Die ‘Dolomitesvives’-Farce.
Verkehrsbeschränkung durch Bürokratie und Einsprachigkeit

Seit gestern läuft das insgesamt 30 Tage umfassende Dolomitesvives-Projekt zur angeblichen Verkehrsbeschränkung des Sellajochs, das jedoch weder an Wochenenden (Samstag/Sonntag), noch an Werktagen zwischen 16.00 und 9.00 Uhr gilt. Es gilt unter anderem auch nicht für Gäste der Beherbergungsbetriebe am Sellajoch, landwirtschaftliche Maschinen, Lieferverkehr, technische Dienstleisterinnen, Reisebusse (!) und E-Fahrzeuge. Außerdem frei sind Grundstücksbesitzer-, Eigentümer-, Pächterinnen, Mitarbeitende der Beherbergungsbetriebe, Taxis, Mietwagen mit Fahrerin sowie Pendlerinnen.

Aber das wars noch nicht: Es reicht, sich — online oder offline — einen kontingentierten, aber kostenlosen Dolomitesvives-Pass zu sichern, um trotz angeblicher Beschränkung jederzeit mit dem privaten Pkw aufs Sellajoch zu gelangen. Doch natürlich dürfen Gäste, die vor 9.00 Uhr ‘oben’ waren, jederzeit ohne Pass herunterfahren — also auch im Zeitfenster zwischen 9.00 und 16.00 Uhr.

All diese Informationen finden sich auf der eigens eingerichteten Homepage, die für ein Gebiet, das sich vollständig in der »Ladinia« befindet, nur auf Italienisch, Deutsch und Englisch — aber nicht auf Ladinisch! — verfügbar ist.

Das Kalkül ist, dass eine (minimale) Verkehrsminderung nicht durch die Regulierung, sondern durch die Schikane der Pass-Beantragung erreicht werden kann. Das dürfte wenigstens bei Gästen gelingen, die der italienischen Sprache nicht mächtig sind, denn sowohl die Handy- als auch die Web-App sind neben Italienisch nur in der Variante »gebrochenes Deutsch« verfügbar und kennen außerdem weder ladinische noch deutsche, sondern nur die italienischen Ortsbezeichnungen (Selva di Valgardena, Passo Sella…). Das steht auch so im einschlägigen Leitfaden:

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]