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Teresa Forcades in Südtirol.
Quotation 672

Heute und morgen hält sich die bekannte katalanische Nonne und Ärztin Teresa Forcades in Südtirol auf. Im Gespräch mit Valentina Gianera für Salto spricht sie sich unter anderem für die Öffnung kirchlicher Ämter — einschließlich jenen des Papstes — für Frauen und für ihre Vorstellung von queerer Theologie aus.

Zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien und in Südtirol befragt, sagt die Benediktinerin:

Nationalstaatliche Grenzen wurden in der Vergangenheit durch Kriege definiert. Lassen wir es zu, dass sie heute durch eine demokratische Wahl [Abstimmung] definiert werden! Und dann setzen wir uns dafür ein, dass der Anhäufung von Kapital Grenzen gesetzt werden, um den Witz, so zu tun, als ob nationale Grenzen wichtig wären, während einige wenige multinationale Betriebe mehr Wirtschaftskraft haben als die meisten Nationen, zu vermeiden.

Auch in Südtirol gibt es eine Unabhängigkeitsbewegung, die jedoch vor allem durch identitäre Ideen genährt wird. Wie vereinen Sie Ihr Bekenntnis zur gesellschaftlichen Vielfalt mit dem Bedürfnis nach regionaler Unabhängigkeit?

“Pure” Kulturen oder Identitäten gibt es nicht. Das sind Konstrukte, die dafür entwickelt wurden, um andere auszuschließen. Wir sind alle ein Mix und Austausch ist, was uns interessant macht. Eine kulturelle und politische Identität muss nicht chauvinistisch oder exklusiv sein. Sie kann offen sein für Entwicklung und Veränderung und sich ihrer Zerbrechlichkeit und Abhängigkeit bewusst sein. Die Selbstbestimmung der Bevölkerung zu promovieren [fördern] generiert Vielfalt. Würde Spanien seine multinationale Essenz anerkennen, wäre die Unabhängigkeit Kataloniens weniger notwendig.

Hinweis: Man lese zur Einordnung der Person Teresa Forcades auch die Kommentare unter diesem Blogeintrag.

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5 replies on “Teresa Forcades in Südtirol.
Quotation 672

Man muss vielleicht schon dazusagen, dass Forcades in teilweise recht dubiosen Kreisen verkehrt. Sie ist beim “Spirit of Health Kongress” aufgetreten, der vom mittlerweile verstorbenen Leo Koehof organisiert wurde. Dort wird unter anderem über Hamers Germanische Neue Medizin und andere Scharlatanereien referiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Vogt, einem Burschenschafter, dem “Ansatzpunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen” vorgeworfen werden.
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/was-die-deutsche-burschenschaft-attraktiv-macht-fuer-rechtsextreme-a-868841.html

Krass — das war mir nicht bekannt. Habe mich aber ehrlich gesagt auch nie näher mit der Person befasst. Wie geht das mit ihrem Feminismus und mit ihrem Einsatz für nicht binäre Geschlechtsidentitäten oder gegen die Kriminalisierung von Abtreibung zusammen?

Ich empfehle zu den Ausführungen der mutigen Teresa Forcades den Film “Der ewige Gärtner”. Man kann nur dankbar sein, dass es solch mutige, offene und eigenständige Menschen gibt, die sich trauen in der Öffentlichkeit sehr heikle Themen wie politische Selbstbestimmung und Machtmissbrauch der Pharmakonzerne anzusprechen.

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