Landeselternbeirat: Suggestive Umfrage?

Der Landesbeirat der Eltern der deutschen Schule in Südtirol hat im Februar und März 2015 eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse am Samstag, 23. März 2015 präsentiert wurden.

Die Zahlen
Bei über 50.000 Teilnahmecodes, die an den deutschen Schulen und Kindergärten über die SchülerInnen bzw. Informationsfächer verteilt wurden, nahmen 12.877 Eltern an der Umfrage teil. Dies entspricht einer Beteiligung von etwas mehr als 25% der Eltern.
Von den Initiatoren wird die Umfrage als repräsentativ bezeichnet. Diesbezüglich muss aber angemerkt werden, dass es sich um keine Umfrage handelte, bei der die TeilnehmerInnen nach statistischen Kritierien gewichtet oder sonst nach einem statistisch repräsentativen Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Es unterlag der eigenen Entscheidung der Eltern, daran teilzunehmen oder nicht teilzunehmen. Knappe 75% nahmen an der Umfrage nicht teil. Wir wissen nicht, was die Gründe hierfür sind.

Was wurde gefragt?
Hauptschwerpunkte der Befragung waren neben dem Schulkalender und dem Italienisch-Unterricht einige eher allgemein gehaltene Fragenblöcke zu den Kompetenzen, die in Zukunft für die Kinder wichtig sind oder zu Fächergruppen, die intensiviert werden sollten.

Wie war die Umfrage aufgebaut?
Die Befragung folgt keiner einheitlichen Methodik.
Bei den Fächergruppen Deutsch/Literatur, Sport/Kreatives/Handwerkliches/Musisches, Geschichte/Geographie, Mathematik/Informatik/Naturwissenschaften wurde innerhalb einer Sammelfrage danach gefragt, ob sie im Vergleich zur aktuellen Situation auf einer Skala von 1 bis 5 weniger wichtig als bisher, gleichbleibend oder in Zukunft stärker gewichtet werden sollten.
Zum Deutschunterricht wird zusätzlich gefragt, ob der Unterricht auf Hochdeutsch auf einer Skala von 1 bis 5 zu umfangreich, genau richtig oder in zu geringem Umfang angeboten wird.
Bei allen oben erwähnten Fächergruppen wird ermittelt, ob hinsichtlich der quantitativen Wichtungen an den Stellschrauben gedreht werden soll.
Bei der Frage nach dem Italienischunterricht scheint der Beirat bereits davon ausgegangen zu sein, dass Handlungsbedarf besteht. Einzig bei dieser Frage, in abgeschwächter Form auch bei der Frage nach dem Englischunterricht, waren konkrete Antworten vorgegeben.

Bei der Abstimmung verfestigte sich ein bestimmtes Gefühl, an einer Umfrage teilzunehmen, die methodisch nicht sehr ausgereift ist und die bei bestimmten Fragen einen eindeutig suggestiven Charakter annimmt. Wollte man speziell hinsichtlich des Italienischunterrichtes durch die Fragestellung ein bestimmtes Ergebnis erzielen?

Italienischunterricht
Folgende Antworten standen zur Auswahl:

Deutsch – Italienisch
Wie ist Ihre Meinung zum Erlernen der italienischen Sprache?

  • Verschiedene Fächer auch in italienischer Sprache unterrichten (max. 50% der Unterrichtszeit)
  • Mehr Schüleraustausch/Partnerschulen, schulübergreifende Projekte mit italienischen Schulen
  • Mehrsprachige Schule: deutsche und italienische Schulen sollen mittelfristig zusammengelegt werden
  • Aktuelle Situation beibehalten

Elternumfrage - Ausschnitt.

Es waren Mehrfachnennungen möglich, was die Ergebnisse zusätzlich verwirrender gestaltet. Das System verhinderte zudem nicht widersprüchliche Kombinationen, wie die gleichzeitige Auswahl von Beibehaltung der aktuellen Situation und mehrsprachige Schule.
Die naheliegendste Wahlmöglichkeit, nämlich die Verbesserung der pädagogischen und didaktischen Qualität des Italienischunterrichts, stand gar nicht zur Verfügung. Landauf und landab wird über die dürftigen Früchte des Italienischunterrichts gejammert und laut Kurt Rosanelli, dem Vorsitzenden des Landesbeirates der Eltern, sei dies dem Schulamt auch hinlänglich bekannt.

Wollte man möglicherweise mit der Umfrage einer bestimmten Berufsgruppe nicht zu nahe treten? Macht das Ergebnis ohne diese Antwortmöglichkeit bzw. eine spezielle Frage zur Zufriedenheit mit der pädagogisch-didaktischen Qualität im Italienischunterricht überhaupt Sinn?
Ohne eine solche Frage wissen wir schlicht und einfach nicht, was die Erwartungen der Südtiroler Eltern hinsichtlich des Italienischunterrichtes sind.
War man sich dieses Regiefehlers in der Fragestellung sogar bewusst? Kurt Rosanelli äußerte sich auf Rai Südtirol am 23.03.2015 (ca. 8.20 Uhr) dahingehend, dass

es zu wenig kompetente ItalienischlehrerInnen gibt und dass, laut den Ergebnissen, 3/4 der Befragten besseren und nicht mehr Italienischunterricht wünschen. […] Wir haben ganz dezidiert nicht Immersionsunterricht gemeint und haben ihn deshalb auch nicht abgefragt.

Am Ende des Interviews zieht die Journalistin im Widerspruch zum Interview, aber wohl in Bezug auf die Abstimmungsergebnisse das Fazit

dass die Eltern einen moderneren Unterricht wünschen und mehr Italienisch.

Was sollte man daraus lernen?

  1. Bevor eine derart delikate Materie, die für das Fortbestehen einer Minderheit zentral ist, Thema einer Umfrage wird, sollte wissenschaftlich der Status Quo erhoben werden. bbd hat schon häufig die mangelnde Datengrundlage kritisiert, wenn es um das Thema Mehrsprachigkeit geht.
    Konkret muss vor einer solchen Umfrage, zumindest was den Sprachunterricht und die Sprachkompetenz betrifft, erhoben werden, ob der Italienischunterricht pädagogisch und didaktisch den Anforderungen eines modernen Fremdsprachenunterrichts entspricht und auf welchem Niveau Südtirols SchülerInnen tatsächlich stehen. Weiters müssen auch die Hochdeutsch- und Englischkenntnisse ermittelt werden. Erst wenn diese Basisdaten vorhanden sind, ist es sinnvoll, eine Umfrage zu lancieren.
    Zudem müssten etliche Fragen bzw. vorgegebene Antworten in einen weiteren Kontext über potentielle gesellschaftliche Auswirkungen gesetzt werden (siehe auch Punkt 3).
  2. Offenbar ist dem Schulamt das mangelhafte pädagogisch-didaktische Niveau des Italienischunterrichtes bekannt. Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen? Inwieweit wird im Schulamt überlegt vom sogenannten “Zweitsprachenansatz” zu einem “Fremdsprachenansatz” zu gelangen? Ein Problem stellt die mangelnde Kontinuität bei der Besetzung von Stammrollenstellen, besonders in Landgemeinden dar. Verfügt Südtirol hier überhaupt über die entsprechenden Zuständigkeiten um zeitnah wirksame Verbesserungen umzusetzen?
    Erwartet man sich rein durch eine Ausweitung des Italienischunterrichtes über CLIL-Fächer eine pädagogisch-didaktische Verbesserung? Liegt in diesem Ansatz nicht ein Widerspruch?
  3. Schule ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Die Meinung der Eltern (an der Umfrage haben sich ca. 25% der Eltern beteiligt) bildet hinsichtlich der Schulentwicklung einen wichtigen Teil der Gesellschaft ab, aber die Eltern sind nicht der einzige Akteur, der ein Interesse daran hat. Einige Beispiele: Der Unterricht von CLIL-Fächern bis max. 50% würde bei konsequenter, flächendeckender Umsetzung bedeuten, dass im Extremfall 30% der deutschsprachigen LehrerInnen ihren Job verlieren.
    Südtirol hat nach wie vor keine primäre Kompetenz im Schulbereich. Bis dato erweist sich Südtirols Autonomie als zu schwach, um tatsächlich eine gleichberechtigte Mehrsprachigkeit zu garantieren. In vielen Bereichen folgt der Gebrauch der Sprache (z.B. Gerichtswesen, Etikettierung, vorherrschende Geschäftssprache in international agierenden Konzernen) einer nationalstaatlichen Logik. Wird im Schulwesen an den Stellschrauben gedreht, führt dies im nationalstaatlichen Kontext, dem Südtirol ausgesetzt ist, möglicherweise zu irreversiblen Entwicklungen. Die Praxis an der Uni Bozen und an der Claudiana, wo zwar gerne die perfekte Drei- bzw. Mehrsprachigkeit propagiert wird, zeigt heute schon genügend Anzeichen, dass im Zweifelsfall tendenziell weniger Fächer auf Deutsch unterrichtet werden, als dies offiziell der Fall sein sollte. Ist dies eine Blaupause für Immersions- oder CLIL-Modelle im nationalstaatlichen Kontext?
    Warum werden in diesem Zusammenhang nicht auch Konzepte wie etwa das asymmetrische katalanische Immersionsmodell thematisiert? Dieses könnte bei behutsamer Umsetzung und entsprechenden Garantien durchaus die individuellen Anforderungen nach verbessertem Spracherwerb mit dem gesamtgesellschaftlichen Anspruch nach Schutz der autochthonen Minderheitensprachen und Absicherung vor allgegenwärtigen nationalstaatlichen Automatismen vereinbaren.
  4. Neben der Diskussion um einen besseren Spracherwerb gibt es auch andere wichtige Themenbereiche, die notorisch vernachlässigt werden. Beispiele:
    • Kompetenzen im naturwissenschaftlichen, mathematischen Bereich, die nicht unwesentlich sind, wenn wir von Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext sprechen, einschließlich der
    • Sensibilisierung von Mädchen und jungen Frauen für naturwissenschaftliche Fächer;
    • Rolle der (deutschen) Schule hinsichtlich der Integration und Inklusion von neuen SüdtirolerInnen. Ob und wie das Thema Immigration bewältigt wird, wird in naher Zukunft zu einem wesentlichen gesellschaftlichen Erfolgsfaktor zählen.

Abschließend soll noch festgehalten werden, dass es einigermaßen erstaunt, dass derart zentrale Themenbereiche nicht innerhalb eines professionell organisierten und einer gesellschaftlich breit ausgerichteten Plattform diskutiert und entwickelt werden. Für Schnellschüsse und mediale Eintagsfliegen ist das Thema viel zu wichtig.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]


Confederazione Alpina & Landesverfassung.

[Testo in lingua italiana]

von Stephan Lausch, Initiative für mehr Demokratie

Die Zerstörung aller Illusionen ist die Bedingung für jede wirkliche Veränderung.

— Erich Fromm

Was ist Illusion und was ist berechtigte Hoffnung?

Für mich hat sich in den letzten Wochen endgültig eine schwache Hoffnung als Illusion erwiesen. Der zwanzigjährige Weg für eine gute Regelung der Direkten Demokratie ist zur Erfahrung geworden, dass eine Weiterentwicklung der Demokratie in diesem politischen System nicht möglich ist und wir grundsätzlicher ansetzen müssen!

Wir haben versucht, eine Vervollständigung der Demokratie mit den vom politischen System gebotenen Möglichkeiten und unter seinen Bedingungen zu verwirklichen. Um ein Weniges ist es uns 2009 auch gelungen – dann aber waren die Vertreter des politischen Systems alarmiert und haben, kurz vor der ersten landesweiten Volksabstimmung 2009, das einzige vorhandene institutionelle Fenster geschlossen. Ab da konnten wir nur noch auf die Einsicht der politischen Vertretung setzen.

Bis 2013 war ausdrücklich Durnwalder schuld, dass eine gute Regelung der DD nicht möglich war. So hat es, wiederholt, Arnold Schuler zu verstehen gegeben. Und nun, wer ist jetzt schuld? Neue Ansätze sind da: der bis jetzt parteiübergreifende Ansatz des Gesetzgebungsausschusses (GGA) und seine Öffnung zum Gespräch mit der Zivilgesellschaft. Deren Wert ist aber allein abhängig vom Ziel und vom Zweck, die damit verfolgt werden. Über Ziel und Zweck kann es jetzt noch kein abschließendes Urteil geben, aber einiges deutet darauf hin, dass sich die Haltung nicht geändert hat. Die klare Ablehnung der beratenden Volksabstimmung über den Vorschlag des GGA und unseren Entwurf spricht eine klare Sprache. Man will sich nicht mehr mit unseren Vorstellungen von einer guten Regelung messen und mit ihnen konfrontiert sein. Das Ziel ist nicht eine wirklich gute Regelung, sondern weiterhin der Kompromiss innerhalb der SVP.

Der Bevölkerung ist vor den Wahlen eine Erneuerung versprochen worden. Viele haben darauf gehofft, andere haben das gleich schon als Wahlwerbung abgetan. Eine Erneue­rung ist schon da, aber es ist nur eine Erneuerung der Methode, mit der das Zustande­kommen politischer Entscheidungen präsentiert wird, nicht aber eine Erneuerung in der politischen Ausrichtung. Dafür gibt es wirklich viele Beispiele.

Ich habe keine Erwartungen mehr an diese politische Vertretung und an diese Scheindemokratie (siehe „Und das soll Demokratie sein?). Wir leben in einer Elitenherrschaft, in einer Oligarchie. Die Hälfte der Bevölkerung hat keine Lust mehr in diesem politischen Spiel mitzuspielen und jene, die bei Wahlen noch mitmachen, tun das mehrheitlich nicht aus Überzeugung, sondern nur um schlimmeres zu vermeiden. Wir stehen am Ende eines politischen Systems, einer unfertigen Demokratie, die wie ein unfertiges Haus schutzlos den widrigsten Einflüssen ausgesetzt ist.

1994 war ich überzeugt, dass „eine umwelt- und sozialverträgliche Entwicklung“, dass die „ökologische Wende“ nur möglich sein wird, wenn es uns Bürgerinnen und Bürgern gelingt, die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung bestimmen zu können, also zu Gesetzgebern zu werden und die uns vertretenden Gesetzgeber direkt kontrollieren zu können.
20 Jahre später bin ich immer noch davon überzeugt, dass dieser Weg der richtige war, auch wenn wir das Ziel in so langer Zeit nicht erreicht haben. Es war der richtige, weil er dahin geführt hat zu sehen, was im Grunde notwendig ist: eine demokratische Neugründung unseres Landes.

Die geltende politische Ordnung wurde von einer kleinen Elite vorgegeben und immer mehr ihren Interessen angepasst. Es ist ihre Ordnung, eine Ordnung im Sinne der Wenigen, nicht eine von uns Vielen. Wir Bürgerinnen und Bürger waren und sind nicht beteiligt am Entwurf dieser Ordnung und an ihrer Ausgestaltung. Die Erneuerung, die stattfinden muss, erwarten wir vergebens von denen, die von ihr profitieren, sie muss von uns Bürgerinnen und Bürgern kommen. Die einzige wirkliche Erneuerung ist die Neugründung unserer demokratischen Gesellschaftordnung durch uns selbst.

Wären wir ein Schweizer Kanton, dann könnten wir jetzt die Totalrevision der Verfassung verlangen, aber das hätten wir dort ja nicht nötig. Hier wird man uns mit dem Südtirol-Konvent neue Grundlagen und Perspektiven für die Zukunft vorgaukeln, sie bleiben im Rahmen der herrschenden politischen Ordnung, die keine Souveränität für die Bürger kennt. Das System blockt, es stockt, es fällt langsam in sich zusammen. Wir müssen es umfahren, wir dürfen nicht mit falschen Erwartungen in ihm hängen bleiben. Wenn wir wollen ist das möglich: mit der Einrichtung einer verfassungsgebenden Versammlung.

Sie soll von uns Bürgerinnen und Bürgern nominiert werden und mit uns zusammen an einem Verfassungsentwurf für Südtirol arbeiten. Das Ergebnis dieser Arbeit, für die es über Island bis Equador weltweit Beispiele gibt, wird zeigen, ob die Ordnung, die wir für uns als die beste ansehen, im italienischen Verfassungs- und Rechtsrahmen Platz haben kann. Wenn nicht, dann wird sie die Grundlage sein für eine neu zu definierende Eigenständigkeit unseres Landes.

Die politische Ordnung, in der wir Bürgerinnen und Bürger wirklich souverän sind, können wir nur in kleinen, übersichtlichen Territorien schaffen, in großen Einheiten wie Staaten und Staatenbünde werden es immer nur Eliten sein, die sich Ordnungen in ihrem Interesse zurechtlegen. Goethe hat sich von dieser Erkenntis in seinem Weimarer Projekt leiten lassen. Immer mehr werden Menschen in Europa an solchen Neugründungen zu arbeiten beginnen. Nur so kann auch ein neues Europa entstehen. Wir werden uns gegenseitig anregen und unterstützen und Beispiel sein. Wir haben gehört: das Trentino macht sich gemeinsam mit uns auf den Weg. Ladinien wird hellhörig werden, das Cador, Carnia, Valtelina, in Aosta regt es sich auch schon. Und neben uns haben wir das lebendige Beispiel dafür, wie es aussehen könnte: ein föderativer Bund souveräner Kantone, ein jeder mit Verfassungshoheit, in einem jeden bestimmen die Menschen über ihr Grund­gesetz, passen es an neu gewachsene Überzeu­gungen, Einsichten und Notwendigkeiten an, entscheiden selber oder kontrollieren alle Regeln, die in ihrem Namen beschlossen werden, stehen die Institutionen nicht Kopf, wie bei uns, sondern auf dem Boden der Gemeinden, legen sich die Bürger selbst ihre Steuern fest. Alpine Konföderation, Confederazione Alpina, Confe­deraziun Alpina könnte der neue Bund heißen. Das wäre eine Arbeit an überzeugenden, befriedigenden und dauerhaften Grundlagen.

Wir müssen aber auch an der Umsetzung arbeiten. Die Illusionen sind dahin, wir müssen uns auf die nächsten Wahlen vorbereiten. Nicht eine Partei werden, das ist klar, aber den Menschen im Land die Möglichkeit geben, Menschen zu wählen, die sie selber wählen wollen können, das ist möglich. Menschen wählen können, die bereit sind unter selbstbestimmten Bedingungen (Mandatsbeschränkung, Entlohnung, Arbeitsweise), die notwendige Demokratiereform innerhalb einer Legislatur zu verwirklichen.

Menschen können zu verändernden Handlungen nur motiviert werden, wenn sie Hoffnung haben, und sie können nur Hoffnung haben, wenn es eine Vision gibt und sie können nur eine Vision haben, wenn man ihnen Alternativen zeigt.

— Erich Fromm

Eine Landesordnung, eine Landessatzung, eine Landesverfassung ist eine solche Alternative!


di Stephan Lausch, Iniziativa per più democrazia

La distruzione di tutte le illusioni è la condizione da cui nasce ogni autentico cambiamento.

— Erich Fromm

Cosa è illusione e cosa lecita speranza?

Nelle ultime settimane ciò che ritenevo una flebile speranza si è definitivamente rivelata un’illusione.

Il cammino ventennale per ottenere una buona regolamentazione della democrazia diretta ha dimostrato che in questo sistema politico un’evoluzione democratica è impossibile e che quindi dobbiamo avere un approccio più radicale (fondamentalmente dobbiamo ri-cominciare.)

Abbiamo cercato di realizzare una democrazia migliore e più completa utilizzando le opportunità che il sistema politico metteva a disposizione e lo abbiamo fatto rispettando le condizioni che esso poneva. E per poco nel 2009 non ci siamo riusciti. Ma è stato proprio in quel momento che i rappresentanti politici si sono allarmati: poco prima dell’indizione del primo referendum provinciale si sono perciò affrettati a chiudere l’unica finestra istituzionale disponibile. Da quel momento in poi non abbiamo potuto fare altro che rimetterci alla disponibilità dei rappresentanti politici.

Fino al 2013 era chiaro che l’impossibilità di ottenere una buona regolamentazione della democrazia diretta dipendeva da Durnwalder. Questo ha lasciato ripetutamente intendere il consigliere SVP Arnold Schuler. Ma allora adesso di chi è la “colpa”?

Si, ci sono nuovi approcci: quello della Commissione legislativa che si apre al dialogo con la società civile e che finora ha voluto agire in modo sovrapartitico. Il valore di questa apertura dipende però esclusivamente dallo scopo e dall’obiettivo con essa perseguiti. E su questi elementi, ossia scopo e obiettivo, benché al momento non si possa esprimere un giudizio definitivo, registriamo segnali che ci inducono a ritenere che l’atteggiamento di fondo non sia cambiato.

Il respingimento netto da parte della commissione della nostra proposta di indire un referendum consultivo su entrambe le proposte, quella della commissione e la nostra di iniziativa popolare a valle delle audizioni è un indizio inequivocabile. Non ci si vuole più misurare e confrontare con le nostre idee riguardo la regolamentazione di nuovi strumenti democratici. L’obiettivo del percorso intrapreso non è quindi ricercare e praticare regole migliori, bensì – semplicemente – trovare un compromesso all’interno dell’SVP.

In vista delle elezioni amministrative alla popolazione è stato promesso un rinnovamento. Molti ci hanno davvero sperato, altri lo hanno subito accolto come elemento di propaganda elettorale. Un rinnovamento c’è, è vero. Ma consiste solamente in un rinnovamento del modo in cui l’attuazione delle decisioni politiche viene presentata. Non si tratta perciò di un autentico cambiamento di approccio politico.

Non mi aspetto più niente, né da questa rappresentanza politica, né da questa democrazia di facciata (cfr. „Und das soll Demokratie sein?”/„E questa sarebbe democrazia?“). Viviamo in un regime elitario, un’oligarchia. La metà della popolazione non ha più alcuna voglia di partecipare a questo gioco politico e quelli che ancora partecipano al voto perlopiù lo fanno non per convinzione, ma per evitare il peggio.

Siamo alla fine di un sistema politico, di una democrazia incompiuta che, proprio come una casa mai ultimata, resta esposta e indifesa alle condizioni più avverse.

Nel 1994 ero convinto che “sviluppo ecologico e sociale” e “conversione ecologica” si sarebbero realizzati solo se noi, cittadine e cittadini, fossimo riusciti a determinare le regole di fondo che condizionano lo sviluppo futuro, ossia se fossimo riusciti a diventare noi stessi legislatori e a esercitare il controllo diretto sui nostri rappresentanti legislatori.

A distanza di 20 anni ne sono sempre convinto: la strada era quella giusta, anche se dopo tanto tempo ancora non abbiamo raggiunto l’obiettivo vero e proprio. Lo era perché nel percorrerla siamo riusciti comprendere alfine cosa serve davvero: una rifondazione democratica della nostra Terra.

L’attuale ordinamento politico è stato definito da una ristretta elite, che col passare del tempo lo ha via via adeguato sempre più guardando ai propri interessi. È il “loro” Ordinamento, è un Ordinamento all’insegna dei pochi, non a tutela dei molti. Noi, cittadine e cittadini, non eravamo allora e non siamo tutt’ora partecipi né del progetto di questo ordinamento, né della sua attuazione. Attendiamo invano che il cambiamento necessario provenga da coloro che dell’attuale assetto approfittano. Ebbene questo cambiamento deve venire da noi, dalle cittadine e dai cittadini. L’unico autentico rinnovamento consiste in una rifondazione dell’ordinamento democratico da parte nostra.

Se fossimo un Cantone svizzero, potremmo richiedere una totale revisione della nostra Costituzione. Peraltro se fossimo in Svizzera non sarebbe neppure necessario.

Qui con il Südtirol-Konvent [la Convenzione sudtirolese] ci fanno credere che ci saranno nuovi presupposti, nuove prospettive. Ma l’intero percorso si sviluppa nel perimetro dell’ordinamento vigente che non riconosce alcun diritto di sovranità ai cittadini. Il sistema respinge, ristagna e lentamente implode su sé stesso. Noi dobbiamo bypassare questo sistema, non ci possiamo più permettere di restarne dipendenti continuando a nutrire errate aspettative.

Se vogliamo invertire il paradigma possiamo farlo: diamo vita a una assemblea costituente.

Un’assemblea nominata da noi, da cittadine e cittadini, che insieme collaboreranno alla stesura di un progetto costituzionale per il Sudtirolo. Il risultato di un lavoro di questo tipo, come insegnano molti esempi nel mondo, dall’Islanda all’Ecuador, ci farà capire se l’ordinamento che noi riteniamo essere il migliore per noi troverà spazio nella Costituzione italiana. Così non fosse, allora avremo una base su cui costruire una nostra nuova Autonomia, tutta da ridefinire.

Un ordinamento politico in cui noi, cittadine e cittadini, possiamo davvero essere sovrani è realizzabile solo in territori piccoli e trasparenti; nelle realtà più grandi, come gli Stati o le confederazioni di Stati, saranno sempre le elite a costruire ordinamenti a loro misura. Nel suo Progetto Weimar Goethe si è lasciato guidare da questa consapevolezza. Sempre più persone in Europa si apprestano a lavorare ad analoghi progetti di ri-fondazione. Noi ci ispireremo l’un l’altro e ci sosterremo e diventeremo un esempio a cui guardare.

Lo abbiamo sentito oggi, il Trentino si incammina insieme a noi su questa strada. I Ladini aguzzeranno le orecchie, il Cadore, la Carnia, La Valtellina, la Val d’Aosta faranno altrettanto. E proprio vicino a noi abbiamo l’esempio realizzato di quello che potrebbe essere: una Confederazione di Cantoni sovrani, ciascuno con propria sovranità costituzionale. Cantoni in cui la Costituzione è votata dal popolo e dal popolo adeguata a nuovi indirizzi, punti di vista, necessità; in cui il popolo decide quali regole darsi oppure esercita il controllo su quelle che vengono decise nel loro nome; in cui la piramide delle Istituzioni non è capovolta e sotto-sopra come lo è da noi, ma poggia su una base che è data dai Comuni, dove sono gli stessi cittadini a decidere sulle proprie tasse.

Confederazione Alpina – Confe­deraziun Alpina – Alpine Konföderation

Così si potrebbe chiamare questa nuova Confederazione. Adoperarsi con l’obiettivo di porre le basi per qualcosa di convincente, soddisfacente e duraturo.

Dobbiamo però anche pensare alla realizzabilità di tutto ciò, per dare corpo a questo progetto. Le illusioni sono finite, dobbiamo prepararci alle prossime elezioni amministrative. Non per diventare un Partito, ma per dare alle persone sul territorio la possibilità di scegliere fra i molti quelli che davvero vogliono votare. Poter dare quindi il proprio voto a persone che, se elette, siano pronte e disponibili, a determinate condizioni (limite di mandato, remunerazione, modo di lavorare), a realizzare la necessaria riforma democratica nel periodo di mandato elettorale.

Gli uomini possono essere motivati ad agire il cambiamento solo se hanno speranza, e possono avere speranza solo se c’è una visione, e possono avere una visione solo quando si prospetta loro un’alternativa”.

— Erich Fromm

Siehe auch · Vedi anche: [1] [2]


Drei Reisepässe (ein Nationalstaat).

DreiSepässe.

  • Belgischer Reisepass: Viersprachig Niederländisch, Französisch, Deutsch, Englisch. Die Deutsche Sprachgemeinschaft bildet rund 0,7% der Bevölkerung Belgiens.
  • Schweizer Reisepass: Fünfsprachig Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch, Englisch. Rund 0,4% der SchweizerInnen sind RätoromanInnen.
  • Italienischer Reisepass. Einsprachig. Rund 0,5% der italienischen StaatsbürgerInnen gehören der deutschen Sprachgruppe an. Andere Sprachen wie Friaulisch und Sardisch werden von noch wesentlich mehr BürgerInnen gesprochen.

Vor Jahren hatte sich SVP-Senator Oskar Peterlini vergeblich dafür eingesetzt, dass der italienische Reisepass auch die deutsche Sprache angemessen berücksichtigt. Aber natürlich handelt es sich nur um eine symbolische Angelegenheit — die hier abgebildeten Reisepässe sind symptomatisch für den Umgang der jeweiligen Länder mit sprachlicher Vielfalt, eine reine Symptombekämpfung ist also nicht mit der Lösung des zugrundeliegenden Problems zu verwechseln.

Dass der italienische Reisepass wiederum typisch für einen Nationalstaat — und kein Alleinstellungsmerkmal für Italien — ist, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]


NoWKR und »Südtirol«.

Gastbeitrag von André Eduard Gruber

Wie hier im Blog bereits thematisiert kam eine Olanger Schützenabordnung zu der grandiosen Idee den WKR-Ball zu besuchen und wirkte dabei etwas deplatziert.

Aber auch die Bewegung NoWKR fand einen Südtirolbezug. Das Autonome Bündnis benutzt zwar auf seiner Seite vorbildlicherweise PIWIK statt GoogleAnalytics, was nur konsequent ist, die Benutzung der Landesbezeichnung »Alto Adige« sogar in deutschen Texten steht einem antifaschistischen Bündnis aber nicht gut. So heißt es etwa:

[…] dass Österreich, Alto Adige/Südtirol, […] noch heute „deutsche Länder“ seien; dass die „deutsche Identität“ dieser Länder gewahrt bzw. wiederhergestellt werden müsse; […]

[…] Questo movimento ha preparato il nazionalsocialismo storico nelle universitá di quei tempi, di parole e fatti, ed ha partecipato al terrorismo di destra degli anni 60 nell’ Alto Adige, finora non rinunciando a dibattiti razzisti su chi siano i veri ariani. […]

Dies folgt jedoch der allgemeinen Auffassung der Antifa, so schreibt die Antifa Tirol:

diese stand ursprünglich für das Leid der unterdrückten Minderheiten in Alto Adige

Oder gibt krude Thesen à la

„Los von Rom“, „Südtirol ist nicht Italien“ und „Freiheit für Südtirol“ reihten sich ein in einen endlosen Kanon nationalchauvinistischer Botschaften. Diese entstammen […] einer Zeit vor der Autonomie Alto Adiges/Südtirols und dienen heute einer ausschließlich völkischen Argumentation. Jahre nach Inkrafttreten des Autonomiestatuts sind obenstehende Parolen nur noch nationalistisch lesbar.

von sich.

Hier manifestiert sich, dass außerhalb Südtirols nicht wahrgenommen wird, dass die derzeitige Situation als Autonomie im Nationalstaat das Zusammenleben der Sprachgruppen erschwert und dass auch alternative Lösungsvorschläge ( bbd -Modell etc.) existieren.

Eine E-Mail an das mittlerweile aufgelöste Bündnis NoWKR blieb ebenso unbeantwortet wie eine Mail an den SSB — obwohl letztere Mail an Olt. Matthias Hofer, der die Olanger Schützenabordnung in Wien anführte, weitergeleitet wurde.


Quotation (200): Neue Eigenständigkeit.

Man wird sehen, ob unsere Vorstellungen im Rahmen der italienischen Verfassung Platz haben. Wenn nicht, wird es die Grundlage für eine neu zu definierende Eigenständigkeit unseres Landes sein.

Stephan Lausch, Initiative für mehr Demokratie, im Rahmen der Landesversammlung, über die Landessatzung, sinngemäß


Schließung Geburtshilfe Innichen.

von Pro Krankenhaus Innichen

Kein Kind wird mehr das Licht der Welt in Innichen erblicken. Zumindest nicht auf unserer Geburtenstation. Doch noch schmerzlicher als dieses jähe Ende ist das destruktive Kalkül, mit dem diese Schließung heraufbeschworen wurde.

Jahrzehntelange ausgezeichnete Auf- und Ausbauarbeit wurde innerhalb kürzester Zeit zunichte gemacht. Wie stolz waren wir alle auf unser Krankenhaus und seine zertifizierte Geburtsabteilung! Und nun ist alles nur mehr Vergangenheit — »mit der Schließung der Geburtenstation Innichen stirbt ein Teil von uns allen«, um es mit den Worten eines jungen Vaters auszudrücken.

Die Entscheidung von vergangenem Montag, dem 09. März 2015, war eine erzwungene, aber bestimmt von Niemandem in Innichen oder dem Oberpustertal gewollte Entscheidung! Die aktuelle personelle Unterbesetzung, welche letzten Endes zur Schließung der Abteilung führt, scheint gerade zum richtigen Zeitpunkt eingetroffen zu sein. Zufall? Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die restlichen Abteilungen an unserem Spital sind indes mehr als ungewiss. Der Anfang vom Ende? Eine Schließung in Etappen?

Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass in den letzten Jahren gezielt auf diese Situation hingearbeitet worden ist. Eine systematische Demontage nicht nur der Geburtenstation, sondern vielmehr eine bewusste und verantwortungslose Dezimierung und Zerlegung des Gesundheitssystems auf dem Lande, verantwortungslos jedem und jeder einzelnen BürgerIn gegenüber. Werden die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden? Oder werden es gar diese Personen sein, die das Zukunftsprofil für unser kleines Spital erarbeiten und vorantreiben sollen?

In den letzten Jahren sind von Seiten der Politik sehr viele Versprechungen gemacht worden — eingehalten wurden bisher allerdings keine, angefangen von den baulichen Aspekten bis hin zu den versprochenen personellen Veränderungen und Aufstockungen. Mit einer Ausnahme: das, von uns von Anfang sehr kritisch und ablehnend gesehene, Doppelprimariat für die Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe ist realisiert worden – mit welch »einschlagendem« Erfolg, sehen wir jetzt an der aktuellen Situation dieser Abteilung in Innichen.

Auf einen Umstand weisen wir noch mit Nachdruck hin: Es dürfte eigentlich den Verantwortlichen in Politik und Sanität nicht verborgen geblieben sein, dass eines der gravierendsten Probleme im Südtiroler Gesundheitsswesen die fehlenden Ärzte sind. Diese Situation wurde sicherlich noch verschärft durch das jahrelange Schlechtreden von Leistungen an den kleinen Krankenhäusern, die Aushöhlung von Diensten und Strukturen und die damit einhergehende Verunsicherung von PatientInnen und Bediensteten und nicht zuletzt durch die onkologische Zertifizierung, aber auch durch die ausufernde Bürokratie und die sogenannte »Spending Review«. Letztere war und ist den Verantwortlichen in Politik und Sanität, so hat es den Anschein, gar nicht so ungelegen – oder wie ist es sonst zu verstehen, dass der Bettenabbau im selben Zug mit der Schließung der Geburtsabteilung in Innichen wieder zum Thema für Landesrätin Stocker wird?

Wir fordern mit Nachdruck eine zeitnahe, klare, im Landesgesundheitsplan verankerte Definition aller Dienste, die in Zukunft in den Südtiroler Krankenhäusern angeboten werden.

Für Innichen geht es im Besonderen:

  • um den von der Politik bereits zugesicherten Erhalt der beiden bettenführenden Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie/Orthopädie;
  • um die Beibehaltung der Ersten Hilfe in der derzeitigen Form, mit Notarztdienst und Fachärzten in Hintergrundbereitschaft;
  • um die rasche Umsetzung des Frauengesundheitszentrums wie im Konzept vorgesehen, den Erhalt der Gynäkologie und den Aufbau des Hebammensprengels;
  • um den Erhalt der Pädiatrie: Wie werden die Kinder im Hochpustertal künftig versorgt? Der nächste Kinderarzt außerhalb des Krankenhauses befindet sich in Olang;
  • um die rasche Umsetzung der seit längerem geplanten und versprochenen Adaptierungsarbeiten der Operationssäle;

Die Glaubwürdigkeit von Politik und Sanität werden wir an diesen Entscheidungen messen.

Eines zeichnet sich bereits jetzt deutlich ab: dass die Entscheidungen, die für die kleinen Krankenhäuser getroffen werden, sich auch unmittelbar auf die größeren Häuser auswirken.

Mit deutlichen Folgen für die betroffenen Patienten. Die Situation an der Geburtenstation in Bruneck ist ein erstes Beispiel dafür.
Eine Schlacht ist leider verloren — der Einsatz für unser Krankenhaus und eine wohnortnahe Grundversorgung geht weiter!


Clementis unerhörtes Nein zu Manci.

Gestern Abend hat der Gemeinderat von Bozen die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an den Trentiner Antifaschisten Giannantonio Manci beschlossen. Der Republikaner der ersten Stunde erlag zu keinem Zeitpunkt den Verlockungen des Regimes und bekämpfte es aktiv. Kurz vor Kriegsende wurde er 1944 von der Gestapo verhaftet. Um sich der bevorstehenden Folter zu entziehen, stürzte er sich aus dem Fenster des Gestapo-Sitzes in Bozen in den Tod.

Nur drei der Anwesenden stimmten laut GR Tobe Planer (Grüne/Projekt Bozen) nicht für die Ehrenbürgerschaft, nämlich die Gemeinderäte Clementi, Warasin und Palla (alle SVP). Während sich die beiden letzteren der Stimme enthielten und ihre Entscheidung auch nicht näher kommentierten, stimmte Clementi dagegen — mit einer schauderhaft zynischen Begründung: Einem Selbstmörder solle man keine Ehrenbürgerschaft verleihen. Mit Mördern wie dem SS-Obersturmführer Josef von Aufschnaiter hat Clementi vermutlich nicht so große Schwierigkeiten — jedenfalls ist mir sein Engagement für die Umbenennung der ihm gewidmeten Bozner Schule nicht bekannt.


Laives, lezioni di nazionalismo.

leifers_flaggehissenA Laives/Leifers ieri, in occasione del 154° anniversario dell’unità d’Italia si è svolta una cerimonia per celebrare la «Giornata dell’Unità nazionale, della Costituzione, dell’inno e della bandiera», organizzata dal Comune (governato da PD ed SVP) assieme alla sezione locale dell’Associazione Nazionale degli Alpini (ANA).

Secondo quanto è dato apprendere hanno partecipato all’evento

il comandante delle Truppe Alpine, generale Federico Bonato, autorità in rappresentanza del Commissariato del Governo e della Questura di Bolzano, la sindaca Liliana Di Fede [PD], il vicesindaco Bruno Ceschini [SVP!], l’assessore [alla cultura!] Dino Gagliardini [PD], diversi consiglieri comunali, una folta rappresentanza dell’Arma dei Carabinieri e del Corpo degli Alpini e numerosi rappresentanti delle associazioni combattentistiche e d’arma.

Quel che però sconcerta maggiormente è che alla «festa», culminata in un alzabandiera con tanto di canto dell’inno nazionale, svoltasi nel piazzale del passaggio scolastico (!) Maria Damian, avrebbero partecipato un centinaio di studenti delle scuole dell’obbligo (!) Gandhi, Franzelin (di lingua tedesca) e Filzi. Da quanto individuabile dalle foto pubblicate dal Comune sarebbero stati proprio alcuni di loro a issare le bandiere.

Nel suo discorso la sindaca Di Fede, appartenente a un partito che si dichiara autonomista e di centrosinistra, avrebbe affermato che pur parlando lingue diverse «siamo tutti italiani».

Ritengo profondamente disgustoso e assolutamente inaccettabile che un Comune sostenga e partecipi attivamente all’indottrinamento politico e militare, di stampo nazionalista, degli alunni, cui oltretutto sarebbero stati distribuiti opuscoli informativi dai militari. A maggior ragione ciò è scandaloso in una terra dalle sensibilità eterogenee come il Sudtirolo.

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ESC: Farce in der Farce.

Der ORF sieht sich derzeit mit Protesten konfrontiert, weil die Sendeanstalt offenbar bei der österreichischen Songauswahl für den »European Song Contest« (ESC) getrickst und das Publikum getäuscht hat. Für angebliche Schaltungen aus dem Ausland, bei denen eine »Punktewertung der internationalen Fachjury« verkündet wurde, bediente man sich größtenteils Personen ausländischer Herkunft, die in Österreich leben. Die angebliche Slowenin war sogar eine Schülerin aus Klagenfurt.

Obschon der deutschen Sprache mächtig, trugen sie die Ergebnisse auf Englisch vor. Und da die »Auslandsschaltungen« zudem vorher (in Österreich) aufgenommen worden waren, konnte die »internationale Fachjury« die Liveauftritte der Bands gar nicht gesehen haben.

Zur Farce gehört auch der Auftritt der Südtiroler ESC-Volontärin Alexandra Mahlknecht (20), die — nicht ohne Akzent — auf Italienisch und Englisch die Ergebnisse aus Italien verkündete:


Quotation (199): Der skurrile Achammer.

Es mutet nahezu skurril an, wenn nun gerade jene Oppositionsparteien zu Autonomieverfechtern mutieren, die sonst keine Gelegenheit auslassen, um auf unsere Autonomie zu pfeifen.

SVP-Obmann Philipp Achammer auf der Pressekonferenz zur Verfassungsreform

Skurril, wenn nicht sogar perfide, ist dieses immer wieder vorgebrachte Argument, dass all jene, die über die Autonomie hinausdenken, notwendigerweise Autonomiegegner seien – oder “auf die Autonomie pfeifen”, wie es Achammer ausdrückt. Außer ein paar faschistischen Spinnern gibt es in Südtirol kaum jemanden, der sich weniger Autonomie wünscht. Und nur weil sich manche noch mehr Autonomie (ja, staatliche Unabhängigkeit ist die Krone und wortwörtliche Bedeutung von Autonomie) wünschen, heißt das nicht, dass sie den derzeitigen autonomen Status nicht schätzen würden und verteidigen wollen.

Ich versuch’s mal so zu erklären, dass es der SVP-Obmann auch versteht: Angenommen ich habe eine zu enge Hose, die mich juckt und zwickt, mich einschneidet und meine Bewegungsfreiheit hemmt, dann ist es doch ein legitimer Wunsch, eine etwas weitere und gemütlichere Hose haben zu wollen, anstatt ständig an der alten rumzuflicken. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich lieber nackt rumlaufen würde bzw. nackt rumlaufen muss. Solange ich die gemütliche Hose nicht gekauft habe, behalte ich die enge Hose an. Und ich wehre mich auch dagegen, wenn mir jemand die zu enge Hose ausziehen möchte. Ist das denn so schwer zu verstehen?