(Tatsächliche) Schieflage.

Obwohl die Kette (außerhalb Österreichs) nur in Südtirol vertreten ist, werden in MPreis-Märkten derzeit für Treuepunkte nur Sammelpässe in italienischer Sprache ausgegeben. MPreis teilt dazu mit, es handle sich um ein Versehen, man werde nachbessern. Zurückzuführen sei dieses Missgeschick auf eine »Behörden-Ermahnung«, die Pässe müssten »auch die italienische Beschreibung beinhalten«.

Es gibt also nicht nur Gesetze, die (nicht für Inhaltsangaben oder Gefahrenhinweise, sondern vergleichsweise belanglose Dinge wie Sammelpässe) die italienische Sprache vorschreiben — sie werden auch sehr emsig auf Einhaltung überwacht. In Südtirol geschieht dies zu Lasten der deutschen und der ladinischen Sprache, da diese im Privatsektor von keinem Gesetz geschützt werden. Gleichzeitig sorgen die Behörden auch dort nicht für Gleichberechtigung, wo eine Verpflichtung dazu bestünde. Als Beispiel sei wie immer der eklatante Fall der Packungsbeilagen von Medikamenten genannt, der dem Vergleich mit einem Sammelpass wohl problemlos standhalten dürfte.

Brennerbasisdemokratie hat regelmäßig auf die Notwendigkeit eines Konsumentenschutzgesetzes hingewiesen, welches sämtliche Landessprachen berücksichtigt. Bislang wurde dies unter anderem mit dem Hinweis abgelehnt, man dürfe Privaten nichts vorschreiben, der Markt regle das von selbst. Wie der beschriebene Vorfall zeigt, werden Privaten jedoch — einseitig! — bereits strikte Vorschriften gemacht, der Markt wäre also selbst dann nicht frei, sich selbst zu regeln, wenn er es könnte und wollte.

Das ist weder positive Diskriminierung (affirmative action) noch Gleichberechtigung, sondern schlicht und ergreifend: eine Benachteiligung von Minderheitensprachen.

Siehe auch: [1] [2]

58 Replies to “(Tatsächliche) Schieflage.”

  1. Interessant ist, dass sich diese Schikanen der Behörden (wer ist das wohl?) nur gegen Nordtiroler Betriebe richten. In Brixen hat man die Innsbrucker Firma Miller-Optik mit ähnlichen Schikanen zum Aufgeben gebracht. Andererseits gibt es in Südtirol italienische Handelsketten, die regelmäßig und unbehelligt Produkte anbieten, auf denen die italienische Sprache fehlt. Bei Trony habe ich ein Handy gekauft, dessen Betriebsanleitung nur in polnischer (!) Sprache geschrieben war. Warum wohl werden diese Ketten nie “ermahnt”? Seltsam ist auch das Schweigen der Verbraucherzentrale zur Tatsache, dass die gerade bei Lebensmitteln wichtigen Verbraucherinformationen nicht in der Sprache der Verbraucher geschrieben sind.

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  2. Vollkommen richtig.
    Und beschämend dass sich wenige Südtiroler darüber aufregen. Anderseits wird man häufig, wenn man sich über solche Ungleichbehandlung und Diskriminierung beschwert gleich als “Patriot”, “Ewiggestriger” usw. abgestempelt. Es wird einem entgegnet ob man denn “kein Italienisch könne?”, dass es ja “eine Bereicherung” sei, und schliesslich sei man ja “in Italien” usw.
    Die VZS wird sich wohl wegen der politischen Dimension aus der Angelegenheit raushalten, sonst bekommen sie wohl noch weniger Geld vom Land als letztes Jahr.

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  3. Die Logik und Dynamik des Nationalstaates – daran wird sich wenig ändern solange Südtirol Teil des italienischen bzw. eines Nationalstaates ist.

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  4. Die Logik und Dynamik des Nationalstaates – daran wird sich wenig ändern solange Südtirol Teil des italienischen bzw. eines Nationalstaates ist.

    Quindi è del tutto inutile puntare anche a costituirsi come stato nazionale autonomo, no? Oppure il Sudtirolo, liberandosi, acquisirebbe uno stato non nazionale? Magari restando sospeso in aria?

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  5. Es könnte sein, dass die Norm nur bei Lebensmitteln und Lebensmittelmärkten greift und nicht bei Mobiltelefonen. Im Lebensmittelbereich und bei Arzneien gibt es strengere Regelungen als für andere Produkte. Es muss also nicht so sein, dass Trony bevorzugt wird. Ein Vergleich z.B. mit Poli wäre besser.

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  6. @ gadilu

    per definition ist die nationalität etwas naturgegebenes (kommt ja vom lat. natio). nach dem selbstverständnis des nationalismus ist sie – anders als die staatsbürgerschaft – ein unveränderliches merkmal (wie hautfarbe oder geschlecht). daher wird ein mesut özil niemals als typischer, echter deutscher durchgehen, obwohl er in der nationalmannschaft spielt. gleich wie stefano okaka nicht der “italiano vero” wie adriano celentano sein kann.

    du wirst mir doch wohl zustimmen, dass in diesem konzept ein systemimmanentes scheitern versteckt ist, das sich durch die mobilität in unserer zeit immer mehr verstärkt und kein nützliches ordnungssystem für gesellschaften darstellt. niergendwo auf der welt – und schon gar nicht in südtirol.

    zum beisspiel werden zuwanderer von zuwanderungsfreundlichen meist antinationalistischen kräften oft als “menschen mit migrationshintergrund” bezeichnet. das zeigt mir doch, dass auch diese vermeintlich antinationalen immer noch dem vergleichsweise jungen und scheinbar in stein gemeißelten konzept der “nation” verhaftet sind. wie kann integration funktionieren, wenn ich die gruppe, die ich integrieren will, als homogene masse sehe und ihr auch noch eine eigene bezeichnung gebe. gerade durch die betitelung “migrationshintergrund” mache ich integration unmöglich, da ich die so bezeichneten menschen als “andere” definiere. das ist widersprüchlich.

    wenn es möglich war, in 50 jahren eine starke österreichische nationale identität zu kreieren, die es zuvor nicht gab und die einer strengen nationalistischen sichtweise eigentlich auch gar nicht standhält, dann sollte es doch auch möglich sein, eine gesellschaft nach nicht-nationalen kriterien zu organisieren. auf dass luis durnwalder, gabriele di luca und abdel el abchi als echte südtiroler durchgehen. südtirol als willensgemeinschaft (um nicht das wort willensnation verwenden zu müssen).

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  7. @ einhold:

    »Codice del consumo« (Gesetzesdekret 206/2005)

    Artikel 9:

    Indicazioni in lingua italiana

    1. Tutte le informazioni destinate ai consumatori e agli utenti devono essere rese almeno in lingua italiana.
    2. Qualora le indicazioni di cui al presente titolo siano apposte in più lingue, le medesime sono apposte anche in lingua italiana e con caratteri di visibilità e leggibilità non inferiori a quelli usati per le altre lingue.
    3. Sono consentite indicazioni che utilizzino espressioni non in lingua italiana divenute di uso comune.

    Die Freiheit des Marktes, die Sprachen zu regeln… jaja… und die Blauäugigkeit der Südtiroler.

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  8. Simon, se non punta a diventare uno stato nazionale è del tutto privo di senso cercare di secedere da questo stato nazionale.

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  9. @ hunter

    Dunque? A che tipo di statualità aspirerebbe un Sudtirolo post-nazionale? Quale tipo di base istituzionale dovrebbe avere questa “Willensgemeinschaft”?

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  10. @ einhold

    es ging um einen sammelpass für treuepunkte!!! also mehr oder weniger eine werbeaktion. da geht’s nicht um leben und tot. bei eurospin sind die meisten solcher aktionen ausschließlich italienisch (und bei lidl – obwohl eine deutsche firma – auch).

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  11. Dico questo: se non s’intende perseguire un diverso tipo di statualità non è comprensibile perseguire la secessione (visto che lo status di provincia autonoma permette, dinamicamente, l’autogoverno).

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  12. Sì. Esempi molto pertinenti. La Svizzera, costituitasi su base cantonale, fuori dall’Europa, è certamente un modello facilmente seguibile. Per non parlare degli Stati Uniti, una superpotenza mondiale. Dunque rimane il Lussemburgo. Dovresti dedicare più spazio a questo modello, finora poco trattato su BBD.

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  13. @ gadilu

    darum geht es hier ja seit 6 jahren, wie pérvasion richtig bemerkt.

    ein staat mit bewohnern, die sich über das territorium definieren und identifizieren und die als solche in den übergeordneten kontext der europäischen union eingebettet sind.
    mir würde auch ein strikt ausgelegtes ius solis vorschweben, damit die nationalen identitäten so rasch als möglich ausradiert werden.

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  14. Sono esempi pertinenti non perché il Sudtirolo debba o voglia diventare come loro, ma perché si tratta di stati NON nazionali. E non mi risulta che siano «sospesi in aria».

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  15. @gadilu

    Simon, se non punta a diventare uno stato nazionale è del tutto privo di senso cercare di secedere da questo stato nazionale.

    Ich glaube da haben einige tatsächlich nicht begriffen, dass es einen Unterschied gibt, zwischen Staaten die einer Logik der Mehrsprachigkeit folgen und eben Staaten, die einer nationalstaatlichen Logik folgen.
    Weiters ist es doch relativ klar, dass ein unabhängiges Südtirol im BBD Sinne mehrsprachig konzipiert ist.

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  16. È tutto magnifico hunter. Un progetto completamente impossibile, dunque, visto che la stragrande maggioranza della popolazione qui residente dichiara la propria appartenenza “nazionale” senza alcuna remora (tipo il Landeshauptmann, noto “austriaco” residente all’estero). Ma io ovviamente vi faccio tantissimi auguri.

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  17. Simon, sospeso in aria è il progetto di estirpare dalla testa dei sudtirolesi/altoatesini la loro appartenenza “nazionale”. È proprio roba da alta quota, credimi (io stesso sono ridisceso in tempo sulla terra perché ho rischiato di sbattere la testa a diversi satelliti).

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  18. Das betrifft nicht nur einen Sammelpass für Treuepunkte, bei MPREIS werden die ital. Etiketten ständig über die deutsche Beschreibung drüber geklebt.
    Und wenn man anregt, dies doch daneben auf einer anderen Stelle zu kleben erntet man bestenfalls mitleidige Blicke. Da die Firma (wie viele andere auch, ich sag nur Lidl, Despar, Billa, Metro,…) aus dem deutschsprachigem Raum kommen, ist das schon eine absolut ignorante Haltung.
    Hier hilft nur eine eindeutige gesetzliche Regelung, alles andere ist Wunschdenken.

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  19. Ma ti comporti come se avessi scoperto ora qual’è il progetto di BBD. Liberissimo di non condividerlo, di essere scettico — però qui sopra la «sospensione in aria» non l’avevi riferita al «progetto di estirpare dalla testa dei sudtirolesi/altoatesini la loro appartenenza “nazionale”», bensì a un progetto che non prevedesse la crezione di uno stato nazionale.

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  20. Sì, perché non vedo nessun segno (anche tra i frequentatori di questo blog) che indichi una appartenenza post-nazionale. Per questo ritenevo (e ritengo) che in realtà il punto (della secessione) rimandi sempre al sogno di fondare uno stato su diversa base nazionale. Del resto, anche il tuo continuo rimarcare la via catalana era una spia in tal senso: i catalani parlano di NAZIONE catalana. Il nazionalismo non si combatte con un semplice manifesto. È un progetto culturale immane.

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  21. blödsinn gadilu. geh doch mal die runde und frag 100 deutschsprachige südtiroler, ob sie sich als angehörige einer österreichischen nation – sprich als österreicher – fühlen.

    ad “progetto completamente impossibile”: ich bin nun einmal kein freund der normativen kraft des faktischen. seien wir also realistisch und versuchen wir das unmögliche. es war unmöglich, die welt in einem schiff zu umrunden, es war unmöglich auf den mond zu fliegen, es war unmöglich, dass gandhi und obama triumphieren, es war unmöglich, dass die berliner mauer ohne dass ein schuss fällt fällt, es war unmöglich, die pyramiden zu bauen, es war unmöglich ein atom zu spalten, es war unmöglich, dass frauen wählen dürfen, es war unmöglich, dass mubarak geht, es war unmöglich …

    dagegen macht sich unser vorhaben doch recht bescheiden aus. wer für etwas kämpft, kann verlieren. wer nicht kämpft, hat schon verloren. nur das, was man nicht versucht hat, ist unmöglich zu erreichen.

    warum bist du nur so ein armer desillusionierter wicht :-). visionen sind doch das, was uns vorantreibt. bleibt du nur dem status quo verhaftet.

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  22. geh doch mal die runde und frag 100 deutschsprachige südtiroler, ob sie sich als angehörige einer österreichischen nation – sprich als österreicher –fühlen.

    Io ho fatto l’esempio di Durnwalder. La maggioranza dei sudtirolesi, penso, reagirebbero con fastidio a domande simili. Ci vuole un’imbeccata. Penso però che su 100 solo 1 risponderebbe: mi sento appartenente alla Willensgemeinschaft sudtirolese, basata sul plurilinguismo e su una futura costituzione ancora da scrivere.

    Io non sono affatto dell’avviso che lo status quo debba essere mantenuto per forza o che le cose non possano cambiare. Qualche anno fa, pensa un po’, seguivo con simpatia il movimento “interetnico”. In giro non ne è rimasta neppure la parola.

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  23. Sì, perché non vedo nessun segno (anche tra i frequentatori di questo blog) che indichi una appartenenza post-nazionale.

    Dazu müssten wir den von Hans Drumbl vorgeschlagenen Weg einschlagen, nämlich so zu tun, als ob alles schon so wäre, wie wir es uns wünschen. Du hast diese Strategie selbst einmal als untauglich bezeichnet — und dieser Meinung bin ich auch.

    i catalani parlano di NAZIONE catalana.

    Ich teile nicht alles, was die Katalanen machen, doch vieles taugt uns zum Vorbild. Trotzdem musst du sehr vorsichtig sein — denn was die Katalanen als »Nation« bezeichnen ist kein Nationalstaat, sondern gleichbedeutend mit »Staat«. Dieser begriffliche Unterschied ist sprachlich/kulturell und historisch bedingt (nació ≠ Nation). Nicht zufällig setzen die Katalanen stark auf Integration, Multikulturalismus, Mehrsprachigkeit und Immersionsunterricht.

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  24. Beh, su Drumbl sfido che siamo d’accordo. Non credo ci sia in giro un tizio più inascoltato di lui.

    Una nazione che non è una nazione, dunque. Mi pare che scrissi qualcosa del genere cinque anni fa… sbaglio? Ne nacque un formidabile dibattito? Non mi pare. Lassù, tra le nuvole, eravamo troppo pochi. E siamo rimasti più o meno gli stessi.

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  25. @ anonym

    ich hab bei mpreis nachgefragt und keinen mitleidigen blick sondern verständnis geerntet. es wurde mir versichert, dass sie versuchen, sprachlich ausgewogen zu sein. das problem ist nicht eine vermeintliche ignoranz von mpreis sondern der gesetzliche rahmen.

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  26. @ gadilu

    “non vedo nessun segno (anche tra i frequentatori di questo blog) che indichi una appartenenza post-nazionale”

    dankeschön

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  27. Suvvia Hunter, un po’ di realismo! In Sudtirolo la mentalità largamente dominante è ancora orientata completamente a pratiche e concettualità desunte dall’epoca dei nazionalismi. Il paesaggio politico è diviso lungo linee di frattura etno-nazionali. Non esistono spazi pubblici di discussioni plurilingui (le eccezioni confermano la regola) e quel che è peggio gli unici gruppi che virtuosamente erano favorevoli a un Sudtirolo interetnico o perdono consenso o vengono attaccati da chi si ritiene “gleichgesinnt” (basti pensare a come i Verdi vengano trattati anche qui). Poi se vi volete raccontare la favola di una Willensgemeinschaft che sarebbe in grado di cambiare drasticamente la situazione… credeteci pure.

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  28. Ho ripescato un vecchio intervento di Enrico De Zordo, un frammento di discussione che è davvero illuminante. Magari, Hunter, dacci un’occhiata. Tu a quel tempo non eri ancora nato… 😉

    “Il popolo sudtirolese sta per trasformarsi in una nazione?”

    La tua domanda non è posta correttamente, perché le espressioni “popolo sudtirolese” e “nazione” andrebbero disambiguate. Provo a risponderti comunque.

    Se per “popolo sudtirolese” intendi un soggetto trasversale ai tre grandi gruppi linguistici che abitano la nostra terra, la mia risposta è no. E lo è per una ragione molto semplice: funzione cardinale dell’autonomia non è quella di creare un soggetto diffuso, ma quella di mantenere separati i tre gruppi linguistici al preciso scopo di salvaguardare le peculiarità del gruppo linguistico tedesco e del gruppo linguistico ladino in quanto minoranze nazionali. In questa cornice istituzionale la nascita di un soggetto diffuso trasversale ai tre gruppi linguistici non solo non è prevista, ma è addirittura paventata (a questo proposito, per illuminare uno dei pilastri dell’autonomia, è utile ricordare la risposta di Magnago a un interrogativo di Vassalli, che gli chiedeva se non fosse più semplice parlare di italiani e tirolesi: “No. Col tempo anche gli italiani vorrebbero diventare tirolesi”)

    Quel soggetto diffuso, però, esiste già almeno a due livelli:

    1.trova una sua oggettivazione nel discorso pubblico sudtirolese/altoatesino inteso nella sua totalità. Mi spiego: quando io e Gabriele diciamo che il discorso pubblico sudtirolese/altoatesino è una mitologia negativa intendiamo dire che l’unico collante mitico che tiene assieme gli italiani, i tedeschi e i ladini della nostra terra è precisamente il grande racconto di una dissociazione. Per il momento (ma è un momento talmente dilatato da sembrare eterno) chi volesse recuperare la grammatica profonda del nostro Immaginario collettivo (dell’Immaginario collettivo immanente non a uno, ma a tutti e tre i gruppi linguistici), si troverebbe di fronte a un’evidenza difficilmente contestabile: quel che ci unisce, nell’attuale cornice autonomistica, è precisamente il racconto (il mito) di quel che ci separa.

    2.Esiste però un livello diverso, nel quale il soggetto diffuso in questione ha avuto modo di svilupparsi positivamente: è quella “vasta area di comunicazione e convivenza bilingue” di cui scriveva Langer nella sua recensione a Sangue e suolo, “che non è fatta solo di persone di buona volontà e del dialogo che, come ha capito Vassalli “non contano niente”, ma soprattutto di tantissimi episodi di vita quotidiana, negli ospedali, sui posti di lavoro, a tavola, sui treni, nelle strade, un po’ dovunque, a dispetto della politica ufficiale di segregazione ed ostilità”. Ecco: a questo livello, collocato sotto la soglia del “politico in senso stretto”, credo che un soggetto diffuso trasversale ai tre gruppi linguistici esista già, anche se corre il rischio di essere soffocato almeno mille volte al giorno. Se lo osserviamo in una prospettiva non evenemenziale, mettendo tra parentesi la grande storia, esso è un organismo unitario che possiede ormai un suo codice non scritto, quasi una piccola religione del privato ancora tutta da indagare. Senz’altro incomprensibile a partire dall’analisi delle singole coscienze individuali (o di coscienze di gruppo etnicamente determinate), questo codice non scritto si configura come una nuova identità, situata sul piano della nostra coscienza collettiva, che trae alimento dai rapporti di buon vicinato, dalla microstoria, dai matrimoni misti, dalle pieghe del quotidiano, dai rapporti di lavoro, dalle amicizie, dalla gastronomia. A sua volta, in virtù del suo moto diuturno e silenzioso, questa nuova identità alimenta la società civile con paziente discrezione. È un corso d’acqua cristallina, sotterraneo agli orticelli della politica, che affida la sua voce alla silente dichiarazione delle cose. Senza farsi udire, fuoriesce dalle gabbie etniche, elude gli ostacoli istituzionali, passa al fianco della storiografia ufficiale, si spande per le strade. È un’identità opaca e pervasiva, tutta implicita nei gesti minimi della cultura materiale.

    Ricapitolando, si potrebbe dire che il “popolo sudtirolese”, in quanto soggetto diffuso trasversale ai tre gruppi linguistici si dà oggi in tre forme di esistenza: a livello istituzionale non esiste, perché la sua esistenza coinciderebbe con la negazione dell’autonomia. A livello di immaginario collettivo esiste negativamente in quanto schiamazzante mitologia della separazione. Sotto il livello del “politico in senso stretto” esiste positivamente in quanto convivenza silenziosa.

    Ora, trasformare tutto questo in qualcosa che somigli a una nazione (o a una postnazione), mi pare un compito difficilissimo. Anche perché, con Gellner e Hobsbawm, sappiamo bene che “dal punto di vista dell’analisi il nazionalismo viene prima delle nazioni“ e che “non sono le nazioni a fare gli Stati e a forgiare il nazionalismo, bensì il contrario”. Nel nostro caso, allora, considerando che ci troviamo a fare i conti con dei nazionalismi preesistenti che godono ottima salute, ci vorrebbe una specie di “nazionalismo antinazionalista”, un pensiero postnazionale, per l’appunto, che prima di arrivare al suo scopo, dovrebbe necessariamente disinnescare i nazionalismi preesistenti subordinandoli all’idea di nuova nazione. Questo, mi pare, è il compito titanico che si è assunto BBD.

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  29. In 6 anni, ho capito che BBD non punta allo Stato-Nazione del Sudtirolo, ma a “qualcos’altro”. Come già scrisse qualcuno, però, «BBD gira e rigira i vecchi ingredienti della nazione, scomponendoli e ricomponendoli con ottime intenzioni, ma il problema è che gli ingredienti sono sempre quelli». Nell’aspirazione a rimuovere un cancro (il nazionalismo di concezione ottocentesca) si finisce per ricomporlo e diffonderlo nuovamente tramite una nazionalità dalle sembianze contemporanee, stavolta mascherata in una forma benigna. Il progetto assume così un sapore ambiguo: in assenza di una solida copertura europea, per emanciparsi compiutamente da uno Stato-(non sempre)Nazione qual’è l’Italia occorre avvalersi degli stessi strumenti da esso adottati nell’atto della sua fondazione e costituzione in entità sovrana democratica. Trattasi non più di darsi definizioni “nazionalistiche” ormai storicizzate (per quanto serva ancora quell’opera indispensabile di decostruzione, spiegata qui sopra da Enrico De Zordo) bensì di avviare processi di “nazionalizzazione” per evolvere la comunità locale (quale poi?) in una società consapevole e indipendente. Certamente, come già accaduto per altri paesi, si può calare dall’alto un contenitore prima di costruirvi una contestuale appartenenza, un’identità indivisa. Ma la gestione del consenso attorno a nuove statualità dipende oggigiorno da delimitazioni territoriali (ovvero confini), simboli unitari, costituzioni, legislazioni e istituzioni riconosciute, politiche interne, estere ed economiche, monopolio della forza legittima e difesa militare, “nazionali” sportive e via dicendo. Meccanismi ineludibili anche per una popolazione plurilingue, sebbene lo sia sulla carta, in quanto a sua volta incastrata nella morsa d’una rappresentazione “ideale eterna” dei conflitti latenti (la «mitologia negativa» nell’immaginario collettivo sudtirolese, descritta da Enrico).

    Per quanto concerne il Sudtirolo, tale consenso – affinché gli «assetti istituzionali che possono perfezionare l’intersezione e l’interdipendenza di interessi locali, nazionali e internazionali» onde «ripensare l’architettura istituzionale e l’orizzonte geopolitico» [gadilu] – discenderebbe (prima ancora che «dal piano dell’ordine giuridico») da «un gesto, storicamente e simbolicamente fondativo, al quale è possibile riferirsi come una vera e propria matrice o serbatoio di senso. Ma se per il Sudtirolo cercassimo un tale gesto, reale o immaginario, che cosa troveremmo? La carta costituzionale della quale disponiamo, lo Statuto d’Autonomia, non ha alla base una simbologia condivisa, un fatto capace di legittimarne il castello di norme» [gadilu]. Tornando al paragone (e non equiparazione) con la Catalogna, l’operazione di nation building è d’interesse nella sua dimensione di laboratorio: il cd. «patriottismo costituzionale» trova tra i catalani «un ancoraggio nel modello di un’identità non sottrattiva, bensì additiva e progressiva» [gadilu]. L’investimento simbolico mira ad una «sottolineatura più marcata del contesto transnazionale» e più ancora della pluralità interna allo stato spagnolo (!): «La Catalogna, in quanto “nacionalidad”, esercita il suo autogoverno costituita in Comunità Autonoma in accordo con la Costituzione e lo Statuto che è la sua norma fondamentale. La rivendicazione autodeterministica della “nazione” catalana non funziona così come un detonatore per far saltare l’unità dello Stato […] ma articola o specifica questa unità in senso più morbido e plurale. È l’idea di una “nazione senza nazione”, capace di coniugare la difesa della propria specificità con un elevato grado di apertura e dinamismo» [gadilu], «sfociando nel superamento e nella decostruzione del concetto tradizionale di nazione» [pérvasion]. «La España autonómica avanza», disse Zapatero.

    Di qui il mio auspicio, al termine delle mie “Ventuno domande a Brennerbasisdemokratie”, perché il Sudtirolo prosegua nella contaminazione diplomatica dello Stato d’appartenenza, in una lotta serrata per la comprensione fortificata del caso sudtirolese in Italia e una ristrutturazione dei rapporti con quest’ultima, adoperandosi maggiormente nel ricostruire da capo l’articolazione interna della Repubblica italiana, superando il (malriuscito) centralismo nazionale attraverso un riassetto federale in chiave europeista. Una scelta in continuità col passato. Ragionando in un’ottica internazionale, occorrere a mio parere ripensare l’Italia prima ancora che il Sudtirolo. Pensare globalmente per agire localmente, nella direzione di un’ipotetica Europa postnazionale.

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  30. Non solo hunter. Anche niwo. E’ disarmante vedersi sistematicamente ignorati, persino quando si chiama in causa gli interlocutori (in maniera esplicita: commento in data 2. März 2011 um 21:10 Uhr che rimanda a un intero post) impegnati invece in lodi sperticate dell’indipendenza oppure in condanne un po’ scontate alle dinamiche degli Stati nazionali, ergo dell’appartenenza all’Italia. Ne faccio oramai una questione di educazione.

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  31. @ hunter

    Ehh??? Ahahahah. Vabbè.

    Diciamo le cose come stanno? Voi siete roba da torta di ceci, altro che “nazione senza nazione”.

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  32. @ gadilu & val

    das mit dem “humble knowledge” ist ernst gemeint.

    also raus mit der katze aus dem sack: bin nordtiroler, der seit rund 2 jahren in südtirol lebt. habe mir in dieser zeit versucht – obwohl ich hier leider in einem ausschließlich deutschsprachigen umfeld lebe – die sprache dantes selber beizubringen, indem ich ein wenig zeitung und blog lese, italienisch fernsehe (wenn ich es aushalte – was leider nur allzu selten vorkommt) und mit den paar italienischsprachigen bekannten hin und wieder plaudere. sprachkurs habe ich keinen gemacht (bringt auch nicht viel, glaube ich). dennoch bin ich mit meinen fortschritten einigermaßen zufrieden, denn ich kann sinnerfassend lesen und mich auch in einfacher form ausdrücken. (habe speziell in bozen oft die erfahrung gemacht, dass ich damit schon wesentlich weiter bin als viele, die seit 20 jahren hier sind oder gar hier geboren sind).

    da euer beider (gadilus und im besonderen auch vals) schreibstil nicht gerade leichte kost ist, bin ich bisweilen noch (und die betonung liegt auf noch) überfordert. in spätestens zwei jahren sieht das ganz anders aus, ihr werdet sehen.

    ich ignoriere euch also nicht, sondern ich verstehe euch schlichtweg nicht. aber du hast recht val. es ist eine frage der bildung :-). ich bin nur noch nicht so weit, aber der wille ist da.

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  33. @ gadilu & val

    ich weiß nicht, ob wir es noch erleben werden, aber der nationalstaat an sich (das hat jetzt überhaupt nichts mit südtirol zu tun) wird sich nicht mehr ewig halten können, weil dessen logik wird tagtäglich ad absurdum geführt. aufgrund seiner bevölkerungsstruktur wäre südtirol prädestiniert für ein pilotprojekt einer neuen staatsform. alles was val, gadilu und de zordo schreiben bezieht sich auf die derzeitige/damalige lage, zusammensetzung und geisteshaltung der bevölkerung. wir aber wollen den boden bereiten für kommende generationen. und da muss man halt einmal im kleinen anfangen. ob’s funktioniert kann niemand wissen. aber wer nicht probiert … eh schon wissen.
    1919 waren in nordtirol bei einer volksabstimmung noch rund 98 prozent für einen anschluss an ein großdeutsches reich. auch nach ende des zweiten weltkrieges gab es noch keine flächendeckende nationale österreichische identität. innerhalb einer generation hat sich das aufgrund der verschiedensten umstände geändert. ich will damit nicht sagen, dass die südtiroler bevölkerung ein nationalbewusstsein entwickeln soll, sondern dass das entstehen von identitäten und zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer generation passieren bzw. sich identität und zugehörigkeit verändern kann, wenn die voraussetzungen passen.

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  34. @hunter Lass dich von der Arroganz dieser Querulanten nicht zu einer Rechtfertigung zwingen, die du ihnen nicht schuldest. Sind wir jetzt wirklich verpflichtet, Lust, Zeit und Muße aufzubringen, ihre langatmigen Provokationen zu beantworten? Das ist ja Erpressung! Gadilu stellt sich auch noch dumm und tut, als ob er noch nie etwas von einer Willensnation gehört hätte und beleidigt alle, die unter seinem Niveau (Universalgenie) sind. Armselig.

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  35. Oje. Hunter. Dein Wille ist da. Sehr gut. Die Willensgemeinschaft besteht also fast auschließlich aus Menschen, die nicht in Südtirol geboren sind. 🙂

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  36. Valentino, hai sentito Pesc? Basta con queste provocazioni estenuanti. Te l’avevo detto che 21 punti erano troppi. Bastava dire: l’Italia è un cesso e mir san mir. Ti battevano tutti le mani.

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  37. @ hunter, Du stellst mit Deinen Bemühungen so manchen Südtiroler in den Schatten. Kompliment! Oder wie man südlich des Brenners sagt: perig^^
    Ich merke übrigens immer wieder, wie Nordtiroler viel ungezwungener Italienisch lernen und sich an der Kultur Italiens ohne Vorbehalte erfreuen können als hierzulande, speziell in Innsbruck.

    @ Val., stimmt, “unsere” (ich spreche mal von meiner Seite) Kommentierungspraxis ist ungezogen, vielleicht nicht ganz so schlimm wie von gadilu beschrieben 😉 aber trotzdem stark verbesserungswürdig. Ich lese Deine Beiträge immer mit Gewinn, müsste mich allerdings wirklich stärker in die theoretische Materie “BBD” einarbeiten sowie die früheren, sehr komplexen Diskussionen lesen und gut verstehen, um auf Deine Einwände adäquat einzugehen bzw. diese angemessen – mit der nötigen Tiefe meine ich – zu besprechen. Vielleicht mache ich das mal und kommentiere dann. LG

    @ pesc
    “ihre langatmigen Provokationen zu beantworten”
    Mühevoll ausgearbeitete Beiträge als “Provokationen” zu diffamieren finde ich hingegen äußert ungezogen und wiederum provokativ. “Was man nicht versteht, fürchtet man!”

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  38. @Beppi
    klar, deine Äusserung hingegen ist weder Provokation noch ungezogen. Du unterstellst nur ganz pauschal Pesc (und wahrscheinlich alle anderen die nicht einverstanden sind) verstehen die Beiträge nicht und fürchten sich.
    Ich gebe Pesc vollkommen recht, auf Gadilu’s Provokationen muss man nicht einsteigen. Er wandelt eh schon länger gern auf “Holzwegen” 🙂

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  39. @val
    Du hast sicher in vielen Punkten recht, und dennoch glaube ich, dass immer mehr Menschen aller Sprachgruppen in Südtirol dazu bereit wären, unter bestimmten Umständen eine grössere Selbstständigkeit unseres Landes mitzutragen und zu unterstützen, es wird die Zeit brauchen, die es braucht, um uns nicht mehr ethnisch definieren zu “müssen”, sobald diese grosse Mauer “Ethnie” brüchig wird, wird dieses Land einige Ideen und Visionen, die hier vorgebracht und diskutiert wurden und werden, sicher gut gebrauchen können.

    @pesc
    Wenn dich die Themen hier nicht interessieren, lass es doch einfach!!!!

    @gadilu
    Wo ist denn eigentlich De Zordo verschwunden? Er fehlt mir hier, und auch bei dir???????????????????

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  40. @anonym
    “Du unterstellst nur ganz pauschal Pesc […] verstehen die Beiträge nicht und fürchten sich.”

    Du wirst mir sicherlich zustimmen, dass sich “Pescs” Anschuldigung der “Langatmigkeit” nicht in nuce auf gadilu bezieht (der im Grunde immer eher kurze Kommentare verfasst), sondern vor allem auf Val. und dessen Artikel auf dieser Plattform. Das kommt mir so vor, als ob sich die Beiträger auch noch dem Inhalte nach vor gewissen Blogbesuchern zu rechtfertigen oder sich deren Lesegewohnheiten anzupassen hätten, oder als ob jene am Ende — sofern Inhalt und Form von den Vorstellungen dieser divergieren — sogar nicht erwünscht seien.

    Sollte meine Vermutung der Wirklichkeit entsprechen, dann frage ich mich, ob diese Blogbesucher überhaupt ehrliches Interesse am Projekt BBD haben können (das Pluralismus und Meinungsvielfalt ja grundsätzlich voraussetzt).

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