Dank Salvini: Blood&Honour im Stadion.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll sich der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega), dessen Partei auch in der Südtiroler Landesregierung sitzt, persönlich dafür eingesetzt haben, dass radikale Fangruppen von Inter Mailand die Flagge der Neonazi-Vereinigung Blood&Honour (B&H) zeigen durften. Am vergangenen Sonntag wollten die »Ultras« der Nordkurve im Rahmen des Derbys gegen AC Milan des verstorbenen Daniele Belardinelli gedenken; der 35-Jährige war letzten Dezember im Gefecht mit gewalttätigen Fans des SSC Neapel getötet worden. Belardinelli war Anführer der B&H-Gruppe von Varese, weshalb in der Stadionkurve auch das entsprechende Symbol hätte gezeigt werden sollen. Nachdem dies von der zuständigen »Sicherheitsgruppe« — in der unter anderem die Staats- und die Ortspolizei vertreten sind — zunächst untersagt worden war, soll diese Einschränkung auf persönliches Betreiben des Innenministers aufgehoben worden sein.

Blood&Honour ist die Übersetzung des von der Hitlerjugend geprägten Schlagworts »Blut und Ehre«. Der danach benannte neonazistische Verein ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten. Dank Salvini durfte seine Flagge in Italien nur zwei Tage nach dem rassistischen Terrormassaker von Christchurch — unübersehbar — in einem Sportstadion gezeigt und von Fernsehsendern weltweit weiterverbreitet werden.

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