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Pitl Curs de Ladin.

Eine löbliche Initiative starten heute Dolomiten und Südtirol Online, zwei Medien der Verlagsanstalt Athesia: In Zusammenarbeit mit der ladinischen Sprachwissenschaftlerin Rut Bernardi soll den Lesern die Gelegenheit geboten werden, die dritte und kleinste Landessprache kennenzulernen. Konkret werden etwa die ladinischen Seiten des Tagblatts einfache Sprachlektionen beinhalten.

Zitat Südtirol Online:

Sie sind mit knapp 19.000 Seelen die kleinere der beiden Südtiroler Minderheiten: die Ladiner. Sie lernen in einem besonderen Schulsystem Deutsch und Italienisch – also kann sich jeder Südtiroler mit ihnen verständigen. Aber verlangt nicht der Respekt vor der kleinsten Volksgruppe im Land, wenigstens ein paar Brocken Ladinisch zu lernen?

Wer weiß, vielleicht trägt auch der »pitl Curs de Ladin« dazu bei, dass sich eine größere Anzahl von Südtirolern endlich mehr als nur Grundkenntnisse dieser Sprache zulegen. Eine zufriedenstellende Lösung kann aber nur ein – freiwilliges oder verpflichtendes – landesweites Lehrangebot an den Schulen sein.

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20 replies on “Pitl Curs de Ladin.”

Das nenn ich mal eine Super-Initiative, oder zumindest mal schon ein guter Anfang….. ich waer ja sowieso fuer Ladinisch ab der Volksschule in JEDER Schule, also in ganz Suedtirol und nicht nur in den Taelern wo die meisten Ladinisch-sprechenden wohnen…… :)

Mi chiedevo: un insegnamento a tappeto del ladino presupporrebbe che ci fossero tantissimi insegnanti di “ladino”. Penso che da questo punto di vista ci sarebbero dei problemi di reperimento del personale.

ich waer ja sowieso fuer Ladinisch ab der Volksschule in JEDER Schule

es ist schwierig zu sagen ob dies eine schreckliche verschwendung oder einfach nur schrecklich wäre.

Beh basterebbe iniziare… e portare il sistema a regime anche entro un ciclo generazionale. Sapendo che ci sono dei posti di lavoro ben remunerati (e lo sono) non sarebbe difficile – immagino – trovare giovani ladini disposti ad “imparare il mestiere”, facendosi formare presso la »Liedia« di Porsenú. Inoltre bisogna tenere conto che una materia con (probabilmente) un monte ore limitato, permette agli insegnanti di seguire un numero più elevato di classi.

Come al solito, però, penso che si tratti soprattutto di un problema di “volontà “. Poi si potrebbe tarare il progetto a seconda del personale a disposizione.

Come priorità , comunque, direi che sarebbe più importante aumentare drasticamente (!) le ore di “madrelingua” nelle valli ladine. Cosa che non esclude che si possano far partire anche contemporaneamente dei corsi base di ladino nelle elementari e/o medie di tutto il Sudtirolo.

Mi piacerebbe sapere se esiste – nelle valli ladine – un sentimento diffuso del genere: vorremmo che venissero aumentate le ore in lingua ladina. Penso che una riforma del modello d’insegnamento ladino sia praticabile senza troppi problemi, ma il punto è: a cosa porterebbe una riduzione del monte ore in tedesco e italiano? Ciò non toglie evidentemente che per gli ALTRI l’introduzione del ladino a scuola potrebbe costituire un elemento di arricchimento culturale.

nur ein kurzer Zwischenruf:

“schrecklich”, wenn die anderen Landsleute endlich so weit wären, die dritte Sprache des Landes wenigstens bruchstückhaft zu verstehen.

behauptet hier jemand, dass der obligatorische ladinischunterricht in allen landesteilen im öffentlichen interesse ist oder handelt es sich um das sentimentale und verständliche gefühl eines ladiners von anderen in seiner muttersprache verstanden zu werden um somit nicht mehr das gefühl zu haben zu einer abgeschotteten minderheit zu gehören?

weder noch, denn 1. kam dieser Vorschlag von einem Nicht-Ladiner, also sind Deine Überlegungen gegenstandslos (was nicht heißt, dass ich den Vorschlag ablehne, bitte keine übereilte Interpretationen); 2. ist es nicht ein “abgeschottet” sein, sondern man hat den Umstand, dass viele um uns herum meinen und urteilen, aber ein wesentliches Instrument, um sich eine Meinung zu bilden, die mehr ist als Klischee, Vorurteil und Oberflächenbeurteilung, nicht besitzen, nämlich die Sprache.
Es geht um ganz simple Konzepte, im Grunde. Doch was wäre “schrecklich” – schrecklich wäre es für mich, wenn man z.B. bei Parteibidlung eingesperrt und gefoltert wird, etc. – aber schrecklich, wenn die anderen Südtiroler ein paar Brocken Ladinisch lernen müssten (freiwillig tun es die wenigsten) – dafür verwendest du das Wort “schrecklich”.
Wahrlich, ich denke, deine Wortwahl ist erschreckend.

sie glauben also wenn jemand die sprache kennt verfällt er nicht mehr den vorurteilen und klischees?

ich bin der meinung, dass die beherrschung der sprache weder nötig, noch hilfreich und sicherlich nicht ausreichend ist um die situation der ladiner zu verstehen. und das ist es ja was sie beklagen: die oberflächliche beurteilung.

die wahl des adjektivs war persönlicher natur; eine knappe ressource wie die zeit muss man gewissenhaft und effektvoll einsetzen.

sprache: ausreichend nicht, nötig schon.

eine knappe ressource wie die zeit muss man gewissenhaft und effektvoll einsetzen.

ein paar Sätze Ladinisch lernen also nicht gewissenhaft ? T’es n müsc, a dà­ mࢠbel.

also, eine Antwort ..
@ dauergast: schöne antwort (malan, warum ist mir so was nicht eingefallen)

@ étranger

“un sentimento diffuso” – no, un sentimento diffuso no, ma un senso di mancaza diffuso sà­; spesso sento persone che dicono che il ladino, purtroppo, non lo sanno troppo bene. Però per quel che riguarda un rimedio c’è un sintomo di complesso d’inferiorità :
per secoli (fino ad oggi stesso) è sempre stato predicato che “bisogna imparare il tedesco” / “bisogna imparare le altre lingue” – è sicuramente vero, ma perché imparere le altre lingue escluda la lingua madre finora nessuno l’ha saputo spiegare. Però con il senso di insufficienza legato alla padronanza della lingua ladina – che viene venduto come mancata padronanza delle altre lingue – l’insegnamento della lingua ladina viene indicato come motivo della mancata padronanza delle altre lingue, una cosa tutta mentita. Io stesso ho sentito come il pres. dell’Istitut Ladin, Hugo Valentin, ha detto (nel 1986, mi pare, a Vienna, e pochi anni fà  a San Martin, che “noi ladini dobbiamo imparare le altre lingue” – e dunque il ladino a scuola viene limitato al limite più basso possibile, cioé una / due ore a settimana. La SVP nel passato ha tentato di buttare fuori dalle scuole il ladino completamente (e se lo scrivi, diventano matti, poi se chiedi documenti, prove, fatti … ) . è la ideologia ufficiale della SVP (e dunque della Dolomiten), chiaro che dopo decenni di martellamento non trovi un “sentimento diffuso” per un maggiore insegnamento della lingua, però ormai trovi un sentimento molto diffuso di disagio per la mancata padronanza del ladino.

Per quello che riguarda la “tecnica amministrativa”: invece di aggiungere ore d’insegnamento del ladino, si parla di insegnare altre materie in ladino (infatti, la scuola “paritetica” non è partitetica, ma maggioritaria, con un angoletto picciolino per i ladino, una/due ore).
In una discussione radiofonica Mussner anni fa (dopo che era stato chiamato dall’esterno, dunque NON votato, aveva detto con una durezza impressionente: “piú ladino a scuola sicuramente no”. e infatti, lui il ladino lo parlo proprio cosà­ …

die beherrschung der zwei grossen landessprachen ist ein wichtiges kriterium um in den heimischen arbeitsmarkt aufgenommen zu werden. foglich hat der pflichtunterricht nicht nur soziale und gesellschaftlich positive effekte sondern ist auch aus einer indivuellen perspektive vernünftig.

das selbe kann man von ladinisch nicht behaupten: ein pflichtunterricht wäre nicht im öffentlichen interesse.

in einer demokratie kann die gesellschaft den individuen ein verhalten nur dann aufzwingen wenn sie es schafft die mehrheit vom nutzen des zwanges zu überzeugen. deswegen gibt es einen obligatorischen italienisch- / deutschunterricht und keinen ladinischunterricht.

B.- ich muss dir beipflichten. auch hier in der schweiz lernt man an den schulen “nur” deutsch, italienisch und französisch. d.h. die lokale sprache zuerst und dann die anderen 2. wenn man geschäftliche verbindungen hat, können beide fremdsprachen von grossem vorteil sein – sei es im in- wie im ausland.

in graubünden wird, je nach gemeinde, von der primarschule an rumantsch grischun oder das jeweilige idiom unterrichtet – in der bundesverfassung ist nicht nur das rumantsch grischun als landessprache anerkannt, sondern auch die 5 rätoromanischen idiome. allerdings werden aus kostengründen amtsblätter und -publikationen in rumantsch grischun verfasst; aber jeder hat das recht in seinem eigenen dialekt kontakt mit den behörden zu führen, die haben dafür zu sorgen dass man verstanden wird – und das in der ganzen schweiz.

aber dazu muss ich auch sagen, dass mehr oder weniger jeder schweizer versteht, dass 100%iges konsequentes gepoche auf dieses recht und auch noch in jeder situation, die kosten für übersetzer explodieren lassen würde – die leute regen sich eh schon wegen den eigentlich relativ niedrigen steuern auf ;-)

Wenn die Rätoromanen in der Schweiz in ihrer Sprache unterrichtet werden und wenn die anderen Sprachgemeinschaften ihre eigene Sprache zuerst und dann alle weiteren auch lernen (soviel ich weiß die Kinder “deutscher” Gemeinden in Graubünden auch sehr oft Rätoromanisch als Zweitsprache), dann hat B.- wohl eben nicht Recht. Nebenbei glaube ich nicht, dass man die Wichtigkeit einer Sprache nur im Angesicht ihres wirtschaftlichen Nutzens beurteilen soll.

wobei zu sagen ist, dass es in graubünden flächenmässig “besser” verteilt ist, die zwei engadinischen idiome sind im engadin doch noch ziemlich verbreitet, genauso wie richtung innerschweiz surselvisch gesprochen wird und dazwischen drin sutselvisch und surmeirisch. deswegen macht es auch sinn, in graubünden rumantsch bzw die idiome zu lernen.

um genauer zu sein:
– in graubünden sprechen ca 60’000 von 188’000 rätoromanisch, also 32%, da ist es durchwegs sinnvoll dass es alle 188’000 lernen sollten, da jeder dritte rätoromane ist (bei einem ausländeranteil von ) – und das verteilt auf dem ganzen kantonalen gebiet.

– in südtirol sprechen ca 21’000 von 490’000 ladinisch, also 4.4%, da ist es keineswegs sinnvoll dass es alle 490’000 lernen sollten, da nicht mal jeder 20te ladiner ist – und das konzentriert auf einem kleinen gebiet.

natürlich ist es schade, dass sprachen ihrer wirtschaftlichkeit nach beurteilt werden, aber sehen wir uns englisch an, es ist ja bei weitem mehr wirtschaft als sprache.

nicht dass ihr mich falsch versteht, ich persönlich halte die erhaltung der sprache als etwas gutes, möchte auch auf eigeninitiative ein wenig rumantsch grischun und ladinisch lernen, aber man sollte sich schon objektiv kosten/nutzen im staatlichen/provienziellen ausmass vor augen halten. alleine das lehrpersonal dafür zu schulen bzw neues anzustellen kostet unmengen an geld – dafür dass man es vielleicht mal alle 5 jahre braucht?

der wirtschaftliche nutzen ist nur eine komponente, dazu kommt auch noch der gesellschaftliche und soziale nutzen.

ich stimme der regionalen analyse von wiesion zu und drücke es jetzt ein wenig überspitzt aus:
es ist sinnvoll in graubünden rätoromanisch zu lernen, es wäre schrecklich einen obligatorischen rätoromanischen sprachkurs in den schulen von zürich einzuführen. genauso wie es eine zumutung wäre im vinschgau einen ladinisch-pflichtunterricht einzuführen.
wo läge da der nutzen für die vinschger?
sie würden sich einem solchen zwang nicht beugen.

Grüeß Got/Bun dé!
Ich kann mich eigentlich den bisherigen Wortmeldungen nur anschließen. Gerechtigkeit wie auch Kulturbewusstsein sprechen dafür, dass sich möglichst viele Menschen im Umland der Ladiner (im eigentlichen Gebiet sowieso, keine Frage!) mit dieser Sprache zumindest befassen. Eine andere Frage ist es, ob das dem Ladinischen automatisch etwas bringt.
Aber noch eine Erwägung möchte ich einbringen: Ich kann z. B. auch etwas Irisch und habe versucht, es weiß gerade wo in Irland an den Mann zu bringen. Die Reaktionen könnten verschiedener nicht sein: Das Fräulein am Schalter im Dubliner Busbahnhof hat wohl andere Sorgen – man wird verstanden, aber die Dame antwortet ungeführt auf Englisch. Irgendwo in der Mitte Irlands kaufe ich eine gälische Zeitung (Anois); der Verkäufer antwortet kommentarlos auf Irisch. In der Gaeltacht will ich irgendwo etwas kaufen; die ältere Verkäuferin antwortet auf Englisch: “Oh, ich muss mich schämen, ich bin schon so lange hier, aber ich kann leider nicht richtig Irisch!” Die Zimmerwirtin, auch im irischsprachigen Gebiet, antwortet ebenso ungerührt auf Englisch, zieht sich aber dann mit der Familie, die untereinander Gälisch spricht, ein stundenlanges Hurlingspiel, feurig auf Gälisch kommentiert, hinein. Eins ist mir in Irland aufgefallen: Mitunter wird man ermuntert, Gälisch zu sprechen: “Gaeilge agus fà¡ilte!” Auf Ladinisch hieße das wohl “Ladin? – Begnodü!”

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