Neues Leben für die Grenze.

Die Tirol dreiteilende Staatsgrenze (Unrechtsgrenze), deren Existenz in Sonntagsreden euroregionaler — und nicht euroregionaler — Realitätsverweigernder bisweilen geleugnet wird, erfährt im Zuge von Flüchtlingskrise und Terrorpanik wieder einmal eine deutliche Aufwertung bis hin zur Militarisierung.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird die Grenze zwischen Nord- und Südtirol sowie zwischen Süd- und Osttirol nun von Alpini-Einheiten und Scharfschützen bewacht — als herrschte in den beiden angrenzenden Tiroler Landesteilen Krieg. Oder als müsste und könnte man potentielle Terroristen, die erst kürzlich trotz Haftbefehls durch halb Europa reisen konnten, am Brenner erschießen. Letztere wird es freuen, zeigt diese Hysterie doch, dass ihre Strategie nicht ihren Zweck verfehlt.

Anders als Deutschland, wo seit dem Ende des Nationalsozialismus ein Einsatz des Heeres im Inland untersagt ist, macht Italien immer wieder von dieser Möglichkeit Gebrauch. Nun zeigen die Alpini also auch in Südtirol wieder, wer der Herr im Haus ist.

Warum das italienische Heer aber genau dort stationiert wird, wo früher einmal eine Grenze war, ist unklar. Wahrscheinlich ist es bloß ein »Zufall«, dass die Wahl nicht auf Kufstein, Borghetto oder Bardolino gefallen ist.

Auf eine Erklärung derjenigen, die die Eigenstaatlichkeit und die damit zusammenhängende »Grenzverschiebung« mit dem »Argument« ablehnen, in Europa könne man Grenzen nur noch abbauen, warte ich mit großer Spannung. Und natürlich auf den Protest all jener, die den Unabhängigkeitsbefürworterinnen vorwerfen, Grenzkontrollen einführen zu wollen.

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