammenleben interessiert ist (selbst bei einem so engagierten Menschen wie Pervasion). Denn du bist vielzusehr damit beschäftigt Mosaiksteinchen zu sammeln, für ein Bild in deinem Kopf, das schon lange vor einer konstruktiven Auseinandersetzung in deinem Kopf besteht.
    Ich bewundere Pervasions besonnene Art, der trotz der dreisten Unterstellungen deinerseits stehts höflich und mit Argumenten antwortet.
    Lege deine Vorurteile ab.

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  • Nicht nur einige Grödner wollen den ladinischen “Standard” verhindern, sondern sie erhalten unerhörter- und arroganterweise auch Schützehilfe deutscherseits, die besser wissen müßten, was eigenglich eine Schriftsprache ist, siehe Verlautbarung der JG-Generation: “Gerade einem Tag nach dem internationalen Tag der Muttersprache, dem 21. Februar, wurde das erarbeitete Thesenblatt zu den Idiomen des Gader- und Grödnertales in der Landesjugendleitung und im Präsidium einstimmig angenommen. Einstimmig wird gefordert, dass • die Gelder und Förderung zur Forschung einer neuen Dachsprache beendet werden. • diese Gelder in die Erhaltung und Förderung der beiden bestehneden Idiome Grödens und des Gadertales investiert werden müssen. • die Diskussion einer Neueinführung einer Kunstsprache ein für alle Male beendet werden muss. Wenn bereits in einer Studie die Ergebnisse vorliegen, dass in Gröden und im Gadetal die Bevölkerung die eigene Sprache erhalten wollen, so ist es untragbar, wenn finanzielle Mittel für die “Unterdrückung” der Muttersprache vergeben werden, anstatt diese für die Erhaltung zu nutzen. Denn bereits jetz wird eine schleichende Einführung der Dachsprache in den Medien und Schulen vorgenommen. Alte Traditionen und die eigene Kultur wird unterdrückt, um einer erfundenen und in Packwork zusammengeführter Sprache zu ersetzen.”

    Arrogant und unerhört.

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  • Sehr arrogant und sehr unerhört, so sehe ich das auch. Doch diese arrogante Partei sammelt wenigstens in einem der beiden ladinischen Täler Südtirols die große Mehrheit der Stimmen, und damit zeigt sich die dortige Bevölkerung volens nolens mit dieser absurden Haltung einverstanden. That’s democracy.

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  • wiesion

    Ich habe jetzt nicht alles durchgelesen aber…

    In CH gibt es ca. 50.000 leute die rumantsch sprechen (+ jeder von denen kann mindestens eine Amtsprache perfekt), zudem streiten die sich welches der 5 dialekte nun das “offizielle” sein sollte.
    In Südtirol wo ca 400.000 leute “einfach nur deutsch” verlangen, ist es also nicht möglich auch nur 2-sprachig zu sein?

    Zudem kann man nicht die “retoromanische Frage” mit der “Südtiroler Frage” vergleichen, die eine beruht auf einem demokratischen Prozess, die andere auf einer fehlgeschlagenen Annexion. Verschiedener könnten die Gefühle gegenüber der “Obrigkeit” nicht sein.

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  • Über absolute Zahlen sowie Anteile kann man nun ja wirklich streiten. Was jedoch zählt, ist, dass in einem unabhängigen Südtirol die Ladiner mit 4% eine relativ große Minderheit darstellen würden, die m. E. eine möglichst durchgehende Dreisprachigkeit rechtfertigen würde.

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  • taib

    zudem streiten die sich welches der 5 dialekte nun das “offizielle” sein sollte.

    nein, ist sachlich nachweislich falsch: das Rumantsch Grischun (RG) ist offizielle Schriftsprache bei Kanton und Bund. Als solche findet sich weit reichende, wenn auch nicht durchgehende Anwendung.

    zur “durchgehenden Dreisprachigkeit” pervasions: Ja, Deiner Meinung.

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  • taib

    siehst du, exzellent das neue Bild. Hatte ich mich in p. doch nicht getäuscht.

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  • lilith

    taib, pérvasion hat von 3 Sprachen gesprochen. Welche glaubst du war die 3. Sprache wenn nicht ladinisch? Du regst dich hier meines Erachtens zu unrecht auf. pérvasion hat recht, du machst das auch noch auf einer sehr persönlichen und unsympatischen Art. Er sollte nicht dein capro espiatorio sein. Wenn du für deine Sache kämpfen willst, dann mach es da wo es nötig ist. Deine aggressive Opferhaltung hier finde ich jedenfalls nicht nachvollziehbar.

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  • taib

    er sprach von drei Sprachen in der Schweiz. Vielleicht solltest Du die Texte auch lesen und nicht nur überfliegen.

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  • taib

    im übrigen war der Text vorher anders. So gesehen ist ein wesentlicher Teil des Diskussion nicht aktuell.

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  • Ich habe den Text nicht abgeändert. Nur den Link habe ich hinzugefügt.

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  • lilith

    Wichtige Informationen – vor allem solche, die die Gesundheit der Menschen betreffen – in drei Sprachen anbringen? In der Schweiz geht’s.

    Ich habe diesen Satz auf Südtirol bezogen, habe ich das falsch interpretiert pérvasion?

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  • Nein – das ist wohl der einzige Sinn, den der Satz in diesem Kontext haben kann.

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  • wiesion

    ja amtlich anerkannt ist das “rumantsch grischun”, welches einen kompromiss darstellt zwischen den 5 hauptdialekten… ich habe mich wahrscheinlich zuviel auf deren “lokalpolitik” konzentriert 😉

    was ich aber noch sagen möchte:
    die einhaltung der 4- bzw 3-sprachigkeit in CH ist auch nur bei regionunabhängigen produkten, dienstleistungen und dokumenten gegeben (zb: mein ausländerausweis ist 4sprachig (de,fr,it,rm) – die internetseite meiner ostschweizer wohngemeinde aber nur deutsch – die beamten mehrsprachig – die beschilderung einsprachig; im grossen und ganzen sinnvoll und effektiv)
    d.h. ein romand muss trotzdem minimale deutschkenntnisse haben um sich in der ostschweiz zurechtzufinden.

    (zudem konnte man in ch den führerscheintest auch auf albanisch sowie türkisch machen, das wurde aber zum glück abgeschafft denn jeder einwohner muss mindest einer amtssprache mächtig sein.)

    grüess usd schwiiz

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  • lilith

    taib, dann bist wohl du derjenige der, höchstwahrscheinlich bedingt durch eine voreingenommene Meinung, Texte nicht richtig liest, bzw. deren Inhalt missversteht.
    Ich finde den Einsatz von pérvasion für ein mehrsprachiges Südtirol gut. Auch hatte ich letztlich selbst einmal probleme mit eine Packungsbeilage, obwohl ich italienisch recht gut beherrsche. In einem sensiblen Bereich wie jener der Gesundheit sollte über ethnische Konflikte hinweggesehen werden, unbedingt.

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  • taib

    nein, lilith, du hast nicht gelesen.

    die Schweiz ist diesbezüglich kein Vorbild, denn es fehlt die 4. Sprache.

    Die Konsistenz der Rätoromanen in der Schweiz ist vergleichbar mit jener der Deutschen in Italien. Wenn du also von einem Modell spricht, dann wäre dies die Rechtfertigung, Deutsch auszulassen.
    Abgesehen davon: Die Ladiner sind 4% in Südtirol, und doch wird ihre Sprache sehr oft ignoriert. Kritik daran höre ich selten.”

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  • werner (ex schneeflocke)

    Die reine Lehre.
    Mich erinnern manche Argumentationsweisen dieser Debatte an die Debatten über die reine Lehre bei den Südtiroler Linken. Bereits die aus Ö zurückkehrenden Linken waren gespalten: in Maoisten, Leninisten, Austromarxisten. Das Zusammentreffen mit den in Italien sozialisierten Südtiroler Linken schuf noch mehr Unübersichtlichkeit. Die kleinen Gruppen teilten sich wiederum. Mit dem Ergebnis, dass schlussendlich jede Parteiung nur mehr aus einem Vertreter bestand, die sich anmaßten, im Namen der Erkenntnis und Revolution zu sprechen und sich gegenseitig exkommunizierten. Heute lachen die alten Hasen drüber; damals, als man sich noch um den richtigen revolutionären Weg stritt, demaskierte jede Sentenz der Abweichler noch deren bourgeoise Gesinnung. Aus der reinen Lehre war die reine Leere geworden.

    Ein nicht nur sprachlicher Hinweis an Mateo: Ich fühle mich nicht als Deutscher in Italien, sondern als Südtiroler in Südtirol. Du hast zweifellos Recht, dass viel Unkenntnis über die Ladiner in ST herrscht, vor allem bei der Deutsch sprechenden Bevölkerung. Unverzeihlich. Erlaube mir allerdings bitte folgende Beobachtung: Von der Souveränität der Schweizer Ladiner könnten sich “unsere” Ladiner durchwegs eine Scheibe abschneiden. Ich weiß nach wie vor nicht, wer die Ladiner zwingt, privat italienische oder deutsche Anschriften bzw. Werbungen anzubringen. Einschränkend muss ich sagen, dass ich die Situation in Gherdeina besser kenne als jene in Badia. Mir ist auch nach wie vor unverständlich, warum die Grödner Orte nicht mit den ladinischen Toponymen werben? Aber vielleicht sind ja auch die Ladiner ebenso eine künstliche Entität wie die Südtiroler, die Österreicher, die Deutschen und die Italiener?

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  • taib, mir ist es also noch immer nicht gelungen, dir klarzumachen, dass es mir mit meinem Eintrag nicht um Anteile ging und geht: Ich wollte – um es ganz banal und für jedermann verständlich zu sagen – zeigen, dass auf einem Päckli drei Sprachen Platz haben. Der ganze Rest ist mir wurscht, schon deshalb, weil ich mich ja für ein unabhängiges Südtirol einsetze, in dem mit rund 70%-26%-4% alle Sprachgruppen so relevant wären, dass über die Dreisprachigkeit gar nicht erst diskutiert werden muss. Droht die Unabhängigkeit nicht ein konstitutiv mehrsprachiges Land hervorzubringen, werde ich aufhören, dafür zu kämpfen.

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  • Wenn der Vorschlag italienweit Anwendung finden sollte, müßten der Hinweis in immerhin 13 Sprachen aufgedruckt werden (d.h. jene Minderheiten die gemäß Gesetz Nr. 482/99 als solche annerkannt werden). In Italien gibt es noch zwei größere Sprachgemeinschaften als deutschsprachige Südtirol, nämlich die Friulaner (700.000) und die Sarden (über eine Million), wohlgemerkt beide staatlich anerkannte Sprachgemeinschaften, dann kämen die Okzitanen, die Franzosen, die Kroaten in Molise, die Albaner in Kalabrien und Sizilien und so weiter un so fort. Ob alle diese Sprachen Platz haben, ist zu bezweifeln. Der Vorschlag von Pervasion, Deutsch italienweit vorzuschlagen, steht schon deshalb auf schwachen Füßen.

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  • taib

    zu schnee:

    Von der Souveränität der Schweizer Ladiner könnten sich “unsere” Ladiner durchwegs eine Scheibe abschneiden.

    absolut

    Ich weiß nach wie vor nicht, wer die Ladiner zwingt, privat italienische oder deutsche Anschriften bzw. Werbungen anzubringen.

    habe ich immer wieder geschrieben. Über info@gfbv.it kannst du die pogrom-Nummer zu Ladinien bestellen. Da steht diese Kritik auch drin.

    Mir ist auch nach wie vor unverständlich, warum die Grödner Orte nicht mit den ladinischen Toponymen werben?

    Aber vielleicht sind ja auch die Ladiner ebenso eine künstliche Entität wie die Südtiroler, die Österreicher, die Deutschen und die Italiener?

    Nein, denn “Ladinisch” ist jemand, der diese Sprache spricht, egal zu welcher Provinz/Tal er gehört: Es ist damit keine staatliche Identität verknüfpt.

    pervasion:

    ich teilte deinen Vorstoss, merkte aber an, dass in diesem Fall die Schweiz kein Bespiel ist, denn es fehlt die 4. Sprache … Wenn Du genau durchliest, beschränkt sich die Kritik zunächst darauf (auch die Medikamente gehörten dazu).
    Dann kamst Du mit der Einheitssprache, deren offizielle Anwendung von der Landesregierung verboten wurde. Und da kamst Du mit dem Einwand, dass es keine Einigung gäbe über die Form: damit spielst Du das Spiel der Hardlinder der SVP (“Stahlhelmfraktion”, Copyright: Hans Karl Peterlini): Die SVP hat diese Form verboten und begründet dann die fehlenden Aufschriften u.a. mit der fehlenden Einigung über die Sprachform.

    Das Verbot war eine wahnwitzige Entscheidung, deren Details Realsatire mit dramatischen Auswirkungen ist. Aber das ist ein anderes Kapitel. Dass jene, die das Verbot erwirkt haben, ein katasprophales Ladinisch sprechen, ist Sympton und Ursache zugleich.

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  • Piere, wenn du meinen vorigen Kommentar gelesen hättest, wüsstest du, dass ich nicht daran denke, die deutsche Aufschrift für ganz Italien zu fordern. Wie mir scheint, werden hier nichts als Vorwände gesucht – die aber nichts mit der Sache zu tun haben.

    Im Übrigen kenne ich die Minderheiten Italiens recht gut. Bloß frage ich mich, warum sie de facto keine Anerkennung finden. In Wirklichkeit zeigt der Zustand der Regionen Friaul-Julisch Venetien und Sardinien recht eindrücklich, was mit Südtirol passiert wäre, hätte Österreich keinen Pariser Vertrag erwirkt.

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  • Diese Einschränkung habe ich in der Einleitung nicht gefunden. Ja, Du hast vollkommen Recht, Südtirol nimmt eine Sonderstellung ein. Zwar hat auch Friaul-Julisch Venetien eine Autonomie, aber Friaul wird nur am Rande erwähnt und Triest hat alle Kompetenzen an sich gerissen. Zudem hat die italienische Politik sehr gezielt alle Bewegungen, die für mehr Sprachrechte der Friauler (siehe Moviment Friul) eingetreten sind, jahrzehntelang gezielt bekämpft zunichte gemacht. Die Wege dazu sind, wie auch in Südtirol die SVP gegenüber den Ladinern zeigen, zahlreich und effizient (z.B. Landesrat von außen, jetzt redet niemand mehr einen hereinzuholen und allerhand sonstige Druckmittel, siehe auch Wahlgesetz). Jetzt geht man gezielt auch gegen die einheitliche Schriftsprache vor und da mischt die SVP-Zentrale, siehe Aussendung der JG gehörig mit. Divide et Impera! Von einer anderen Minderheit könnte man sich ein besonderes Verständnis erwarten, dem ist aber nicht so.

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  • Du hast die Einschränkung nicht gelesen, aber auch keinen ausdrücklichen Hinweis darauf, dass meine Forderung ganz Italien betrifft. Es gäbe jedoch genug Möglichkeiten, für Mehrsprachigkeit in Südtirol auch schon vor einer etwaigen Unabhängigkeit zu sorgen. Dass dies nicht geschieht, ist der beste Beweis dafür, dass sich etwas ändern muss.

    Du solltest die Aussendung der JG nicht den »Deutschen« allgemein zuschreiben. Das ist der Fehler, mit dem auch taib stets absurde Diskussionen lostritt… mit dem einzigen Ergebnis, dass wir uns hier ständig für etwas rechtfertigen müssen, wofür wir nichts können. Die BBD hat mit solchen Forderungen nichts am Hut!

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  • We (ex schneeflocke)

    Mateo, ich muss mich outen: Ich lese nicht alle Ausgaben der Zeitschrift “progrom”. Werde dieses Versäumnis nachholen und hoffe, in Dir einen eifrigen Leser der Halbjahreszeitschrift “Dimension Arbeit – Dimensione Lavoro” gefunden zu haben.

    Nein, denn “Ladinisch” ist jemand, der diese Sprache spricht, egal zu welcher Provinz/Tal er gehört: Es ist damit keine staatliche Identität verknüfpt.

    Zumindest für die VerwenderInnen der Sprachen deutsch bzw. italienisch würde eine solchermaßen fundierte “Identitätszuschreibung” nicht ausreichen. Ich frage wirklich aus Unkenntnis und nicht polemisch: Gibt es Analysen über die Entstehung der ladinischen Identität?

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  • taib

    Es gibt Studien, es kam vor einigen Monaten eine heraus, die ich aber schändlicherweise nicht gelesen habe.

    Die Identitätszuschreibung würde für Deutsche oder Italiener nicht ausreichen, aber die haben auch Staat(en) als Identifikationshilfe, eine Staatenlose Identität scheint denen meist unmöglich.

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  • We (ex schneeflocke)

    Mateo, ich glaube, da teilen “wir” eine Situation. Ich habe (wie Du) keinen Staat (mehr) als “Identifikationshilfe”. Natürlich: Die deutsch sprechende Kultur hat in Südtirol ein sprachliches “Hinterland”, ebenso die italienische. Aber die Ladiner haben in keiner Konstellation ein sprachliches Hinterland (es sei denn, man nimmt Friaul oder Teile davon in Anspruch). Wäre interessant zu wissen, von welchen Faktoren die tal- und sprachübergreifenden kulturellen Orientierungen der Ladiner in Vergangenheit und Gegenwart abhängen und ob es talschaftsspezifische Muster gibt.

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  • Jetzt hat sich der Landtag auf Vorschlag des PDL (!) für mehrsprachige Hinweise auf den Zigarettenpackungen ausgesprochen, wie Südtirol Online heute berichtet.

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  • anonym

    Tja, man kann auch einfache Sachen irrsinnig kompliziert machen…

    Statt jahrelang rumzudiskutieren welche Sprache auf die Zigarettenpackungen raufkommt, wärs doch einfacher schockierende Bilder aufzudrucken – ohne Worte – und doch würden sie in dem Fall mehr als 1000 Worte sagen. Sprachneutral, aber wirkungsvoll.
    Machen das nicht schon einige Länder (Großbritannien?)?

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  • gadilu

    In effetti, la scritta “IL FUMO UCCIDE” era difficile da comprendere. Molti reagivano in questo modo: raccolte le dita a tulipano, facevano ondeggiare l’insolito fiore nell’ipotiposi interrogativo digitativa in uso presso gli apuli. E poi s’accendevano un’altra sigaretta.

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  • jonny

    Und glaubt wirklich jemand die Tabakindustrie interessiert sich dafuer, was unser Landtag sagt? Wahrscheinlich endet es so wie bei den Beipackzetteln, wenn man im tabacchino fragt, bekommt man den deutschen Aufkleber separat dazugeschenkt! Tolle und wichtige Initiative!?!

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  • @gadilu: Auch in der Schweiz würde es jeder nur auf Deutsch verstehen.

    @jonny: Wenn das so ist — und es ist vermutlich so — dann haben wir ein nicht unerhebliches Problem. Denn der Südtiroler Landtag, der die Südtiroler Bevölkerung repräsentiert, wird in sehr vielen Fällen de facto ignoriert. Einige Autonomiebestimmungen sind außerdem wohl bewusst als reine Papiertiger konzipiert, denn kein Tabakkonzern würde sich trauen, auf Staatsebene gegen die Etikettierverpflichtung zu verstoßen, kein Pharmariese würde in Italien Medikamente vertreiben, die entgegen der staatlichen Verordnungen z. B. nur englische Packungsbeilagen enthalten.

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  • jonny

    Das ist leider so, denn unser Landtag kann weder die Pharmariesen noch die Tabakindustrie dazu verpflichten, die Mehrsprachigkeit einzuhalten, das muss der Staat machen, und der hat weiss Gott andere Probleme zu lösen.

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