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Elf Stunden ohne Regionalnachrichten.

Die Gewerkschaft der Rai-Journalistinnen Usigrai protestiert gegen die Absicht der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, die Mitternachtausgabe der regionalen Fernsehnachrichten mit 9. Jänner 2022 auslaufen zu lassen. Zwischen 20.00 und 7.00 Uhr müssten die Bürgerinnen dann insgesamt elf Stunden auf Lokalnachrichten verzichten, so Usigrai in einer Erklärung.

Das wäre in der Tat unerfreulich. Das deutschsprachige Publikum in Südtirol muss allerdings schon heute täglich doppelt so lang auf TV-Nachrichten in deutscher Sprache warten — nämlich knapp 22 Stunden von 22.10 bis 20.00 Uhr des Folgetages.

Fast genau gleich lang (von 22.00 bis 19.55 Uhr) müssen sich die ladinischen Zuseherinnen gedulden, kriegen dann aber jeweils nur wenige Minuten dauernde Informationssendungen in ihrer Muttersprache geboten.

Die durchaus berechtigte Empörung der italienischen Regionalredaktionen wegen der Streichung der Mitternachtausgabe macht die unzureichende Versorgung der anderen Sprachgemeinschaften umso offensichtlicher.

Siehe auch: 1/ 2/

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One reply on “Elf Stunden ohne Regionalnachrichten.”

Ehrlich gesagt habe ich mich schon immer gefragt, wieso Rai Südtirol es nie zustande brachte, eine Mittags-Tagesschau einzuführen. Das Meteo des TGR nutzt eigenartigerweise die Wetterdaten des Militärs und nicht jene des Landeswetterdienstes. Auch sonst erweckt die Sendung immer noch etwas den Eindruck, dass Südtirol dem Trentino gegenüber in der zweiten Liga spielt.

Kurzgesagt, in der lokalen Rai wären tiefgreifende Reformen nötig, denn vieles ist noch auf dem Stand der ’90er geblieben. Andererseits soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Medium heute eine viel weniger zentrale Rolle spielt.

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