Zusammenhänge? Fehlanzeige!

Bei der Lektüre eines Welt-Artikels über die überbordende Zahl der Exekutivbeamten in Italien, kam mir die Idee, gängigen “Weisheiten” wie “Je mehr Polizei, desto sicherer” und “Je höher der Ausländeranteil, desto mehr Kriminalität” auf den Grund zu gehen.

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Dazu hab ich die Polizeistärken europäischer Länder, Kriminalitätsstatistiken, diverse Sicherheitsindizes und den Ausländeranteil der jeweiligen Staaten gegenübergestellt. Das Ergebnis: Ich kann keine diesbezüglichen Zusammenhänge erkennen. In manchen Fällen geht die Tendenz sogar in Richtung Gegenteil.

Der Vergleich hat natürlich einige Unschärfen. Die Zahl der Polizisten pro 10.000 Einwohner ist nur bedingt aussagekräftig, da man nicht weiß, wie effizient die Einheiten arbeiten und wie viele tatsächlich in der Verbrechensbekämpfung und nicht bloß in der Verwaltung tätig sind.

Auch die Kriminalitätsraten sind mit Vorsicht zu genießen, da die Anzeigedisziplin (z.B. für familieninterne Gewalttaten und Sexualdelikte) in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ist. Bisweilen sind die Zahlen auch völlig gegensätzlich.

Der Global Peace Index berücksichtigt neben der Sicherheitssituation innerhalb der bewerteten Länder auch deren Militarisierung und Teilhabe an internen und externen Konflikten.

Dennoch kann man davon ausgehen, dass andere Faktoren (meist sozialpolitischer Natur) die Sicherheitslage in einem Land wohl maßgeblicher beeinflussen als die Polizeistärke.

Sicherheitsvergleich1 Sicherheitsvergleich2 Sicherheitsvergleich3

Siehe auch:

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