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Landtage im Gleichschritt.

In Ermangelung eines gemeinsamen Landtags, wie ihn die Unterzeichnung des Madrider Abkommens (Zusatzprotokoll) durch Italien ermöglichen würde, setzen nun Süd- und Nord-/Osttiroler Parteien ein gewichtiges Zeichen der interparlamentarischen Zusammenarbeit. So wollen 5SB, BürgerUnion, Freiheitliche, Liste Fritz, SPÖ, STF, Südtiroler Grüne und Vorwärts Tirol die beiden Landtage in einer bedeutenden Angelegenheit wie dem gemeinsamen Binnenverkehr im Gleichschritt arbeiten lassen. Konkret geht es um die Wiedereinführung der Zugverbindung Lienz-Bruneck-Innsbruck, die Ende 2013 durch einen Busverkehr ohne Zwischenhalte in Südtirol ersetzt wurde. Hierzu werden die unterstützenden Parteien die beiden Landtage im Mai mit einem Gesamttiroler Mehrparteienantrag befassen. Was die Finanzierung betrifft, so wird eine anteilsmäßige Kostenübernahme durch die Landesteile angestrebt.

Über den konkreten Inhalt des Vorstoßes hinaus, den wir unterstützen, hat diese neue Form der Zusammenarbeit auch einen symbolischen und praktischen Wert in der Stärkung der Euregio als gemeinsamen politischen Raum. Bleibt zu hoffen, dass dies keine Einzelaktion ist, sondern der Auftakt zu einer stärkeren Integration — in Ergänzung zur bereits gut funktionierenden Zusammenarbeit mit dem Trentino.

Siehe auch ‹1 ‹2

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18 replies on “Landtage im Gleichschritt.”

Super, im Südtiroler Landtag wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Folgende Aussage des Landeshauptmanns sehe ich aber als Wermutstropfen:

Die Finanzierung einer direkten Verbindung zwischen Bozen und Innsbruck sei hingegen fraglich.

Quelle.

Ich dachte, eine solche Verbindung existiere bereits und sollte während der kommenden Jahre ausgebaut werden? Was ist das für eine Euregio, wenn zwischen den Hauptstädten keine direkte Verbindung im ÖV existiert? Die Anschlüsse zwischen Bayern und Nordtirol sind meines Wissens besser, als zwischen den Landesteilen (Nord-/Süd-/ Osttirol/Trentino) in der Euregio…

Die Finanzierung einer direkten Verbindung zwischen Bozen und Innsbruck sei gesichert.

Vlt. schreibfehler?
Viel unverständlicher:

Die zuständige Nordtiroler Landesrätin Ingrid Felipe habe ihm gesagt, es werde nach der Umsetzung des neuen Fahrplans im Bundesland Tirol keine bessere Zugverbindung geben.

Also wieder nur stündlich zum Brenner

Fraglich? Gesichert? Jetzt haben die glatt nachträglich die PM geändert. Im italienischen Text steht nach wie vor:

Non si sa, invece, se si riesce a finanziare il collegamento diretto da Bolzano a Innsbruck.

Wenn man eine offizielle Mitteilung nachträglich abändert, sollte man diese Tatsache zumindest kommunizieren.

Anscheinend gibt es keinen Google Cache zu den Pressemitteilungen. Zum Glück (?) kopieren unsere Medien nur: Link.
Dort wurde es jetzt aber auch ausgebessert, wenn verfügbar (und ich mich erinnere) werde ich das im Wortprotokoll nachlesen.

von innsbruck aus gibt es soweit ich weiß in alle richtungen – außer nach süden – grenzüberschreitende verbindungen im nah- und regionalverkehr. in kiefersfelden muss ich jedenfalls nicht umsteigen – wie am brenner.

Hier muss aber gesagt werden DACH Länder nutzen ein anderes Stromsystem als Italien und damit zwangsweise Südtirol, also wäre eine durchgehende Verbindung immer nur schwer zu realisieren.
Bzw. für ein unabhängiges Südtirol wäre zu überlegen ob man nicht sich an das DACH (übrigens nicht nur dort) System anschließt evt. sogar mit 25kV

Für Vollbahnen sind Gleichstromnetze weniger geeignet

sagt Wikipedia

Meines Wissens sind die »Flirts« des Landes — zumindest einige davon — schon heute so ausgestattet, dass sie grenzüberschreitend fahren können. Daran sollte es also nicht scheitern.

Die FLIRTS in Südtirol sind alle mehrstromfähig und auch zugelassen. Aus Wartungsgründen machen sie sogar regelmäßige Fahrten nach Österreich.

Ist mir natürlich bekannt, aber Bahntechnisch wäre es besser auf 25kV umzustellen. Das Italienische System ist veraltet

Mit Verlaub, aber solche Maximalforderungen bringen uns nicht weiter. Wollen wir warten, bis wir unabhängig sind und dann nochmal, bis wir auf 25kV umgestellt haben (sofern das überhaupt sinnvoll ist, was ich als Laie nicht beurteilen kann), bevor wir eine einfache Bahnverbindung zwischen den Landeshauptstädten Innsbruck und Bozen herstellen?

Hier muss aber gesagt werden DACH Länder nutzen ein anderes Stromsystem als Italien und damit zwangsweise Südtirol, also wäre eine durchgehende Verbindung immer nur schwer zu realisieren.

Schwer zu realisieren? Trotz mehrstromfähiger Züge?

Nun falls Südtirol das Österreichische System hätte, so wäre es Problemlos möglich.
So müssen eben spezielle Züge beschafft werden, wenn man nicht mit den EC/(andere) Garnituren Fahren will.
Technisch gesehen ist ein solcher Schritt schon lange überfällig. Gerade wenn man die Umwelt bedenkt, es treten enorme Verluste beim ital. System (Gleichstrom) auf

Heute wäre, natürlich auch so eine besser Verbindung möglich, dies scheitert vor allem am willen auf Österreichischer Seite und an der RFI.
BTW weshalb benutzt die ÖBB durchgehend zuerst die ital. Namen?

So müssen eben spezielle Züge beschafft werden

Was genau an »die FLIRTS in Südtirol sind alle mehrstromfähig und auch zugelassen« hast du nicht verstanden?

Es wäre also jetzt schon »problemlos möglich« und nicht erst falls wir das österreichische System übernähmen.

Bevor wir uns wieder hier in eine sinnlose Diskussion verstricken, ein paar Klarstellungen:
* Die Flirts befahren bereits heute ohne Probleme österreichische Strecken
* Italien hat auf dem alten Netz 3kV Gleichstrom, auf den Neubaustrecken 25kV Wechseltstrom mit 50 Hz. Dies ist mittlerweile der Industriestandard. Franzkreich, Spanien und andere Länder benutzen diese Variante.
* Österreich und Deutschland haben 15kV Wechselstrom bei ²/3 Hz, dies wird auch in Zukunft so bleiben
* Der BBT wird mit 25kV Wechseltstrom mit 50 Hz betrieben, d.h. es gibt da auch in Zukunft Systemübergänge, was mittlerweile nicht mehr so tragisch ist.
* Viel wichtiger ist die Frage der Signaltechnik, da setzt sich zunehmend ETCS, ein europäischer Standard (weltweit auch immer erfolgreicher), durch. Am Brenner ist ETCS nicht im Betrieb, die Flirts sind (noch) nicht damit ausgerüstet.

Zusammengefasst: Es gibt heute und auch morgen keine technischen Hindernisse, vielmehr müssten endlich mal die Sonntagsreden von der Euregio umgesetzt werden. Südtirol ist in diesem Fall der Innovator, die Bremser waren leider bisher die Nordtiroler.

Aus welchem Grund glaubst du, dass Nordtirol gegenüber Südtirol bremst, wenn es ja sonst in alle Richtungen grenzüberschreitende Verbindungen realisiert hat (wie hunter weiter oben schreibt)?

Das lag beim VVT (Tiroler Verkehrsverbund). Jetzt soll es aber langsam wieder vorwärts gehen, wie man hört.

Ich glaube habe mich undeutlich ausgedrückt, damit mehr Grenzüberschreitende Verbindungen bestehen müssen mehr Züge (Bis auf die Ausnahmen der Trenitalia richtung lienz) beschafft werden wenn in Südtirol der Gleiche zustand erhalten bleiben soll.

Es wäre also jetzt schon »problemlos möglich« und nicht erst falls wir das österreichische System übernehmen.

Die Durchbindung der Trenitaliaflirt ja, die Durchbindung der Züge nach Lienz ja (evt. bedarf es noch zulassung, da bin ich aber überfragt)

Systemübergänge, was mittlerweile nicht mehr so tragisch ist.

Ja, Systemübergänge sind heute selbst bei Geschwindigkeiten von 300km/h kein Problem. Aber es gibt mehrere gute Gründe erstens überhaupt Gleichstrom zu nutzen, des weitern muss man 25kV 50Hz nur transformieren und die Frequenz teilen auf 16,7Hz.

Österreich und Deutschland haben 15kV Wechselstrom bei ²/3 Hz, dies wird auch in Zukunft so bleiben

Auf Neubaustrecken werden auch die 25kV beachtet. Desweiteren 16,7Hz
Generell hilft good old Wikipedia:http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrom
Ich denke wir wollen alle das gleiche einen möglichst durchgängigen Verkehr, der nicht an Sinnlosbahnhöfen (Brenner) endet/beginnt. Dies erfolgt durch:
-Kauf passender Fahrzeuge (Taurus Loks und Flirts z.B.)
-Einheitlicher regeln (ohnehin vo der EU geregelt)
und vorallem politischen Willen

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