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Zweimal unklug.

Obschon Brasilien 2014 noch gar nicht begonnen hat, gibt es in Südtirol schon den ersten (doppelten) Eklat: Der österreichische Verteidigungs- und Sportminister, eine fürwahr vielsagende Kombination, verkündet öffentlich, dass er bei der Fußball-WM Italien die Daumen drückt, weil er Südtiroler Wurzeln hat. Postwendend belehrt ihn die Junge Süd-Tiroler Freiheit, als Südtiroler müsse man wennschon zu Deutschland halten, da Österreich nicht dabei ist. Ohnehin bringt der nationale Charakter von Europa- und Weltmeisterschaften regelmäßig Spannungen mit sich — zumal in Südtirol und den zahlreichen anderen Gebieten mit nationalen Minderheiten. Da wäre es zumindest angebracht, wenn jeder hält, zu wem er halten möchte und nicht auch noch anderen nahelegt, wem sie die Daumen zu drücken hätten.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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19 replies on “Zweimal unklug.”

Bitte bedenken Sie, es wurde nicht präferenz gedadelt sondern die Argumentation:

Auch wenn es jedem freisteht im Sport zu unterstützen wen er will, so zeugt Klugs Aussage doch von historischer Ignoranz und wenig Weitsicht.

Und wo steht das man zu Deutschland halten soll?

Bitte erst mal auch lesen was Hofer im Kommentarbereich weiter unten schreibt. Er schreibt niemandem vor für wen er sein soll, gestört hat ihn nur die Begründung.

Abgesehen davon halte ich schon immer zur deutschen und zur österreichischen Mannschaft, sofern die dabei sind. Und je früher die Italiener ausscheiden umso mehr freu ich mich ;D

@ruegg

Wenn dein Deutschland auf mein Italien trifft dann wissen wir wohl alle wie das endet…

Und wo steht das man zu Deutschland halten soll?

Bei Ihren Kenntnissen der Orthographie und der Interpunktion sollten Sie es besser lassen :-)

@Libertè

Den “Daitschn” die Daumen zu drücken.
Sie haben Humor, Pluspunkt an Sie.

Ich habe geschrieben, dass es logischer ist zu Deutschland zu halten als zu Italien. Das heißt aber nicht, dass ich jemanden vorschreibe zu welcher Nation er zu halten hat. Auch Herrn Klug schreibe ich das nicht vor. Mich stört nur seine Begründung warum er zu Italien hält. Jeder kann halten zu wem er will. Wer den Brief genau liest, der erkennt, dass die Begründung des Herrn Klug unKlug war.

die begründung des herrn klug wird ja auch kritisiert. und logisch ist eine südtiroler unterstützung für deutschland nur, wenn man nationalist ist. was nicht heißt, dass ich automatisch nationalist bin, wenn ich für deutschland die daumen drücke.

nur, wenn man nationalist

Nur wenn man nationalistisch denkt, aber bitte es ist und bleibt so das ein gegeneinandersein der n(ational)Staaten immer Probleme hervorruft. Das selbe problem hätten wir in einem eigenen Staat zu wem hilft man bei der WM (Südtirol, wird wohl nicht dabei sein), oder bein einem Staat Europa (zu wem Helfen die Ukrainer (zur EU oder zu Russland) usw.
Hier wäre sicherlich interessant wie man damit in Katalonien und der Schweiz umgeht

Warum sollte die Unterstützung irgendeines Sportteams, sei es in einem nationalen Sportbund oder auf Vereinsebene organisiert, irgendetwas mit Logik zu tun haben? Warum sollte irgendjemand begründen müssen, mit welchem Team er oder sie sympathisiert?
In normativer Hinsicht spielt meine bloße Unterstützung oder Sympathie für ein Team überhaupt keine Rolle, verlangt also nicht nach einer Begründung wie etwa ein politische System oder eine moralisch relevante Handlung. In ersterem Fall ist eine Begründung ungefähr so sinnvoll, wie bei der Frage nach der eigenen Lieblingsfarbe.

Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, wie der gute Herr Sportminister seine Aussage gemeint hat. Denn was man natürlich auf eine der obigen Fragen als Antwort geben kann, ist eine Erklärung. Die sieht vielleicht ein bisschen so aus wie eine Begründung, ist aber etwas ganz anderes, da sie keine normative Kraft entfaltet: Sie verpflichtet weder mich selbst noch andere zu irgendetwas. Ich kann zum Beispiel erklären, dass blau meine Lieblingsfarbe ist, weil ich als Kind eine blaue Kuscheldecke hatte. Das hat dann aber nichts mit Logik zu tun, denn natürlich besteht keine notwendige Verbindung zwischen meiner Kuscheldecke und meiner Lieblingsfarbe. Und offensichtlich kann ich auch nicht einfach ein Gegenargument anführen, das beweisen soll, dass meine Kuscheldecke kein guter Grund für meine Lieblingsfarbe ist (weil sie nämlich überhaupt kein Grund ist).

Wer das einsieht, sollte für die Unterstützung der österreichischen, italienischen, deutschen oder sonst einer Nationalmannschaft weder Begründungen anführen noch einfordern oder in diesem Zusammenhang von Logik sprechen – denn all das spielt hier keine Rolle (und wäre – um auf den Titel zurückzukommen – unklug).

Lasst jeden unterstützen, wen er oder sie will – und spart euch die guten Gründe für Argumente gegen diejenigen auf, die glauben, solche Fragen müsste man begründen.

@ like
sehr gut. genau so ist es.
sowohl klug als auch jene, die seine äußerung kritisieren übersehen, dass es eben genau so ist bzw. sein sollte, wie du schreibst. ich finde – wie auch der artikel suggeriert – beide äußerungen unklug. denn klugs “begründung” fusst eben auch auf diesem nicht existenten logischen zusammenhang, dass man aufgrund eines bestimmten merkmals für/gegen jemanden sein müsste. selbst wenn klug dies auf basis eines für die südtiroler falschen zusammenhanges tut.

Es wird ja in erster Linie die Begründung aus Südtirol also für Italien kritisiert.

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