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Die Umfrage zur Selbstbestimmung.

von Sigmund Kripp, Mitglied des Grünen Rates

Als politischer Mensch, aber auch als Grüner in Südtirol fühle ich mich im Moment nicht wohl! Da wird eine Umfrage gemacht (sehr parteipolitisch zwar und als »Referendum« hochstilisiert), ob Südtirol über die Selbstbestimmung abstimmen soll. An sich eine für dieses Land mit seiner Geschichte selbstverständliche Frage. Selbst die größte und machthabende Partei SVP trägt diese Ikone ganz vorne in ihrem Parteiprogramm.

Aber dann, als über 60.000 Menschen mit abstimmen und davon 92% mit JA antworten, da soll dann diese Umfrage nichts wert sein? Dass die SVP vom Status quo profitiert hat und weiter profitiert (Macht, Sessel, Geld), und deshalb gegen die Anwendung der Selbstbestimmung ist, kann man nachvollziehen.

Dass aber auch meine Grünen so wild dagegen waren und sind, ist mir unverständlich und auch politisch unlogisch!

Die Grünen treten weltweit und speziell in Europa als die Partei der direkten Demokratie auf, unterstützen auch wo immer es geht Minderheiten bzw. indigene Völker, treten für die Schwachen ein und nicht für die Mächtigen, treten für das Regionale ein und nicht für das Globale, treten in der EU für die Stärkung der Regionen — also kleiner Regierungsbezirke — ein, setzen sich für das Wohl und die Sorgen der Menschen, und nicht für die Interessen der Großkonzerne ein.

Aber hier wird so getan, als würde ein zusätzlicher Staat in Europa der EU den Garaus machen, als würde Italien ohne Südtirol nicht leben können, als wäre es ein Sakrileg, über Grenzverschiebungen nachzudenken. Dabei haben wir allein in Europa in den letzten 25 Jahren eine ganze Reihe friedlicher (!) Grenzveränderungen gehabt, die meines Wissens von den Grünen durchaus unterstützt oder gut geheißen wurden: der Beitritt der DDR zu Deutschland, (der auch ein EU-Beitritt ohne Aufnahmeverfahren war!), die Trennung der Slowakei und Tschechiens, und die (unfriedlichen) Staatenbildungen auf dem Territorium von Ex-Jugoslawien und andere mehr.

Ich wundere mich, dass man zwar bei 18.000 Stimmen für die direkte Demokratie von einem »Riesenerfolg« spricht, dass die parteiinternen Vorwahlen von SVP (24.000 Stimmen) und auch Grünen (1.500 Stimmen) — bei weitaus weniger TeilnehmerInnen — ebenso als Erfolg vermeldet werden, dass aber die 61.000 Stimmen für die Umfrage als »nicht seriös« nicht ernst genommen werden!

Es wird dabei immer wieder darauf verwiesen, dass die Grenzen in Europa ja so unwichtig geworden sind und dass es daher keine neuen Grenzen brauche. Das kann ja wahr sein. Wahr ist aber auch, dass sehr wohl Verwaltungsgrenzen übrig geblieben sind und sich sogar verfestigen: Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob ich einen Betrieb in einem Land wie Deutschland oder Österreich führen darf, oder es in einem Land wie Italien tun muss! Wenn politische Grenzen also schon so unwichtig sind, wie alle behaupten, dann kann man sie ja auch verschieben, oder?

Denn:

  • Italien hat in über 65 Jahren nicht gelernt, Gesetze allgemein verständlich und einfach anwendbar zu formulieren.
  • Italien hat in 65 Jahren nur unter Druck von außen etwas zum Minderheitenschutz getan.
  • Italien ist ein zentralistischer, unflexibler und elitenregierter Staat geblieben, der es nicht geschafft hat, eine Organisation wie die Mafia auszuschalten.
  • Italiens WählerInnen haben die Grünen aus dem Parlament gejagt; es gibt in Italien keine Grünen mehr! Das ist fast einmalig in Europa!

Und in diesem Land soll Südtirol für immer verdammt sein zu bleiben?

Nein!

  • Wir sind als kleines Land, mit den Eckdaten von Luxemburg, sehr wohl in der Lage, uns selbst zu regieren und unsere Wirtschaft selbst aufrecht zu erhalten!
  • Wir sind auch alle bereits jetzt EU-Bürgerinnen und wollen es auch bleiben: dass wir aus der EU fliegen würden, wenn es zur Sezession käme, ist eine nie bewiesene Theorie der Zentralstaatler: es gibt nämlich keinen Präzedenzfall!
  • Wir könnten uns sehr wohl eine eigene, moderne, minderheitenfreundliche Verfassung geben und allen in Südtirol lebenden Menschen auch unsere neue Staatsbürgerschaft geben.
  • Wir wären — wie andere Kleinstaaten — ohne Zweifel einer der Musterstaaten in der EU!

Ich wünsche mir von meinen Grünen, dass hier mit weniger Voreingenommenheit gedacht, gehandelt und gesprochen wird und dass es Südtirols BürgerInnen zugestanden wird, ergebnisoffen über diese Frage nachzudenken und im Falle auch abstimmen zu dürfen! Staaten sind von Menschen für Menschen gemacht und können ebenso von Menschen für Menschen umgestaltet oder sogar aufgelöst werden!

Why not?

Siehe auch:

Grenze Grundrechte Kleinstaaten Selbstbestimmung Umfrage+Statistik | STF-Befragung | Sigmund Kripp | | | EU STF Vërc | Deutsch

100 replies on “Die Umfrage zur Selbstbestimmung.”

Toller Beitrag, du sprichst mir aus der Seele, als langjähriger Grünen-Wähler habe ich in den letzten Jahren ein zunehmendes Unbehagen gegenüber diese undifferenzierte Kritik und die Voreingenommenheit der Grünen entwickelt. Auf die Spitze bringt es Kronbichler der herumfaselt, ohne jeden Inhalt und Logik.
Ich gratuliere zum Mut, den du mit dieser Veröffentlichung beweist!

bravo Herr Kripp! – Südtirol ist halt anders!
– Wenn es irgendwann nur nicht heißt “was ist” Südtirol, und nur noch Dolomiten an ein Land erinnert in dem zwar “koordiniert an den Weltkrieg-eins erinnert” wurde, aber nichts für die (europäische) Zukunft abgeleitet wurde!
Es verblüfft immer öfter und immer mehr – trotz “Erneuerungswalze”, – die Wahlen sind ja wieder einmal vorbei – wie man als Bürger von oben herab abgekanzelt, zurechtgewiesen und belehrt wird!

Ein bemerkenswerter Kommentar für ein Mitglied des Grünen Rates, Kompliment!
Ob´s hilft, dass unsere Grünen ihre Scheuklappen ablegen und sich den Ansichten der Europäischen Grünen öffnen?

Angesichts der Tatsache, dass die Umfrage selbstverwaltet und zudem nur von einer Bewegung ausging;
die Medien entwerder nicht oder negativ berichteten:
die Südtiroler Volkspartei zum Boykott aufgerufen hatte;
auch andere selbstbestimmungsfreundliche Akteure, einschließlich der Freiheitlichen (aber auch bbd ) die Initiative nicht unterstützt hatten und die Umfrage öffentlich delegitimiert und lächerlich gemacht worden war;
ist das Ergebnis geradezu sensationell!

Es zeugt davon, wie sehr das Thema Selbstbestimmung im Mittelpunkt der Südtiroler Gesellschaft angekommen ist.
Einige Zahlen, um die Dimensionen der Beteiligung einzuordnen: 61.189 Teilnehmer, das sind:
20,54% der Wähler, die sich an der letzten Landtagswahl beteiligt haben;
fast dreimal so viele, wie am 27. Oktober die STF gewählt hatten (20.743);
mehr Stimmen, als eine einzelne Partei — mit Ausnahme der SVP — bei der Landtagswahl erreicht hat;
über 41% derer, die am amtlichen Landesreferendum von 2009 teilgenommen haben;
mehr als zweieinhalb mal so viele, wie an den SVP-Vorwahlen teilgenommen und fast neunmal so viele, wie sich in Südtirol an den Vorwahlen des PD beteiligt hatten.
Arno Kompatscher errang trotz monatelangen medialen Großeinsatzes gerade mal 20% der WählerInnenstimmen, seine Partei frohlockte über das grandiose und hohe Ergebnis.
15% Wahlbeteiligung des selbstverwalteten Referendums kann also nicht gering sein, und bei gleichberechtigter wohlwollender Berichterstattung (in Südtirol ausgeschlossen) wäre es ein Erdrutsch geworden.
Wir arbeiten weiter für das Menschenrecht Selbstbestimmung, zusammen mit Katalanen, Schotten, Flamen und nun auch den Basken.

Wer in seinem Land die Demokratie voranbringen will, sollte nicht auf die Erlaubnis dafür warten.

Bülent Ecevit

der erlauchte kreis:
eu-länder ohne grüne im parlament oder eu-parlament: bulgarien, estland, italien, malta, polen, rumänien, slowakei, tschechien und slowenien

österreichische bundesländer mit grüner regierungsbeteiligung:
oberösterreich, wien, kärnten, salzburg und tirol

deutsche bundesländer mit grüner regierungsbeteiligung:
nordrhein-westfalen, baden-württemberg, rheinland-pfalz, bremen, schleswig-holstein, niedersachsen, hessen

irgendwie liest sich diese liste nicht wie eine von ländern, die den bach runter gehen. man könnte fast glauben, dass die präsenz von grünparteien mit der fortschrittlichkeit eines landes korreliert.

Also die Grünen Partei steht meiner Einschätzung nach vor allem für eins:
Verlogenheit & teilw. Kommunistische Ideen
Bei Bedarf mehr Argumente

Weshalb Grüne verlogen sind:
-Direktzug Lienz-Innsbruck
-Südtirol-problematik (sieht man auch bei anderen Linken, da wir “deutsch” sind können wir eine Abspaltung nur wollen weil wir Nazis sind…)
-Meinungsfreiheit nur für die eigene Klientel fordern (Burschenschaftstreffen), kein zurückschrecken vor Gewalt, auch gegen unbeteiligte
-Für Windkraft aber gegen Stromleitungen/erhöhte Strompreise
-Keineswegs fortschrittlich, man sehe sich das deutsche Grüne Wahlprogramm früherer Tage an. Sie sind/waren gegen vieles dass heute das Leben vereinfacht.
Weshalb sie teilweise Kommunistisch sind:
-Steuerpolitik:
>Reichensteuer ab 50.000€
>Umverteilung in extremen Ausmaße
>Extreme Besteuerung von allen möglichen dingen.
-Asyl für jeden, Konsequenz noch mehr werden den Weg über das Mittelmeer suchen und dabei leider sterben
-Extreme Missachtung vor dem Leben ungeborener Kinder
-Diffamierung/Kaltstellung politischer Gegner, durch die linke Vorfeldorganisation ANTIFA (benutzen für Südtiroler Orte nur ita. teilw. fasch. Ortsnamen)

Mir war die “Grüne-Idee” auch lange Zeit sympathisch und es ist sie immer noch allerdings gibt es einige Dinge die mich persönlich schon sehr stören, andere wiederum sind super. Aber muss halt jeder selbst wissen ob er diese Geisteshaltung unterstützen möchte…

Du musst da etwas vorsichtiger sein: Grüne sind ein dezidiert mittel- und westeuropäisches Phänomen. Grüne Politik wurde vorwiegend von SüdtirolerInnen aus der BRD und Österreich nach Italien importiert. Ohne Südtiroler Impuls (A. Langer) hätte es kaum jemals Grüne in Italien gegeben. Außerhalb Europas, z.B. in Nordamerika, sind sie ebenfalls totale Exoten.

P.S.: Die Politik in Italien kennt dafür eine (ihrerzeit) vergleichbar fortschrittliche liberale bis libertäre Tradition, die wiederum in Mittel- und Nordeuropa wenig Fuß gefasst hat, und falls, dann nur unter einem solchen Deckmantel um neokonservative Politik zu betreiben, wie z.B. LIF, NEOS, FDP usw.

Außerhalb Europas, z.B. in Nordamerika, sind sie ebenfalls totale Exoten.

Nur teilweise richtig es sind keine Exoten sondern wie die meisten anderen Parteien in den USA unterrepräsentiert.
Und es gibt Unmengen Grüner Parteien außerhalb Europas:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_grüner_Parteien
Auch muss ich den Vorwurf das FDP,LIF neokonservative (? was soll das sein) und nicht Liberale Politik machen nur als lächerlich erachten. Das einzig unliberale am LIF ist ihre Einstellung zum Waffenrecht
Und die NEOS erben gar nicht mit liberal, sie sind es einfach! Bis auf einige Dinge…

also das mit lif und neos und neokonservativ musst du mir noch erklären. das versteh ich nicht.

die grünen in den usa sind trotz des mehrheitswahlrechtes eine verhältnismäßig starke kraft (natürlich außerhalb des parlaments). in lokalen institutionen sind sie sehr wohl vertreten. und sie hatten auch achtungserfolge bei präsidentschaftswahlen (stichwort ralph nader, der 3 millionen stimmen bekam).

in nordeuropa gibt es auch eine recht starke grünbewegung.

außerdem wollte ich ja mit meinem posting auch zeigen, dass grünparteien meist ausdruck einer art fortschritts sind. grünparteien sind in jenen ländern stark, die gemeinhin als “musterschüler” gelten.

Wie die anderen großen kleinen Parteien in den USA (Constitution Party; Libertarian Party) sind sie aufgrund des Wahlrechtes/ der polit./ medialen Struktur unterrepräsentiert.
Und sie werden auch ungern gewählt Stichwort: Nader & Bush
Interessantes Interview dazu: http://www.taz.de/!86846/
Das Vorhandensein einer grünen Partei korreliert (und nichts anderes) mit dem Bedürfnis nach allumfassender Versorgung durch Vaterstaat.
Nun ich weiß nicht was Neokonsarvativ sein soll.
Die NEOS werben nicht mit Liberal, und das einig unliberale am LIF war die Einstellung zum Waffenrecht (da gehen aber ja die Meinungen auseinander)

Die NEOS fordern Steuersenkung für die Besserverdienenden und das Unternehmertum sowie einen Abbau des Sozialsystems (sie nennen es schön kaschierend “Sozialbürokratie”). Dies ihr erster Programmpunkt. Ihre Wähler sind männlich, Akademiker, Anfang 30, obere Mittelschicht oder Oberschicht und leben in einem urbanen Ballungsraum (siehe Profil-Vorwahlberichte), daher “urbaner Ableger für junge ÖVP-Wähler” (Robert Misik). Ich kann das aus meinem Bekanntenkreis nur bestätigen.

Das LIF erwähnte in seiner füheren Webpräsenz bereits in der zweiten Zeile die Wirtschaft, und nicht etwa persönliche und bürgerliche Freiheiten. Sie sehen das aktuelle Sozialsystem als Hindernis. Es solle nur für äußerst Benachteiligte gelten, etwa für Behinderte. Nicht vergessen, das LIF war ein FPÖ-Ableger minus Ausländerpopulismus. Selbes gilt fürs “Ich-bin-die-wandelnde-Freiheitsstatue-Österreichs”-Bucher-BZÖ.

In Sachen FDP sage ich nur “Hotellerie-Steuerprivileg”. Aber lassen wir die FDP. Die hat dafür schon genug Hohn erlitten.

Vergleichen wir diese Truppen mit einem Ugo La Malfa (PRI), der 1973 als Finanzminister – nach den Prinzipien des Liberalismus – eine Großbank samt einflussreichem Großunternehmer Insolvenz beantragen hat lassen anstatt sie staatlich zu sanieren. Eine ähnliche Forderung hatte 40 Jahre später in Österreich nur das Team Stronach (!!!)

speziell @hunter
Ich behaupte, dass es auch Musterschüler der Fortschrittlichkeit gab und geben wird, die nicht auf eine Grüne Politiktradition zurückblicken können. Deiner obigen Aussage nach zu urteilen, könnten jene Länder nie irgendwie fortschrittlich oder Musterländer werden, lediglich weil sie keine Grüne Politik kennen, ähnlich wie die Indios in den Augen Cortes’ unzivilisiert sein mussten, weil sie keine Christen waren.

freilich ist das vorhandensein einer grünen partei keine notwendigkeit für diverse entwicklungen. ich denke aber, dass es eine art indikator ist. oder anders und sehr überspitzt ausgedrückt: obgleich grüne themen eigentlich essentiell sind, sind sie in der allgemeinen wahrnehmung immer noch “luxusprobleme”. wenn ich nicht genug zum essen habe, ist mir wurscht, ob ein plastiksackl auf der straße liegt. ergo entwickeln sich grüne parteien meist in wohlhabenden, fortschrittlichen und gesellschaftlich konsolidierten ländern. in ländern, in denen grüne keine platz haben, hat man meist “andere probleme”.

Nunja Steuersenkungen sind in dem Fall Unternehmen, Mittelverdienente (ich glaube wir haben eine andere Definition von viel) auch absolut notwendig!
Und der Vorschlag des Sozialabbaus ist aus meiner sicht nicht schlimm, sonder sogar zu begrüßen. Die Sozialbürokratie wird abgebaut und ein Bürgergeld eingeführt was wäre daran schlecht?
Und gewisse Positione stehen schon denen der ÖVP konträr (siehe http://wahlkabine.at/nrw2013/standpunkte)
Und um das LIF/PRI vollumfänglich bewerten zu können bin ich zu jung.
Und selbstverständlich sollten Großunternehmen /Banken insolvent gehen, ich habe auf Seiten der NEOS nie etwas gegenteiliges gehört

Sigmund. 340.000 sudtirolesi se ne sono letteralmente infischiati del referendum. questa é la realtà¡. inutile girarci intorno.

Certo, e le 18.000 firme raccolte per il referendum sulla democrazia diretta stanno a dirci che a 382.000 sudtirolesi non gliene frega niente… giusto? Eppure il 9 febbraio ci sarà  un referendum al quale certamente parteciperanno decine di migliaia di cittadini in più.

@Andrea
Nach dieser bescheidenen Logik müsste Kompatscher sein Amt gar nicht erst antreten, weil ihn “nur” 81.000 gewollt haben, 319.000 wollen ihn nicht! ;)

Non puoi confrontare le preferenze di un candidato ad una elezione provinciale con un referendum per la autodeterminazione. E’ un confronto assurdo, sono due contesti totalmente differenti. Nel contesto di un referendum deve essere fissato un quorum per assicurare che la reale maggioranza decida e non una sparuta minoranza.

Exzellenter Beitrag. So argumentieren Menschen, die sowohl zukunftsfähige Visionen für unser Land haben als auch die zentralen Probleme unseres Planeten im Auge halten.
Der gesellschaftliche Diskurs wird durch Querdenker vorangebracht, die auch gegen den überholten Mainstream Rückgrat beweisen. Dagegen sind etliche unserer Vorzeige-Intellektuellen, die ihre teils tradierten Stereotype im Brustton der moralischen Überlegenheit vortragen und nicht merken, dass sich die gesellschaftlich/politischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt haben, peinlich.
Es verwundert, dass unsere Mehrheitspartei, die sich Sammelpartei nennt und anscheinend politische Vielfalt verkörpert, in dieser Frage nicht einen einzigen Querdenker hervorbringt. Aber anscheinend sind der vorauseilende Gehorsam gegenüber Rom und die Angst vor schlechter Presse im Tagblatt der Südtiroler das Maß der Dinge.

Herr Kripp. Sicher gehört etwas dazu als Mitglied des Grünen Rates, das im BBD-Blog zu veröffentlichen. Ich finds gut. Respekt.
Ich würde nur hoffen immer mehr Grüne in Südtirol würden werfrei diesem Weg folgen. Die Grünen in Europa treten ja für direkte Demokratie, teilweise auch Separatismus (z.B. Schottland) ein. Nur in Südtirol gehen die Uhren bei den Grünen total anders.
Auch ich bin der Meinung, dass wir sehr gut in der Lage sind uns selbst zu regieren. Meines Erachtens sind wir viel besser in der Lage als Kleinstaat (“Small, but beautiful”) unsere Bedürfnisse zu regelen, und das für alle drei Volksgruppen im Lande. Halt Miteinander.
Ich fänds für Süd-Tirol gut den Weg einzuschlagen der Weg vom nationalstaatlichen Denken hin zu einer Republik Süd-Tirol, eingerahmt von Österreich und Italien (mit einer kleinen Grenze zur Schweiz) führt.
Ein Staat, der nicht mehr streng zwischen deutscher und italienischer Volksgruppe urteilt. Ein Staat der mit seinen Nachbarn gut kooperiert, Unabhängig ist, seine Verwaltung und Wirtschaftsleben selbst organisiert.
Somit fiele dann auch das SVP-Argument flach. Rom ist für alles schlechte die Schuld….

Es ist schon erstaunlich:
Da schreibt ein Grüner etwas was in einer demokratischen Partei selbstverständlich sein sollte, und schon wird gejubelt, als wäre gerade eben vom Grünen Rat die Demokratie (neu) erfunden worden!
Was hat der Grüne Rat VOR dieser Abstimmung gemacht? Doch nicht etwa gehofft, dass diese Abstimmung ein Flop wird?

Was wäre aus dieser Umfrage wohl geworden, wenn alle demokratischen Kräfte aufgerufen hätten abzustimmen, wohin der Weg ihrer Heimat gehen sollte!

Liebe Südtiroler, was wollt ihr?

O Status-quo, es bleibt alles beim Alten
O Vollautonomie wird angestrebt
O Selbstständige Republik (Freistaat) Südtirol
O Wiedervereinigung mit Nordtirol

Erst wenn drüber abgestimmt wird, kann man von einem demokratischen Land reden.
Erst wenn eine Partei aufruft, an einer solchen Abstimmung teilzunehmen, kann man von einer demokratischen Partei reden.
Alles andere ist nichts weiter als pseudodemokratisches Geschwätz!

@Hans. Dein Kommentar gut und recht.
Ich als Süd-Tiroler sage eine Wiedervereinigung mit Nord-Tirol (für mich muss das angestrebt werden, aber – siehe bitte unten) und die Rückkehr nach Österreich, das kann Ich nicht von Österreich verlangen weil: Die Süd-Tiroler Studenten haben sich jahrelang in IBK benommen haben wie die Idioten, der Süd-Tiroler wurde beigebracht sich von beiden Seiten die Rosinen rauszupicken, usw.
und dann sollte uns noch Österreich nehmen und gleich den Süd-Tirolern eine Autonomie geben. Das ginge für mich zu weit. Das darf und kann man Österreich niemals zumuten. Das darf man nicht verlangen.
Für mich muss die Entwicklung Süd-Tirols außerhalb eines Nationalstaates passieren, unter wahrung der Tiroler Identität im Einklang mit den Italienern und Ladinern im Land.
Ich bin für eine selbständige Republik (mit den Präsidenten Italiens und Österreichs als Staatsoberhaupt – Co-Princeps wie in Andorra) Süd-Tirol, wo sich auch unsere Nord-Tiroler Brüder anschließen können, sofern sie wollen.

Das mit einer Republik Südtirol ist doch Unsinn!
ST zu Nordtirol, weitreichende und vorbildliche Rechte für die ital. Minderheit und fertig!
Was sollte daran so kompliziert sein?
Und warum kann man das Österreich nicht zutrauen?
Ich bin überzeugt, die Italiener in Bozen, um Bozen und in Bozen rundherum würden lieber in Österreich leben, als im Wackelkandidat Italien.

Warum nur macht ihr alles so kompliziert?

Bravo Hans, du würdest also nur die derzeitige Situation umkehren und wieder eine Minderheit in einem Nationalstaat erschaffen. Dieses Modell hat (hoffentlich) ausgedient.

@Obervinschger und @Hans:
Es erschreckt mich, wie Ihr beide glaubt, eine Lösung ohne Trentino wäre irgendwie gangbar oder erstrebenswert, und Osttirol sei kein rhetorisches Komma wert. So wird das nix!

@Hans: einige Gedanken dazu: vom Bauchgefühl her: Ich sage ST zu Nordtirol und zu AUT. Von mir aus. Als Obervinschger rein vom Bauchgefühl her würde ich sagen gut so. Gefällt mir.
Aber eben wie gesagt, wenn Süd-Tirol wieder zur Nord-Tirol und zu Österreich käme, wäre das in meinen Augen so: Die “Sache vom Süd-Tiroler Rosinenpicker” hört ja nie auf. Und die muss aufhören. Mich haben Nord-Tiroler mehrmals daraufhin “ärgerlich” angesprochen. Ich konnte denen einmal nicht erklären wies wirklich ist…. (von wegen Ihr bekommt alles Geschenkt). Ja, von da her bin ich voreingenommen.
Zweitens glaube ich, dass die Italiener in Süd-Tirol eine Republik Südtirol vorziehen würden, was ich in einigen Gesprächen mit Ihnen auch rausgefunden habe.
Drittens glaube Ich und bin fest davon überzeugt, müsste die Republik Süd-Tirol (es versteht sich gegen Bezahlung durch uns) bei einer z.B. Polizeiausbildung, Wirtschafts- und Steuerpolitik sehr eng mit Österreich zusammenarbeiten/kooperieren.
Denn Quo Vadis Italy (auch mit “Vespa”)…

@bzler. Ja Osttirol gehört auch dazu. War es nicht Reut-Nikolussi der meinte, dass das der letzte Teil Süd-Tirols sei, der bei Österreich geblieben ist?

super kommentar, das mit dem kondominium österreich-italien war auch für mich immer die schlüssigste lösung, weil historisch einigermaßen korrekt und zufriedenstellend für viele. die italiener verlierten ihr vaterland italien nicht (was ihnen sehr wichtig ist), und wir kommen unserm ein großes stück näher. eingebunden in die europaregion tirol und dem gemeinsamen nenner südtirol.

@bzler. Ja Osttirol gehört auch dazu. War es nicht Reut-Nikolussi der meinte, dass das der letzte Teil Süd-Tirols sei, der bei Österreich geblieben ist?

ich glaube das war Karl Renner

@ Obervinschger, Ja dann eben eine Republik Südtirol!

Die ”Sache vom Süd-Tiroler Rosinenpicker” hört ja nie auf. Und die muss aufhören

Die hören dann auf, wenn es keine Österreicher-Witze mehr erzählt werden.
(z.B. “lieber Landstreicher, als Österreicher”)

Ich habe beides schon lange nicht mehr wahrgenommen.

Aber es ist schon richtig, die Südtiroler die so viel Wert auf das SÜDtirol legen, haben sich in den 80er und 90er Jahren durch ihr etwas überzogene Verhalten keine Freunde in Nordtirol gemacht.
Kaum hat das ein Ende gefunden, und ein paar auch offizielle Wanderwege führten von Nord- bzw. Osttirol hinüber ins Südtirol, bekamen diese auf ST-Seite einen ital. Zweitname verpasst. Soll dieser Zweitname verhindern, dass sich die Italiener nicht nach Osttirol verirren?

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass die Nordtiroler niemals Italiener zu den Südtiroler sagen, hingegen die Südtiroler immer Österreicher zu den Nord- und Osttirolern?
Zur Erinnerung: Das Pustertal endet nicht an der Grenze zu Osttirol wie man aus den meisten Fremdenverkehrsprospekten entnehmen kann!
Frage:
Worin unterscheidet sich ein echter SÜDtiroler Speck von einem echten Tiroler Speck?
Oder SÜDtiroler Schlutzkrapfen von Tiroler ….
Und SÜDtiroler Kaiserschmarrn von ….
Hier finden Sie das Original-Rezept zu den SÜDtiroler Schlutzkrapfen!
100 g Südtiroler Weizenmehl
1 Südtiroler Ei
Südtiroler Salz
3 Eßlöffel Südtiroler Öl
etwas lauwarmes Südtiroler Wasser
aus diesen Zutaten einem Südtiroler Teig kneten.

Kindischer geht’s wohl nicht mehr!

Lieber @bzler,
die Osttiroler warten nur darauf, die Südtiroler wieder in die Arme nehmen zu können. Der Ball liegt aber alleine bei den Südtirolern!
Solange geworben wird mit: “machen Sie Urlaub im Hochpustertal/Alta Pusteria, aber bitte nur bis zur Grenze zu Österreich.
Eine gemeinsame Fremdenverkehrswerbung ist (bisher) IMMER an den Südtirolern gescheitert. Ebenso der Ausbau des Schigebietes am Helm.

Mit oder ohne dem Trentino…
Was macht das für einen Sinn, wenn in einem unabhängigen Staate Südtirol ca. die Hälfte kein Deutsch kann und auch nicht lernen will?
Und schon einmal gefragt, ob die Trentiner überhaupt Lust haben, auf einen gemeinsamen Staat mit den Südtirolern?
Mit oder ohne dem Trentino…mir wäre beides recht!

@Steffl, der erst nach 1945 einsetzende österreichische Nationalbewusstsein, ist bis heute nicht bis Tirol vorgedrungen. Laut Umfragen sehen sich 32% in erster Linie als Tiroler, 30% als Österreicher.

http://www.paroli-magazin.at/dargestellt/reportage/tirol/

es ginge also auch ohne Österreich und vorallem ohne Italien!

Käme das Trentino mit an Bord, meine Frau die bisher kein einziges Wort Italienisch kann, würde mit Sicherheit sofort Italienisch lernen. Umgekehrt hingegen, würde ich wohl vergeblich warten …

wenn in einem unabhängigen Staate Südtirol ca. die Hälfte kein Deutsch kann und auch nicht lernen will?

Kann ich so nicht bestätigen. Kenne einige Trentiner (wenn auch nicht die Mehrzahl), welche zumindest Grundkenntnisse in Deutsch aufweisen, aber auch bestrebt sind, diese weiter auszubauen. Auch werden Kinder aus Grenzgemeinden (z.B. Cavalese) in die deutsche Schule, etwa nach Truden geschickt.
Oder habe ich dich missverstanden und du meintest die italienischsprachigen Bewohner der Landeshauptstadt? Dann stimmen die Verhältnisse wieder ;)

@Obervinschger:

Ja Osttirol gehört auch dazu.

Schön, aber achte darauf, wie Du Deine Begriffe benutzt. Osttirol ist nicht Nordtirol, sondern beide gemeinsam das Bundesland Tirol. Es mag sprachlich holprig sein, sich korrekt auszudrücken, aber die Osttiroler sollten es uns das Wert sein.
@HANS
die Osttiroler warten nur darauf, die Südtiroler wieder in die Arme nehmen zu können. Der Ball liegt aber alleine bei den Südtirolern!
Dito, nennen wir doch die Osttiroler in unseren Sätzen, anstatt sie nur in Gedanken in die Arme zu nehmen.

Was macht das für einen Sinn, wenn in einem unabhängigen Staate Südtirol ca. die Hälfte kein Deutsch kann und auch nicht lernen will?

Was macht das für einen Sinn, sich als Südtiroler zu brüsten und dann nicht einmal Ladinisch zu sprechen? Ich bitte Dich, was ist das denn für ein Argument?

Käme das Trentino mit an Bord, meine Frau die bisher kein einziges Wort Italienisch kann, würde mit Sicherheit sofort Italienisch lernen.

Verstehe ich jetzt nicht. Ist Südtirol nicht Grund genug, Italienisch zu lernen? Meine Empfehlung an Deine Frau!

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass die Nordtiroler niemals Italiener zu den Südtiroler sagen, hingegen die Südtiroler immer Österreicher zu den Nord- und Osttirolern?

Volle Zustimmung. Jahrzehntelange Propaganda hat leider ihre Spuren hinterlassen. Es wird Zeit, dass wir an uns arbeiten.

DAs erinnert mich alles an einemgängigem Voruteil, welches ich immer wieder höre:” Die Österreicher Wollen uns ja nicht” – Stimmt NICHT! Ich selber habe sehr viele Bekanntschaften und Freundschaften in Nord und Osttirol, sowie auch in Salzburg, Kärnten, Oberösterreich und Wien – ganz normale unpolitische Leute. Gar alle, auch wenns nur kurze Gespräche an einer Bar waren, fragten mich: “Wann kommt denn endlich Südtirol wieder zurück?” Oder sagten “Mir sein olles Tiroler mir ghern zsamm!” SIcher haben sich in Vergangenheit einige Südtiroler Studenten sehr sch***lecht benommen, aber das ist scheinbar Schnee von gestern. Wo ich hinkomme, alle sehen mich als ebenbürtigen Tiroler, Österreicher an, und machen keinen Unterschied, auch wenn ich aus Südtirol bin. Persönlich fühle ich mich – egal ob in südtirol oder im restlichen Österreich überall daheim und angenommen, ja sogar mehr gemocht als hierzulande!

@bzler,
Es erschreckt mich, wie Ihr beide glaubt, eine Lösung ohne Trentino wäre irgendwie gangbar oder erstrebenswert, und Osttirol sei kein rhetorisches Komma wert. So wird das nix!
@Obervinschgler,
Ja Osttirol gehört auch dazu.

Diese Diskussion treibt schon merkwürdige Blüten!

Das österreichische Nationalbewusstsein mag zwar nicht besonders ausgeprägt sein, aber kein Osttiroler würde freiwillig das kuschelige Zuhause Österreich aufgeben, um eine ungewisse Zukunft zusammen mit den Trentinern einzugehen.
Das Trentino ist für die Nord- und Osttirolern tiefstes Italien. Das beantworte viele Fragen!

@bzler,
Verstehe ich jetzt nicht. Ist Südtirol nicht Grund genug, Italienisch zu lernen? Meine Empfehlung an Deine Frau!

Der letzte Rest von Südtirol das bei Österreich verlieb hat mit Österreich ohne Zweifel das bessere Los gezogen, als das heutige Südtirol mit italien.
Wäre Südtirol wieder ein Teil von Gesamttirol, ich bin überzeugt, die Italienisch-Kurse würden in Ost- und Nordtirol gestürmt und alles wäre wieder gut!
Schon vergessen, in der Monarchie-Zeit war in den weiterbildenden Schulen Italienisch bzw. Deutschunterricht verpflichtend!

@bzler,
Was macht das für einen Sinn, sich als Südtiroler zu brüsten und dann nicht einmal Ladinisch zu sprechen?

Na na! Von den Brandenburgern kann man auch nicht erwarten, dass sie Sorbisch lernen!
Und von den Burgenländern und Kärntnern auch nicht, das sie Kroatisch bzw. Slowenisch pauken …

So und jetzt wieder aufwachen- ihr Tagträumer!

@HANS

Wäre Südtirol wieder ein Teil von Gesamttirol, ich bin überzeugt, die Italienisch-Kurse würden in Ost- und Nordtirol gestürmt und alles wäre wieder gut!

und wer von uns beiden ist hier der Tagträumer? Ein solides Fundament, Deine Überzeugungen!

… selbstverständlich wäre es optimal, wenn die Euregio Nord/Süd/OstTirol/Trentino eine Einheit eingehen und unabhängig von jedweder Nation eine EuropaREGION bilden!
– Es wird/muss ohnehin alles an die EU-Vorgaben angepasst werden, was braucht es da die (Egozentrierten) Nationen?
Kann/will Südtirol so lange warten? – Für die Zukunftsgestaltung von Seiten der Politiker und der Bürgerschaft unseres Landes ist eines die oberste Priorität: – weg von den katastrophalen “Perspektiven” als sog. “Sonderprovinz” Italiens !

Genau. Wir müssen endlich mal aufhören in Kategorien von Nation zu denken. Es geht nicht darum, ob wir wieder zurück zu Österreich müssen/wollen. Die EU böte, wenn endlich die Gedanken der Gründerväter konsequent weiterentwickelt würden, einen Rahmen, in dem ein freiwilliger Zusammenschluss von Regionen möglich und wünschenswert ist. Dann braucht man nicht mehr über Italien und Österreich nachdenken. Das ist alles von vorgestern, wir müssen uns weiterentwickeln und effiziente politische Strukturen schaffen, die eine Antwort auf die lokalen Bedürfnisse und die globalen Herausforderungen bieten. Der Nationalstaat Italien hat in 65 Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass es ein ineffizientes Modell ist, deshalb: Weiterdenken!

ohne italien und österreich wird aber nix weitergehen, die vertragspartner sind diese beiden staaten. am ende wird ein kondominium a-i herauskommen, ich würde darauf wetten und in ein paar jahren werden wir ja sehen welches modell herausschaut. die leute wollen diese nur an italien gekoppelte autonomie jedenfalls nicht mehr.

Nein, lieber Steffl, Selbstbestimmung heißt, dass wir allein entscheiden. Und nicht, dass ohne Österreich und Italien nichts weiter geht… auch die Katalanen verlassen sich nicht darauf, dass es nur mit Spanien weitergeht.

ja wir entscheiden selbst und am ende schaut das kondominium a-i heraus, das ist meine persönliche einschätzung. die zukunft zeigt dann ja wie daneben oder eben nicht ich lag. dass wir selbst in einer volksabstimmung bestimmen ( oder zumindest hoffe ich das wir das einmal werden) ist mir klar. aber wie schon oft erklärt wurde ist Selbstbestimmung nicht gleich sezession (auch wenn ich glaube dass sich die mehrheit dafür ausspricht), sondern es folgt nach der abstimmung ein prozess, bei dem ich eben glaube dass er bei uns in einem weitgehend unabhängigem territorium mit kondominiumslösung endet.

Lieber Sigmund,

ja, so ist es. Entweder man ist für Direkte Demokratie oder man ist dagegen. Wenn man es nur dann ist, wenn es einem gefällt, ist man nicht glaubwürdig. Ein bißchen schwanger geht auch in dieser Frage nicht. Inhaltlich kann man immer anderer Meinung sein.
Zur Selbstbestimmung: laut Völkerrecht steht diese Völkern und Volksgruppen zu, weshalb nicht eine Partei oder Bewegung Träger sein kann. Dafür werben können und sollten aber alle. Eines ist das “ob”, etwas anderes das “wie”. Wir Freiheitlichen bevorzugen einen FREISTAAT, nicht wie Bayern, sondern als unabhängigen Staat in der EU.

Zur Selbstbestimmung: laut Völkerrecht steht diese Völkern und Volksgruppen zu, weshalb nicht eine Partei oder Bewegung Träger sein kann. Dafür werben können und sollten aber alle. Eines ist das ”ob”, etwas anderes das ”wie”.

Non si pubblicizza certo lo Stato Libero senza neanche appoggiare il “referendum” di STF e mettendo anche da parte l’argomento in campagna elettorale.
Il resto purtroppo é politichese…

È bello che tu ti preoccupi di come altri raggiungono o meno i loro scopi politici.

Mah. Ti diró: é il consiglio provinciale della mia terra. Quindi é ovviamente anche affar mio in quanto cittadino. Piú che bello direi che é normale. ;-)

Sì, ma se non ho capito male tu non sei favorevole all’indipendenza. Quindi trovo molto gentile la tua premura nel consigliare agli indipendentisti come devono o non devono agire per raggiungere l’indipendenza.

Quindi trovo un’atteggiamento molto gentile quello di consigliare agli indipendentisti come devono o non devono agire per raggiungere i loro scopi.

Sto semplicemente facendo notare un evidente escamotage….

La tua è una posizione assolutamente soggettiva: non è dimostrabile che la volontà  di non rendere l’autodeterminazione un tema di parte (e quindi di escluderlo dalla campagna elettorale) sia un escamotage. Secondo te lo è, secondo altri no. D’altronde poi la posizione dei Freiheitlichen su questo tema, a prescindere dalla campagna elettorale, è abbastanza chiara a tutta la popolazione.

Ad ogni modo tutte queste disquisizioni a me sembrano abbastanza irrilevanti: come ho già  avuto modo di scrivere, indipendentemente da ciò che vogliono o non vogliono i singoli partiti sarebbe infatti fondamentale concedere alla popolazione la possibilità  di esprimersi.

A questo scopo vorrei tornare a sottolineare che in un sistema democratico normalmente il sostegno del 15% della popolazione è largamente sufficiente per indire un referendum.

A questo scopo vorrei tornare a sottolineare che in un sistema democratico normalmente il sostegno del 15% della popolazione è largamente sufficiente per indire un referendum.

Allora bastava indire il referendum raccogliendo le firme senza fare questa sceneggiata. Su…

L’ordinamento attuale (in maniera poco democratica) non consente legalmente l’indizione di un referendum su questo tema. Ecco perché è fondamentale rendere visibile che esiste una precisa volontà  politica da parte della popolazione — come d’altronde hanno fatto i catalani prima di approdare alla proclamazione di un referendum vero e proprio.

Tu però che continui a riferirti al 15% come a una cifra irrisoria dovresti, da un punto di vista democratico, tenere presente che un tale sostegno è (normalmente!) più che sufficiente a indire un referendum. L’attuale legge provinciale sulla partecipazione (non ancora in vigore) prevede una soglia di 26.000 firme, eppure da una larga parte della popolazione vengono ritenute uno scoglio alla democrazia.

Tu però che continui a riferirti al 15% come a una cifra irrisoria ..

Perché lo é. Tutti potevano comodamente votare, c’era un sacco di tempo. Se ci fosse questa irresistibile volontà¡ politica in questo senso non avremmo quel risultato, perché queslla occasione sarebbe stata sfruttata come segnale per far capire che la stragrande maggioranza della popolazione vuole questo: e a maggior ragione visto che legalmente non si puó fare, la gente avrebbe usato questo “referendum” per lanciare un segnale chiaro e potente. Questo non é successo.

Se con un sacco di tempo a disposizione (e col sostegno di tutti i partiti eccetto l’SVP) si sono raccolte «solo» 18.000 firme per la democrazia diretta, i 61.000 «voti» raccolti per lanciare un segnale (attraverso l’iniziativa di un solo partito che rappresenta il 7,2% dell’elettorato) sono un’enormità .

Non esiste alcuna “necessità ” di secedere. La secessione è un tema che alcune persone (generalmente provenienti dal vecchio patriottismo post-terroristico – come Eva Klotz e il suo movimento, ma anche di diversa, e molto minoritaria estrazione, come gli animatori di questa piattaforma) stanno cercando di porre al centro della discussione pubblica con grandissimo sforzo. Dunque, se escludiamo (come dobbiamo necessariamente fare) una vera e propria esigenza secessionista, in Sudtirolo si parla di desiderio: acuto in una minoranza di persone e vagamente diffuso in strati più ampi (possiamo adesso dire che, tutto sommato, quest’aria coincida con la percentuale di coloro i quali ha votato “sì” al lunghissimo – in termini di rilievo – sondaggio di Süd-Tiroler Freiheit). Qual è lo scopo di tutto questo attivismo? Forzare nell’opinione pubblica il tema della secessione facendolo apparire una scelta obbligata in senso democratico. Parimenti, se esistessero gruppi di interesse altrettanto fanatici e sufficientemente organizzati, potremmo immaginarci referendum sull’abolizione del consumo di uova (vengono infatti sterminati milioni di pulcini maschi al minuto su scala planetaria e questo POTREBBE creare l’ESIGENZA di rivedere certe cose nella dieta comune) o finalizzati agli scopi più diversi (ognuno aggiunga quello che vuole). Al di là  di questo desiderio minoritario non esistono effettivi motivi per occuparsi del discorso indipendentista. Se non che è facile da capire, purché non si scenda in particolari troppo tecnici (ovvero può essere discusso al bar, se ne occupano i sedicenni che amano le bandiere e gli adesivi), e soprattutto ha una “tradizione” locale ancora in grado di muovere un apprezzabile pensiero simbolico (il ricordo degli anni sessanta, i martiri della libertà , ecc. ecc.).

Non solo possono. Cambiano comunque. E spesso seguendo una logica imponderabile e non guidata. Ma questo non aggiunge NULLA a quanto ho detto sopra.

Du hast recht, lieber Gabriele: es könnte sich eine Bewegung zur Rettung der männlichen Küken bilden! Ja, es könnte!
Inzwischen aber hat sich eine Bewegung zum Nachdenken über die Sezession gebildet.
Auf die erste warten wir halt einmal…….

Es gibt keine Notwendigkeit da es kein Bedürfnis gibt oder vielleicht gibt es kein Bedürfnis, da es keine Notwendigkeit gibt…..
Als (pseudo)philosophische Phrasendrescherei klingt das gut. Ich mag und mochte Philosophie immer gern, trotzdem ein altes Sprichwort, das mir mal zu Ohren kam, ohne philosophische Werke und Denkansätze herabzuwürdigen, die tatsächlich die Welt veränderten: La filosofia è la scienza con la quale, per la quale e senza la quale il mondo resta tale quale.
Dinge ändern sich. Es gibt Leute die dies erkennen und andere, die halt ein wenig länger brauchen um dies zu erkennen.

La filosofia non c’entra nulla. Basta un vocabolario. Io posso avere la necessità  di mangiare (altrimenti muoio), oppure il desiderio di mangiare (perché mi va). Insomma: da una parte c’è la fame, dall’altra l’appetito. Far sembrare l’appetito (peraltro a pancia certamente non vuota) con la fame, è questo quello che qui si sta facendo. Forsa niwo, ci arrivi anche senza aver studiato filosofia.

Mal etwas von der Maslow-Pyramide gehört? Ins Theater oder ins Museum gehen die Menschen meist auch nicht mit leerem Magen. Und das Bedürfnis sich nicht extern vorschreiben zu lassen, wie der eigene Lebensraum gestaltet wird, führt vielleicht mehr in die höheren Regionen der Maslow-Hierarchie. Wobei, wenn wir uns über Jahre vom Zentralstaat ohne jegliche Gegenleistung jährlich ca. 1,4 Milliarden Euro absaugen lassen, befinden wir uns schneller als uns lieb und recht ist in den unteren Ebenen der Maslow-Pyramide wieder. Aber vielleicht kommst du da auch ohne Wirtschaftskenntnisse drauf.

Danke Herr Kripp! Sobald die Grünen insgesamt das auch so sehen werde ich wieder ihre Partei wählen, garantiert.
Ansonsten bin ich die Diskussionen leid. Den Volksentscheid machen – dann weiss man was die ST wollen.
Ich favorisiere eine Republik Südtirol mit einem eigenen Präsidenten/Kanzler. Weder A noch I sollen da reinreden. Zusammenarbeiten kann man mit jedem Nachbarn inkl. D unter Wahrung unsrer Souveränität.

Sehen Sie Rüegg. Ich favorisiere auch eine Republik Süd-Tirol. Vllt. nur mit dem Unterschied, dass der Regierungschef sich über die parlamentarische Mehrheit definiert. Als rein repräsentative Staatsoberhäupter wäre ich für den Österreichischen Bundespräsidenten und den italienischen Staatspräsidenten (Entlehnt aus den Co-Princeps des Fürstentums Andorra).

Wer weiss was für Präsidenten die Österreicher und Italiener künftig noch wählen… Ich will weder einen Waldheim 2.0 noch einen Berlusconi als Präsident. Bezahlt und repräsentieren dürfen sollten nur die die auch hier von den ST gewählt werden.
Wenn Andorra das mit sich tun lässt so ist das deren eigene Entscheidung.
Aber eins nach dem andern, erst der Volksentscheid.

Ich bin positiv erstaunt, wieviele Menschen sich zu diesem Thema hier geäußert haben! Das heisst, es ist durchaus aktuell und wert, in der Öffentlichkeit breiter diskutiert zu werden; ergebnisoffen.

Ohne auf die einzelnen Kommentare direkt eingehen zu wollen, möchte ich nur kurze Anmerkungen zu den Hauptpunkten, die angesprochen worden sind, machen:

– es deklarieren sich gar einige positiv gesinnte Diskutanten als GrünwählerInnen
– Offensichtlich zeigen wir Grüne einige Widersprüche in unserer Kommunikation wie z.B. direkte Demokratie “Ja” – aber nicht zum Thema Selbstbestimmung geschweige Sezession
– Auch die Äußerung Kronbichlers zur Wechselmöglichkeit von Gemeinden widerspricht der von ihm geäußerten Ablehnung der Sezession Südtirols: warum “Ja” zum Wechsel zu einer Region, aber nicht zu einem anderen Staat?
– Viele Grüne bezeichnen sich als Autonomisten und lehen daher die Diskussion über die Sezession ab. Bis zur Sezession bin aber auch ich Autonomist, was denn sonst? Aber auch hier gibt es einen großen Widerspruch:
Die Grünen sind in Opposition zur SVP.
Die Grünen sind für die Autonomie.
Alle aus Südtirol gestaltbaren Aspekte und Regeln der Autonomie sind aber von der SVP geschreiben worden. Auch weiterhin wird alles und Jedes, was den Ausbau der Autonomie betriefft, von den SVP-Parlamentariern gestaltet bzw. “errungen” (mit Applauspflicht)
Wie kann man also etwas für so gut halten, was aus der Feder des hauptsächlichen politischen Gegners stammt? (siehe nur Artikel 19 !)

– Zur “Rückkehr” nach Österreich: Vor 20 Jahren hätte ich auch diese Lösung gewollt. Mittlerweile sehe ich sie nicht mehr als real bzw. erstrebenswert: es wäre nur eine Umkehrung der heutigen verhältnisse und daher kein Fortschritt. Für nicht-deutschsprachige SüdtirolerInnen keine Option!

– Trentino: Als Bewunderer der gefürsteten Grafschaft Tirol wäre ich sofort für die Einbeziehung des Trentino. Nur gilt auch hier: das wäre zuviel ! Zuerst muss Südtirol seinen neuen Weg finden. Hier haben wir die größten Probleme in der Regelung des Zusammenlebens der Ethnieen.

– warum Selbstbestimmung? Weil sich empirisch gezeigt hat, dass auch in mehr als 65 Jahren der Staat Italien nicht in der Lage ist, die Autonomie für Südtirol so weit zu gestalten, dass sie für dieses geografische Spezialgebiet ausreichend gut wäre. Ganz im Gegenteil. Italien ist selbst am Zusammenbrechen und daher nicht in der Verfassung, weitere Föderalisierungswünsche zu erfüllen. Warum sollen wir dann nicht unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen?

Es kommt alles auf die Verfassung an, die wir dem neuen Staat geben. Und sowohl in der Fase des Verfassungskonventes wie auch nachher in einem eventuellen neuen Staat bleibt die Südtiroler Bevölkerung dieselbe: mit denselben Menschen und politischen Haltungen. Mit einem Unterschied: die Sezessionisten gibt es dann nicht mehr!

….. – Zur ”Rückkehr” nach Österreich: Vor 20 Jahren hätte ich auch diese Lösung gewollt. Mittlerweile sehe ich sie nicht mehr als real bzw. erstrebenswert: es wäre nur eine Umkehrung der heutigen verhältnisse und daher kein Fortschritt. Für nicht-deutschsprachige SüdtirolerInnen keine Option!….

Was hat sich in den letzen 20 Jahren zum Negativen geändert?
Einen komplett neuen Staatsapparat mit der gewaltigen Verwaltungs- Infrastruktur aufziehen, hat schon die Slowenen, Tschechen und Slowaken ins Schwitzen, gebracht.
Die alle wären heilfroh gewesen, wenn sie sich an ein größeres Slowenien oder Tschechien hätten anschließen können.
Wie auch immer, mit einer Republik Südtirol könnte ich sehr gut leben!
Alles ist besser, nur weg von Italien!

……. – Trentino: Als Bewunderer der gefürsteten Grafschaft Tirol wäre ich sofort für die Einbeziehung des Trentino. Nur gilt auch hier: das wäre zuviel !…..

Sehr richtig! Das wäre tatsächlich zu viel des Guten!

……. – warum Selbstbestimmung? Weil sich empirisch gezeigt hat, dass auch in mehr als 65 Jahren der Staat Italien nicht in der Lage ist, die Autonomie für Südtirol so weit zu gestalten, dass sie für dieses geografische Spezialgebiet ausreichend gut wäre. Ganz im Gegenteil. Italien ist selbst am Zusammenbrechen und daher nicht in der Verfassung, weitere Föderalisierungswünsche zu erfüllen. Warum sollen wir dann nicht unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen?……

Volle Zustimmung! Dieser Satz könnte genauso gut von den Freiheitlichen oder der STF stammen! Erstaunlich, dass diese Worte aber von einem Grünen stammen!
Eine Schwalbe macht aber bekanntlich noch keinen Sommer …

Zu Österreich: Ö hat auch nicht bewiesen, sehr vorbildlich mit Minderheiten umzugehen. Auch dort wird alles sehr restriktiv und eher zizerlweise gehandhabt.
Zum Staatsapparat: die Slowakei hat das ziemlich gut geschafft und stöhnt gar nicht darunter. Die Trennung kam zwar “von oben”, war aber recht einvernehmlich. Ich arbeite seit 20 Jahren dort und mir kommt vor, die kritischste Phase war die Meciar-Zeit, aber aus anderen Gründen. Südtirol hat heute auch schon 40.000 öffentliche Bedienstete: Die sollten doch auch einen kleinen Staat technisch im Griff haben, oder? Ich glaube sogar, man könnte es mit weniger Beamten schaffen.
Zum “Satz, der auch von den F stammen könnte” Bitte immer die Reihenfolge beachten: Als erstes hat die SVP die Selbstbestimmung ins Parteiprogramm genommen! F und STF kamen erst ca. 45 Jahre später.
Nicht jeder, der die Idee der Eigenstaatlichkeit teilt, muss sie dann auch wie eine Monstranz vor sich her tragen. es gibt noch anderes zu tun. Es freut mich aber verstehen zu dürfen, dass die Grünen so hoch eingeschätzt werden, dass – selbst wenn alle von ihnen zur Sezession stehen würden – dieselbe dann gleich durchzuführen sein könnte (also den “Sommer” machen würden)!!

Kripp:

Zu Österreich: Ö hat auch nicht bewiesen, sehr vorbildlich mit Minderheiten umzugehen. Auch dort wird alles sehr restriktiv und eher zizerlweise gehandhabt….

Sie schließen also von Kärnten auf ganz Österreich.
Die Roma, Ungarn und Kroaten im Burgenland vergessen Sie freilich… aber sicher haben sie auch da noch irgendwelche Einsprüche vorzubringen.

Kripp:

….um Staatsapparat: die Slowakei hat das ziemlich gut geschafft …

Und über Slowenien z.B. schweigen sie wieder!

Die Jugoslawischen Gebietsansprüche 1920/1945 hätten Kärnten geteilt wie damals Tirol, bei gleichzeitiger Vertreibung der deutschen Kärntner. Deshalb ist ein Vergleich mit dem “Sonderfall” Kärnten nicht zulässig.

Herr Kripp. Großen Respekt den ich Ihnen da zolle. Wann wird Ihre Meinung bei den Grünen endlich mehrheitsfähig…
weg von den Nationalstaaten, jedoch hin zu mehr Europa….
Kleinstaaterei (welch hässliches Schimpfwort) spricht sich meines Erachtens absolut nicht gegen Europa und die EU aus.
Beste Grüsse an Sie aus dem “Oberland”….

@Sigmund Kripp Re: Trentino
Widerspruch! Südtirol kann für sich allein gar keinen Weg finden. Jeder Weg wird in einen ethnischen Disagio enden. In der ersten Autonomie war das “Lost von Trient!” unausweichlich. In einem selbstständigen Südtirol wäre die Situation umgekehrt nicht unähnlich, nur gäbe es diesmal einen doppelten Disagio: ersten wären die Italiener Minderheit und zweitens wäre ihr Unbehagen wegen ihrer weniger ausgeprägten Heimatverbundenheit (geschichtlich begründet, und auch nicht alle über einen Kamm) extremst strapaziert.
Nur in der Gemeinsamkeit mit Nord/Osttirol und dem Trentino kann einigermaßen ein ethnisches Gleichgewicht hergestellt werden und – was ich noch wichtiger finde – hat das italienische Heimatgefühl den Platz und die Selbstverständlichkeit, deren es gebührt.
In welcher legalen bzw. verwaltungstechnischen Form das stattfindet ist meines Erachtens zweitrangig, aber ein Zimmer einzurichten, ohne vorher das Haus zu bauen, kann nicht funktionieren. Deshalb widerspreche ich bei der vorgeschlagenen Reihenfolge aus voller Überzeugung. (Und nein, von gefürstet sollten wir in diesem Zusammenhang nicht mehr sprechen)

Die legale Form, das System, ist eminent wichtig: Wäre Südtirol nicht nach nationalen Kriterien definiert, wäre auch die unterschiedliche Konsistenz der Sprachgemeinschaften irrelevant. Auch die Schweiz funktioniert als mehrsprachiges Land — ohne Gleichgewicht zwischen den Sprachen.

eminent wichtig für was? Als Selbstzweck? Ich denke doch, sie sollte Mittel zu einem höheren Zweck sein – und nicht umgekehrt!

Ich glaube der Zweck ist schon klar. Das System Schweiz als Selbstzweck zu bezeichnen ist schon etwas anmaßend.
Kurios, dass die Ausweitung der Diskussion auf das Trentino und Nordtirol immer dann kommt, wenn der Drang nach Selbstbestimmung stärker wird. Südtirol kann für das alte Tirol (siehe Manifest) am meisten als unabhängiger Staat machen. Der Rest ist friendly fire, sprich man kann alles soweit verwässern, damit wieder nichts weiter geht. Aber bitte, sollen die, die für eine eigenstaatliche Euregio sind, mit dieser Idee im Trentino und Nordtirol hausieren gehen, einschließlich selbstverwalteter Umfragen oder Parteigründungen. Viel Glück.

@pèrvasion
ich schaff das völlig nüchtern :-) wie schon oft diskutiert, halte ich Staatengründung auch nicht als naheliegenden Weg zur Überwindung von nationalstaatlichen Mustern. In letzter Zeit häufen sich hier übrigens die Kommentare, die sich mehr nach Bedürfnis nach einer Ersatznation denn nach Bedürfnis nach Postnationalität anhören. Findest Du nicht auch?

@niwo
danke für Freundschaftsangebot, aber ich denke nicht, dass auf Freund oder Feind schieße. Lass mich bitte klarstellen, dass mir auch bei der Euregio nicht unbedingt “Eigenstaatlichkeit” vorschwebt (hatte ich mich gerade so schlecht ausgedrückt, oder denkt Ihr nur noch in diesen Kategorien?). Ich will Euch auch nichts verwässern, sondern wiederhole nur zum x-ten Male meinen Standpunkt, dass mir (persönlich und meinem politischen Verständnis nach) Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn wichtiger ist als Südtiroler Alleingänge. Wenn es sich herausstellen sollte, dass ST-Staat oder EUREG-Staat das beste Resultat bzw. der beste Zwischenschritt dazu wäre, denke ich gerne auch über so etwas nach. Nur leider habe ich so eine Diskussion bis dato noch nicht aufflammen sehen. Im Gegenteil: ich bin immer wieder aufs Neue enttäuscht, wie eingeschränkt der Horizont (nicht geistig gemeint) der dargestellten Perspektiven ist.

@ bzler
stimme dir teilweise zu. oft hört es sich in den kommentaren tatsächlich nach ersatznation an. irgendwie aber auch verständlich, wenn man ein ganzes leben lang von seiten der medien und politik nur ein derartiges denken vorgelebt bekommt. da liegt noch viel arbeit vor uns.

danke hunter. da arbeite ich gerne mit – für dieses Ziel und nicht für ein vorbestimmtes, legales Verwaltungsformat.

… im hin und her um Staat/Freistaat/Nation oder Euregio: – wir sind wohl alle einer Meinung darin, dass wir in Europa ganz gewiss nicht den x-ten Außenminister brauchen und auch kein weltumspanntes Netz von Südtirol-Botschaften?! Und doch ein eigenständiges Gemeinwesen, OHNE NATIONALER BEVORMUNDUNG, und nur Europa verantwortlich, ein Europa freilich, welches sich von seinen national-denkenden Machern mit der Zeit verabschiedet um endlich und hoffentlich in Bälde mit EINER Adresse für die Welt erreichbar ist! – Wie die Schweiz mit seinen Kantonen, und mit Einschränkung (wegen des Umgangs mit der jeweiligen Urbevölkerung) auch die USA und Kanada und Australien! ?

Da stimme ich in vielen Punkten zu! Europa krankt an den Machtansprüchen der Nationalstaaten. Daher auch die Idee von den ca. 400 Regionen, die GESTÄRKT werden sollen. Das funktioniert aber nur, wenn die Nationalstaaten GLEICHZEITIG an Macht und Einfluss verlieren. Föderales Denken und föderaler Staatsaufbau wäre ein erster Schritt. (deswegen gibt es z.B. in Deutschland keine/kaum Sezessionsbestrebungen). BEIDES gibt es aber in Italien nicht und es sieht auch nicht danach aus, als ob Italien in absehbarer Zeit sein Staatswesen grundlegend ändert. Unter diesem Aspekt ist die Regionenbildung à¡ la Euregio zwar eine gute Idee, aber letztlich vergeblich, weil die verwaltungstechnischen Grenzen bzw. Gebiete auf dem Territorium des Alten Tirol erhalten bleiben. Es kann sich also ein von Italien losgelöstes Südtirol besser an die Gesetze von Nordtirol anpassen und Abkommen o.Ä. schließen, als das unter den gegebenen gesetzlichen Voraussetzungen möglich ist.

… es kann sich wohl weder im Lande Südtirol, wie auch überall sonst in Italien, niemand ein Leben, die Zukunft ohne MamaRoma vorstellen, … man kann sie immer für alles verantwortlich machen und sie wird schon für “das Notwendigste” sorgen!? – Da kann man weiterhin nur sagen: buonanotte …

Lieber Sigmund,
alles schön und gut, das mit den Regionen. Aber vergessen Sie dabei nicht die Notwendigkeit der Nationalstaaten!
Oder wollen Sie wieder einen unüberschaubaren Fleckelteppich von Klein- und Kleinstaaten in Europa, die geradezu herausfordern, dass sich der Nachbar über den Kleineren und Schwächeren lustig macht und ihn bei nächster Gelegenheit übers Knie legt?

Das Heilige Römische Reich dt. Nation war riesige Ansammlung von in sich zerstrittenen Regionen/Kleinstaaten. Die Folge war, dass der Nationalstaat Frankreich z.B. leichtes Spiel hatte und den Streit innerhalb der Mini-Staaten schürte …

Jetzt haben wir in Europa halbwegs vernünftige Staaten und Nationalstaaten, und die Grünen möchte sie gleich wieder alle abschaffen.

“Nie wieder Deutschland”, stand auf einem riesigen Transparent, getragen von den dt. Grünen.
Ich gehe davon aus, die dt. Grünen wollten nur ein paar lose zusammengefügte Regionen unter irgendeiner sozialistischen Führung- oder ganz ohne Führung, was mir bei den verkappten Kummerln nicht so ganz vorstellen kann.

Vielleicht gehen die Linken nur davon aus, dass sich das mittlerweile böse Russland in den nächsten Tagen auflöst … Dann kann man tatsächlich über einen neuen Fleckerteppich nachdenken.
Frage: Wer soll dann Fleckerteppich- Wirtschaftsminister werden, der mit den Chinesen über Wirtschaft plaudert?

Die Chinesen haben mittlerweile die halbe Welt aufgekauft und ihr Einfluss in der Welt steigt von Tag zu Tag.
Die werden sich freuen, wenn sich Europa auflöst in Regionen und Klein-und Kleinstaaten!

Lassen wir doch einfach die Südtiroler Bevölkerung abstimmen was gewünscht wird.
(Freistaat/Ö/Vollautonomie) Und was dabei herauskommt wird umgesetzt!

So einfach ist Demokratie! – Eine Horrorvorstellung unserer linken Diskutierer und Träumer …

Aber vergessen Sie dabei nicht die Notwendigkeit der Nationalstaaten!

… und warum sind sie nochmal notwengig?
seit dem 19. jh hat sich auch die gesellschaft in europa ein ganz klein wenig verändert. nationalstaaten funktionieren weniger denn je. zudem sind sie ein sehr junges konzept – und nur weil schmidt und fischer glauben, dass es sie noch lange gibt, muss es auch so sein, oder wie?
es habe sich auch einige bis wenige monate vor der deutschen einheit ziemlich geirrt darüber, wann eben diese einigung kommen würde. komisches argument.

Ich verstehe das Problem nicht: Die BürgerInnen des regionalisierten Europas können sich eine gemeinsame Regierung wählen, die dann freilich auch über einen Wirtschaftsminister verfügt. Jetzt dagegen haben wir 28 (National-)Staaten, die zu groß und mächtig sind, um diese Befugnis abzugeben, weshalb Europa in der Welt mit bis zu 28 verschiedenen Meinungen auftritt. Was ist besser?

Den Nationalstaat wird es noch lange über dieses Jahrhundert hinaus geben

Helmut Schmidt und Joschka Fischer im Interview:

ZEIT:Aber sind die europäischen Regierungen nicht seit Langem und durchaus mit Erfolg bemüht, nationalstaatliches Denken über Bord zu werfen, den Nationalstaat zu überwinden?
Schmidt: Der Nationalstaat wird nicht überwunden werden, jedenfalls nicht in diesem Jahrhundert.
Fischer: Ich stimme Ihnen hier ausdrücklich zu, ich glaube sogar, den Nationalstaat wird es noch lange über dieses Jahrhundert hinaus geben

http://www.zeit.de/2013/49/schmidt-fischer-europa/seite-3

Das nur so nebenbei, weil sich so manche Helden der Freiheit ein Europa der Regionen wünschen. Wünschen darf man sich das ja, nur ist es Illusion genauso wie der demokratische Kommunismus…
LG

PS: Eva Klotz hat schon richtig wenn sie sagt: “Wir brauchen Kämpfer!”
Ja liebe Eva, wir brauchen Kämpfer und keine Linken Träumer, die aus Südtirol am liebsten so eine Art Kuba machen möchten- nur viel besser natürlich!
Und die Regierungsform wäre dann der “Demokratische Kommunismus” …. (made in ST)

Selbst wenn es denn Nationalstaat noch lange geben wird, heißt das noch nicht, dass es daneben nicht auch andere Modelle geben kann. Im Gegenteil: Sollte die Einschätzung von Schmidt und Fischer zutreffen, wäre es ja umso fahrlässiger, mit der Südtiroler Unabhängigkeit (als nicht national definierter Staat) darauf zu warten, dass sich die Nationalstaaten von alleine auflösen.

Wenn ST schon nicht zurück zu Österreich kommen soll, dann soll eben eine “Republik Südtirol” die jetzige Scheinautonomie in einer Scheindemokratie ablösen!
Aber dafür muss man etwas tun! Und da sehe ich weit und breit nur die Schützen und die STF …

Der Nationalstaat wird, wenn er aufbricht, an den Nahtstellen und den Übergangszonen aufbrechen. Überall dort, wo ein nach nationalstaatlichen Kriterien definierter Staat nie Sinn machte.

…und zwar dort, wo er zentral anstatt föderal ausgelebt wird. Wundert mich, dass Fischer und Schmidt nicht zwischen Bundesstaaten und Zentralstaaten unterscheiden. CCCP, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Belgien, Serbien, UK, Spanien, … und noch lange hin bis zur nächsten Jahrhundertwende.
Ich verwette mich auch nicht auf Frankreich, wenn die katalanischen und baskischen Bälle erst einmal rollen. Irgendwie selbstreinigend, aber es ist sicher vorteilhaft für die einzelnen (und für die EU), wenn sie sich zu neuen Allianzen zusammentun, ohne den Allianzen gleich eine Staatsform überstülpen zu müssen.
Ich finde das Konzept der Mehrfachzugehörigkeit auch sehr spannend. Für Ulster etwa würde sich zeitgleiche (und vollwertige) Zugehörigkeit zu Irland und zu UK anbieten. Wenn erst einmal die Verteidigung und das Steuerrecht EU weit vereinheitlicht sind (sorry, abgestimmt sind), dann wären wir solchen Patchworklösungen ein gutes Stück näher.
Nationalstaaten mögen das Jahrhundert überdauern, aber sie werden wesentlich modernisiert und auch schwächer ausgeprägt sein.

Seit bald 95 Jahren befindet sich Südtirol bei Italien. Und ebenso lange wird um Autonomie und etwas mehr Autonomie gekämpft und gebettelt.
Dieses Gebettle ist nicht nur Würde- und Charakterlos, sondern einfach nur noch widerlich, und zeigt recht deutlich, dass der ital. Staat einfach nicht in der Lage ist, seiner Bevölkerung Rechte zukommen zu lassen, die ein vernünftiges Neben- und Miteinander möglich macht.

In Italien gilt immer noch: Siamo in Italia – und nicht Siamo in Europa!

Wer tatsächlich für Demokratie und ein Europa der Regionen eintritt, der ist geradezu verpflichtet, für eine Volksabstimmung in ST einzutreten.
Alles andere ist nur Heuchelei und pseudodemokratisches Getue!
Die SVP ist so wie die Grünen gegen eine Volksabstimmung.
Was schließen wir daraus??

… gerade meinte der Historiker Blom im 3sat: “… in Europa will niemand Zukunft, weil alle wollen, dass die Gegenwart nicht aufhört! …” Wie wahr ! !

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