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Landtag verurteilt Umgang mit Siegesdenkmal.

In seiner heutigen Sitzung hat der Südtiroler Landtag zwei Beschlussanträge verabschiedet, die sich mit dem Siegesdenkmal in Bozen befassen. Im ersten Antrag werden die faschistischen Relikte und insbesondere die unkritische Sanierung des Siegesdenkmals aufs Schärfste verurteilt. Der Auftrag an die Landesregierung, sich für die Übertragung der Zuständigkeit für das umstrittene Bauwerk stark zu machen, konnte sich unverständlicherweise nicht durchsetzen und musste gestrichen werden.

Mit dem zweiten Beschluss spricht der Landtag sein Bedauern über die Belastung des Zusammenlebens durch die faschistischen Denkmäler aus. Die Landesregierung wird angehalten, den Staat zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit dem Siegesdenkmal zu bewegen, indem es entfernt oder entschärft wird. Dazu gebe es zahlreiche Möglichkeiten. Außerdem soll eine Dokumentation über faschistische und nationalsozialistische Symbole in Südtirol erstellt werden.

Siehe auch:
Arch+Raum Faschismen Politik Zentralismus Zuständigkeiten | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | | | Südtirol/o | Südtiroler Landtag | Deutsch

8 replies on “Landtag verurteilt Umgang mit Siegesdenkmal.”

Ich muss schon lachen wenn die Politiker etwas „verurteilen“.
Total lachhaft wirds dann, wenn sie was auf „schärfste“ verurteilen.
Erinnert mich an die UNO oder Regierungen wenn mal wieder in der Welt was passiert und sie „verurteilen es aufs schärfste“. Toll. Änderts was? Nein!

Als die Schützen gegen die Denkmäler marschiert sind waren sie nur Störenfriede, Ewiggestrige, Zündler usw.
Gefährdet die Landesregierung nun auch das „friedliche Zusammenleben“?!

Die Verurteilung durch den Landtag (und nicht als persönliche Einschätzung eines einzelnen Politikers) ist wichtig, da das die offizielle Position Südtirols ist. Der Antrag beinhaltet darüberhinaus einen Auftrag an die Regierung, diese offizielle Position offensiv zu vertreten und eine Dokumentation realisieren zu lassen. Das ist nicht nichts.

Mit einem abgeklärten und demokratischen Vorgehen gefährdet man das friedliche Zusammenleben nicht.

Die offizielle Position zu verkünden schön und recht. Aber was nutzt es wenn der Landtag das von Zeit zu Zeit verurteilt und sich doch nichts ändert? Seien wir mal ehrlich: seit 1945 hätte man genug Zeit gehabt sich des Mülls anzunehmen. Daß dieses „Denkmal“ heute (bald 2010!) noch steht bedeutet nur eines: es soll nie entfernt werden.

Und die Ironie an der Geschichte: wenn man es nicht entfernen will, muss man der Regierung sogar recht geben: dann muss man es ab und zu sanieren!

Meine Aussage bezügl. ”friedliche Zusammenleben” scheinst du nicht verstanden zu haben.

Sehen wir es positiv. Wenn der Landtag erstmals die Renovierung verurteilt ist das zumindest ein Anfang. Die Südtiroler Institutionen werden selbstbewusster, das freut mich. Warum wir aber nicht die Kompetenz für das Liktorendenkmal fordern sollten ist rätselhaft.

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