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Gefährliche Eskalation.

In Zusammenhang mit dem brutalen Überfall, der sich am Wochenende in Bozen zugetragen hat, ist es inzwischen zu einer besorgniserregenden Überreaktion durch die Medien des Hauses Athesia gekommen. Insbesondere bei Südtirol Online (Stol), wo unter dem Titel »Stopp der Gewalt« sogar ein eigenes Themenportal gegründet wurde, ist die Kampagne inzwischen in eine Art Jagd ausgeartet. Die Verantwortung für diesen und ähnliche Überfälle wird dort pauschal Angehörigen einer bestimmten Ethnie zugeschrieben. Mit der ursprünglichen Aussage, die Täter hätten eine »slawische Sprache« gesprochen, ist diese Zuordnung übrigens gar nicht kompatibel.

Grundlage für die Anschuldigungen bei Stol sind unter anderem die Aussagen eines Diskothekenbetreibers, der von solchen Überfällen »gehört« haben will.

Zu allem Überfluss wird schließlich nicht nur dazu aufgerufen, Anzeige zu erstatten, sondern auch eigene Erfahrungen einzuschicken — mit dem Angebot, sie anonym zu veröffentlichen. Das ist eine Einladung zum Denunziantentum, mittels dessen öffentlichkeitswirksam Zuwanderer an den Pranger gestellt und von der öffentlichen Meinung verurteilt werden.

Diese Vorgehensweise könnte eine Eskalation in Form von Ausländerfeindlichkeit und einer pauschalen Vorverurteilung von Angehörigen der betreffenden Ethnie zur Folge haben und sollte deshalb dringend eingestellt werden.

Siehe auch:
Kohäsion+Inklusion Medien Migraziun Racism | Medienkritik | | Athesia Dolo Stol | Südtirol/o | | Deutsch

33 replies on “Gefährliche Eskalation.”

Ich kenne selbst „agent provocateurs“, eine Gruppe von verwöhnten Bengeln aus dem Unterland/Überetsch (aus guten Familien), die seit Jahren jedes Wochenende Personen mit Migrationshintergrund solange provozieren, bis es zu Handgreiflichkeiten kommt. Die amüsieren sich jetzt natürlich.

Der ***** ist momentan sehr, sehr böse. Sein Sohn wurde von den Albanern fast tot geschlagen. Dass er noch lebt, hat er seiner Schwester zu verdanken, die als einzige dazwischen gegangen ist (dafür haben sie ihr einen Zahn herausgeschlagen). Sein Freund wurde unter Ti-amazzo-Rufen ebenfalls krankenhausreif geprügelt. Und das unter der teilnahmslosen Beobachtung der anderen Festgäste und der 15 Security-Leute. Ein halbe Stunde später ist die Polizei gekommen und hat verharmlosend von einer „rissa tra ragazzi“ gesprochen.

Die Agressoren kennen das liberale italienische Strafrecht und die lasche bzw. untätige italienische Polizei (die sind sogar zu faul, an neuralgische Punkten wie etwa den Bozner Obstmarkt in den Nachtstunden eine Polizeistreife hinzubeordern; stattdessen fahren sie gemütlich mit ihrem Alfa Romeo vorbei und überlassen das nächtliche Treiben den Gewaltbereiten).

Ich halte es für richtig, dass die Dolomiten die Dinge beim Namen genannt und die Albanerbande stigmatisiert hat. Der Sprecher der Albaner-Comunity hat sich heute im Corriere entschuldigt und angedeutet, dass sie diese Leute intern zur Ordnung rufen werden. Klarerweise leidet durch das Fehlverhalten einer Minderheit die 5.000-köpfige Südtiroler Albanergemeinschaft mit vielfach großem Integrationserfolg, die sich bei manchen Leuten nun pauschalen Vorurteilen ausgesetzt sieht. Aber nur mit Toleranz und Verharmlosung kann man keinen „Problembären“ einfangen.

Das Verhalten der anderen Festgäste (Stichwort: Zivilcourage), der Security und vor allem der Polizei (Prävention und Repression) ist zu stigmatisieren. Hier muss einfach mehr getan werden, weil nicht akzeptiert werden kann, dass sich Gewalt durchsetzt. Merkwürdig jedoch, dass erst der Sohn des ***** zum Opfer werden muss, bevor dies thematisiert wird. Und mindestens ebenso merkwürdig, dass die tägliche Diskriminierung von Zuwanderern (legal und illegal) sowie deren Mobbing niemals angesprochen wird.

Aber: Kannst du beweisen, dass die Täter »Albaner« waren? Können es die Dolomiten beweisen? — Selbst wenn es »Albaner« gewesen wären, was meines Wissens nicht erwiesen ist, wäre es eine rassistische Sauerei, Menschen pauschal aufgrund ihrer Herkunft zu stigmatisieren. Es ist auch nicht die Aufgabe der »Albaner-Community«, jemanden »intern zur Ordnung [zu] rufen«, sondern einzig und allein eine Aufgabe des Rechtsstaats. Wenn dieser nicht funktioniert, muss daran etwas geändert werden, Selbstjustiz — ***** — ist nicht die Lösung.

(Wenn eine Gruppe von Südtirolern in Innsbruck einen Ortsansässigen krankenhausreif schlägt, ist es auch nicht meine Aufgabe, sie ausfindig zu machen und zur Ordnung zu rufen. Das muss die österreichische Justiz machen. Und ich will als Südtiroler auch nicht einem Generalverdacht unterworfen werden.)

Das Betroffenheitsgedusel der OEW und der Euphemismus „MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund“ ist purer Hohn für die betroffenen Familien.

In Bozen leben Menschen aus 140 (!) Staaten und unterm Strich funktioniert’s ganz gut. Viele Einwanderer bemühen sich, sind fleißig, gründen Familien und Betriebe, erarbeiten sich eine Existenz, obwohl ihnen Vieles nicht leicht gemacht wird. Ich kenne selber einige Albaner, die sich sehr gut eingelebt haben.

Aber Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten sind definitiv keine „Mitbürger“, sondern unterliegen dem Fremdenrecht. Als solche haben sie ein mehr oder weniger langes Aufenthaltsrecht und einige soziale Rechte. Aber für sie gilt ein erhöhtes Wohlverhaltensgebot. Bei gelungener Integration über Jahre hinweg können sie die Staatsbürgerschaft anstreben und werden damit zu (Mit)Bürgern.

Das Geschwätz von den „MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund“ ist ungefähr so qualifiziert wie das pauschale In-einen-Topf-Werfen von „Ausländern“ (die Ausländer sind schuld). In Wirklichkeit gibt es nämlich sehr wohl Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen. Diese zu verleugnen bedeutet letztendlich, auf die Lösung der konkreten Probleme wie Gewalt zu verzichten. Das Resultat sieht man dann z.B. in einigen Pariser Vorstädten, wo der Rechtsstaat faktisch nicht mehr präsent ist.

Das Hauptproblem im konkreten Fall ist, dass in Südtirol Polizei und Justiz und somit letztendlich der Rechtsstaat nicht wirklich funktioniert und Opfer de facto in einem rechtsfreien Raum sich und ihrem Leid selber überlassen werden.

Ich würde umgekehrt diesen Artikel als „Gefährliche Verharmlosung“ betiteln. Für mich klingt es nämlich so als dürfte man überhaupt nicht den Zeigefinger gegen die Unruhestifter erheben.
„Der Sprecher der Albaner-Community hat ANGEDEUTET er werde seine Leute zur Ordnung zu rufen.“ Wieviel Wert hat ihrer Meinung nach diese Aussage? Ich sage: überhaupt keinen! Glauben sie ernsthaft diese wilden Jugendlichen hören auf einen Communitysprecher? Träumen sie weiter.
Ich finde die ergriffenen Maßnahmen der Medien mehr als notwendig, damit etwas gegen diese Brutalitäten getan wird.

Als Außenstehender tut man sich immer leicht alles abzutun und wegzuschauen. Versetzen sie sich in die Lage eines Betroffenen, da würde ich mich wundern, wenn ihr Sohn fast zu Tode geprügelt wird, ob sie dann immer noch die armen (arbeitlosen) Migranten in Schutz nehmen wollen.

Es gibt eine einfache Regel, die kein gesunder Hausverstand abstreiten kann: wer sich benimmt ist willkommen, wer nicht, der wird dorthin zurückgeschickt, wo er hergekommen ist.

Man darf selbstverständlich den Zeigefinger gegen die Unruhestifter erheben. Was man nicht darf, ist einen derart großen Kollateralschaden durch die pauschale Mitverurteilung aberhunderter rechtschaffener, arbeitender, friedlicher »Mitbürger mit Migrationshintergrund« anzurichten, der den Betroffenen und dem gesellschaftlichen Frieden schadet. Ich habe nicht gesagt, dass die Jugendlichen — so sie überhaupt »Albaner« sind… haben Sie dafür einen Beweis? — auf einen Community-Sprecher hören, dessen Aufgabe es auch gar nicht ist, die Funktionen der Polizei oder der Justiz auszuüben.

Als Außenstehender tut man sich immer leicht alles abzutun und wegzuschauen. Versetzen sie sich in die Lage eines Betroffenen, da würde ich mich wundern, wenn ihr Sohn fast zu Tode geprügelt wird, ob sie dann immer noch die armen (arbeitlosen) Migranten in Schutz nehmen wollen.

Dass Angehörige emotional reagieren ist normal und verständlich. Genau deshalb ist es in einem Rechtsstaat nicht Aufgabe der Angehörigen, sich in (Selbst-)Justiz zu üben, sondern Aufgabe des Staates. Problematisch wird es z.B. dann, wenn diese Angehörigen *****. Ähnlich wie ein Richter nicht über den Mörder seines eigenen Sohnes richten darf, sollte ein ***** nicht ***** Rache für die Attacke an seinen Kindern üben.

Es gibt eine einfache Regel, die kein gesunder Hausverstand abstreiten kann: wer sich benimmt ist willkommen, wer nicht, der wird dorthin zurückgeschickt, wo er hergekommen ist.

Nein, Zuwanderer sind einfach genau so zu behandeln, wie Einheimische. Wenn sie etwas verbrechen, gehören sie hinter Gitter und nicht etwa im Ausland in die Freiheit.

Da muss ich wiedersprechen. Solange ein Zuwanderer ausschließlich von den Geldern der Region abhängig ist und selbst keine Arbeit hat, so darf man sehr wohl bei kriminellen Akten jene Personen wieder nach Hause schicken.

Es ist nun mittlerweile bestätigt, dass es sich bei den Tätern um arbeitslose und bereits vorbestrafte Personen handelt. Finden sie er korrekt solche Leute mit unseren Steuergeldern zu erhalten?
Übrigens, das Land stellt gratis Deutsch und Italienischkurse zur Verfügung, aber nur die wenigsten nehmen dieses Angebot, trotz Arbeitslosigkeit, in Anspruch. Auch in Ordnung?

Die Medien in Südtirol verhalten sich unangebracht und berichten in populistischen Tönen mit Unterstellungen – das ist doch nichts neues. Damit will ich natürlich nicht die Tat herunterreden oder sagen, dass es sich dieser Vorfall so zugetragen hat. Ich glaube, wenn man eine Statistik über derartige Straftaten in Südtirol erheben würde, wären „Ausländer“ prozentuell stark überrepräsentiert; die Frage ist nun aber, welche Schlüsse man daraus ziehen soll. Vergleichen wir die Situation mit den USA. Dort sind Latinos und Schwarze in Gefängnissen prozentual überrepräsentiert. Heißt das, das Latinos und Schwarze schlechte Menschen sind und wir Weißen, die herrschende Rasse sein sollen, die über die Sünder schauen???? Oder ist die Erhebung und Zitierung einer solchen Studie eine rassistische Tat?? NEIN! Nur das Schlüsse ziehen ist rassistisch, wenn man ihnen eine generell kriminelle Veranlagung,basierend auf dieser Studie, unterstellt. Ich glaube, das muss auch in Südtirol gesagt werden.
Ausländer werden häufiger straffällig:
–>Ausländer sind schlechte Menschen, oder
–>Es braucht Reformen bei der Integration
…Ich glaube es sollten hier viel mehr Aspekte angesprochen werden: Türsteher, Polizei, Integration; aber die Wurzel des Übels kann nicht bei der Untätigkeit der Polizei oder der Türsteher liegen. Das ist eine sehr kurzsichtige Betrachtung der Situation. http://www.bjs.gov/index.cfm?ty=datool&surl=/arrests/index.cfm
Ein Bekannter von mir ist „Ausländer“, Muslim und spricht selbst von einer Epidemie von ausländischen Schlägern, die nach seiner Ansicht sofort bei Straffälligkeit ausgewiesen werden sollten. Ich selbst finde, man sollte zuerst einmal die Integration verbessern, der Polizei mehr macht im Umgang mit kriminellen geben und diese auch im Extremfall ausweisen können, falls sie nicht in unsere Gesellschaft integrierbar sind. Aber diese Pauschale Verurteilung durch diese Aktion wird wieder einmal keine Diskussion fördern. die Integration wird erschwert werden und die Kriminalitätsrate von Ausländern in einem Land, in dem sie nicht Willkommen sind, wird meines Erachtens Steigen. Liebe SVP, wir brauchen eine Gute Integration von Zugezogenen, mehr Befugnisse für die Polizei im Umgang mit kriminellen Jugendlichen(Und auch deutlich mehr Anstrengungen, weil diese ja schon über das Problem bescheid weiß). Das erreichen wir mit eigenen Gesetzen in diesen Bereichen, nicht mit pauschalen Verurteilungen. Die Dynamik in dieser Debatte geht in Richtung mehr Polizei gegen Kriminelle anstatt der Verhinderung von Verbrechen, indem man den Kriminellen alternativen gibt. Machen wir doch nicht den Fehler, zu einer Gesellschaft wie in den USA zu verkommen, in dem Kriminelle bestraft anstatt Resozialisiert werden. Das Verbrechen beginnt mit dem Kriminellen, geben wir Ihnen Alternativen, ob sie nun aus ST kommen oder nicht. Die Polizei wird die Verbrechensrate nicht merklich senken können, nur die der Verurteilten!!!!

Besorgniserregend in Bezug auf den Zustand des Rechtsstaats, in dem wir leben, sind die Aussagen von Staatsanwalt Rispoli, der im Interview mit dem AA zu bedenken gibt, dass bei Verletzungen mit einer Prognose von unter 20 Tagen so gut wie gar keine rechtlichen Mittel zur Verfügung stünden. Ein funktionierender Rechtsstaat muss den Bürgern aber das Gefühl geben, dass er ihre Unversehrtheit angemessen schützt.

Dies ist korrekt. Allerdings kommen dadurch möglicherweise etliche Fälle nicht zur Anzeige, da es der privaten Initiative überlassen wird Anzeige zu erstatten oder auch nicht.

Besorgniserregend in Bezug auf den Zustand des Rechtsstaats, in dem wir leben, sind die Aussagen von Staatsanwalt Rispoli, der im Interview mit dem AA zu bedenken gibt, dass bei Verletzungen mit einer Prognose von unter 20 Tagen so gut wie gar keine rechtlichen Mittel zur Verfügung stünden. Ein funktionierender Rechtsstaat muss den Bürgern aber das Gefühl geben, dass er ihre Unversehrtheit angemessen schützt.

Das hatte ich oben bereits angesprochen: Polizei und Justiz bieten den Opfern solcher Gewalttaten keinen Schutz.

Wenn es sich nicht um eine vorsätzliche Körperverletzung mit einer Heilungsdauer von mehr als 20 Tage handelt, ist die Straftat gemäß Artikel 582 des Strafgesetzbuches nur auf Strafantrag des Verletzten strafbar, sonst nicht. Es braucht also nicht nur eine einfache Strafanzeige (denuncia), sondern einen Strafantrag (querela).

Im vorliegenden Fall hat die albanische Bande aber eine Schlägerei angezettelt, die Körperverletzungen zur Folge hat. In so einem Fall sieht Artikel 588 des Strafgesetzbuches drei Monate bis fünf Jahre Haft vor und zwar als Offizialdelikt, das heißt die Staatsanwaltschaft muss von Amts wegen Ermittlungen aufnehmen (procedibilità  d’ufficio), ohne dass die Verletzten einen Strafantrag stellen müssen.

In diesem Lichte ist die heutige Aussage von Staatsanwalt Rispoli, man solle solche Leute sofort anzeigen, nicht überzeugend. Wenn jemand beim Polizeipräsidium in Bozen eine Anzeige zu Protokoll geben will, kann es übrigens sein, dass er mehrere Stunden warten muss. Sehr bürger- und opferfeindlich.

wenn der beamte gütig ist kann man die anzeige auch auf deutsch machen, meistens aber nicht

Laut BM Spagnolli hätten die Polizeikräfte die Situation falsch eingeschätzt. Dies muss auf jeden Fall thematisiert werden. Beschwichtigungen diesbezüglich nützen niemandem.

… langsam muß wohl davon ausgegangen werden, dass wir ein zweites Problem haben: Polizei und der italienische Rechtsstaat? – Der seine Bürger schützen sollte, gemeint sind natürlich die Bürger aller Sprachgruppen!

Dazu kommt, dass in vielen Einwandererfamilien ein archaisches Verständnis von Ehre und der Rolle des Mannes in der Familie herrscht. Gewalt wird als legitimes Mittel zur Bewahrung bzw. Wiederherstellung der „Familienehre“ betrachtet.

Ein krudes spätmittelalterliches Welt- und Frauenbild, das sich mit unserem Gesellschaftsverständnis schlecht verträgt. Problembären sind nicht „Migranten“ an sich (z.B. ein Schweizer, der von St. Gallen nach Bozen „migriert“ oder ein Russe in Meran), sondern manche Zuwanderer aus teilweise problematischen Gruppen (Moslems, Araber, Albaner, Rumänen …). Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern hängt mit der im Artikel genannten Schwierigkeit von manchen dieser Leute zusammen, sich in unsere Gesellschaft einzufügen.

Ich denke ein großes Problem ist auch, dass man sich als deutschsprachiger Südtiroler etwas unwohl fühlt wenn es darum geht, mit den Sicherheitskräften in Kontakt zu treten. Diese sind meistens Italiener und leider auch oft nicht gerade „deutsch-südtiroler-freundlich“. Erst kürzlich musste ich wieder mitanhören, wie kleine Gruppen von Staatspolizisten bzw. Carabinieri von „crucchi“ und „baccani“ sprachen wenn sie glaubten niemand hört zu. Es gibt auf ital. Seite häufig eine latente Abneigung gegen alles Deutsche (die oft in Hass gipfelt), das müsste auch einmal thematisiert werden. Und vor allem müsste das Problem mit den Sicherheitskräften europäisch gelöst werden. Es müsste sich doch ein mutiger Abgeordneter finden lassen, der vor dem EU- Parlament eine Anfrage einbringt, warum in einem Land wie Südtirol mit ca. 70% deutschsprachiger Bevölkerung die Sicherheitskräfte fast immer Italiener sind. Das kann es doch nicht sein, dass man hier von einem fremden Heer, fremder Polizei und fremder Gerichtsbarkeit regiert wird. Wir sind doch nicht im alten Rom oder im Faschismus sondern leben im Jahr 2013 in Europa möchte man meinen. Wie gesagt, wenn einem deutschsprachigen Südtiroler so etwas schreckliches passiert (wie z.B. von Schlägerbanden angegriffen zu werden), ist der doppelt „geleimt“. Zuerst wird er malträtiert und dann kann er nicht einmal in seiner Muttersprache mit den Ordnungskräften reden (bzw. einfach das Gefühl haben das sind nicht „meine“ Leute die da die Anzeige aufnehmen, oder noch schlimmer: Ablehnung spüren von ital. Seite) und fühlt sich eben dadurch noch mehr im Stich gelassen. Das ist ein großes Problem hier bei uns. Solange man noch bei Italien verbleiben muss, könnte eine eigene Landespolizei wie in Katalonien (und nicht dass diese wieder wie so vieles hier schlussendlich doch Italien untersteht) eine Lösung sein.

Ich muss gestehen, dass ich deinen Kommentar erst gar nicht veröffentlichen wollte. Jetzt nehme ich ihn aber zum Anlass für eine Antwort.

Ich denke ein großes Problem ist auch, dass man sich als deutschsprachiger Südtiroler etwas unwohl fühlt wenn es darum geht, mit den Sicherheitskräften in Kontakt zu treten. Diese sind meistens Italiener und leider auch oft nicht gerade ”deutsch-südtiroler-freundlich”. Erst kürzlich musste ich wieder mitanhören, wie kleine Gruppen von Staatspolizisten bzw. Carabinieri von ”crucchi” und ”baccani” sprachen wenn sie glaubten niemand hört zu. Es gibt auf ital. Seite häufig eine latente Abneigung gegen alles Deutsche (die oft in Hass gipfelt), das müsste auch einmal thematisiert werden.

Ich würde das erstens nicht verallgemeinern und zweitens nicht darauf zurückführen, dass es »Italiener« sind. Aber es gibt auch meiner Meinung nach sehr wohl ein Problem mit der Mehrsprachigkeit der Beamten und auch mit dem Selbstverständnis als »Staatsmacht«. Deshalb plädiert BBD seit langem für eine Landespolizei.

Und vor allem müsste das Problem mit den Sicherheitskräften europäisch gelöst werden. Es müsste sich doch ein mutiger Abgeordneter finden lassen, der vor dem EU- Parlament eine Anfrage einbringt, warum in einem Land wie Südtirol mit ca. 70% deutschsprachiger Bevölkerung die Sicherheitskräfte fast immer Italiener sind. Das kann es doch nicht sein, dass man hier von einem fremden Heer, fremder Polizei und fremder Gerichtsbarkeit regiert wird.

Es ist doch völlig wurscht, ob es sich um Deutsche, Italiener oder Marokkaner handelt, solange sie die Amtssprachen beherrschen und ihren Pflichten auf rechtsstaatliche Weise nachkommen.

Wennschon benötigen wir den politischen Willen zu einer Landespolizei, aber illegal ist die derzeitige Situation sicher nicht.

Zuerst wird er malträtiert und dann kann er nicht einmal in seiner Muttersprache mit den Ordnungskräften reden (bzw. einfach das Gefühl haben das sind nicht ”meine” Leute die da die Anzeige aufnehmen, oder noch schlimmer: Ablehnung spüren von ital. Seite) und fühlt sich eben dadurch noch mehr im Stich gelassen. Das ist ein großes Problem hier bei uns.

Ich finde deine ganze Argumentation ziemlich abstrus und ehrlich gesagt auch unerträglich. Der Bürger braucht nicht das Gefühl, dass die Anzeige von »seinen« Leuten aufgenommen wird — sondern eine professionelle Vorgehensweise und echte Hilfe. Es ist ja nicht so, dass wir einem Italiener italienische Beamte, einem Deutschen deutsche und einem türkischen Zuwanderer türkische Beamte schicken müssen, damit alles gut ist.

Solange man noch bei Italien verbleiben muss, könnte eine eigene Landespolizei wie in Katalonien (und nicht dass diese wieder wie so vieles hier schlussendlich doch Italien untersteht) eine Lösung sein.

Ja, das wäre eine Lösung für die tatsächlichen Probleme wie mangelnde Mehrsprachigkeit, geringe Bürgernähe und fehlende Koordinierungsmöglichkeit auf Landesebene.

Kann sein dass mein Beitrag nicht ganz in Form der „political corectness“ verfasst ist. Aber frag doch mal einen deutschsprachigen Südtiroler warum er nicht ganz normal mit „Grüßgott“ grüßt wenn ihn eine Carabinieri-oder Staatspolizeistreife in Südtirol anhält. Man will eben keine Probleme, man ist eingeschüchtert. Warum wohl? Und mit „meine“ Leute kann auch ein anderssprachiger oder italienischsprachiger Mitbürger gemeint sein, der genauso wie ich mindestens die großen Landessprachen und bestenfalls nebenbei den in Südtirol üblichen bairisch-österreichischen Dialekt versteht oder spricht (oder sich halt bemüht).

Es ist ja nicht so, dass wir einem Italiener italienische Beamte, einem Deutschen deutsche und einem türkischen Zuwanderer türkische Beamte schicken müssen

Nein, aber mehrsprachige Beamte, nachdem wie ich sagte 70% Prozent der Bevölkerung Südtirols deutschsprachig ist aber ein großer Teil der Sicherheitskräfte italienischsprachig (und vor allem nicht mehrsprachig und eben sehr nationalstaatlich geprägt). Ist dies etwa normal?

Eben — es ist ein sprachliches Problem, kein ethnisches.

Dein frommes Wunschdenken in Ehren, aber es ist sehr wohl auch ein ethnisches Problem, weil eben diese ital. Polizisten oft Vorbehalte gegen uns als österreichische Minderheit in Italien haben.

Hallo Steve, mir kommt es vor, als wärst du irgendwie „voreingenommen“, oder täusche ich mich da?

Die Bösen Ausländern schlagen die Braven Tiroler, und die Braven Tiroler müssen als Strafe auch noch mit Bösen Italienischen Polizisten reden, klingt doch alles irgendwie konstruiert, oder?

Man muss gegen die Gewaltbereitschaft vorgehen, egal von welcher Seite sie kommt, und der erste Schritt dazu ist Zivilcourage und Nichtwegsehen. Und wenn es jetzt schon so viele Zeugen geben soll, dann ist das noch schlimmer, denn dann haben viele zugeschaut!!! Nicht mal weggeschaut, ZUGESCHAUT!!!!

Und ich glaube, den Opfern ist am Ende egal, welche Sprache ein Polizist spricht, wenn er in wenigen Minuten vor Ort ist, um zu helfen, da kann er für mich auch spanisch, englisch oder chinesisch sprechen.

Und ich glaube, den Opfern ist am Ende egal, welche Sprache ein Polizist spricht, wenn er in wenigen Minuten vor Ort ist, um zu helfen, da kann er für mich auch spanisch, englisch oder chinesisch sprechen.

Nein, die Polizei muss die Landessprachen beherrschen — auch, um überhaupt effizient helfen zu können (Beschreibung des Tathergangs, evtl. Täterbeschreibung, Gesundheitszustand des Opfers…).

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