RFI will Bahnhofsschilder tauschen.

Am 5. September hat Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) auf die Landtagsanfragen 181/19 (Beantwortungsfrist 14. April) und 334/19 (Beantwortungsfrist 25. Juli) der Freiheitlichen in Bezug auf die gesetzwidrige neue Beschriftung am Bahnhof Franzensfeste geantwortet.

Demnach habe die Landesregierung beim Schienennetzbetreiber interveniert und den Austausch der Schilder gefordert. Am 3. September habe RFI dies schriftlich zugesichert — wobei der Brief keinerlei Fristen enthält.

Noch immer keine Auskunft von RFI gebe es laut Landeshauptmann zur Frage, an welchen anderen Bahnhöfen derartige dem Autonomiestatut widersprechende Schilder ebenfalls angebracht wurden.

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Il dato sui laureati.
Quotation 570

[Il] dato sui laureati […] colloca quasi sempre la Provincia di Bolzano in fondo alla classifica. La verifica l’ho fatta personalmente qualche tempo fa, in occasione della apposita graduatoria stilata dal Sole 24 ore: “I dati – mi hanno spiegato – provengono dal Ministero dell’Università e Ricerca e considerano solo i laureati negli atenei italiani”. Cifre che, quindi, penalizzano pesantemente la provincia di Bolzano dove, come noto, quasi il 40% delle lauree è ottenuto presso le università austriache.

Massimiliano Boschi per AAI

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Gesundheit: Zweisprachigkeit weiter aufgeweicht.
Freiwillige Abwicklung eines Grundpfeilers der Autonomie

Schritt für Schritt werden im öffentlichen Gesundheitswesen die Zweisprachigkeitspflicht aufgeweicht und das Recht auf Gebrauch der Muttersprache außer Kraft gesetzt.

Zuerst wurde Ärztinnen und Pflegekräften eine Dreijahresfrist eingeräumt, um berufsbegleitend die zweite Sprache zu erlernen. Letzte Woche nun wurde dieser Zeitraum wie befürchtet um 67% erhöht — auf fünf Jahre. Sage und schreibe 26 Landtagsabgeordnete stimmten dieser Regelung zu, fünf enthielten sich und nur eine stimmte dagegen.

Eine von den Grünen vorgeschlagene (Übergangs-)Lösung mit einem Dolmetschdienst, die die Lage zumindest aus Sicht der Patientinnen hätte vorläufig entspannen können, wurde dagegen vor wenigen Wochen versenkt.

Franz Ploner (TK) schlug im Rahmen der Debatte sogar vor, die Frist im Bedarfsfall noch einmal auf zehn Jahre zu verdoppeln, de facto eine Abschaffung der Zweisprachigkeitspflicht und des Rechts auf Sprachwahl im Gesundheitswesen. Landesrat Widmann (SVP) bedauerte — ja: bedauerte! —, dass dies rechtlich nicht möglich sei.

Schon die Dreijahresfrist ließ befürchten, dass Ärztinnen und Pflegekräfte bei Ablauf — mangels Pönalen — einfach den Dienst quittieren, statt sich im eingeräumten Zeitraum ernsthaft um den Erwerb der zweiten Sprache zu bemühen.

Höchst erstaunlich ist aber auch die Begründung von Sabes-Generaldirektor Florian Zerzer für seine Genugtuung über die Fristverlängerung auf fünf Jahre: Es habe sich abgezeichnet, dass einige Fachkräfte die Zweisprachigkeitsprüfung am Ende der drei Jahre nicht geschafft hätten. Der Gesundheitsbetrieb müsse zudem bei der Organisation der Sprachkurse noch besser werden.

Es wird also einer der Grundpfeiler der Autonomie — vorläufig — außer Kraft gesetzt. Doch anstatt auf die Rechte der Bürgerinnen, wird das Hauptaugenmerk auch weiterhin nur auf die Schonung des Personals gelegt. Nicht einmal ordentliche Sprachkurse wurden organisiert, wie schon mehrmals bemängelt wurde und wie Zerzer nun einzuräumen scheint.

Wenn Ärztinnen und Pflegekräfte am Spracherwerb scheitern könnten, wird einfach die Frist verlängert. Was kommt als nächstes? Wird das Niveau der Zweisprachigkeitsprüfung gesenkt?

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Ce lo ha insegnato… lui.
Quotation 569 / Emilio Comici

Noi viviamo di sensazioni, intese nel senso più nobile della parola. Ognuno ha le proprie, altrimenti la vita sarebbe inutile e vuota. Ma per vivere compiutamente bisogna pure arrischiare qualcosa. Il Duce ha insegnato così.

Emilio Comici (*1901 †1940), fascista convinto, alpinista, commissario prefettizio di Sëlva dal 1938 sino alla morte.

Nella sua città natale, Trieste, gli è stata intitolata una via. In Sudtirolo, ben due rifugi alpini. Solo nel 2010, inoltre, gli è stato dedicato un monumento a Sëlva. Forse sarebbe ora di cambiare registro.

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PSOE überträgt »Ducado de Primo de Rivera«.

Die geschäftsführende spanische Regierung von Pedro Sánchez (PSOE) hat den Übergang des Titels als »Duque de Primo de Rivera con grandeza de España« vom 2018 verstorbenen Neffen auf den Großneffen von José Antonio Primo de Rivera im staatlichen Amtsblatt angekündigt. Dreißig Tage haben nun etwaige andere Anwärterinnen Zeit, den Herzogstitel für sich zu reklamieren.

Dieser war 1948 von Diktator Francisco Franco erschaffen worden, der ihn posthum dem Gründer der faschistischen Partei Falange Española, José Antonio Primo de Rivera y Sáenz de Heredia (*1903 †1936), verlieh. Da dieser keine Nachkommen hatte, wurde der Titel gleichzeitig an seinen jüngeren Bruder, den früheren Landwirtschaftsminister (1941-1945) von Francisco Franco, Miguel Primo de Rivera y Sáenz de Heredia (*1904 †1964), vererbt. Miguel trug den gleichen Vornamen wie sein und José Antonios Vater Miguel Primo de Rivera y Orbaneja (*1870 †1930), der Spanien von 1923 bis 1930 diktatorisch regiert hatte.

Die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez war unter anderem angetreten, die franquistischen Adelstitel auszudünnen. Nachdem sie dies verabsäumt hat, ist sie nun »gezwungen«, bei der Vererbung des Ducado nicht nur tatenlos zuzusehen, sondern auch noch aktiv mitzuwirken. Europa, 2019.

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Die »einsprachige« Zsigmondy.

Neulich waren wir bei der Zsigmondyhütte in den Sextner Dolomiten, die 1999 mit anderen im Faschismus vom Staat geraubten Schutzhütten in den Besitz des Landes Südtirol übergegangen war. Sie wurde noch bis 2010 vom CAI geführt, seit 2015 steht sie unter der Verwaltung einer paritätischen Kommission aus Land, AVS und CAI.

Nach wie vor prangt das Wappen des CAI (Sektion Padua) auf der Fassade. Was ich jedoch erstaunlicher finde, ist die einsprachige Beschriftung als »Rifugio«. Während für »Hütte« offenbar kein Platz war, musste unbedingt der Name des Bergsteigers und faschistischen Amtsbürgermeisters von Sëlva, Emilio Comici, dazugepappt werden.

Ich frage mich auch, auf welche Zeit die Beschriftung zurückgeht. Auf die Führung durch den CAI vielleicht? Das kann eigentlich nicht sein, so sensibel und… ähm… vorbildlich der Verein doch beim Thema Zweisprachigkeit (und Zweinamigkeit) ist. Oder wurde die Hüttenbezeichnung nach 2010 neu aufgemalt, als sie längst in Landesbesitz war und auch der AVS schon mit im Boot saß? Erstaunlich ist es allemal!

Wie dem auch sei: Im Notfall müssen Deutschsprachige schon mit Italienisch oder Englisch Vorlieb nehmen. Obwohl laut CAI im Gegenzug ein deutsch klingender Ortsname nicht zumutbar wäre. Zweierlei Maß, wie gehabt.

P.S.: Aber — dem aktuell so beliebten Motto (»lieber eine einsprachige Ärztin, als gar keine!«) folgend — natürlich lieber eine einsprachig beschriftete Schutzhütte, als gar keine!

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