Rut Bernardi und die Namen.
Ex iniuria ius non oritur

Unter dem Titel »Tlo bën identità« ist auf Salto ein interessanter Gastbeitrag von Rut Bernardi für die Zeitschrift Kulturelemente (Nr. 145-146) erschienen. Obwohl darin viele diskussionswürdige Themen enthalten sind, möchte ich hier jenes der Namen herausgreifen, um einen anderen Blick darauf zu werfen.

Bernardi schreibt:

Nichtsdestotrotz kann ich mich durchaus echauffieren, wenn ich auf Wanderungen Ortstafeln sehe, auf denen der italienische Name oder der vermeintlich italienische Name, der oft ein ladinischer und daher ein vorgermanischer ist, von deutschtümelnden Fanatikern schwarz übermalt ist. Oder wenn im Dokumentations-Zentrum unter dem Siegesdenkmal von faschistischen Worterfindungen die Rede ist, die laut den Ausstellungsmachern von Tolomei ungeschickt aus dem Deutschen ins Italienische übersetzt worden seien, obwohl es sich hierbei des Öfteren um autochthon ladinische Toponyme handelt, wie z.B. Braies für Prags.

— Rut Bernardi

Da sollte man vielleicht ein bisschen klarer differenzieren. Es sind meines Erachtens — wie bereits an anderer Stelle beschrieben — nicht notwendigerweise deutschtümelnde Fanatikerinnen, die die von Tolomei und Konsorten aufoktroyierten Namen durchstreichen. Es kann sich durchaus um einen intelligenten Akt zivilen Widerstands handeln. Natürlich ist es schade, wenn in diesem Zuge sowohl ladinische Exonyme, als auch historisch gewachsene italienische Endonyme mit unter die Räder kommen.
Doch im Grunde müssen wir uns bei den damaligen Namensfälscherinnen bedanken: Sie haben in ihr pseudowissenschaftliches Werk bewusst auch Vorhandenes und historisch Gewachsenes einfließen lassen, um ihre Spuren zu verwischen. Und damit ist heute für Laien im Detail nur noch schwer auseinanderzuhalten, welche Bezeichnungen welchen Ursprungs sind. Für diese Konfusion — die angeblich auch den Kuratorinnen der Ausstellung unterm sogenannten Siegesdenkmal zum Verhängnis wurde — sollten wir nicht die Opfer verantwortlich machen.

Eine Abschaffung von Tolomeis Fälschungswerk, wie sie die UNGEGN (UNO) nahelegt, würde endlich wieder für alle sichtbar machen, welche Namen frei erfunden wurden und welche nicht. Dennoch ist auch dann fraglich, ob Exonyme wie Braies für Prags oder Wengen für La Val auf einem öffentlichen Schild draufstehen sollten oder nicht.

Heute jedenfalls sind historisch gewachsene von frei erfundenen Ortsnamen vielfach nur für Sprachwissenschaftlerinnen zu unterscheiden.

Oder schließlich, wenn gegen die Italianisierung der Familiennamen zur Faschistenzeit in Ladinien, wie etwa Kostner zu Costa, Wanker zu Pancheri usw. gewettert wird, während es sich hierbei oftmals um Belege handelt, die bereits früher aus dem Romanischen ins Deutsche übersetzt worden sind. So wurde beispielsweise Da Banch zu Wangger-Wanker, Paratoni zu Perathoner usw.

— Rut Bernardi

Hierfür gilt ähnliches, wie für die Ortsnamen. Dass ladinische Namen (meines Wissens im 18. Jahrhundert) »ins »Deutsche übersetzt« (oder deutsch klingend gemacht) wurden, sollte man klar ansprechen — und eine unbürokratische Möglichkeit zur Rückführung schaffen, wie es nach dem zweiten Weltkrieg für die italianisierten Namen der Fall war. Nur weil der Faschismus manche Nachnamen »korrekt« aus dem »Deutschen« in ihre romanische Ursprungsformen zurück »übersetzt« haben, macht das ihr assimilatorisches Werk aber nicht besser.

„Es gibt keine ethnische Reinheit“, sagt der slowenische Autor Goran Vojnovi. Im Roman „Unter dem Feigenbaum“ liest man wie sich heutzutage Grenzen und Nationalitäten verschieben.

— Rut Bernardi

Die Abschaffung eines Fälschungswerks mit »ethnischer Reinheit« in Verbindung zu bringen, ist meiner Ansicht nach nicht sinnvoll. Die allfällige Behebung des faschistischen Fälschungswerks — das übrigens ersonnen wurde, um gerade ethnische Reinheit vorzutäuschen — wäre vielmehr ein riesiger Beitrag, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt wieder in deutlich größerer Echtheit und Unverfälschtheit zur Geltung zu bringen.

Dasselbe gilt für die Möglichkeit, ladinischen/eingedeutschten Nachnamen ihre ursprüngliche Form zurückzugeben.

Siehe auch:

Faschismen Kunst+Cultura Minderheitenschutz Nationalismus Ortsnamen Recht Ungehorsam+Widerstand | Geschichtsaufarbeitung Zitać | Ettore Tolomei | Salto | Ladinia Südtirol/o | UNGEGN | Deutsch

Der alpine Kulturraum und seine Mehrsprachigkeit.

Verba Alpina heißt ein mehrsprachiges Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und mehrerer Kooperationspartner, die es sich schon seit 2014 zum Ziel gesetzt haben, den stark fragmentierten Sprachraum der Alpen zu erschließen und dabei endlich

die traditionelle Beschränkung auf im wesentlichen aktuelle politische Einheiten (Nationalstaaten)

zu überwinden. Gleichtzeitig sollen auch mehrere methodologische Ansätze — einschließlich Crowdsourcing — miteinander verbunden werden, um ein möglichst umfassendes Gesamtbild zu erstellen.

Es handelt sich somit um ein Instrument, das die reichhaltige sprachlich-kulturelle Vielfalt des Alpenraums erfassbar und anschließend Entwicklungen nachverfolgbar machen soll.

Über den Reiter Interaktive Karte lassen sich die bereits verfügbaren Daten georeferenziert anzeigen, während unter dem Menüpunkt Crowdsourcing die Möglichkeit besteht, die Datenbank mit Wörtern zu füttern.

Die Tatsache übrigens, dass man sich nie abschließend auf eine dolomitenladinische Standardsprache einigen konnte, rächt sich hier dadurch, dass die Homepage von Verba Alpina auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Slowenisch und Bündnerromanisch — jedoch nicht auf Ladinisch — verfügbar ist.

In der aktuellen Ausgabe (Nr. 29/2019) der Usc di Ladins ist ein kurzes Interview mit drei ladinischen Mitarbeiterinnen des Projekts erschienen.

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Bisogna «distruggere» gli stati nazione.
Quotation 559

Perché se iniziamo con la Catalogna, dopo che succede con [gli] altri paesi? Non costruiamo, ma distruggiamo.

Traduzione:

Queste parole dell’amico Tajani (amico dell’SVP, delle cose buone fatte da Mussolini e del Sudtirolo che non crea problemi), riportate da El Español, mi hanno riportato alla mente una bellissima affermazione di Pablo Picasso che avevo letto qualche tempo fa:

Ogni atto di creazione è, prima di tutto, un atto di distruzione.

Mi sembra un concetto che calza a pennello, ché per portare a compimento il progetto creativo europeo bisogna (prima o contestualmente) «distruggere» gli stati nazione — almeno in senso lato. Quello di Tajani invece mi sembra un inutile manicheismo.

Vedi anche:

Feuilleton Nationalismus Politik Selbstbestimmung | Zitać | Antonio Tajani | | Catalunya Europa Südtirol/o | EU PDL&Co. SVP | Italiano

Tajani: Indipendentisti? In Italia, l’ergastolo.
Ma coi tedeschi al nord ora siamo tranquilli

L’ex presidente del Parlamento europeo Antonio Tajani (FI) — l’alleato dell’SVP che non disdegna le «cose buone» fatte da Mussolini — ha concesso un’intervista a El Español, portale giornalistico spagnolo di destra online. Ne cito, traducendola, una parte:

Durante il Suo mandato come presidente del Parlamento europeo il Suo impegno contro il separatismo in Spagna è stato eccezionale. Sembrava quasi un interesse personale.

Personale? Mia moglie è italiana, i miei figli sono italiani… no, non ho un interesse personale. Ma mi sembra importante difendere l’unità europea. Ho studiato Legge, e per me è importante il rispetto delle leggi. La Costituzione spagnola è molto chiara e non possiamo non difendere l’unità di un paese. Non ci sono molte patrie, c’è una patria. Non ci sono le piccole patrie. Perché se iniziamo con la Catalogna, dopo che succede con altri paesi? Non costruiamo, ma distruggiamo.
La Spagna è un paese democratico dove si rispettano le leggi. Quello che hanno fatto i capi dei partiti catalani, nel mio paese non si può fare. Dividere il paese? La legge italiana è più dura di quella spagnola…

…ancora più dura?

Chiaro, non si può decidere l’indipendenza di un paese! Cioè, in prigione a vita.

Beh in Spagna siamo preoccupati per le conseguenze del fatto che possano venire condannati a 25 anni di prigione…

…però non si può fare la separazione di un paese. Non si può! In Italia adesso siamo più tranquilli, dopo molti anni con problemi con la minoranza tedesca al nord. Guardi, con l’Europa, le minoranze, le regioni che vogliono autonomia sono più libere. Però io ho difeso l’unità di un paese rispetto alla legge, perché la Costituzione della Spagna è anche legge costituzionale europea.

Mi dice che non aveva un interesse personale… ma in Spagna la gratitudine è con Lei. Non è stato il presidente della Commissione, né quello del Consiglio, è stato Lei a guidare il messaggio. Molti ricordano con emozione il Suo discorso in occasione dell’assegnazione del Premio Principessa delle Asturie. Che cosa provava nello scrivere quelle parole?

Io credo che per un italiano sia molto facile comprendere la mentalità spagnola. Siamo più vicini a voi che ad altri paesi. La Francia è più vicina come frontiera, ma culturalmente siamo aperti come voi, ci piace camminare in strada, cenare molto tardi la sera, divertirci, il mare, il sole, cantare… è una questione di mentalità. Siamo più latini dei francesi.
Per me è anche facile capire il sentimento spagnolo perché parlando la lingua la comunicazione è più facile. Gli spagnoli sono un po’ come gli italiani, se non parli la loro lingua non ti capiscono. Sono molto pochi quelli che parlano inglese, i giovani già di più, però… uno non può andare per strada parlando inglese a Zaragoza o a Roma. Siamo fratelli! Molte regioni del sud Italia sono state sotto dominio spagnolo. E io non so perché, ma mi piace la Spagna. Ho conosciuto il vostro paese grazie a un amico giornalista dell’agenzia di stampa Efe, figlio di un altro giornalista che è stato corrispondente a Roma… ci sono personaggi come Cervantes che mi piacciono.

Traduzione:

Qualche osservazione:

  • Tajani dice di difendere l’unità europea, che però la Catalogna non ha mai messo in discussione, e lo fa a scapito dei cosiddetti valori europei. Sottoscrivendo la repressione e la giudizializzazione di una questione politica e ignorando, ad esempio, che anche il gruppo di lavoro sulle detenzioni arbitrarie dell’ONU ha chiesto l’immediata messa in libertà dei prigionieri politici.
  • E poi: la linea ufficiale dell’Unione Europea non era quella che la questione catalana è un affare interno alla Spagna? A giudicare dalle parole e dalle azioni di Tajani non sembrerebbe affatto.
  • Parlando di piccole patrie, tema caro ai difensori italiani della grande patria: e il Lussemburgo? E Malta? Cipro? Non esistono? A parte il fatto che la Catalogna come superficie è più grande del Belgio. Ma poi, che criterio sarebbe quello della grandezza o della piccolezza? È un argomento che sinceramente ha stufato, perché non significa assolutamente nulla.
  • Il fatto poi che in Italia la legge sarebbe ancora più dura nei confronti dell’indipendentismo sembra riempire d’orgoglio o almeno di soddisfazione Tajani. Beh, non poter discutere e risolvere questioni politiche sul livello politico non è certo segno di maturità democratica. Lo scrivo così, per scriverlo… sono conscio del fatto che non serva a nulla spiegarlo a un «ammiratore» di Mussolini.

Per quanto riguarda «la minoranza tedesca al nord» che non crea problemi… forse è meglio stendere un velo pietoso.

Vedi anche:

Democrazia Grundrechte Kleinstaaten Medien Nationalismus Politik Recht Repression Selbstbestimmung Ungehorsam+Widerstand | Zitać | Antonio Tajani | | Catalunya Europa France Italy Spanien Südtirol/o | EU PDL&Co. SVP UNO | Italiano

ff: Keine Erderwärmung in Südtirol.

Jetzt habe ich halt schon wieder etwas an einem ff-Leitartikel auszusetzen, diesmal von Norbert Dall’Ò. Der würde in Südtirol lieber keinen Klimanotstand ausrufen, wie von Grünen und Team Köllensperger vorgeschlagen. Hysterie und Populismus sei das — da werde ja nur auf einen Zug aufgesprungen, »mit dem ein cleveres schwedisches Mädchen Europa närrisch macht«.

Wer hat den Mut zu sagen, dass – zumindest bei uns in Südtirol – kein Klimanotstand herrscht?

— Dall’Ò

Nun, vielleicht sollte stattdessen jemand den Mut haben, Dall’Ò beizubringen, dass Südtirol nicht bloß noch immer kein unabhängiger Staat ist (wie ich es mir ja wünschen würde), sondern auch kein eigenständiger Planet. Verrückt, ich weiß.

Siehe auch:

Ecologia Medien Politik | Medienkritik Zitać | Norbert Dall'Ò | ff | Südtirol/o | Südtiroler Landtag Team K. Vërc | Deutsch

Landes- statt regionalem Rechnungshof?
Möglicherweise bald neue Bezeichnungen

Der Präsident der Rechtsprechungssektion des Rechnungshofs Trentino-Südtirol, Pino Zingale, hat gestern die Namensänderung für den »Regionalen Rechnungshof« mit den beiden »Sektionen« Bozen und Trient in zwei »Landessektionen« angeregt. Darauf weist die Landespresseagentur in einer Aussendung hin. Vom Gesetz sei dies vorgesehen. Anlass für den Vorstoß waren die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Errichtung der autonomen Sektionen.

Der Vorschlag für die neue Bezeichnung ist nun “Autonome Lande[s]sektion Bozen bzw. Trient”.

— LPA

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) begrüßte den Vorschlag als »äußerst bemerkenswert«. Die Bezeichnung würde der Aufwertung der beiden Länder gegenüber der Region Rechnung tragen.

Der Vorschlag beschränkt sich auf die Namensgebung und hätte keine weiteren Veränderungen, insbesondere in Bezug auf eine etwaige Zuständigkeit des Landes, zur Folge. Er geht aber trotzdem in die richtige Richtung.

Außendarstellung Föderal+Regional Politik Recht Service Public Subsidiarität | Good News Zitać | Arno Kompatscher | LPA | Südtirol/o Trentino | SVP | Deutsch

Landtag für Schaffung einer Sprachstelle.

Gestern hat der Südtiroler Landtag einen wichtigen Schritt hin zu einer echten Sprachstelle gemacht, wie es sie in vielen anderen mehrsprachigen Gebieten weltweit bereits gibt.

So vereint allein die International Association of Language Comissioners Mitglieder aus dem Baskenland, Flandern, Irland, fünfmal Kanada (New Brunswick, Ontario, Nunavut und Northwest Territories sowie den gesamtstaatlichen Comissioner of Official Languages), Katalonien, Kosovo und Wales. Aber auch Québec, País Valencià, Nordkatalonien oder die Bretagne haben sich ähnliche Büros gegeben.

Die einschlägige Tagesordnung der Freiheitlichen, die sich auch die SVP zueigen gemacht hat, sieht im verpflichtenden Teil vor:

  1. die derzeit bestehende Beschwerdestelle „Verletzungen der Bestimmungen über den Sprachgebrauch in der öffentlichen Verwaltung” in eine vollständige Sprachstelle umzuwandeln und unter anderem mit folgenden Aufgaben zu betrauen:
    • a) proaktive Kontrolle und Sensibilisierung der öffentlichen Ämter, Körperschaften und Konzessionsnehmer auf die Einhaltung der Zwei- und Dreisprachigkeitsbestimmungen im Sinne des D.P.R. vom 15. Juli 1988, Nr. 574 und anderer Gesetze, die die Sprachrechte betreffen;
    • b) Hilfe- und Beratungsstelle für Ämter, öffentliche Körperschaften, Konzessionsnehmer und Privatunternehmen in Zusammenhang mit der vorgeschriebenen Zwei- und Dreisprachigkeit und darüber hinaus;
    • c) Ombudsstelle für Bürgerinnen und Bürger, die ihre Sprachrechte verletzt sehen, auch zum Zweck der Ahndung in Zusammenarbeit mit den dafür zuständigen Stellen;
    • d) Sensibilisierungs- und Informationskampagnen sowohl für die Gesamtbevölkerung als auch für einzelne lnteressensgruppen (Privatfirmen, Berufskammern, Vereine, Verbände usw.);
    • e) Erfahrungsaustausch mit den Sprach- und Ombudsstellen anderer mehrsprachiger Gebiete;
    • f) den Fachwortschatz („Bistro“) in den Südtiroler Amtssprachen in Zusammenarbeit mit den Universitäten Innsbruck und Bozen sowie mit der Eurac auf dem neuesten Stand halten, auf eine korrekte Implementierung achten und dementsprechende Empfehlungen zu veröffentlichen;
    • g) regelmäßige Ausarbeitung und Veröffentlichung von Tätigkeitsberichten und einschlägigen Erhebungen zur Sprachsituation (z. B. in Zusammenarbeit mit dem ASTAT).
  2. Die Sprachstelle mit entsprechendem Personal und finanziellen Mitteln auszustatten.
  3. In Bälde die Zuständigkeit für die Ahndung von Zwei- und Dreisprachigkeitsverstößen im Sinne des D.P.R. vom 15. Juli 1988, Nr. 574 einzufordern und an den Landeshauptmann zu übertragen.

Wenn dieser nunmehrige Beschluss tatsächlich und mit der nötigen Ernsthaftigkeit umgesetzt wird, handelt es sich meiner Meinung nach um einen wirklich großen Wurf. Gerade die starke Fokussierung auf Information, Kooperation, Beratung, Sensibilisierung kann sehr viel bewirken, sodass die Ahndung von Verstößen in den Hintergrund geraten könnte. So gesehen wäre dann Punkt 3 zwar wichtig, aber nicht notwendigerweise ausschlaggebend für den Erfolg der Maßnahme.

Auf hatten wir die Schaffung einer solchen Sprachstelle vor rund zwei Jahren ebenfalls angeregt.

Siehe auch:

Grundrechte Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Recht Service Public Vorzeigeautonomie Zuständigkeiten | afk Good News Zitać | | | Baskenland-Euskadi Belgien Breizh-Bretagne Canada Catalunya Irland Kosovo País Valencià Québec Südtirol/o Wales-Cymru | Astat Eurac Freie Universität Bozen Freiheitliche Land Südtirol Südtiroler Landtag SVP | Deutsch

Bevilacqua e l’Italia pura.
Quotation 558

Eppure, mentre i secessionismi infuriano ovunque, costituiscono la dinamica che sta lacerando da tempo tante nazioni e territori in Europa e nel mondo, l’Italia – che ha conosciuto la subalternità allo straniero dovuta alla divisione interna e dovrebbe possedere buoni anticorpi – gode di condizioni storiche vantaggiose: non ha al suo interno enclaves religiose o etniche. Non a caso Bossi aveva cercato di inventarsene una «celtica». Dunque solo l’egoismo regionale, aizzato da un gruppo estremista e cinico che ha fatto le proprie fortune personali su rivendicazioni autonomistiche e campagne di odio, mette in pericolo l’unità della Repubblica. Quell’unità necessaria anche per non stare in Europa in ordine sparso.

Questo scrive lo scrittore e «storico» Piero Bevilacqua in un commento pubblicato sul Manifesto del 12 luglio. L’Italia è davvero un paese al contrario: Ignorare, negare le enclaves religiose (ebraica, valdese… per non citare quelle di più recente arrivo) ed etniche (slovena, sarda, francoprovenzale…) e definire questa supposta purezza «condizioni storiche vantaggiose»? Agitare, pur indirettamente, lo spettro della «subalternità allo straniero» (sic)? Sproloquiare sull’autogoverno come sinonimo di egoismo e basta? Fraintendere l’Europa come un progetto, un posto in cui la nazione debba per forza rimanere unita (onde salvaguardare, probabilmente, gli interessi nazionali)?

In Italia, su un quotidiano di sinistra, si può. Senza problemi.

Vedi anche:

Föderal+Regional Medien Nationalismus Religiun Selbstbestimmung | Medienkritik Zitać | | | Italy | Lega | Italiano