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Ruf nach der eisernen Hand.

Der Wunsch der Italienerinnen, das Land einem starken Mann anzuvertrauen, wächst und wächst. Eine mehrjährige Erhebung des Meinungsforschungsinstituts demos & PI für die italienische Tageszeitung la Repubblica konstatiert das.

Waren die Befürworterinnen eines starken Anführers 2004 noch — wenn auch knapp — in der Minderheit (49%), schwoll dieser Anteil bis 2016 stetig auf zuletzt beängstigende 79% an.

Die Vorliebe von Rechtsgesinnten für einen starken Mann an der Spitze des Staates erstaunt wenig. Dabei sehnen Anhängerinnen der Berlusconi-Partei Forza Italia ein solches Szenario fast einstimmig (97%) herbei. Doch noch deutlicher als die Wählerinnen von Lega Nord (88%) oder »Fratelli d’Italia (FdI) und anderen Rechtsparteien« (89%) sprechen sich auch jene von »NCD und anderen Zentrumsparteien« (90%) für eine autoritäre Staatsführung aus.

Selbst die Gefolgschaft von PD (78%) und 5SB (76%) bekennt sich großmehrheitlich zur eisernen Hand.

Wer eine linke Partei wählt, lehnt den starken Mann noch ab. Knapp — denn 47% sind bereits dafür.
Faschismen Politik Umfrage+Statistik | | | la Repubblica | Italy | 5SB/M5S Lega PD&Co. PDL&Co. | Deutsch

5 replies on “Ruf nach der eisernen Hand.”

Warum sollte überhaupt irgendjemand die starke Hand der stay behind Armee Gladio wollen?!
Haben diese nicht schon genug Landsleute umgebracht?

Gestern entschied Massimo Bitonci die erste Runde der Kommunalwahlen in Padua mit großem Vorsprung für sich. Er muss aber noch in die Stichwahl.

Kurz vor der Wahl war ein Foto von Elena Cappellini, Kandidatin von Bitoncis Bürgerliste, aufgetaucht, das sie mit ausgestrecktem Arm in Predappio zeigt. Distanzieren wollte sie sich davon nicht — im Gegenteil.

In der Provinz Mantua, Gemeinde Sermide-Felonica, hat die Liste Fasci Italiani del Lavoro, deren Symbol ein Liktorenbündel »ziert«, über 10% der Stimmen erhalten und zieht damit in den Gemeinderat ein.

Absolut skandalös! Da nützt es auch wenig, dass die Wahlkommission, welche die Liste zugelassen hatte, auf Initiative von Kammerpräsidentin Boldrini, ANPI und anderen hin, vom Innenministerium ex-post abgesetzt worden ist. Der Fatto Quotidiano berichtet, dass dies nur dann Einfluss auf das Wahlergebnis haben wird, falls andere angetretene Listen Einspruch gegen die Entscheidung zur Zulassung einreichen.

falls andere angetretene Listen Einspruch gegen die Entscheidung zur Zulassung einreichen

Was hoffentlich noch passieren wird!

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