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Unfassbar. Verantwortungslos.

Das schlägt jetzt dem Fass endgültig den Boden aus. Wie Medien berichten, konnte heute die faschistische Unitalia mit einem Rudel Skinheads unbehelligt einen Kranz vor dem Kapuziner Wastl ablegen, während mit einem Großaufgebot der Polizei verhindert wurde, dass sich die Schützen dorthin begaben. Obwohl deren Kundgebung regulär angemeldet worden war.

Es ist unerträglich, dass der Staat, der unparteiisch für die Einhaltung der Spielregeln zu sorgen hat, sich gerade am 25. April zum Komplizen der Rechtsextremistinnen macht — wenn es nur die richtigen sind. Eine — nach meiner Einschätzung unglaubwürdige und kontraproduktive, aber immerhin friedliche — Kundgebung gegen ein faschistisches Denkmal wurde hingegen derart mit Auflagen belegt, dass Grundpfeiler des Rechtsstaates ausgehebelt wurden.

Mit diesem Vorgehen werden die Spannungen zwischen den Sprachgruppen nicht entschärft, sondern gezielt geschürt. Unfassbar. Verantwortungslos.

Ich hoffe, die Landesregierung wird sich gegen diese Politik zur Wehr setzen. Es ist wohl Verpflichtung aller demokratischen Parteien im Lande, gleich wie kritisch sie den Schützenaufmarsch sehen, gegen diesen Vorfall zu protestieren.

Nachtrag: Videodokument der Schützen.

Im Video gut zu sehen die Lonsdale-Shirts, die bei Neonazis sehr beliebt sind, weil der Markenname den Wortteil “NSDA[P]” beinhaltet.

Siehe auch:

Colonialismi Faschismen Politik Polizei | Faschistische Relikte | | | Südtirol/o | PDL&Co. Schützen Staatspolizei | Deutsch

7 replies on “Unfassbar. Verantwortungslos.”

Das ist ungeheuerlich, eine wahre Politik der Eskalation. Der Vorwurf trifft alle Beteiligten: Schützen, Unitalia, die Quästur, wobei letztere die Aufgabe hätte zur Deeskalation beizutragen. Wenn Institutionen parteiisch werden, ist das Grund für Hass und Frust. Hoffentlich kommt es zu keiner Gewaltausübung.

hahaha, gewaltausübung… wir südtiroler sind mittlerweile so handzahm geworden, der italienische staat und dessen institutionen könnten uns auf den kopf sch**ssen und wir würden halblaut nach klopapier fragen und noch ein bitte dranhängen. die zeiten sind vorbei, in denen man “besatzer” oder andere ungerechte mit kartoffelsack und knüppel aufgelauert hatte.

aber ich kann mir nie ein lächeln verkneifen, ob bei der kranzniederlegung beim sog. “sieges”denkmal oder bei den “boanrtirm” oder wie in diesem fall beim wast… eine derartig unkritische, unendlich überhebliche selbstbeweihräucherung zeigt nur immer wieder, mit welch barbarischem und revisionistischem volk man es hier zu tun hat… stellt euch vor man würde in deutschland heute noch den wehrmachtssoldaten in afrika oder den ss offizieren huldigen, in aller öffentlichkeit und vom staat mit unzähligen beamten beschützt… toll. wirklich toll, weiter so banana.

oha, harte ware, sehr harte ware… und als vize bm der landeshauptstadt ist es umso härter… wann war das interview?

Innocenti hat Seppi angeblich erlaubt, als “Privatperson” weil ehemaliger Alpini den Kranz niederzulegen. Unsinnige Begründung, weil die Provokation schlicht nicht übersehbar ist. Wenn zwei Seiten derart offensichtlich unterschiedlich behandelt werden, muss das (!) einen offiziellen Protest nach sich ziehen. Ganz deine Meinung.

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