Quotation (398): Hinten anstellen!

Südtirols Vorzeigejournalist Ulrich Ladurner hat wieder einen Artikel über Katalonien geschrieben. Diesmal plädiert auch er für eine Einmischung der EU — nicht aber im Sinne der Separatisten. Diesen solle man in Brüssel unter anderem sagen:

Drittens: Das Völkerrecht kennt das Selbstbestimmungsrecht, aber ein Volk hat dann einen Anspruch darauf, es auszuüben, wenn es unterdrückt oder kolonisiert wird. Das ist in Katalonien nicht der Fall.

Fünftens: Sollte Katalonien unabhängig werden, wird es nicht mit einer Mitgliedschaft in der EU rechnen können. Der neue Staat wird sich ganz hinten anstellen müssen. Sollte es, wie es aktuell der Fall wäre, im Konflikt mit Spanien scheiden, dann werden andere EU-Mitglieder (Spanien) ein Veto gegen eine Mitgliedschaft des neuen Staates einlegen.

  • ad Drittens: Das sieht nun aber dummerweise gerade der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen anders.
  • ad Fünftens: Ganz hinten anstellen? Wer steht denn da schon in der Schlange?

Übrigens: Anders als noch vor wenigen Tagen findet Ladurner das Vorgehen der spanischen Zentralregierung inzwischen doch nicht mehr so dufte.

Siehe auch: [1]

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  • Harald Knoflach

    Wer steht denn da schon in der Schlange?

    Naja, Montenegro, Serbien, Türkei, Albanien und Mazedonien sind (noch) offiziell Beitrittskandidaten.

    • Beitrittskandidaten ja… Schlange nein. Ganz hinten anstellen impliziert ja, dass ich erst drankomme, wenn alle anderen durch sind… doch so funktioniert EU-Beitritt nicht. Beispiel: Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidatin. Hätte sich Kroatien 2003 »ganz hinten anstellen« müssen, wäre es heute noch immer nicht dran 😉

      • Harald Knoflach

        da hast du freilich recht.
        sämtliche rechtlichen bedingungen für einen beitritt sind in katalonien ja bereits umgesetzt.

      • »Dieses Thema, sich hinten anstellen zu müssen, ist laut Madrider Presse dasjenige, welches im Borbonenreich die größte Freude bereitet. “Katalonien wird nicht nur aus der EU fliegen, es muss sich auch ganz hinten anstellen”. Wie Sie sehen, kehrt “der Letzte in der Schlange” wieder, dieser Ausdruck ist ein reines und zutreffendes Produkt der Urphantasie. Die Idee eines einzigen Schalters, wo der Beamte abwesend oder abgelenkt ist, weshalb sich eine riesige Schlange bildet, ist Teil der rassigen Kosmovision des Königsreichs. Und so stellen sie sich Brüssel wie einen Ort vor, wo Bürokraten mit Schirmmütze und Manschetten sich um eine Schlange von Abgesandten exotischer Staaten kümmern, die in einem kleinen Raum warten und das P.M.-Magazin lesen. “Die Katalanen stellen sich hinten an”, ist die Kondensation des Ausschlussverfahrens. Um diesen Traum zu erfüllen, wird die EU ihre Arbeitsgeschwindigkeit verlangsamen müssen. Erinnern wir uns, dass am ersten Mai 2004 zehn Länder auf einmal in die EU eintraten. Das heißt, dass entweder jemand die Schlange übersprungen hat, oder dass die EU die unglaubliche Fähigkeit besitzt, mit mehreren Ländern gleichzeitig zu verhandeln.«

        Leitfaden zum EU-Ausschluss.

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