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Unwissenheit schützt vor Torheit nicht.

Es sei dem werten Leser überlassen zu beurteilen, ob das Absicht, geschmacklose Provokation oder einfach nur Dummheit ist.

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Brennerkundgebung 2014 der Süd-Tiroler Freiheit.

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Wahlplakat Jörg Haiders 2008

rechts108_v-standardBig_zc-3ad1f7a1Neonazis mit dem 444-Code (DdD – Deutschland den Deutschen)

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Neonazis mit Transparent “Deutschland den Deutschen”

Faschismen Politik Racism | | | | Südtirol/o | Freiheitliche STF | Deutsch

79 replies on “Unwissenheit schützt vor Torheit nicht.”

Ich sehe beim “Tirol den Tirolern” keine Parallelen zu dem “Deutschland den Deutschen”, denn die Deutschen wurden ja nicht fremdbeherrscht. Südtirol ist unter Italien hingegen sehr wohl in einem fremdem Land. Hier will man wohl wiedermal die STF in die rechte Ecke drängen und ihr Nähe zu Nazi-Gedankengut vorwerfen.

Die brauch man nicht zu drängen. Das tun sie schon immer wieder sehr geschickt selber. Zum einen ist “Tirol den Tirolern” kein Leitspruch, auf dem man eine gemeinsame Zukunft aufbauen kann. Es ist eine ausschließende und keine einschließende Parole. Es impliziert, dass es hier Leute gibt, die nicht hierher gehören. Zum anderen ist “xy den xy” im deutschen Sprachraum eindeutig rechtsextrem konnotiert. Die NPD plakatiert diesen Slogan, ebenso “Die Rechte” und Rechtspopulisten wie Jörg Haider haben auch auf diese Rhetorik zurückgegriffen. Gerade eine Partei, die sich immer wieder beklagt, dass sie – ihrer Meinung nach zu Unrecht – mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht wird, sollte etwas vorsichtiger mit derartigen Parolen sein und nicht ständig solche “Vorlagen” liefern, die man nur mehr abservieren muss. Der Selbstbestimmung Südtirols erweisen diese Intelligenzbestien einen Bärendienst.

In bin vielleicht naiv, aber ich habe mich in meinem Leben weder mit Haider noch mit der NPD beschäftigt (da ich weder Österreicher noch Bundesdeutscher bin und auch kein Historiker oder Journalist die sich mit diesen Themen befassen), und kannte die Sprüche ÖdÖ oder DdD nicht.
Ich habe das Plakat “Tirol den Tirolern” ganz einfach mit dem Wunsch assoziiert dass die (Süd-)Tiroler sich eben selbst regieren wollen und keine Fremdbestimmung wünschen, was nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun hat. Das liegt doch auf der Hand: das Treffen auf dem Brenner war ja gerade eine Folge-Veranstaltung der kürzlichen Selbstbestimmungsdebatte . Andere Zusammenhänge hier zu konstruieren finde ich pervers.

Ich sehe übrigens auch andere Parolen, die in mir viel eher Erinnerungen wecken:
– “SB ist möglich” erinnert mich an “nichts ist unmöglich: Toyota”
– “Hand in Hand” erinnert mich an Seoul, da dies der offizielle Song der Olympischen Spiele 1988 war (produziert von unserem Landsmann Moroder)
– “wir können es besser” erinnert mich an den Queens-Hit “we are the champions”
So what? Macht die STF mit Toyota, Seoul und den Queen gemeinsame Sache?!?

Wie Harald schon geschrieben hat: Wenn es keine Absicht war, dann Dummheit. Eine große Dummheit, denn bei »Tirol den Tirolern« schwingt »Ausländer raus« immer mit, ob man will oder nicht. Am Brenner, der zu den Schauplätzen des aktuellen Flüchtlingsdramas gehört, ist dies umso geschmackloser. Tut mir leid, aber dafür gibt es keine mildernden Umstände.

@pervasion: ich tippe auf Unwissenheit, nicht auf Dummheit, was zwei verschiedene Patschen sind. Wie ich schon schrieb, kannte auch ich den Spruch DdD nicht. Hätte ich es wissen müssen? Muss ich mich deswegen als “dumm” beleidigen lassen?

Mein Beruf ist ganz ein anderer. Und ich vermute, daß auch die Leute auf diesem Foto sich hauptberuflich nicht mit diesem Thema befassen. Ihr solltet hier nicht den Teufel an die Wand malen.

Nel suo lucido intervento televisivo Wofgang Niederhofer ha citato la Lega Nord quale esempio paradigmatico di un movimento “nocivo” alla causa autodeterminista. Eppure, anche uscendo di casa e parlando con la maggior parte delle persone che vivono qui proclamandosi fautrici dell’autodeterminazioni egli avrebbe trovato esempi per nulla diversi da quelli leghisti. Avete voglia a chiamarle “ignoranti” o “stupide”: queste persone costituiscono la maggioranza schiacciante degli indipendentisti locali. Sono i vostri compagni di viaggio, anche se si trovano in un altro scompartimento, e – anche se magari sono in disaccordo sul “processo” – puntano allo stesso fine.

Non ti preoccupare che non ci sono solo quelli della STF, grazie a Dio a credere nell’indipendenza. Molti però, lo fanno sottovoce, per non dover essere messi nello stesso scatolone.
Tirol den Tirolern è uno slogan vecchio di almeno 50 anni. Lo si sentiva a Sigmundskron e prima. Io non so dire se lo usino solo per tradizione e se effettivamente siano al corrente dei paralleli di altri paesi germanofoni.
Di certo c’è una cosa: se una TV avesse fatto (magari è anche successo) un servizio su questa manifestazione e l’avesse trasmessa a Berlino, quelli avrebbero capito che gli indipendentisti sono dei mezzi NPD.
In realtà  non è nemmeno vero, perchè la realtà  patriottica locale non è confrontabile coi movimenti di estrema destra della ex DDR. Però l’impressione è quella. Quando ci si muove nel mondo della politica bisogna conoscerne e rispettarne i meccanismi. Il politically correct è solo un’aspetto formale. Poi c’è la strategia. Purtroppo STF non è forte nè nell’uno nè nell’altro.
E’ grottesco, perchè mentre quasi tutti i gruppi di estrema destra cercano di “ripulirsi” e rifarsi una verginità  con iniziative di ogni tipo (il lupo travestito da agnello, in sostanza: basta guardare all’animalismo i Casapound), STF non si pone nemmeno il problema. Non lo vedono. Non se ne accorgono…

Finde die Vergleiche ziemlich weit hergeholt. Der übliche Beissreflex eben, um die linke Flanke abzudecken.
Ich bin von Herrn Knoflach üblicherweise ein höheres Niveau gewohnt…

Harald beschreibt nur, wie die Kundgebung national und international wahrgenommen wird – und wohl auch von so manchen Leuten hierzulande. Bilder und Symbole prägen sich ein, wie sie sind und nicht, wie man sie gerne interpretiert hätte haben wollen. Die SMG kann das Landesimage mit viel Geld wieder herstellen. Wenigstens war kein ach so unschuldiges “Ein Tirol”-Schild dabei.

Um mein Niveau und das des Blogs mach ich mir wenig Sorgen. Wir erlauben uns einfach, unserem Ziel nicht sämtliche moralischen und ideologischen Überzeugungen unterzuordnen. Das Ziel Unabhängigkeit ist kein Selbstzweck für den ich mich mit allen und jeden ins Boot setzte, um es zu erreichen. Vielmehr ist ein ordentlicher Prozess Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Ziel.
Sich mit einem Schild “Tirol den Tirolern” auf den Brenner zu stellen, gehört bestimmt nicht zu intelligentesten Aktionen. So ein Schild kann nur missinterpretiert werden. Sowohl ob seines ausschließenden Charakters als auch ob seiner neonazistisichen Konnotation.
Das hat auch nichts mit Beißreflex zu tun. Wenn die STF zu unrecht “geschlachtet” wird, verteidigen wir sie (http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=16632, http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=18028). Wenn sie Blödsinn baut, kritisieren wir sie. Genauso machen wir es mit allen anderen Parteien.
Größe ist auch, wenn man einen Fehler eingestehen kann, anstatt händeringend nach Ausreden zu suchen.

Danke für diesen Link. Das Gespräch war für mich sehr, sehr, sehr aufschlussreich. Jetzt endlich glaube ich die Dynamik um den Islam ein wenig verstanden zu haben. Eine traurige Entwicklung, an der wir noch lange zu nagen haben.

Hmmm… ora che ho ingrandito la foto ho scoperto che il tipo che regge il cartello incriminato lo conosco direttamente, abbiamo amici comuni, ci sono uscito mentre studiava a Bolzano e ci ho parlato alcune volte anche di politica. Quindi mi sento moralmente in dovere di precisare che:
1-non è un’estremista, nè un esaltato,
2-non è di estrema destra,
3-non è un nazionalista tedesco.
E’ un tipo tranquillo e simpatico, che parla volentieri con tutti e non odia nessuno.
Quindi dubito che il suo “Tirol den Tirolern” voglia avere una qualche valenza nazionalista, nè voglia a priori escludere nessuno. Anche perchè se non sbaglio, lui è dell’avviso che chiunque sia nato qui, sia sudtirolese; che lo voglia o no.

Sul fatto che le manifestazioni STF non siano un tripudio di bon ton politico non ci piove; che il contrasto con le manifestazioni catalane sia stridente, è sotto la luce del sole. Dovrebbero adeguarsi alla modernità  ed all’etichetta politica.
Lui però sono assolutamente convinto che non abbia avuto alcuna intenzione cattiva. Davvero, non posso che difenderlo.

… grazie fabivS! – Danke dafür, dass Du Dich spontan zu Wort gemeldet hast.
Mitbürger italienischer Muttersprache die guten Willens und täglich, auch im Alltag bereit sind, dort wo sie stehen – vom Nebeneinander zum Miteinander zu gelangen sind offensichtlich allzu Wenige!

Non c’entra nulla la “cattiveria” e non c’entra nulla questo risibile ritratto di un compagno di bevute. Qui si sta parlando dell’attivazione di uno slogan che, in modo anche del tutto irriflesso, pesca in una determinata tradizione di pensiero. E il fatto che il suo utilizzo possa essere stato anche del tutto inconsapevole non fa che rendere la situazione più grottesca di quel che già  è (commento di Fabius incluso).

Vom Nebeneinander zum Miteinander.

Mi interesserebbe sapere in cosa dovrebbe manifestarsi questo passaggio. Nel dettaglio, circostanze e dinamiche, qual è il compitino da preparare?

Ho sviluppato molte riflessioni al riguardo. Ma mi interessava conoscere la risposta di uno che, invece, è la prima volta che si pone una simile questione.

Der Satz “Tirol den Tirolern” mag vielleicht nicht gerade der intelligenteste sein, aber Vergleiche mit rechtsextremen Parolen sind vollkommen überzogen. Bin da ganz mit Waldgänger einer Meinung. Gerade hier auf diesem Blog sollte man etwas vorsichtiger sein. Uns passt es ja auch nicht, wenn wir mit Leuten assoziiert werden, mit denen wir überhaupt nichts zu tun haben(wollen). Vor allem beim letzten Bild frage ich mich, ob das “geschmacklose Provokation oder einfach nur Dummheit ist”. Hat die STF bzw. früher die Union für Südtirol je gefordert, daß “Fremde” oder gar die itaienischsprachigen Südtiroler “heim” gehen sollten ?

Bitte versetzt euch mal in die Menge von Menschen, die ihr mit diesem Spruch aussen vor lässt.
Überlegt einfach mal: Was könnte man tun, um alle Menschen in diesem Land anzusprechen?
Oder wollt ihr das gar nicht?

Johnny, ich wollte diesen Spruch gar nicht verteidigen, daher habe ich auch geschrieben, daß dieser Satz nicht gerade der intelligenteste ist. Ich bin weder Mitglied noch Vertreter der STF, aber ich bin mir sicher, daß dieser Teilnehmer einfach nur sagen wollte, daß die Einwohner dieses Landes am besten wissen, was gut für sie ist und deshalb allein von ihnen d.h. ohne Italien verwaltet werden sollte.
Ich persönlich will selbstverständlich alle Menschen in diesem Land ansprechen. Man sollte es mit einer vielleicht/wahrscheinlich berechtigten Kritik an diesem Slogan nicht übertreiben. Vor allem das letzte Bild hätte man sich ersparen können.

Noch einmal: “Tirol den Tirolern” ist per Diktion ausschließend und rechtsextrem konnotiert. Wenn man so einen Spruch verwendet, muss man sich bewusst sein, dass er so interpretiert wird. Speziell auch angesichts der Situation im Moment am Brenner. Da tut es nichts zur Sache, ob der Träger des Spruches “keine bösen Absichten” hatte.

1919 wurde in Innsbruck unter dem Motto “Tirol den Tirolern” der Tiroler Antisemitenbund gegründet. Dieser schreibt in einem Forderungskatalog:
“In allen nationalen Kämpfen ist es die Grundbedingung, den Bestand an nationalem Bodenbesitz unangetastet zu erhalten. Es war, wie die Geschichte in Rußland, Polen und Ungarn zeigt, stets die Gepflogenheit der Juden, sich an die Bauernschaft heranzumachen und ihnen Grund und Boden, Haus und Hof nach und nach abzulisten. Nationaler Bodenschatz ist unsere erste Pflicht in diesen Zeiten der Volksnot. Unsere Losung ist:
Tirol den Tirolern !
Alle an Juden seit 1. August 1914 erfolgten Verkäufe von Grund und
Häusern sind im Wege der Enteignung gegen Entschädigung aufzuheben.”

http://www.fpoe.eu/patrioten-tour-in-innsbruck-tirol-den-tirolern/

deutschnationales Gedicht:
“Was rennst denn so damisch, / Du walscher Bandit? / Nimm decht zu am Gruaß / No a Kügele mit! / Und wards no viel mehrer. / Gabs erst no koa Gfrett; / Miar sein ja Tiroler / Und fürchten uns nöt.
/ Und wen wir darwischen, / Der kriegt seine Tracht; / Magst glauben, dass der nöt viel / Zappler mehr macht. / Jetzt draufzielt und gschossen, / Alm zwoa, wia sis gheart! / Denn oa walscher Lump / Is koan Schuss Pulver weart. / Tirol den Tirolern!

auch andere sehen da den zusammenhang:
http://www.netzwerk-weitwandern.eu/index.php/geschrieben-a-gedruckt/73-regionen/aut/berichte-aut/125-tirol-den-tirolern
http://jusoskufstein.twoday.net/stories/4847778/

Man kann die negative Bedeutung eines Wortes oder eines Slogans auch bekämpfen, indem man ihn bewusst in einem positiven Sinne gebraucht. Schwul war früher ein Schimpfwort, heute benutzen es selbst Homosexuelle. Vielleicht werden viele negativ besetzte Begriffe wie etwa “Kleinstaaterei” eines Tages sogar positiv genutzt. Ich bleibe dabei: das Foto ist trotz der wie ich schon geschrieben hatte berechtigten Kritik am Slogan vollkommen fehl am Platz.

“Deutschland den Deutschen” ist rechtsextrem konnotiert, nicht aber ”Tirol den Tirolern”. Nur weil zwei Sätze gleich aufgebaut sind müssen sie nicht zwingend denselben Grundgedanken haben. Den Zusammenhang sehen nur jene, die bereits vorbelastet sind. Bin mir sicher, dass 90% der Südtiroler das TdT für das gesehen haben was es ist, und nicht mehr.
Übrigens: kennt ihr den Merseburger Zauberspruch: “ben zi bena, bluot zi bluoda…” ist der auch rechtsextrem?!?

Sind auch die hier alles Nazis?
“Il Tirolo ai Tirolesi”: http://www.buongiornosuedtirol.it/?p=12764

Aus Wikipedia:

“Tirol den Tirolern” war auch ein Leitspruch des Tiroler Volksbundes (1905 gegründet) bzw. Andreas-Hofer-Bund Tirol (AHBT), zu deren Obmännern z.B. Reut-Nicolussi zählte. Dieser Bund wurde später von der NSDAP aufgelöst…

Aus der Satzung des AHBT:

Mit demokratischen Mitteln soll mit Ausdauer und Konsequenz für die Einheit und Freiheit Tirols gearbeitet werden. Hierbei sollen die Menschenrechte unter besonderer Berücksichtigung des Selbstbestimmungsrechtes für Südtirol die Grundlage bilden. Für Faschismus und Nazismus als die größten Feinde Tirols ist … kein Platz im AHB

Ich habe nicht behauptet, dass jemand, der diesen Spruch verwendet, ein Nazi ist. Herrgott noch einmal. Ich habe aufgezeigt, welches Potenzial der Spruch hat und die Frage gestellt, ob man sich tatsächlich nicht bewusst ist, welche Assoziationen man damit weckt. Ungeachtet dessen, dass ich den Spruch per se für ausschließend halte. Die STF sollte froh über den Hinweis sein und schnell aus dem Fettnäpfchen heraussteigen.

pervasion:

was fällt dir zum Gründungsjahr 1905 so ein

Das war noch vor dem ersten Weltkrieg. Gab es da schon die Nazis? Ich glaube nicht. Bin kein Historiker. Habe gegoogelt: ein Erdbeben in Indien, Rooswelt wird US-Präsident, Nobelpreis für Robert Koch, Wiesbaden wird Großstadt… hat alles nix mit Südtirol zu tun. Ich verstehe nicht was du meinst.

Harald:

Ich habe nicht behauptet, dass jemand, der diesen Spruch verwendet, ein Nazi ist

Warum dann hast du diese Assoziazion mit diesen Fotos hergestellt? Ich und viele anderen hättenbeim TdT sonst kein Problem erkannt. Die Umstände unter denen die Veranstaltng stattfand war doch eindeutig das Bestreben nach Selbstbestimmung und nicht der von dir untergejubelte angebliche Fremdenhass.

BTW: ich habe mit der STF nichts zu tun – ich sehe das ganze als Aussenstehender.

Wenn du erkannt hast, dass es da noch keine Nazis gab, hast du schon sehr Wesentliches erkannt. Also war der Spruch damals zwar auch nationalistisch (womit er dem Zeitgeist entsprach), aber sicher nicht so konnotiert, wie heute.

Ich habe kein Problem mit den sechs Botschaften auf den Plakaten. Auch nicht mit “Tirol den Tirolern”. Tirol ist ja historisch mehrsprachig und interethnisch. Jeder Italiener der hier geboren und aufgewachsen ist, darf sich als Tiroler fühlen, wenn er will. Wo soll da das Problem sein?

Wird hier jemand aufgefordert auszuwandern? NEIN!
Gibt es Gewaltandrohungen? NEIN!

Hier wird einfach gefordert, dass wir (die Tiroler) selbst über die Angelegenheiten unserer Heimat (Tirol) bestimmen sollen könnten.

Diese ewige gleichsetzung Tirol=deutsch=Nazi ist einfach nur zum Kotzen!

Tirol den Tirolern!
Tibet den Tibetern!

Dass Tirol=deutsch=Nazi leider allzu oft gleich gesetzt wird, ist eine Tatsache. Da brauchen wir nicht lange diskutieren.

Der Blog Brennerbasisdemokratie war bisher eine löbliche Ausnahme. Dieser spezielle Beitrag hier geht aber eindeutig in diese Richtung.
Da muss man nur die Bilder von oben nach unten durchschauen: “Tirol den Tirolern” (STF), “Österreich den Österreichern” (Haider) und dann “Deutschland den Deutschen – Fremde raus”.

War Haider am Brenner? Wohl kaum?
Haben Neonazis auf der Veranstaltung der STF “Ausländer raus” gefordert? NEIN!

Hier wird mit Bildern etwas sugeriert, was nicht der Wirklichkeit entspricht.

Hier wird mit Bildern etwas sugeriert, was nicht der Wirklichkeit entspricht.

MMn wird hier nicht suggeriert, sondern aufgezeigt, welche Assoziationen eine bestimmte Handlung in der breiten Bevölkerung hervorrufen wird. Der Satz war wohl gut gemeint, aber in seiner Wirkung eben potschert.
So wie z.B. auch die Forderung nach Eliten potschert ist. Klar sind diese erforderlich, um ein Land nach vorne zu bringen, aber in Zuge der Finanzkrise ist dieses Wort derzeit extrem negativ besetzt. Besser, man spricht von Begabtenförderung…ist dasselbe in grün, ruft aber nicht sofort Brechreiz hervor…im Gegenteil.

@Harald Knoflach
Und wo bleiben die Transparente von den Triestinern (Trieste ist nicht Italien) und von den Welschtirolern ( AUTODETERMINAZIONE -Freiheit für Tirol – Per la libertè dl Tirol – Per la libertà  del Tirolo)? Übersehen bzw. vergessen – mit oder ohne Absicht? Oder aber sind sie auch Nazis oder dumm?
Meinungen können und, würde ich sagen, müssen verschieden sein…aber wo bleibt Ihr Respekt für Menschen, die anders denken?
@fabivS
Una delle persone che reggono i cartelli la conosci, è una brava persona e quindi viene assolta. Se troviamo ancora delle persone che conoscono gli altri che reggono i cartelli, che non siano simpatizzanti di STF e che siano pronti a testimoniare che si tratta di brave persone vengono tutti assolti?
Prima condanna in blocco, poi assoluzione parziale (almeno della persona che tu conosci….sul Tuo metro di giudizio nutro francamente seri dubbi : se le scritte su questi cartelli secondo te sono sbagliate, restano sbagliate anche se una delle persone che reggono i cartelli è Tua amica/parente/conoscente/amante etc…Se sono giuste e/o accettabili lo sono indipendentemente dalla persona che regge il cartello.

Oder aber sind sie auch Nazis oder dumm?

du hast nicht wirklich verstanden, worum es hier geht, oder?

1. es ist der nationalismus, der südtirol unendlich viel leid gebracht hat. also ist es absurd, mit nationalismus darauf zu reagieren.
2. “tirol den tirolern” schließt aus. es steht genau für jenes konzept, welches uns umgekehrt so viele probleme bereitet hat. es verfolgt die gleiche logik wie “siamo in italia”. stell dir vor, du möchtest nach kanada auswandern und wirst an der grenze mit dem schild “kanada den kanadiern” empfangen. fühlst du dich willkommen?
3. “tirol den tirolern” hat rechtsextreme konnotation. der tiroler antisemitenbund wurde unter diesem slogan gegründet. im gesamten deutschsprachigen raum steht “xy den xy” für nazi-rhetorik. da ist es völlig egal, ob der spruch an sich wertfrei ist, oder nicht (für mich ist er das nicht einmal, denn er ist ausschließend). “arbeit macht frei” oder “meine ehre heißt treue” sind per se nicht nazistisch. wenn ich diese sprüche jedoch heute verwende, sende ich eine eindeutige botschaft.

rechtsextrem würde ich nicht sagen. nationalistisch und ausschließend in jedem fall. ich halte wenig davon, den menschen, die irgendwo leben, vorzuschreiben, als was sie sich zu fühlen haben bzw. aus irgendeinem gefühl ein heimatrecht abzuleiten.
rechtsextrem ist “tibet den tibetern” deshalb nicht, da dieser spruch – soweit mir bekannt – nicht eine altbekannte nazi-parole ist bzw. auch eine völlig andere weltgegend betrifft. ich werde in tibet auch ohne weiteres “meine ehre heißt treue” sagen können, ohne dass sich wer dran stört. ich könnte wohl auch eine zeitung “der stürmer” (auf tibetisch) heißen und es wäre kein problem.

@fabivS
Una delle persone che reggono i cartelli la conosci, è una brava persona e quindi viene assolta. Se troviamo ancora delle persone che conoscono gli altri che reggono i cartelli, che non siano simpatizzanti di STF e che siano pronti a testimoniare che si tratta di brave persone vengono tutti assolti?
Prima condanna in blocco, poi assoluzione parziale (almeno della persona che tu conosci….sul Tuo metro di giudizio nutro francamente seri dubbi : se le scritte su questi cartelli secondo te sono sbagliate, restano sbagliate anche se una delle persone che reggono i cartelli è Tua amica/parente/conoscente/amante etc…Se sono giuste e/o accettabili lo sono indipendentemente dalla persona che regge il cartello.

1- Non è un processo; non esistono condanne nè assoluzioni. Si tratta di una discussione sull’opportunità  POLITICA di alcuni cartelli. Ma chi i meccanismi della politica li conosce poco, non si rende conto del messaggio implicito che viene trasmesso e quindi non capisce il senso d’essere di una tale discussione.
2- Non posso garantire per le intenzioni di tutte le migliaia di simpatizzanti di STF (dubito che qualcuno lo possa seriamente fare; e la cosa vale per ogni altro partito). Ma per alcuni di quelli che conosco sì.
3- Le scritte sui cartelli non sono “giuste” o “sbagliate”. Stiamo parlando di alcune delle interpretazioni a cui danno spazio e dei significati più o meno espliciti. Siccome abbiamo visto con Scozia e Catalonia che la Selbstbestimmung è per definizione un processo che guarda verso l’esterno (lo stato di partenza, le altre regioni, gli altri stati europei, l’EU), DOBBIAMO, se facciamo sul serio, porci la domanda di cosa pensa la gente che legge quei cartelli fuori dal nostro contesto. In modo da non dare spazio ad alcun parallelo spiacevole. “Gegen Faschismus – für Tirol” è uno slogan bellissimo e speriamo che l’abbiano visto in molti. Altri slogan, invece hanno un carattere che li avvicina decisamente più a quelli di partiti destra.
Bisogna porsi la domanda non solo di cosa si vuol comunicare con i cartelli, ma di quel che gli altri capiranno. Quindi anche se le intenzioni son buone, se la forma è sbagliata, in politica si rischia di essere fraintesi.
4- C’è stata ultimamente una gran fregola generale per gli Scozzesi ed ora per i Catalani; visto che ognuno ha avuto modo di capire quanto l’immagine che si manda verso l’esterno sia determinante per suscitare simpatie o antipatie, sarebbe una gran cosa se si prendesse magari spunto dal modo di comunicare di quei paesi, invece che rifarsi sempre alla retorica del 1957 (che per l’epoca andava benissimo, ma è passato mezzo secolo). Poi questo è un discorso generale e non riguarda una persona o un cartellone, ma molte manifestazioni.

“Tirol den Tirolern” ist mMn einfach potschert. Obwohl der Satz für mich nicht negativ konnotiert ist. Paradox? Lasst es mich erklären.

“Tirol den Tirolern” ist für mich nicht per se ausschließend, zumindest solange nicht “Macht die Grenzen dicht!” dabeisteht. Warum? Nehmt doch den katalonischen/schottischen Ansatz, den ihr so gern zitiert. Jeder ist Tiroler, der in Tirol lebt. Wie kann der Satz also ausschließend sein? Tirol gehörte zwar den Tirolern, aber jeder hätte die Möglichkeit, Tiroler zu werden. Wenn ich z.B. fordere “Die Zukunft unseren Kindern!”, dann meine ich ja auch nicht bloß jene, die zwischen 2000 und 2014 geboren wurden (also momentan Kind sind), sondern freilich auch all jene, die ab 2015 das Licht der Welt erblicken werden. “Tirol den Tirolern” heißt für mich also, dass jene Menschen über Tirol entscheiden sollen, die es unmittelbar betrifft, nämlich die Einwohner Tirols aka Tiroler.

Trotzdem ist es potschert. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass nur wir drei Hanseln hier im Blog uns wirklich Gedanken über eine mögliche inklusivistische Zukunft Südtirols machen. Die meisten anderen ziehen entweder sofort Parallelen zu Neonazis, und wer keine Meinung dazu hat, dem “erklärt” die Alpenprawda, warum das Nazis sind und weshalb man darüber empört zu sein hat. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist der Satz also untragbar, auch wenn er an sich mMn sogar positives Potential hätte.

Am Ende wird sich die STF wohl selbst eliminieren, weil sie einfach nicht das nötige Fingerspitzengefühl hat, auf dem politischen Parkett zu flanieren. Da müssen Selbstbestimmungsgegner gar nicht mehr viel machen…

vielen herzlichen dank steve. bravo. du triffst den nagel auf den kopf. genau darum geht es. wenn man tiroler so definiert, wie du es gemacht hast, hab ich kaum ein problem mit dem spruch – obschon er auch dann – ob seiner belasteten vergangenheit – fast zwangsläufig nazi-vergleiche nach sich ziehen würde.
nun ist – wie du richtig sagst – das inklusivistische verständnis, was ein tiroler ist, beileibe noch nicht mehrheitsfähig. und die meisten menschen sehen in “tiroler” eben nur diese ausschließende bedeutung, bei der höchstens noch die “echten welschtiroler” mitgemeint sind. und daher sind solche botschaften kontraproduktiv und zementieren vorurteile gegenüber selbstbestimmungsbefürwortern.

Il punto mi sembra importante. Io vivo qui da 17 anni, credo di essermi integrato abbastanza bene (so il tedesco, anche se lo sapevo meglio PRIMA di venire ad abitare qui, conosco bene la realtà  locale, mi piacciono molte cose, ho stabilito alcune amicizie ecc.), però MAI E POI MAI vorrei essere etichettato come “tirolese”. Non ci tengo proprio. Mi va benissimo essere un livornese immigrato che vive e lavora qui. Come me, soprattutto italiani, ma ci sono anche non pochi germanici o austriaci (non tirolesi), che hanno un atteggiamento simile. Ecco, io penso che proprio per questo motivo una frase come “Il Tirolo ai Tirolesi” sia una frase idiota ed esprima una chiusura basata proprio sul presupposto “nazionalistico” dell’assoluta identità  tra territorio e popolo che lo abita. A me piacciono i territori in cui abitano persone di tutti i tipi, che non devono sentirsi necessariamente appartenenti in tutto e per tutto a quel territorio per avere il diritto di starci. “Tirolo, ognuno è il benvenuto”, ecco lo slogan che mi piacerebbe sentire.

@gadilu: der Unterschied zwischen heutigen bbd-lern und heutigen STF-lern (und ähnlichen Gruppierungen) ist, dass mit erfolgter Sezession diese Letzteren ihr Existenzrecht eingebüsst haben werden, während für bbd-ler die Arbeit erst beginnt….

Otto, non saprei… comunque questa mi sembra un’affermazione che avrebbe ispirato molto Voltaire, il celebre autore del Candide.

Ja, die Verwendung des Spruchs “Tirol den Tirolern” mag diskussionswürdig sein.

Aber die Methode diesen Spruch mitsamt abgebildeter Kundgebungsteilnehmer in direkte Beziehung zu Neonazis zu setzen, die sich klar und endeutig gegen “Fremde” richten, ist meiner Meinung nach ein grobes Vergehen gegen den Anstand und Fairness bei politischen Meinungsverschiedenheiten.

So ein Schlag unter die Gürtellinie sollte einem Blog wie Brennerbasisdemokratie nicht würdig sein, denn er nähert sich von der Vorgangsweise her ziemlich nahe der vermeintlichen (unterstellten?) Menschenhatz an.

Ich unterstelle niemandem, ein Nazi zu sein. Ich zeige lediglich auf, welche Assoziationen der Spruch “Tirol den Tirolern” bei vielen Menschen hervorruft.
Wenn der Spruch von einem “politischen Laien” getragen wurde, wäre es Aufgabe der Profipolitiker gewesen, ihn auf die Implikationen hinzuweisen und ihn zu bitten, das Schild nicht zu zeigen. Doch obiges Foto erschien sogar auf der offiziellen Webseite der STF.
Anstatt den Spruch nun mit allen nur möglichen Winkelzügen zu verteidigen, sollte die STF eigentlich froh über den Hinweis sein (wenn sie schon selbst nicht draufkommen, dass das verfänglich sein könnte) und zurückrudern. Verstehen die tatsächlich nicht, dass sie eben durch Aktionen wie diese immer wieder in die rechte Ecke gedrängt werden – wo sie nach eigener Ansicht ja nicht hingehören. Sie bedienen damit genau das Vorurteil, dass so viele Menschen in Südtirol gegenüber Selbstbestimmungsbefürwortern haben. Denn diese verstehen unter “Tirol den Tirolern” genau jene Blut-und-Boden-Ideologie, die in den drei anderen Fotos aufgezeigt wird. Das ist absolut kontraproduktiv. Und ein etwaiges Beharren auf dem Spruch ist es umso mehr.

Apropos Anstand und Fairness:
http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=11279
http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=16971
http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=15717

Herr Knoflach, verstehen Sie wirklich nicht, welche Kritik ich an Ihrem Artikel geäußert habe? Muss ich jetzt meinerseits fragen: Ist es Absicht, Geschmacklosigkeit oder einfach nur Dummheit?

Im Artikel wird ausdrücklich auf die Gefahr hingewiesen, die die Verwendung solcher Sprüche mit sich zieht – über die Träger solcher Transparente selber wird ja kein Wort verloren, bis auf die Tatsache, dass sie sich ebendieser Gefahr (un)bewusst aussetzen. Was ist denn dran so schwer zu verstehen, erschließt sich mir nach 62 Kommentaren leider immer noch nicht.

Ich würde hier (abschließend?) schreiben: Ich halte die STF nicht für eine rechtsextremistische, ja nicht einmal für eine klassisch rechte Partei. Wenn sie sich aber für den Spruch nicht entschuldigt und sich auch nicht davon distanziert (sondern sogar noch dumme Ausreden sucht), hat sie offenbar kein Problem damit, ins rechte Eck gestellt zu werden. Das gilt auch für all jene Kommentatoren hier, die nicht einsehen möchten, welche Assoziationen der Satz unweigerlich weckt. Für uns ist die Angelegenheit hiermit erledigt, aber wir werden uns natürlich die Freiheit nehmen, auf solche Widersprüche hinzuweisen, wann immer wir es für nötig halten. Und für die Selbstbestimmung, die in Südtirol ja ohnehin gern wider jede Logik ins rechte Eck gestellt wird, ist das Verhalten der STF natürlich mehr als kontraproduktiv.

Tirol den Tirolern? Ja, warum nicht?

Unsere linksliberale Elite wittert hier wieder einmal rechtsextremes Gedankengut, wenn ein paar Bauernbuben in Lederhose und Lodenjancker ein Transparent mit der Aufschrift » Tirol den Tirolern« tragen.
Diese Elite weiß natürlich auch, dass in Polen der 1920/30er Jahre, der Schriftzug »Polen den Polen« oder in Dänemark »Nordschleswig den Dänen«, »Amerika den Indianern« und »Grönland den Eskimos und Pinguinen« an jeder zweiten Hauswand zu finden war.

»Deutschland den Deutschen« ist keine Erfindung der Nazis oder von irgendwelchen Rechtsextremen. Dieser Schriftzug fand sich schon kurz nach dem 1. WK auf jeder zweiten Hauswand im Rheinland, als die Franzosen dort den Ton angaben und die Nazis bestenfalls im Münchner Bürgerbräukeller ihre Kampflieder anstimmten.

Wer in der Innsbrucker Universitätsbibliothek eine wenig in der Geschichte stöbert, der wird sehr schnell Abbildungen (Zeichnungen) zu sehen bekommen, wo böse Burschis (dt. Burschenschaftler) den Schriftzug »Deutschland den Deutschen« mit sich tragen, und Napoleon samt seinen Besatzungstruppen aus Deutschland heraus zum Teufel wünschen.
Dieselben Burschis haben 1848 ein geeintes und unabhängiges Deutschland, sowie Demokratie und freien Zugang zu den Universitäten gefordert, als halb Europa noch im Mittelalter verweilte, und Frauen die Universitäten bestenfalls zum Putzen von innen sahen.

Zugegeben, besonders schlau ist es nicht, mit einem »Tirol den Tirolern« – Transparent am Brenner herumzulaufen.
Aber noch dümmer ist es, hier gleich wieder rechtsextremes Gedankengut zu vermuten.
Linke bzw. Linksliberale können bekanntlich mit dem Begriff Heimat und Vaterland nichts anfangen. Dafür sind sie Meister in Sachen Toleranz und angewandter Demokratie … behaupten sie wenigstens …

LG C. Minatti

erstaunlich, dass du trotz deiner fachlichen kenntnisse nicht erfasst hast, worin meine kritik liegt.
patronisierend ausgedrückt könnte man sagen, dass ich es gut mit der stf meine und sie auf einen “marketingfehler” hinweise.
ein problem der stf – und der selbstbestimmungsbefürworter im allgemeinen – ist es, dass sie in südtirol grundsätzlich ins rechte bis rechtsextreme eck gedrängt werden (das passiert auch uns von bbd immer wieder). es ist daher mehr als dämlich, sich mit einem spruch auf den brenner zu stellen, der genau dieses klischee bedient (da kann die stf mit dem spruch meinen was sie will, er wird bei selbstbestimmungsgegnern genau jene assoziationen und befürchtungen wecken, die ich aufgezeigt habe). der salopp und paradox formulierte titel meines artikels sollte für jemanden, der der deutschen sprache einigermaßen mächtig ist, eigentlich hinweis genug sein, um zu verstehen, was hier gemeint ist.

… immerhin 66 (!) Wortmeldungen zu TIROL! – Jedenfalls scheint der Gebrauch des Namens Tirol – je nach dem – oft problematisch zu sein …
Der Gebrauch hingegen von AA als offizielle Benennung der Prov. Bozen ist dem gegenüber außer jeder Diskussion. – Für mich Ausdruck der skurrilen Situation in unserem Lande und für mich auch Ausdruck des NEBENEINANDERS wohl für alle Ewigkeit!

Weder wurde hier der Gebrauch des Namens Tirol (sondern der Spruch »Tirol den Tirolern«) kritisiert, noch ist in diesem Blog die Bezeichnung AA außer Diskussion — im Gegenteil, außer für die Tageszeitung wird sie hier so gut wie gar nicht benutzt.

ich versteh die welt nicht mehr. wie in alles in der welt kommst du auf die idee, dass ich etwas gegen den begriff tirol hätte. hast du nach 66 (!) wortmeldungen noch nicht verstanden, wo das problem mit “tirol den tirolern” liegt?

Non c’è nulla di male nel Nebeneinander. Anzi, bisogna rivalutarlo. Io, per esempio, con molte persone che discutono qui e si chiedono che male ci sia a volere un “Tirolo dei tirolesi” non voglio avere molto a che fare e spero che questo loro Tirolo tautologico se lo coltivino nei loro tre o quattro bar di riferimento.

Tirol im Kleinen kann auch der kleine Vorgarten sein, dem man mühevoll ein paar Erdäpfel abringt. Wenn jemand kommt, und ohne Gegenleistung 10 Prozent der geernteten Erdäpfel einfordert, so kann man das als Solidaritätsbeitrag betrachten, oder aber auch als Diebstahl.
Der Hr. Dr. Meier, der bequem im Kaufhaus die Erdäpfel kauft, wird kein Problem damit haben, wenn der Bauer 10 Prozent der geernteten Erdäpfel unentgeltlich abgeben muss. Hingegen der Bauer wird irgendwann einmal hinterfragen, warum er den nützlichen Idioten spielen muss, wo doch das Ackerland spärlich und mühevoll zu bearbeiten ist.

Ein Beamter mit einer akademischen Ausbildung wird sich wohl kaum um Arbeitsplätze in einer Gewerbezone Sorgen machen, hingegen ein einfacher Arbeiter mit Familie der mit Zuwanderern aus Italien, der Türkei und Nordafrika konkurrieren muss, und im Falle des Falles bestenfalls auf eine Kündigungsfrist hoffen darf, hingegen schon.
Es ist kein Zufall, warum ausgerechnet viele Linksliberale aus gesicherten Verhältnissen kommen, und Arbeiter immer seltener jener Partei ihre Stimme geben, die die ganze Welt zu Brüdern erklärt.
Ich möchte den einen linksliberalen Staatsbediensteten der irgendwo in Tirol lebt kennenlernen, der auch nur einen gekauften Erdapfel ohne Gegenleistung abgibt. Den möchte ich bitte kennenlernen!
Warum sollte Tirol (oder Israel/Palästina, Angola, Nigeria, Amerika etc.) nicht jenen gehören, die schon länger in diesem Land leben und arbeiten?
Hat tatsächlich ein Tiroler das Recht, sich überall in der Welt (z.B. in Angola) anzusiedeln?
In Angola hat man die meisten Europäer wieder vertrieben, oder sie sind freiwillig wieder in Ländern weitergezogen, die ihrer Kultur und Lebensart am ehesten entsprachen.

Muss Tirol wirklich Platz machen für Zuwanderer aus Anatolien, Nigeria oder Schweden?
Ich bin der Meinung, Tirol sollte jenen gehören, die sich mit Land und Leuten verbunden fühlen, sich einordnen wollen und können, und der tausend Jahre alten Kultur in Tirol verpflichtet fühlen, ohne sich unterordnen zu müssen.
Wer glaubt, ein Nigerianer kann sich bei uns in Tirol integrieren, der fahre erst einmal nach Wien in den 10. Bezirk, oder in den 16. Bezirk, wo sich gerade gestern tausende Albaner und Serben gebügelt haben.

Was ist falsch daran, wenn Tirol den Tirolern gehört, Schweden den Schweden und Afrika den Afrikanern?

wie weit muss denn mein stammbaum zurückreichen, damit ich als “tiroler” durchgehe. die ganzen tausend jahre? was war eigentlich davor? keine kultur? meine urgroßmutter war aus deutschland. geht das dann noch? der vater eines meiner freunde ist aus nigeria. was tun wir mit dem? und neulich hab ich beim skifahren einen alten schulfreund getroffen. ramasan sein name. er war mit seinen zwei töchtern auf der piste unterwegs. die mutter stammt ebenfalls aus der türkei. er und die töchter fahren gut ski. das müsste reichen, um als tiroler durchzugehen, oder? schweden kenn ich leider keinen. nur mika. er ist deutscher staatsbürger, hat aber eine holländische mutter und einen finnischen vater. das dorfgasthaus in meinem heimatort betreibt übrigens ein herr nebojsa miladinovic. von den “einheimischen” liebevoll bobi genannt. er sponsort auch die örtliche fussballmannschaft.

ps.: die tausenden albaner und serben die sich “gebügelt” haben, haben die am aktionstag “iron man” teilgenommen?
http://www.bzgeisacktal.it/system/web/news.aspx?bezirkonr=0&menuonr=221503217&detailonr=224951777-2248

Dass “Tirol den Tirolern” der Slogan des Tiroler Antisemitenbundes war, ist dem Autor des beanstandeten Plakates ganz gewisse nicht bekannt gewesen, so wie er – und wohl auch die meisten anderen Südtiroler – von der Existenz des Antisemitenbundes keine Ahnung haben dürfte. Die Süd-Tiroler Freiheit ist in dieser Hinsicht über jeden Verdacht erhaben, da sie weit deutlicher als alle anderen politischen Kräfte Südtirols sich immer vom Antisemitismus distanziert hat. Wohl aber dürfte der Autor des Plakates das große Spruchband “Tirol den Tirolern” vor Augen gehabt haben, das 1957 bei der Kundgebung in Sigmundskron zu sehen war. Als der italienische Regierungschef Renzi am 5. Juli 2014 seinen Freund Arno Kompatscher auf Schloss Prösels traf, empfing ihn der Südtiroler Heimatbundes mit einem großen “Tirol-den Tirolern”-Spruchband. Der Heimatbund motivierte den Spruch wie folgt: “Der Text “Tirol den Tirolern!” hat die Forderung zum Ausdruck gebracht, dass über das Schicksal des südlichen Tirol in erster Linie die Bevölkerung selbst und nicht irgendwelche Staatsmänner am grünen Tisch entscheiden sollten. Der Südtiroler Heimatbund verweist darauf, dass Tirol bereits im 13. Jahrhundert, lange vor Italien und Österreich, als Staatsgebilde entstanden ist und im 14. Jahrhundert zu den Gründungsländern des Habsburgerreiches zählte, dem es bis nach dem Ersten Weltkrieg angehört hat. 1919 wurde das südliche Tirol von Österreich abgetrennt und gegen den erklärten Willen der Bevölkerung Italien zugesprochen. Statt dieses imperialistischen Willküraktes sollte ein demokratischer Volksentscheid über das Schicksal des südlichen Tirol entscheiden, daher “Tirol den Tirolern!”. – Ein demokratischer Volksentscheid, bei dem die gesamte Bevölkerung mitstimmen kann und niemand ausgeschlossen wird – auch das kann man unter “Tirol den Tirolern” verstehen, wenn man den Spruch nicht absichtlich falsch interpretieren will.

Btw, das Parteimagazin der NEOS heißt MUT und ein “ex” rechtes Magazin heißt auch MUT. Was lernen wir daraus, ist eine Sache nicht offen mit Rechts konnotiert so ist sie es eben nicht.

Gerade im Kontakt mit Nordtirolern ist es oft absurd wenn man den Spruch hier seie man in Tirol also könne man als Südtiroler irgendwie nicht mitreden zu hören bekommt. Hier hoffe ich doch sehr auf die Euregio

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