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Post national.

Ich habe gestern von der Post den Poste Italiane einen »Hinweis auf lagernde Korrespondenz« erhalten, wobei ich erfahre, dass ich ein gewöhnliches einschreiben im Ufficio Bressanone – ID Uff. 88235 abholen kann. Es liege in der via San Cassiano 2 in Bressanone und sei aus MO zu FR aus 8.20 zu 19.00 oder am SA aus 8.30 zu 12.30 geöffnet.  Wenn ich jemand anderen mit der Abholung beauftragen möchte, ist eine Unterschrift der beauftragenden Persone erforderlich. Der Hinweis wurde in Data 05/02/2015 ausgestellt.

Fürwahr eine Vorzeigeautonomie, die nach bald 100 Jahren staatlicher Zugehörigkeit (bzw. 70 Jahren Autonomie bzw. 40 Jahren zweiten Autonomiestatuts) keinen zweisprachigen Postdienst hinbekommen hat. Kommet, Frau- und Herrschaften, kommet aus Katalonien und Québec und schauet euch ab, wie man es macht!

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Postdienst Recht Sprachpfusch Verbraucherinnen Zentralismus | | | | | | Deutsch

33 replies on “Post national.”

Warum muss eigentlich sehr häufig ein privat und ehrenamtlich geführter Blog auf diese Missstände aufmerksam machen? Hat unsere Vorzeigeautonomie-Partei zu diesen Themen nichts mehr zu sagen? Oder wie sonst ist die Rhetorik von Vorzeigeautonomie oder Brücke zwischen Nord und Süd zu verstehen?

Ich habe gerade (nicht zum ersten Mal) im Postamt darauf aufmerksam gemacht. Diesmalige Ausrede: Das wird in Mestre übersetzt. Achso, na dann ist ja alles gut! :-D

Schade nur, dass sogar einige handschriftlichen Hinweise im Postamt selbst nur auf Italienisch vorhanden sind (zum Beispiel auf den ausgestellten Paketschachteln: »piccola«, »grande«, »libro«…). Man wartet wohl, bis wer aus Mestre kommt, um das zu übersetzen.

… wir müssen einfach warten bis “Südtirol 100 Jahre Italien” eintritt, dann sind wir “ersessen” und es braucht keine Übersetzungen mehr und wir haben einfach nur Teil Italiens zu sein, – und die EU kann gleich mit aufschnaufen …

Das Postwesen ist eine der schlimmsten Baustellen bei uns…wie kann es sein, dass so viele schon über die Grenze fahren, um ihre LOKALE Post zu verschicken..

Meiner Meinung nach besteht hier dringender Handlungsbedarf. Tut sich hier irgendwas?

Na sicher, Google Translate wird immer besser, dann werden auch die professionellen Übersetzungen aus Mestre verständlicher. Wirst sehen, noch einmal 100 Jahre bei Italien und wir sind perfekt mehrsprachig.

Der Postdienst selbst wird auch immer besser, werden doch gerade weitere zwei Postämter geschlossen. Sobald es nur noch ein Postamt und ein Krankenhaus (in Bozen) gibt, wird auch das ganz professionell, wegen der Mindestfallzahlen und der somit viel größeren Erfahrung.

Meiner Meinung nach besteht hier dringender Handlungsbedarf. Tut sich hier irgendwas?

Vielleicht gelingt es der SVP die Zuständigkeit für die Toiletten in den Postämtern rauszuhandeln. Das könnte vor den nächsten wichtigen Wahlen wieder als Riesenwurf für die Autonomie verkauft werden.

Kommet, Frau- und Herrschaften, kommet aus Katalonien und Québec und schauet euch ab, wie man es macht!

Ich befürchte es könnte bald Frau- und Herrschaften aus Ottawa, Madrid und anderen Hauptstädten kommen um von Rom zu lernen, wie man es macht (nämlich die angeblich beste Autonomie vor zu gaukeln)

Laut Regierungskommissarin gibt es in Bezug auf die gesetzliche Zweisprachigkeitspflicht absolut keine Klagen über Mißachtung der deutschen Sprache. Das Regierungskommissariat kann sich daher voll und ganz darauf konzentrieren, Verstöße gegen die Vorschrift der italienischen Beschriftung von Lebensmitteln zu überprüfen.

Und wo kann man diese Klagen einbringen? Ich hätte da was zu melden, in unserem Postamt sind drei Bedienstete, aber keine spricht auch nur ansatzweise deutsch.

Zuständig wäre theoretisch (!) eben das Regierungskommissariat: commgov.bolzano@interno.it Da habe ich aber niemals eine Antwort bekommen und schon gar nicht wurde irgendeinem Sachverhalt nachgegangen, sodass eine Besserung feststellbar wurde.

Beim Land kümmert sich das Amt für Kabinettangelegenheiten um Verstöße gegen die Zweisprachigkeitspflicht: kabinett@provinz.bz.it Hier habe ich schon den einen oder anderen Erfolg erzielt.

Mag sein, aber von Wien nach Bozen ist es auch deutlich kürzer als von Siracusa nach Sterzing- sogar mit Umweg über Verona. Ich vermute, daß ein Brief innerhalb Liechtensteins nochmal deutlich günstiger ist.

https://post.at/tarifrechner.php?land=IT&gewicht=20&gewicht_art=g
70cent
http://www.poste.it/postali/italia/prioritaria.shtml
80cent

Dazu das die Österreichische Post https verwendet sag ich jetzt nichts. Auch die Benutzerführung ist um Welten besser.
Toll finde ich die bettter-no-letter Kampagne:
http://www.better-no-letter.org/clean.html
Und das bei einem privaten(!) Unternehmen, im Vergleich zur staatlichen Poste Italiane.
Desweiteren verfügt die PostAT eine vollständige (zumindest auf den ersten Blick) englisch Übersetzung während man bei der poste mit einem eingeschränkten Funktionsumfang zurechtkommen muss (es wird z.B gar nicht davon ausgegangen dass man für einen Versand innerhalb Italiens englische Informationen benötigen könnte)

@pérvasion: in einem Staat wird doch der Grossteil der Briefe im Inland selbst verschickt, und in diesem Kontext sollte die Briefmarke die Kosten für die Zustellung “decken”. Der Briefverkehr in Österreich kostet aufgrund der kürzeren Wege etwas weniger als in Italien. In Luxemburg kostet es daher sogar noch weniger.

Hab mal einige Tarife zusammengesucht:
LU Inland: 0,60 €, nach Italien 0,85 €
AT Inland: 0,62 €, nach Italien: 0,70 €
DE Inland: 0,62 €, nach Italien: 0,80 €
GR Inland: 0,65 €, nach Italien: 0,85 €
FR Inland: 0,76 €, nach Italien: 0,95 €
BE Inland: 0,77 €, nach Italien: 1,20 €
IT Inland: 0,80 €, EU+Mittelmeer: 0,95 €
GB Inland: 0,53 GBP, nach Italien: 0,81 GBP
CH Inland: 1 CHF, nach Italien: 1,30 CHF

Fazit: die Österreicher versenden Briefe ins Ausland zu billig. Alle anderen Staaten verlangen 80 Cent oder mehr.

@senoner:
Fazit: Inlands-und Regionaltarife Post/Internet/Telefonie/Roaming für Euregio Tirol?
Im Gegenzug Rundfunkgebühr Österreich bzw. grenzüberschreitender Sender nach Vorbild Arte?

@@schierhangl

Ich überlege ernsthaft (!), eine Ad-Hoc-Diskussionsregel einzuführen, die dir das Fragenstellen untersagt. Dann bist du vielleicht gezwungen, zu erklären, was du jeweils meinst, anstatt Fragen in den Raum zu stellen, die kaum jemand versteht.

Die Post hat leider noch gar nichts geändert – mir ist letzte Woche genau das gleiche passiert, immer noch die gleichen Fehler. Ich finde ja schön dass sie überhaupt Deutsch anbieten (neben Telecom und anderen Anbietern gar nicht so selbstverständlich). Ich wohne aber nun schon länger im deutschsprachigem Ausland und bin nun mal gewöhnt dass deutsch korrekt geschrieben wird. Als ich auf dem Zettel die Fehler rot anstrich und korrigierte (die Post sollte mir dankbar sein dass ich ihnen das gratis ausbessere) wurde die Postbeamtin ganz zornig als sie diesen sah. Dies sei ein Dokument und dürfte nicht so verschmiert werden – nun ja wenn es richtig geschrieben wäre, bräuchte ich es nicht zu verschmieren.

Ich bin mir sicher die Post hat mehrere Mitarbeiter mit deutscher Muttersprache. Es würde denen 5 Minuten kosten dies Korrektur zu lesen. Wie dies derzeit präsentiert wird, ist es ein Affront gegen unsere deutschsprachige Minderheit. Ich lese hier zwischen den Zeilen – “oh wir müssen übersetzen also machen wir es halt, ob es korrekt ist geht uns am A**** vorbei – die crucchi sollen eh das Italienische das ganz oben steht lernen und verwenden”.

Als ich das meinen Eltern erzählte meinten sie nur, ich sollte still sein, sonst nehmen sie das Deutsch noch weg, und das ist ja “nur” ein Abholschein. Ja sicher es ist eine Kleinigkeit im Vergleich zu anderen Problemen die wir in Südtirol haben, aber wo zieht man die Grenze? Sollte man sich alles gefallen lassen weil es nur eine Kleinigkeit ist? Sollen wir in Angst leben dass es uns ja noch schlechter gehen könnte falls wir den Mund aufmachen? Andreas Hofer hätte hier anders gedacht…

Im April hat LH Kompatscher ein Abkommen mit der Post unterzeichnet, demzufolge das Land Südtirol dem italienischen Konzern 10 Millionen Euro überweisen darf.

Diese Woche habe ich (mal wieder) einen »Hinweis auf lagernde Korrespondenz« bekommen und bemerkt, dass seit 2015 kein einziger der im Artikel bemängelten Fehler korrigiert wurde. Ist sich wohl noch nicht ausgegangen.

Den Post-Managern wünsche ich inzwischen viel Spaß mit unserem Geld.

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