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Egregio Presidente Napolitano…

Qualche giorno fa si è rivolto al nostro Landeshauptmann, Luis Durnwalder, invitandolo a partecipare ai festeggiamenti per l’unità d’Italia. Lo ha fatto adducendo motivazioni false e putroppo anche offensive per molti sudtirolesi, cercando ancora una volta di attribuirci un’identità che non abbiamo scelto e che non ci appartiene. Di più, molti di noi si sono convinti che il modello nazionale, che ha portato molta sofferenza all’Europa del secolo scorso, non è adeguato a garantire un futuro di pacifica convivenza alle popolazioni di questa terra, nemmeno attraverso l’autonomia.

Lo stato nazionale, per indole, è incapace di integrare le diversità valorizzandole, ma tende sempre a un livellamento verso il basso. Gli sviluppi contrari a questa tendenza «naturale» sono visti con diffidenza e destinati a doversi giustificare costantemente, costringendo a sforzi ingenti al solo scopo di non doversi conformare.

Il rappresentante di uno stato plurale non si sarebbe rivolto ai sudtirolesi chiedendo un atto di fede e di adesione alla comunità nazionale predominante, ma ne avrebbe valorizzato il ruolo contaminante. Ovviamente non è con un atto singolo che si cambia il carattere, l’impostazione di uno stato incapace di dare visibilità nel quotidiano alle diverse comunità  che lo compongono. Ne è un sintomo il manifesto apparso anche a Bolzano nella sua versione monolingue, a simboleggiare il disinteresse verso la nostra specificità.

Constatata l’impraticabilità di una sua evoluzione positiva — me ne sono convinto da parecchio tempo — solo la progressiva dissoluzione dello stato nazionale ci permetterà di sperimentare modelli alternativi basati sul rispetto reciproco e sulla diversità. Non ho nulla da festeggiare, non perché rattristato da eventi risalenti a 90 anni fa, ma perché spero in un futuro senza nazionalismi. Ecco perché in quest’occasione mi sento ben rappresentato da Durnwalder, che lascia libertà di scelta ma non aderisce in quanto rappresentante di una realtà complessa.

Cordialmente

Kohäsion+Inklusion Nationalismus Politik Zentralismus | | Giorgio Napolitano Luis Durnwalder | | | | Italiano

54 replies on “Egregio Presidente Napolitano…”

Mi sembra un articolo molto condivisibile.
Respekt vor den italienischen Institutionen, die Anerkennung der Verfassung und staatsbürgerliche Korrektheit können von allen StaatsbürgerInnen unabhängig ihrer Nationalität eingefordert werden, Nationalgefühl keineswegs.
Die “Schärfe” in der Wortwahl von Staatspräsident Napolitano ist aus dem politischen Kontext, in dem sich Italien derzeit befindet, durchaus erklärbar. Der Ministerpräsident ist die Personifizierung des kontinuierlichen Versuchs, die Prinzipien der Verfassung auszuhölen; die Minister der Lega wenden sich ständig und äußerst primitiv gegen die Einheitsfeiern; Confindustria kalkuliert die Produktivitätsverluste und bereitet zusammen mit CISL und UIL eine gemeinsame Stellungnahme gegen einen arbeitsfreien Feiertag vor. Da stellt die Rüge, die LH Durnwalder erteilt wurde, wohl auch den Versuch des Staatspräsidenten dar, sich als Garant der Einheit des Staates darzustellen und die “Reihen zu schließen”.
Südtirolintern: LH Durnwalder hätte den italienischen LH-Stellvertreter Tommasini beauftragen sollen, diese institutionelle Pflicht wahrzunehmen. So wäre kein unnötiges Prozellan zerschlagen worden.

Südtirolintern: LH Durnwalder hätte den italienischen LH-Stellvertreter Tommasini beauftragen sollen, diese institutionelle Pflicht wahrzunehmen. So wäre kein unnötiges Prozellan zerschlagen worden.

Ich habe mir schon gedacht, dass ich mit diesem Vorschlag alleine da stehe. Zum Glück ist das nicht der Fall.

Wenn Durnwalder jetzt das nötige Feingefühl (Stichwort Foppa-Brief) besitzt, dann könnte er das den anderen Landesräten auferlegte “Verbot” Südtirol zu vertreten rückgängig machen.
Aber so wie ich den “Pustertaler Dickschädel” Durnwalder kenne, dürfte das nicht der Fall sein.

Dazu passend auch der Leitartikel aus der aktuellen ff-Ausgabe, den ich zu einem großen Teil zustimme.
http://www.ff-online.com/ausgaben/06-136/die-einheit-die-nicht-weh-tut/

Ausgezeichneter Artikel

cercando ancora una volta di attribuirci un’identità  che non abbiamo scelto e che non ci appartiene.

Es muss festgestellt werden, dass das offizielle Italien auch 2011 keine dem Nationalstaat abweichenden Identitäten akzeptiert. Dieser, nicht ganz neuen Erkenntnis, sollten wir uns bei allen Überlegungen über die Zukunft unseres hoffentlich auch in Zukunft mehrsprachigen Südtirols, bewusst sein.

Il rappresentante di uno stato plurale non si sarebbe rivolto ai sudtirolesi chiedendo un atto di fede e di adesione alla comunità  nazionale predominante, ma ne avrebbe valorizzato il ruolo contaminante. Ovviamente non è con un atto singolo che si può cambiare il carattere, l’impostazione di uno stato incapace dare visibilità  nel quotidiano alle diverse comunità  che lo compongono.

So wie sich das offizielle Italien in den Jahrzehnten vor dem Inkrafttreten des 2. Autonomiestatutes in keiner Weise bewusst war, dass es ein Südtirol-Problem gibt, bzw. dieses geleugnet hat, ist sich das offizielle Italien auch diesmal in keiner Weise bewusst, dass die Logik des Nationalstaates für die deutschen und ladinischen SüdtirolerInnen beleidigend und demütigend ist. Aber, ein Nationalstaat (mit angeknackstem Selbstwertgefühl) kann gar nicht anders. Größe demonstriert “Staat” anders.

Viele werden ähnliche Erlebnisse auch im privaten Kontext erfahren haben. Ich nannte die Frage nach meiner Identität (tu ti senti italiano o no) immer die Gretchenfrage. Das zumindest teils recht mühsame Rechtfertigen war wenig befriedigend, teils auch demütigend. Irgendwann stellte ich auf Selbstbewusstsein um. Wenn jemand meine Identität nicht respektiert, dann ist das schließlich sein Problem. Ich bin schließlich auch nicht beleidigt, wenn sich ein Italiener nicht als Ire oder Däne fühlt. Nur gut, dass es in Europa keine Grenzen mehr gibt. Blop und die Seifenblase war zerplatzt.

@wp

Wir müssen also dafür geradestehen und büßen, dass die Italiener selber keine Lust zu feiern haben? Ich finde das absurd, überhaupt nachdem beleidigende Stellungnahmen bekannt geworden sind, von Napolitano und anderen:

Ah, il rifiuto di festeggiare del presidente della provincia di Bolzano è un gesto parasecessionista che urla vendetta. Lo sa che di tutte le eccedenze prodotte dal Nord, più del 40% finisce alle regioni a Statuto Speciale? Prendono i soldi dall’Italia e fanno i Radetzky. Vadano con gli austriaci, allora!

Sergio Chiamparino (Bürgermeister von Turin, Präsident des ital. Gemeindenverbandes)

Sono molto dispiaciuto, soprattutto se fosse vero e non ne sono certo, che il presidente della provincia di Bolzano Durnwalder avrebbe detto ‘noi austriaci’. Mi risulta che sono italiani. Il desiderio di far parte dell’Italia la minoranza di lingua tedesca lo ha sempre espresso.

Giuliano Amato

Können wir nach solchen Lügen einfach zur Tagesordnung übergehen? Uns wird wieder einmal deutlich gemacht, wer der Herr im Haus ist und dass wir uns unterordnen müssen. Die SVP ist aber sowieso schon wieder eingeknickt und jetzt wird doch noch teilgenommen. Mir ist jetzt richtig zum Feiern zumute und euch?

Unser LH hat nur die Wahrheit gesagt, und nichts als die historische Wahrheit. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Der nationalistische und martialistische Druck, der jetzt in bester propagandistischer Manier von der ital. Öffentlichkeit, auch über die Zeitung “Alto Adige” aufgebaut wird, sollte an die dafür zuständigen Stellen gegen Diskriminierung in Europa dokumentiert werden. Man kann nicht in einer offiziellen Tageszeitung in Europa der EU Sachen abdrucken, die ein ganzes Volk beleidigen (Stichwort “Terroni d’ austria”, ” Preparate le valige e trasferitevi oltre brennero”, also wirklich Aufrufe zu einer zweiten Option usw.). Stellt euch mal vor was passieren würde wenn von deutscher Seite solche Sachen veranstaltet würden. Die Proteste der Grünen und aller ital. Parteien würde man bis nach Sibirien hören. Dass im Jahre 2011 in der EU so ein immenser politischer und öffentlicher Assimilationsdruck (denn nichts anderes steckt dahinter, wir Südtiroler sollen uns laut deren Meinung als Italiener bekennen) auf eine Minderheit ausgeübt wird, hätte man nicht für möglich gehalten. Das gibt es nur im Staat Italien.

Steffl, wir sollten bei der Wahrheit bleiben: Sowas ist leider nicht nur in Italien möglich, sondern wäre zum Beispiel auch in Frankreich denkbar.

Aber die Aussagen, die Finn hier wiedergibt, sind wirklich skandalös. Die Vertreter des Nationalstaats sind auf tiefstes Stammtischniveau abgesunken. Von Assimilationsdruck zu sprechen, ist nicht übertrieben.

pervasion, die wirklichen Bremser einer Regionalisierung Europas sind die Franzosen; Die krallen sich förmlich an der “Grande Nation en bloc” und haben überhaupt kein Interesse daran, dass sich zB Corsica noch mehr verselbständigen würde; Gar nicht zu reden von den (franz.) Basken.

Interessant wird´s , wie es mit Belgien weitergeht;
Kann sich Frankreich leisten, dass die frankophonen Belgier sich verselbständigen und womöglich gar einen Anschluss an F wollen ?

@finn

”Sono molto dispiaciuto, soprattutto se fosse vero e non ne sono certo, che il presidente della provincia di Bolzano Durnwalder avrebbe detto ’noi austriaci’. Mi risulta che sono italiani. Il desiderio di far parte dell’Italia la minoranza di lingua tedesca lo ha sempre espresso.”

Giuliano Amato

hier hat amato ja vollkommen recht: die mehrheitliche politische vertretung der deutschsprachigen südtiroler (die SVP) hat sich nie für etwas anderes als die zugehörigkeit zu italien ausgesprochen. sie hat nie von einer sezession geredet, höchstens als immaginären knüppel, wenn wieder mal irgendwelche verhandlungen nicht weitergegangen sind. aber alle aussagen wichtiger svp-vertreter der letzten drei jahrzehnte gehen immer in die richtung zugehörigkeit südtirols zum staat italien!!
alle, die was anderes gesagt hatten, wurden ja von der svp verteufelt, selbst jetzt noch, wenn von einer abstimmung pro secessione gsprochen wird.

von dem her haben die italienischen politiker recht, wenn sie sagen: “ihr habt ja immer zu italien gehören wollen!”

Der Leitartikel der ff beinhaltet einige recht sonderbare Gedanken:

“Wir Südtiroler müssen nicht die Unità  d’Italia” feiern. Wäre ja noch schöner, wo nicht mal die Italiener viel Bock darauf haben.”

Weiter unten schreibt Dall’à’ dann: “Na klar, was gibt es da schon groß zu Feiern? Die italienische Einheit mag eineinhalb Jahrhunderte auf dem Buckel haben, aber das bedeutet noch lange nicht, dass es sie auch gibt.”

Mögliche Schlussfolgerung aus diesen Aussagen: Wenn Italien keine Probleme hätte und die ItalienerInnen mehr Bock auf die Einheitsfeiern hätten, müßten selbstverständlich auch die SüdtirolerInnen (dt. und lad. Muttersprache) mitfeiern.

Das ist aber doch nicht der Kern der Ereignisse der letzten Tage. Es geht hier darum, ob das offizielle Italien aktzeptieren kann, dass deutsche und ladinische SüdtirolerInnen aufgrund ihrer Sprache und Kultur, eine dem Nationalstaat abweichende Identität haben dürfen. Laut italienischer Staatsräson (Frankreich würde wohl ähnlich reagieren) nicht.

Durnwalder mag zwar kein aalglatter Diplomat sein, er hat aber in unserem Lande niemandem seine Identität abgesprochen. Der Staatspräsident Italiens, als höchster Vertreter der italienischen Republik und eine Vielzahl anderer hochrangiger Politiker machen genaus dies. Sie sprechen den SüdtirolerInnen deutscher und ladinischer Muttersprache eine eigene Idenität ab.

Mit Verlaub, dies ist ein Angriff auf eines der elementarsten Menschenrechte. Ungeheuerlich, dass man sich dies im Jahre 2011 noch in dieser Art und Weise anhören muss. Durnwalder hat höchstens, und nicht mal dies ist so eindeutig, einige Regeln der Diplomatie verletzt.

Etliche Akteure, unter anderem die Grünen, machen sich die Dinge sehr einfach. Kritisiert wird in erster Linie der LH, nicht die unakzeptablen Aussagen italienischer Spitzenpolitiker. Ganz nach dem Motto: Hatte das Vergewaltigungsopfer die Vergewaltigung vielleicht selbst provoziert? Tolles Niveau, das man hier erdulden muss.

Abschließend noch ein Gedankengang zur SVP. Man wäre in vielen Bereichen besser gewappnet, wenn man mal ernsthaft zu bestimmten Themen seriöse Konzeptpapiere ausarbeiten würde, anstatt ad hoc den Alltag zu verwalten. Schon in der Ortsnamensdebatte war ich einigermaßen erstaunt wie amateurhaft teils argumentiert wurde und in der aktuellen, überhitzten Diskussion mangelt es wiederum an klaren Positonspapieren, die auch einen schwierigen Standpunkt plausibel erklären. Von einer Regierungspartei erwarte ich mir wesentlich mehr inhaltliche Arbeit zu brisanten Zukunftsthemen.

Ho appena sfogliato l’edizione odierna dell’Alto Adige e devo dire che sono rimasto letteralmente allibito. Non ho avuto lo stomaco di leggermi tutto il fondo di Sergio Baraldi, che parla di risposta «sbagliata» di Durnwalder al capo dello stato, di SVP fattore di instabilità , aggrappata al novecento. Come se uno stato nazionale fosse un modello di modernità , soprattutto quando i suoi rappresentanti ufficiali hanno la sfrontatezza di esigere l’adesione «corpo e anima» a una minoranza, vomitandole addosso insulti come Chiamparino o il sindaco PD di Firenze. Quest’ultimo chiede a noi di restituire i soldi (quali?) e allo stato di decurtarci l’autonomia, che secondo lui aveva senso 60 anni fa ma ora non più. E noi, se lo avessimo fatto, avremmo festeggiato con questa gentaglia.

Almeno quest’affare ha il merito di portare a galla l’insofferenza di una larga fetta di politica italiana nei confronti della nostra terra e di quelli che considerano dei «privilegi». Nessuna differenza tra destra e sinistra, anzi, peggio quest’ultima, che molti credevano più avanti soprattutto sulle questioni «identitarie».

Ho letto le solite belle parole di Francesco Palermo, che scrive come non abbia senso riferirsi al passato per negare la partecipazione ai festeggiamenti, perché comunque nel 1861 non eravamo nati. Ma che significa? Allora non avrebbe neanche senso festeggiare quell’evento. Inoltre, sembra non sfiorarlo nemmeno l’idea che i sudtirolesi possano avere, come me, motivazioni «contemporanee» per non festeggiare uno stato nazionale.

Che poi l’Alto Adige si spinga a spalmare una pagina intera di merda (non mi viene in mente altra parola), messaggi pieni di odio, risentimenti e razzismo di lettori in larga parte anonimi nei confronti del Sudtirolo, oltre alla pagina delle lettere, lo catapulta definitivamente oltre la soglia della decenza lanciandolo verso la pornografia. D’altronde, dal loro sito internet si vantano da giorni di aver sollevato questa polemica — come vado affermando da anni: Lanciano, alimentano, aizzano, placano e dettano soluzioni. Fanno (quasi) tutto loro, creando o comunque aumentando a dismisura i conflitti, e gente come Palermo, Pallaver, Di Michele ha anche il coraggio di scrivere su quelle pagine per proporci le sue bellissime soluzioni.

Alessandro Bertoldi hat seine Parteigenossen und die Italiener zum Boykott der Südtiroler Wirtschaft aufgerufen. Dass jetzt schon Kinder so aufgehetzt werden…
Irgendetwas muss verdammt falsch laufen in diesem Staat: die Tageszeitungen, deren Leser und die Politiker dreschen mit nicht zu übersehener Lust auf unsere Minderheit ein, ohne dass es eine Stimme unter all diesen gäbe, die ein Gegengewicht darstellen würden, die also denjenigen, der über keine Lobby verfügt, verteidigen oder ihm eine Stimme einräumen würden.
Was ist Italien denn für ein Land, dass es solche nationalistischen Entgleisungen und medialen Hetzkampagnen nötig hat?
Wir werden uns in Zukunft vor diesem zutiefst verunsicherten, aufgrund seiner unendlich vielen Probleme, Spaltungen und Fraktionierungen verängstigten Land mehr in Acht nehmen müssen. Und vielleicht sollte Herr Dunrwalder das nächste Mal den besonderen Status des Nationalismus in Italien entsprechend berücksichtigen, bevor er ähnliche Aussagen wiederholt.

Und vielleicht sollte Herr Dunrwalder das nächste Mal den besonderen Status des Nationalismus in Italien entsprechend berücksichtigen, bevor er ähnliche Aussagen wiederholt.

Beppi, vielleicht sollten wir alle hier LH Durnwalder nicht unterschätzen. Ich kann mir kaum vorstellen dass er nicht weiß, wie die italienische Öffentlichkeit ist. Vielleicht wollte er ja gerade uns allen zeigen, vor allem jenen die es nicht begreifen, wie sie eben ist und was sie von uns hält. Jedenfalls wäre ihm das in hervorragender Art und Weise gelungen. Ich wiederhole mich nochmal: ich hoffe inständig dass das Treiben jemand dokumentiert und besonders an Österreich (als unsere Schutzmacht), der Bundesrepublik Deutschland und anderen Stellen der EU weiterleitet, wie mit uns Südtirolern, die hier nur normal leben wollen wie seit Jahrhunderten, umgesprungen wird und welche Hasstiraden wir allein aufgrund unserer Sprache und Kultur bei der ital. Öffentlichkeit auslösen. Allgemein wird dieses Phänomen auch als Rassismus bezeichnet und sollte von Seiten der europäischen Stellen unterbunden werden.

Ein Land mit vielen Problemen neigt immer dazu seine Probleme zu verdrängen und sich stattdessen auf andere Konflikte zu konzentrieren.
Das können externe Gegener sein oder interne. Ein besonders beliebtes Ziel sind seit jeher die Minderheiten im eigenen Land. Das sollten wir aus der Geschichte gelernt haben. Leider wiederholt sie sich all zu oft. Ich frage mich schon wann die ersten Schwarz-Hemden in den Lauben oder Weihnachtsmarkt stehen mit großen Schildern umgebunden “Italiener, kauft nicht bei Deutschen!”

Was hat Herr Präsident Napolitano eigentlich zu den faschistischen Relikten gesagt? Höchst wahrscheinlich nichts oder?

@pérvasion
Treffender Kommentar zum gestrigen AA.

Ich möchte echt mal wissen was los wäre, wenn eine deutsche Tageszeitung in Südtirol, derselben Größenordnung, auch nur annähernd mit derselben Gehässigkeit loslegen würde. Die Tageszeitung Alto Adige ist in Südtirol definitiv der Instabilitätsfaktor schlechthin was den ethnischen Frieden angeht.
Lesen da bestimmte Leute ein anderes Blatt? Wie naiv sind denn unsere Vorzeige-Intellektuellen à  la Heiss, Pallaver, Palermo usw. eigentlich?

@Beppi

die Tageszeitungen, deren Leser und die Politiker dreschen mit nicht zu übersehener Lust auf unsere Minderheit ein, ohne dass es eine Stimme unter all diesen gäbe, die ein Gegengewicht darstellen würden, die also denjenigen, der über keine Lobby verfügt, verteidigen oder ihm eine Stimme einräumen würden.
Was ist Italien denn für ein Land, dass es solche nationalistischen Entgleisungen und medialen Hetzkampagnen nötig hat?

Italien ist eben nicht mehr als eine funktionierende westeuropäische Demokratie zu bezeichnen. Beinahe zwei Jahrzehnte Gleichschaltung der Medien, Verrohung der politischen Umgangsformen, nicht funktionierende staatliche Institutionen usw. haben eine Melange erzeugt, die der ideale Nährboden für Hass gegen AusländerInnen, Andersdenkende, Anderslebende und eben auch ethnische Minderheiten darstellt.

Ich frage mich schon wann die ersten Schwarz-Hemden in den Lauben oder Weihnachtsmarkt stehen mit großen Schildern umgebunden ”Italiener, kauft nicht bei Deutschen!

Für meinen Geschmack geht das schon ein bisschen zu stark in Richtung Opfermythos. Mir kommt zwar so etwas wie die jetztige “Boykottbewegung”, gelinde gesagt, uneuropäisch vor, aber zu Zuständen wie von Walter befürchtet braucht es doch noch sehr viel mehr…

Ich befürworte zwar üblicherweise eine konstrutkive, positive Haltung — aber seit einigen Tagen bin ich zugegebenermaßen auch eher besorgt. Die neue Dimension der AA-Hetze, der geplante »nationale« Fascho-Aufmarsch, die Boykottaufrufe und die Hasstiraden der italienischen Linken (!) sind doch ernstzunehmende Zeichen. Dass sich die Geschichte wiederholt, glaube ich nicht, aber bagatellisieren sollten wir das Ganze keinesfalls.

Was ich übrigens bemerkenswert finde, ist diese Aussage von Brigitte Foppa:

also zu der unità !
Als es in der fraktionssprechersitzung in BZ aufgeworfen wurde, hatte ich in etwa diese innere regung ”e che ce frega????”. Gigi sagte damals, die stadt wolle nix machen, da wir zum zeitpunkt der einigung ja nicht italien gewesen sein. Leuchtete mir ein und wollte schon ad acta legen.

Das zeigt doch, dass sich der PD auch erst jetzt von den Nationalisten vor ihren Karren hat spannen lassen. Umso unverständlicher und heuchlerischer klingt die Kritik, die wir jetzt von dieser politischen Seite einstecken müssen.

Weiss der Herr Staatspräsident, dass dies -was hier gerade abläuft- der vielfach beschworene “echte disagio” von -sagen wir mal- mindestens 70 % unserer ital.sprachigen Mitbürger ist?

Dann sollte der Herr Staatspräsident auch wissen:

Wer das kleine (völklein) nicht ehrt , ist das grosse (europa) nicht wert.

An Beppi:
Natürlich ist das was ich zuletzt geschrieben habe etwas übertrieben, Zustände wie vor 80 Jahren wird es genau so nicht mehr geben. Ganz von der Hand zu weisen ist es aber auch nicht denn es gab schon einmal eine ähnliche Aktion bei der beim Bozner Weihnachtsmarkt politisch motivierte Flugzettel verteilt wurden auf denen die ‘Lage der Italiener im AltoAdige’ aufmerksam gemacht wurde.
Heute passiert diese Hetze wahrscheinlich im Internet. Auf Facebook gab es schon Gruppen die ganz offen zur ethnischen Säuberung und Inbesitznahme der Häuser der Deutschen aufrief (kein Scherz)!

@walterh
Die Methoden ändern sich, die Absichten bleiben leider dieselben.
Gerade von diesen Facebook Gruppen und Internetseiten hört man in letzter Zeit immer öfter den Aufruf uns rauszuwerfen oder die Aufforderung doch nach Österreich zu verschwinden, wenn es uns nicht passt……
Ich finde es ist nicht mehr viel Unterschied zwischen Aufrufen in Zeitungen oder Internet oder Schildern. Schilder oder Aufschriften sind selbstverständlich brutaler und primitiver, aber mit Zeitungen & Internet erreicht man weitaus mehr Menschen. In Deutschland oder anderen Ländern würde sowas als Volkverhetzung geahndet aber den Urhebern dieser Aufrufe wird sicher nix passieren.

@ gadilu
ich halte auch nicht viel von den ständigen vergleichen. als demokrat muss man einen gewissen standard anlegen – unabhängig davon was in anderen ländern passiert. das heißt, äußerungen oder taten werden nicht besser und nicht schlechter dadurch, dass in anderen ländern noch haarsträubendere dinge passieren bzw. solche dinge nicht passieren können.
dennoch muss ich feststellen, dass die aggressivität und das niveau speziell auf seiten der italienischen medien und politik sehr beängstigend ist. persönliche beleidigungen, aufforderungen, das land zu verlassen und boykott-aufrufe sind starker tobak. die “gegenseite” in form von durnwalder und den “feierunwilligen südtirolern” hat in dieser diskussion besagtes niveau bislang nicht nach unten geschraubt sondern lediglich festgestellt, dass es für sie nichts zu feiern gibt. sie haben auch niemanden das recht auf eine feier abgesprochen. dafür werden sie dann sogar von linksgerichteten italienern als “estrema destra” verunglimpft, obwohl sie sich eigentlich nur der nationalen logik entziehen. denn mir ist nicht bekannt, dass in südtirol der österreichische nationalfeiertag am 26. oktober überschwenglich gefeiert wird.

ps.: mittlerweile haben sogar die sozialisten den nationalismus entdeckt:
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=499492773154&set=a.393515528154.170301.753803154&notif_t=photo_comment#!/photo.php?fbid=1572540438568&set=a.1572540278564.2073407.1387239251

Hunter carissimo, io ritengo che in momenti come questi (che per inciso rasentano più la farsa, che la tragedia, parere ovviamente mio) noi tutti abbiamo il dovere di dire quante meno cazzate è possibile. E il dire poche cazzate, come noto, non è una qualità  garantita dall’appartenenza a una particolare “etnia”. So di poter contare sulla tua solidarietà .

@ gadilu

ich meine nicht, dass ethnie und niveau korrelieren. ich stelle nur fest, dass die aggressivität, mit der das italienische leitmedium im lande in dieser angelegenheit agiert weit über jener liegt, die “das” deutschsprachige medium in diesen ethnischen/nationalen fragen an den tag legt. und selbiges gilt für die wortmeldungen der politiker. und das empfinde ich als beängstigend, da differnezen geschürt werden, anstatt dass kalmierend eingegriffen wird. das wäre ja auch eine option, die die redaktion des alto adige hätte.

“”In Deutschland oder anderen Ländern…” è tutto più bello. Si sa.”

Tja, wer den offensichtlichen Unterschied nicht erkennt, hat wohl Tomaten auf den Augen. Es ist nunmal Tatsache dass nördlich der Alpen solche Agitationen untragbar wären. Wenn die FPÖ o.a. nur annähernd ähnliche Töne anschlagen würden, gäbs Wellen der Empörung und Widerstand und nicht breite Zustimmung und Beifall.

@ anonym

Giusto. Ma anche ridefinire i confini non è semplice. Occorre molta intelligenza, per non cadere dalla padella nella brace. E io d’intelligenza, di questo tipo d’intelligenza non ne vedo in giro.

@gadilu
leider hast du recht,
so recht, dass es fast schon weht tut, wären da nicht einige Ausnahmen, die doch mit ein wenig Intelligenz darüber dikutieren, was wäre wenn…….?

@anonym
Nur weil die “anderen” keinen Respekt, keine Achtung und keine Intelligenz haben, müssen doch nicht die “einen” aufs gleiche Niveau absinken!

@ Martin

In politica parole come “libertà “, “verità “, “giustizia”… è meglio lasciarle stare. Hanno portato sempre male.

@GadiLu
certo, queste parole son stati sempre “anche” abusati (si dice cosi´?) , ma non solo. Rimane la speranza , che -dopo un temporale purificante – vediamo le cose piú chiare.

@anonym
du musst dich nicht gleich betroffen fühlen, ich sprach von der allgemeinheit!
geh doch mal ins gasthaus und höre den meisten menschen zu, ok, es steht nicht in der zeitung, das ist aber auch schon der einzige unterschied!

@jonny
da hast du mich falsch verstanden. Mit “wir” meinte ich die Deutschen bzw. Ladiner wenn wir davor von den Italienern gesprochen haben.
Stammtischgeschwätz gibt es überall und ich finde es ist ein unglaublich riesiger Unterschied ob ein paar Deppen am Stammtisch solche Sprüche klopfen oder Zeitungen dies als Meinung verbreiten!
Es ist sogar ein gewaltiger Unterschied ob ein Leser dies im Leserbrief sagt oder Journalisten in ihren Artikeln!

aber der unterschied liegt eben nur in der verbreitung, oder ist z.b. ein rechtsradikaler südtiroler weniger schlimm, wenn er seinen gedanken nur am stammtisch freien lauf lässt, als einer der es in die zeitung schreibt? schlimm ist, dass eine zeitung so was zulässt, was aber nichts an der grundeinstellung des menschen ändert.
Intelligenz muss man haben, das kann man nicht lernen!

Also, “intelligent” sind da doch alle. Politiker, Medien und Meinungsmacher arbeiten doch mit bestimmten Zielen. Z.B. die Menschen im Land zu einen oder zu spalten.

Wenn jemand das Ziel hat, das Land zu spalten, dann ist eben eine bestimmte Positionierung zielführend und in diesem Sinne “intelligent”. Nichtdestotrotz wage ich, diese Nutzung der “Intelligenz” als pervers zu bezeichnen, ihr böse Absichten zu unterstellen.

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