Quotation (176): Geheimautonomie.

Ich rede fast nie in der Aula (Plenum des Senats, Anm.), weil ich nicht so bescheuert bin und die anderen auf uns aufmerksam mache. Wenn ich eine flammende Rede gehalten hätte zum Stilfser Joch oder zum Finanzabkommen, wären die anderen Regionen dann in Jubel ausgebrochen? […] Wir wissen alle, wie schlecht das Klima gegenüber den Sonderautonomien im Parlament — und teils auch in der Regierung ist.

— Sen. Karl Zeller (SVP) im heutigen TAZ-Interview

Die Aussagen des Senators sind symptomatisch für das Autonomie- und Demokratieverständnis der Volkspartei, aber auch für den Zustand und den Respekt für unsere Autonomie vonseiten des Staates: Je mehr Geheimniskrämerei, je weniger man von uns weiß, desto besser — da es uns sonst salopp ausgedrückt an den Kragen gehen könnte. Und das bei einer Regierungsmehrheit, die von der SVP unterstützt und als Südtirol gegenüber freundschaftlich gesinnt beschrieben wird.

Wir müssen selbst entscheiden, ob das die Grundlage für einen Ausbau der Eigenregierung unter transparenten Bedingungen und mit selbstbewusster Beteiligung der BürgerInnen sein kann.

Siehe auch: [1] [2]

8 Replies to “Quotation (176): Geheimautonomie.”

  1. bei der Krankenhausfrage offenbart sich ja, dass die Autonomie ein Schein ist. Südtirol darf ja nicht einmal bestimmen wie es das eigene Geld ausgeben will. Das ist wirklich tragisch.

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  2. Wenn der Zeller sich in der Aula nicht einbringen will, ja was macht er dann eigentlich in Rom?
    Ach so ich vergaß, dass er für’s Nichtstun auch bezahlt wird und zwar fürstlich. oder?

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    1. Er wird (Geheim-)Verhandlungen mit der Regierung führen und sich in den parlamentarischen Kommissionen einbringen. Im »Pakteln« ist er sicher gut, doch das ist nicht, wie ich mir einen transparenten und demokratischen Prozess vorstelle.

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