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Klar und deutlich.
Quotation 123

Gestern, 10. Februar 2014 — Salto kommentiert:

Da ist es also. Das Ergebnis des Referendums zur Direkten Demokratie. Das Volk ist zu den Urnen gegangen und hat entschieden. Klar und deutlich, das Nein unüberhörbar, doch es gibt die, die auf Durchzug schalten. Nicht hinhören wollen, oder nicht können.

Was ist geschehen? 67.122 Südtirolerinnen (16,70% der Stimmberechtigten) haben per Referendum das neue Gesetz zur Bürgerbeteiligung abgelehnt.

56.395 Südtirolerinnen (14,03% der Stimmberechtigten) hatten sich neulich ausdrücklich für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts ausgesprochen — bislang weitgehend ignoriert, auch von Salto.

Democrazia Discriminaziun Medien Mitbestimmung Politik Selbstbestimmung | STF-Befragung Zitać | | Salto | Südtirol/o | | Deutsch

24 replies on “Klar und deutlich.
Quotation 123

Das sind ja auch zwei sehr verschiedene Paar Schuhe, direkte Demokratie bzw. Abstimmungen sind meistens nur derweilen gut, solange der Pöbel auch brav das “Richtige” ankreuzt, also die Meinung der veröffentlichen Presse und der Intelligenzija bestätigt wird.

Wenn das Volk mal nicht den selben Standpunkt wie die Meinungsmacher besitzt, jaulen diese auf, wie man aktuell auch sehr schön an der Schweizer Abstimmung feststellen kann.

Glaubwürdigkeit äußert sich dadurch, dass vergleichbare Phänomene auch ähnlich kommentiert werden bzw. ihnen ähnliche Relevanz eingeräumt wird. Liebe Salto Leute, Glaubwürdigkeit sieht anders aus, aber anscheinend verträgt sich diese nicht mit Ideologie.
Demgegenüber ist das Tagblatt der Südtiroler ja direkt kohärent und redet beide Ereignisse in ihrer Relevanz klein. Dies ist auch ideologisch gefärbt, aber zumindest aus ihrer Optik und ihrem Machtkalkül nachvollziehbar.
Für ein Medium (Salto), das den Anspruch erhebt eine erfrischende Alternative zum Südtiroler Mainstream darzustellen bedeutet dieses Verhalten schlicht und einfach: Projekt (zumindest bis dato und was den redaktionellen Teil betrifft) gescheitert.

Salto war angetreten ein unabhängiges Nachrichten Portal für Südtirol zu sein.
Dann muss man klar sagen: voll gescheitert.
Mir war relativ schnell klar, dass es ein Portal der Südtiroler Grünen ist. Nicht dass ich etwas gegen die Grünen im Allgemeinen habe, ich habe sie früher gewählt. Aber wie wir auch hier schon oft diskutiert wurde, sind die Südtiroler Grünen nicht mit den Grünen anderer Länder vergleichbar. Hier zeigt es leider sich einmal mehr.

Warum gescheitert? Um auf Salto zu posten, muss man weder links, noch grün, noch Südtiroler sein. Kommentare gehen sofort und ungefiltert live. Wo gibt es das sonst bei uns? Etwa hier auf bbd? Ob Salto in diesem Sinne ein Erfolg ist/ wird, hängt alleine von der Community ab. Ich finde es ganz schön schwach, wie wenige sich trauen, mit vollem Namen dort ihre Meinung kundzutun. Lieber jammern, anstatt das Angebot wahrzunehmen, und der Redaktion die Schuld an der eigenen Unterlassung geben. Heuchler! Wenn ihr was zu sagen habt, dann schreibt! Wenn ihr nur konsumieren wollt, dann lasst den anderen ihre Meinung. Niemand erwartet von den Machern der bbd Seite neutrale Sichtweise zum Thema Selbstbestimmung. Genaugenommen ist bbd ein Lobbying Portal – und da ist ganz und gar nichts verkehrt daran. Mein Respekt gilt jedem, der sich mit Engagement idealistisch einsetzt, hier wie dort. Ball flach halten, Leute! Ein Scheitern von Salto wäre auch euer Versagen! Tut es aber nicht.

Und noch was:
Es wurde auf salto schon öfters beanstandet, dass in den Artikeln nicht sauber zwischen Tatsachenbericht und Meinung des Verfassers unterschieden wird.
Ich dachte jedoch, das wäre gängige journalistische Praxis.
Genau mit solchen Verhaltensweisen wird dort Politik gemacht. Wer dies kritisiert, wird aber sofort von den treuen Gefolgsleuten der Autoren als Rufer nach Zensur gebrandmarkt.
Aussagen wie: “…Einmal der trostsuchende und raunzende Bizzo, der seit den Landtagswahlen 2013 nur eines will: gesehen werden und ein Amt bekleiden.
http://www.salto.bz/de/article/13022014/paul-koellensperger-vergessen-wir-thomas-benedikter-nicht
oder:
“Schließlich gibt es so etwas wie Interpretationsfreiheit, oder?”
http://www.salto.bz/de/article/12022014/klaus-ladinser-fordert-siegesdenkmal-kontrolle
…als Anfangs bzw. Schlussatz eines vermeintlichen Tatsachenberichtes, schmälern das journalistische Gewicht dieser Plattform meiner Meinung nach ganz gewaltig.
Zuallererst, wenn es um das Thema “Selbstbestimmung” geht.
Sollte Salto scheitern, ist es gewiss nicht unsere Schuld, denn Eigentore schießt man sich bis dato immer noch selber…

Wenn ihr was zu sagen habt, dann schreibt! Wenn ihr nur konsumieren wollt, dann lasst den anderen ihre Meinung.

Ist es wirklich zuviel verlangt von einem Nachrichtenportal, wenn man etwas mehr Objektivität walten läßt -auch gegenüber uns Selbstbestimmungsbefürwortern ? Vor allem die professionellen Journalisten sind auf Salto durch sehr einseitige Berichterstattung zum Thema Unabhängigkeit negativ aufgefallen. Warum soll ich als Privatperson diese einseitige Berichterstattung zurechtrücken müssen ? Eine ausgewogene Haltung setze ich bei professionellen Journalisten voraus.
Im Übrigen kann und will ich den Leuten bei Salto nicht ihre Meinung verbieten. Aber Pressefreiheit bedeutet automatisch auch, das das, was in der Presse geschrieben wird auch kritisiert werden darf. Nix anderes tun wir hier.
Auch kann ich nicht nachvollziehen, warum Du uns vorwirfst, nicht mit vollen Namen aufzutreten. Nicknames sind im Internet vollkommen normal. Mir sind Leute, die anonym bleiben und dabei sachlich diskutieren zehn mal lieber als gewisse Journalisten, die zwar mit ihrem Klarnamen schreiben ,aber andere als “Verrückte” und ahnliches bezeichnen.

@bzler
Ich glaube, einmal muss zwischen community und redaktionellem Teil unterschieden werden. Ich beziehe mich auf den redaktionellen Teil. Meines Wissens, du kannst mich gerne korrigieren, verfügt salto doch über etliche (4?) Vollzeitäquivalente in der Redaktion. Der Output scheint mir für 4 Vollzeitäquivalente doch etwas mager zu sein. Wirklicher Recherchejournalismus findet beinahe nicht statt. Von der doch häufig erkennbaren ideologischen Färbung vieler redaktioneller Beiträge reden wir da noch nicht.
Zu BBD. Der Politblog Brennerbasisdemokratie arbeitet völlig ehrenamtlich und hat nie den Anspruch erhoben ein Nachrichtenportal zu sein. Salto, wird indirekt auch über öffentliche Gelder finanziert und hat den Anspruch ein unabhängiges, für die Südtiroler Medienlandschaft erfrischendes Nachrichtenportal zu sein. Das sind zwei grundverschiedene Dinge.
Ich lasse jeden selbst beurteilen, ob der Anspruch erfüllt werden konnte und, ob die gesetzten Ziele mit einer etwas anders justierten Ausrichtung nicht besser zu erreichen wären. Damit meine ich auch, dass bestimmte Südtiroler Tabuthemen, wie z.B. das Thema Selbstbestimmung nicht von vorneherein, mit stark ideologisch gefärbtem Grundton behandelt werden.

mich stört auch vor allem die vermischung von information und meinung, wie man sie aus dem boulevard kennt. als boulevard ist salto meiner information aber nicht angetreten.

Ho il vago sospetto che le critiche a salto poggino sul fatto che il portale (ups, la redazione) non suoni il tamburo per l’autodeterminazione. In effetti non lo fa. Altrimenti sarebbe un blog tipo BBD. Sulla valutazione riguardante il “successo” del “referendum” organizzato da S-Freiheit a mio avviso continuano a valere i dati oggettivi che un portale “indipendente” dovrebbe far valere: si è trattato di un sondaggio mascherato, realizzato fondamentalmente in modo improprio (a fini elettorali), protratto nel tempo (quasi due mesi, se non sbaglio) e dunque difficilmente paragonabile a una consultazione che invece aveva tutti i crismi di un VERO referendum. Insomma, una cosa era seria, l’altra molto meno.

@ gadilu
kritik ist völlig legitim. die journalistische sorgfalt verlangt jedoch, dass in einem informationsartikel diese kritik von den interviewten quellen und nicht vom redakteur kommt. sollte der redakteur eine wertung zu etwas abgeben wollen, hat dies in einem kommentar zu erfolgen. das ist eine der obersten grundregeln von qualitätsjournalismus.

11.02.2014:
http://www.salto.bz/de/article/11022014/redaktion-und-meinung

12.02.2014:

Schließlich gibt es so etwas wie Interpretationsfreiheit, oder?

http://www.salto.bz/de/article/12022014/klaus-ladinser-fordert-siegesdenkmal-kontrolle

13.02.2014:

…Einmal der trostsuchende und raunzende Bizzo, der seit den Landtagswahlen 2013 nur eines will: gesehen werden und ein Amt bekleiden.

http://www.salto.bz/de/article/13022014/paul-koellensperger-vergessen-wir-thomas-benedikter-nicht

Da geht es nicht um die technische Umsetzbarkeit der Trennung von Kommentar und Berichterstattung.
Es geht darum, ob man von allen Lesern ernst genommen werden will oder nur von der eigenen Klientel.

Ho il vago sospetto che le critiche a salto poggino sul fatto che il portale (ups, la redazione) non suoni il tamburo per l’autodeterminazione.

Zweifellos, wir machen auf die ideologisch gefärbte Berichterstattung auch deshalb aufmerksam, weil sie zur verzerrten Darstellung uns wichtiger Themen beiträgt. Aber: Wir fordern nicht ebenso verzerrte Berichterstattung zugunsten der Selbstbestimmung. Mal davon abgesehen dass wir eh gar nichts konkret fordern, sondern unsere legitime Kritik anbringen, würden wir uns schon mit etwas mehr Objektivität begnügen.

Salto steht wie jedem privaten Medium seine inhaltliche Linie und sein Umgang mit Meinung (einschließlich ihrer Kennzeichnung) zu — genauso wie uns die Möglichkeit zur Kritik.

@Manni: das mit dem Klartext war kein Vorwurf sondern Bedauern. Mir sind anonyme, spitze Federn auch lieber als die schweigende Masse. Wer aber den Mut hat, sich unter seinem Namen zu verewigen, dem sollte auch zugestanden werden, dies auf seine Weise zu tun. Klartext Namen bei der Community, ist der einzige Anspruch Salto, der tatsächlich scheitern könnte. Jeder hat die Wahl und die Summe ergibt dann so etwas wie eine Portalkultur.

@niwo: Keine Ahnung, wie sich Salto bzw. Demos finanziert ( ich dachte, es wäre eine Genossenschaft mit Mitgliedsbeiträgen und die Werbung tut den Rest – ist das naiv von mir?), aber die Darstellung, dass Salto am öffentlichen Topf hinge, während bbd noch nie einen Euro genommen hätte, kann so nicht im Raum stehen bleiben. Ich weiß aber nicht, wer uns hier aufklären kann/ will. Wie kommst Du zu dieser Sichtweise?

Wie hier bereits geschrieben wurde, steht es selbstverständlich allen offen, einzelne Inhalte auf salto oder auch salto.bz als Projekt insgesamt zu kritisieren. Grundsätzlich können wir jeder kritischen Diskussion Anregungen und Anhaltspunkte für Verbesserungen entnehmen, auch wenn wir sicher nicht alle Punkte teilen. Ich möchte an dieser Stelle als Präsident des salto-Herausgebers, der Genossenschaft Demos2.0, ein paar Dinge präzisieren:

  • salto ist unabhängig, aber nicht wertfrei, d.h.es gibt eine Blattlinie und dementsprechend bei politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen Präferenzen und (Vor)urteile. Die Frage der Abgrenzung zwischen der reinen Beschreibung von Fakten, ihrer Interpretation und der Äußerung von Meinungen ist eine, die nicht nur salto sondern dem Journalismus insgesamt innewohnt. Ein salto-spezifisches Problem ist, dass derzeit die grafische/optische Differenzierung von unterschiedlichen journalistischen Formaten auf dem Portal beschränkt ist, was die saubere Trennung von Berichterstattung und Kommentar erschwert. Wir als Herausgeber sind uns des Problems bewusst und arbeiten an einer Lösung.
  • Die Redaktion arbeitet in großer Unabhängigkeit vom Herausgeber, und der Herausgeber ist eine Genossenschaft, die von normalen BürgerInnen gegründet wurde, derzeit etwa 100 Mitglieder zählt und deren Mitgliedschaft allen offen steht. Obendrauf erhält die Community mit ihren Beiträgen eine sehr hohe Visibilität – und zwar (solange in Einklang mit der Netiquette) unabhängig von der ideologischen Ausrichtung der Beiträge. Dass salto ein Portal der Grünen (oder von sonst einer bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Interessensgruppe) sein soll, stimmt demnach weder der Form noch den Inhalten nach.
  • salto hat nur in dem Ausmaß öffentliche Förderungen erhalten, wie es auch anderen start-ups, nicht nur im Medienbereich, offen steht. Der weitaus größere Anteil der finanziellen Ressourcen kommt aber aus dem durch die Genossenschaft zur Verfügung gestellten Kapital und – mit stark steigendem Anteil – aus den Einnahmen durch Werbung und Kooperationen.
  • als start-up Projekt ohne finanzielle Rückendeckung hat salto mit knappen Ressourcen zu rechnen. Die Redaktion besteht aus 5 Teilzeitkräften. Wenn man bedenkt dass ein online Portal laufend und idealerweise 7 Tage auf 7 neuen Content haben muss, und nochdazu in unserem Fall zwei Sprachen abzudecken sind, dann ist es klar, dass die Decke kurz ist. Intensive Recherche und investigativer Journalismus sind ambitionierte Ansprüche, die Teil unserer Projektidee sind, aber nur dann konsequent umgesetzt werden können, wenn salto stetig wächst und seine finanzielle Basis konsolidiert.

Diejenigen, die am Sonntag mit Nein gestimmt hatten, konnten sich darauf verlassen, daß ihre Entscheidung im Falle eines Sieges sofort in die Tat umgesetzt wird. Die Teilnehmer der STF-Umfrage haben hingegen gewußt, daß die Landesregierung nicht am nächsten Tag Schritte für ein offizielles Selbstbestimmungsreferendum in die Wege leiten wird. Überspitzt formuliert: Es ging um nichts.
Daher ist das Ergebnis der STF-Umfrage umso beachtlicher. Wenn man bedenkt, daß die SVP ca. 50.000 Mitglieder hat, die offensichtlich nicht dazu gebracht werden konnten, in die Wahllokale zu gehen, haben an der STF-Umfrage fast dreimal soviel Leute für das Recht auf Selbstbestimmung gestimmt, wie die STF Wähler hat.
Auf die geringe Mobilisierung der SVP Karteileichen -pardon:Parteimitglieder – hat übrigens auch Meinungsforscher Atz auf Rai Südtirol hingewiesen.

All diese Tatsachen, müssten einen halbwegs objektiven Journalisten eigentlich dazu bewegen, etwas ausgewogener zu berichten. Eine richtige Alternative zu den herkömmlichen Medien sieht anders aus, ich kann niwo daher nur voll zustimmen.

SVP = SVP, mit oder ohne “Wandel”. “Wandel” eine Floskel…..
Salto, für mich ein linkes Portal, das genau wie unsere “Intelligenzija”, jeden Deut, jede Diskussion der Unabhängigkeitsbefürworter nicht sehen will.
Und dann immer wieder darüber wundern dass dieses Thema von F und STF, der volkstumspolitische Flügel, besetzt wird.
Zum Glück gibt es hier BBD, das mit seinen Ansichten endlich die Unabhängigkeitsdiskussion über die Parteien stellen will. Und auch neue Wege dorthin aufzeigt. :)

Würde “linkes” mit “südtirolgrünes” Portal ersetzen.
Aber ich befürchte da trete ich jetzt eine ganz andere Diskussion los…
btw: bbd würde ich als linkes Portal definieren, obwohl diese Begrifflichkeiten sperrig wie ein Regenschirm in der U-Bahn sind.

Hast du was gegen Linke? Auch ich sehe mich als Linker, und ich verstehe nicht, was links mit der Selbstbestimmung für Südtirol zu tun haben soll.
Und ich sehe auch nicht, dass das Portal “Salto” links sein soll, da tümmeln sich einfach alle rum, die glauben, für das friedliche Zusammenleben in diesem Land müsste man beim Staat Italien bleiben.
Oder ist man einfach links, wenn man gegen die Selbstbestimmung Stimmung macht?

Die italienischen Sozialisten haben 1920 gegen die Annexion Südtirols gestimmt. Südtirol hat das viel zu wenig gewürdigt. Leider gibt es heute in Italien keine Linke mehr, die diesen Namen verdient. Am allerwenigsten ist Salto links. Wohl aber formiert sich in Italien langsam wieder eine vorerst noch außerparlamentarische Bewegung, die linken Idealen wie Pazifismus, Solidarität, individuelle und kollektive Freiheit (Selbstbestimmung) verpflichtet ist. STF ist die einzige politische Kraft Südtirols, die mit diesen Bewegungen in Kontakt steht und sie zu unterstützen versucht.

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