Sprachwechsel erschwert Integration.

Aufgrund einer Diskussion wurde ich an einen Sketch erinnert, den ich an dieser Stelle »einbringen« will. Er war Teil einer inzwischen schon mehrere Jahre alten katalanischen Sensibilisierungskampagne, die den Menschen bewusst machen sollte, dass sie in Anwesenheit von bzw. im Umgang mit Zuwanderern nicht automatisch in die Staatssprache wechseln sollen, weil sie sie sonst am Erlernen des Katalanischen hinderten und ihre Integration erschwerten.

Hier noch eine kurze Erläuterung, um das Verständnis zu erleichtern: Zwei Hausbewohner führen im Vorfeld einer Nachbarschaftsversammlung ein angeregtes Gespräch (das schließlich in einen Streit ausartet). Sobald ein Zuwanderer hinzustößt, beginnen die beiden plötzlich auch untereinander Kastilisch zu sprechen, woran sich selbst dann nichts ändert, als der Betreffende (auf Katalanisch) ausdrücklich darauf hinweist, dass sie gerne Katalanisch sprechen können.

Auf die Absurdität dieses Verhaltens wird durch einen bewusst überspitzten Vergleich aufmerksam gemacht: Der gesamte Film wird zurückgespult, woraufhin der (angebliche) Zuwanderer, sobald er zur Gruppe stößt, auf Englisch grüßt. Als Reaktion darauf beginnen die beiden Einheimischen, auch untereinander nur noch auf Englisch zu sprechen.

Der Slogan am Ende des Films, »parla’m en català , aixà­ n’aprenc«, bedeutet so viel wie »sprich Katalanisch mit mir, damit ich es lerne«. Leider werden in Südtirol keine Anstrengungen unternommen, um mit ähnlichen Maßnahmen gegen die weitverbreitete Unsitte anzukämpfen, mit Zuwanderern (fast) ausschließlich Italienisch zu sprechen — was eine mehrsprachige Integration behindert.

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