Südtirol muss sich schämen.

Wegen des Tods des kleinen Adan? Kann sein. Wiewohl noch nicht geklärt scheint, ob es zwischen seinem Ableben und der Tatsache, dass seine Familie keine Unterkunft hatte, einen unmittelbaren Zusammenhang gibt.

Schämen muss sich dieses Land — müssen wir uns alle — aber sicher für eine menschenverachtende, faktisch inexistente Flüchtlingspolitik. Speziell der Umgang mit den sogenannten ‘Quotenfremden’ (jenen Geflüchteten, die Südtirol nicht vom italienischen Staat zugewiesen wurden) ist ein himmelschreiender Skandal.

Oder hat es noch irgendetwas mit Menschlichkeit zu tun hat, wenn ein minderjähriger, behinderter und folglich besonders schutzbedürftiger Mensch keine Unterkunft bekommt, weil man meint, damit andere abschrecken zu müssen?

In diesem Land gibt es eine vorbildliche Willkommenskultur — für zahlende Gäste. Daneben hält die Landesregierung im Umgang mit Geflüchteten schon seit Jahren einen künstlichen Notstand aufrecht, der dazu führt, dass Hunderte, mitunter auch in Eiseskälte, auf der Straße leben müssen. Die Landeshauptstadt gibt noch einen drauf, indem sie diese unfreiwillig Obdachlosen auch noch mobbt.

Wenn das tragische Schicksal von Adan eine positive Nebenwirkung hat, dann die, dass das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf die (fehlende) Aufnahmepolitik unseres Landes aufmerksam geworden ist. Zu dieser Notwendigkeit hätte es aber erst gar nicht kommen dürfen.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]