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Das Leben der Anderen.

Ich weiß, dass das Letzte, was es jetzt braucht, ein weiteres besserwisserisches Posting über die Geschehnisse der vergangenen Tage ist. Und mehr als ein paar wirre Assoziationen habe ich auch nicht zu bieten. Loswerden möchte ich sie irgendwie trotzdem.

Die “europäischen Werte”, die wir jetzt alle durch den IS angegriffen sehen, beruhen im Wesentlichen auf der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte. “Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.”

Warum sind aber Terroranschläge nur dann ein “Anschlag auf die Humanität” und rufen “uneingeschränkte Solidarität” hervor, wenn sie in Westeuropa oder Nordamerika passieren?

Warum haben wir von den über 40 Toten in Beirut (mich eingeschlossen) kaum Notiz genommen und keine Dauersondersendung vorgesetzt bekommen? Warum hat Facebook kein Overlay der türkischen Fahne zur Verfügung gestellt, als 95 Teilnehmer einer Friedensdemo in Ankara einem Terroranschlag zum Opfer fielen? Wo waren die “Ich bin Russland”-Profilbilder und “Wir sind vereint”-Sprüche der Politiker als über 200 russische Zivilisten in einem Flugzeug aller Wahrscheinlichkeit nach wegen einer IS-Bombe ihr Leben lassen mussten? Zu ihnen allen hatten wir wohl genau so viel/wenig Bezug wie zu den Opfern in Frankreich. Es ist sehr schwierig, nicht von Heuchelei zu sprechen, wenn dann auch noch auf die “europäischen Werte” Bezug genommen wird.

Wobei – ganz so eine europäische Eigenart ist diese selektive Solidarisierung auch nicht. Wenn Israel Gaza bombardiert, erleben wir auf der ganzen Welt – und auf Facebook – Solidaritätskundgebungen von Muslimen. Die Verbundenheit zu den palästinensischen Glaubensbrüdern wird beschworen. Israelische Flaggen werden verbrannt. Der IS hat tausende Muslime niedergemetzelt. Dennoch hab ich noch kaum brennenden IS-Flaggen bei Massenprotesten in arabischen Städten gesehen.

Die Länder der europäischen Union sind zusammengenommen hinter den USA die größten Waffenexporteure der Welt. Von 2005 bis 2009 waren wir sogar die Nummer 1. Vor den USA und Russland. Westliche Waffentechnik hat im Mittleren Osten wohl zigmal mehr Zivilisten auf dem Gewissen als alle islamistischen Terrororganisationen zusammengenommen. Das ist irgendwie so, wie wenn ein Zigarettenhersteller zum Krebskranken sagt: “Was kann ich dafür, wenn du die Dinger rauchst, die ich dir verkauft habe?”

In Saudi Arabien werden regelmäßig (vielleicht sogar freitags) Menschen geköpft oder verstümmelt. Die Praktiken sind ident mit jenen des IS. Saudi Arabien ist ein wichtiger Verbündeter, die IS-Schergen sind mittelalterliche Barbaren. Wie gesagt, es ist sehr schwierig, nicht von Heuchelei zu sprechen. Die offensichtliche Heuchelei ist jedoch ein hervorragender Nährboden für den IS. Dieser Umstand wäre einmal ein guter Anknüpfungspunkt im “War on Terror”. Nach Frankreichs “Kriegserklärung” befürchte ich aber, wir werden es neuerlich mit jenen Mitteln versuchen, die den IS erst florieren ließen. Die finanzielle Unterstützung aus Saudi Arabien und das jahrelange “Gewährenlassen” des IS durch den Westen, in der Hoffnung, diese Spinner würden helfen, Assad zu stürzen, bräuchte es dann wahrscheinlich gar nicht mehr.

Wobei das mit der “Kriegserklärung” auch so eine Sache ist. “Der IS hat dem Westen den Krieg erklärt”, heißt es. Wir sehen uns wieder einmal im Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Dabei sind “wir” bislang doch nur eine Nebenfront. Die Hauptopfer des IS-Terrors sind Iraker, Syrer, Kurden usw. Meist also Menschen muslimischen Glaubens. Die erleben Paris tagtäglich. Tausende sind bereits ums Leben gekommen.

Umso zynischer ist es, wenn jetzt manche die Flüchtlinge in Europa mit dem Terrorismus in Frankreich in Verbindung bringen. Der Großteil der Menschen, die zu uns kommen, flieht genau vor dem, was in Paris passiert ist. Natürlich werden sich unter den Flüchtlingen auch Menschen mit bösen Absichten befinden. Aber das kann doch kein Grund sein, Hilfesuchenden pauschal Hilfe abzusprechen. Nach der gleichen Logik müssten wir alle Männer prophylaktisch ins Gefängnis stecken, weil mit Sicherheit auch Kinderschänder unter ihnen sind.

Überdies ist der IS kein Problem, das ausschließlich “von außen” kommt. Viele Kämpfer und Attentäter der Terrormiliz sind in Europa geboren bzw. sind europäische Konvertiten.

Schlimm ist auch, dass wir in der Beurteilung der Attentate die Mitte verloren haben. Wenngleich sich alle einig sind, dass solche Taten durch nichts zu rechtfertigen sind, sind die Erklärungsversuche diametral entgegengesetzt. “Der Islam ist eine Religion des Friedens und die Attentate haben mit dem Islam nicht das geringste zu tun” vs. “Der Islam ist eine rückständige, intolerante Ideologie, die Gewalt säht und nicht mit unseren Werten kompatibel ist. Gemäßigte Muslime, distanziert euch gefälligst von den Anschlägen!”. Oder “Die Kriege des Westens sind schuld, nicht der Islam” vs. “Nur durch einen entschlossenen ‘War on Terror’ können wir die Islamisten besiegen”.

Gemein ist allen Erklärungsversuchen, dass sie durch eine Kopf-in-den-Sand-Taktik die Augen vor Zusammenhängen verschließen und in Richtung einer exklusiven Opferrolle tendieren. Zu sagen, die Attentate hätten nichts mit dem Islam zu tun, ist wie zu behaupten Deutschland habe nichts mit dem Holocaust oder die Kreuzzüge und die Inquisition hätten nichts mit dem Christentum zu tun. So pervers die Verbindung auch sein mag, sie ist definitiv da. Der IS-Terror ist ein Problem (auch) des Islam. Viele islamisch geprägte Länder des Mittleren Ostens und Nordafrikas haben beginnend mit 1979 (Islamische Revolution im Iran, Besetzung der Großen Moschee in Mekka) in großen Teilen eine Glaubensrichtung eingeschlagen, die im Vergleich zur Mitte des vorigen Jahrhunderts rückschrittlich ist. Ganz zu schweigen von der weltweiten Vorreiterrolle dieser Länder in nahezu allen Belangen vor 900 Jahren. Grob gesagt wurden intellektuelle Neugier und schöpferischer Gestaltungswille, die den Islam über Jahrhunderte prägten, durch ein unhinterfragtes Befolgen von Regeln und Autorität (Formalismus) und die hanbalitische Rechtsschule ersetzt. Dieses geistige Umfeld führt natürlich nicht notwendigerweise in den Terrorismus, aber im Gegensatz zur vorherrschenden historisch-kritischen Bibelexegese und einer gewissen Wissenschaftsaffinität des durch die griechische Antike mitgeprägten Christentums, ist letzteres heutzutage weniger anfällig für Bewegungen im Stile des IS. Daran kann auch ein Anders Breivik, der sich auf das Christentum berufen hat und dieser Tage gerne als “christlicher Vorzeigeterrorist” strapaziert wird, nichts ändern.

Doch weder der Islam als solcher, noch die Heuchelei und Kriege des Westens tragen die alleinige Schuld an der derzeitigen Katastrophensituation. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von “externen” geschichtlichen Ereignissen (Angefangen von den Kreuzzügen über die Kolonialisierung  bis hin zur Installation/Unterstützung diktatorischer Regime durch den Westen sowie den militärischen Interventionen der jüngsten Vergangenheit), “internen” arabisch/persischen Richtungswechseln und europäischem Versagen in der Integrationspolitik, die zur heutigen Situation geführt haben. Dementsprechend kann ein Ausweg nur dann gefunden werden, wenn an allen Stellschrauben gedreht wird – vorausgesetzt wir drehen in die gleiche Richtung.

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96 replies on “Das Leben der Anderen.”

Danke Harald!
Es ist schon erstaunlich, dass nach meiner Kenntnis es keiner, damit meine ich Politiker und Presse von Rang schafft in sich zugehen und öffentlich zu Fragen worin unser Lebensstil, den der Anschlag gegolten haben soll, besteht und ob da wirklich alles so gut ist. Oder anders gefragt worauf stützt sich dieser Lebensstil, zum Teil doch darauf, dass es anderen schlecht geht. Jetzt wie ein Kleinkind trotzig zu sagen, dass unsere Lebensart nicht zur disposition steht nur weil der Angriff vom IS kommt, heisst mal wieder den Weg des geringsten Wiederstandes einzuschlagen.
Das ist genau so wie Obama auf den Vorwurf reagierte, die USA sei durch ihren Lebensstil der grösste Umweltverschmutzer: “Wir entschuldigen uns nicht für unseren Lebensstil und schon gar nicht werden wir diesen ändern”.
Lernen wir Menschen im Umgang miteinander dazu, oder ist es seit dem Urmenschen das Selbe?

Langsam Harald, du darfst hier auch nicht verallgemeinern.

Natürlich werden sich unter den Flüchtlingen auch Menschen mit bösen Absichten befinden. Aber das kann doch kein Grund sein, Hilfesuchenden pauschal Hilfe abzusprechen. Nach der gleichen Logik müssten wir alle Männer prophylaktisch ins Gefängnis stecken, weil mit Sicherheit auch Kinderschänder unter ihnen sind.

Gerade weil manche böse Absichten haben (und das ist nun tragischerweise erwiesen) müssen wir die Flüchtlinge besser kontrollieren, sie sofort bei der Einreise registrieren. Aber genau hier versagt man: man lässt Leute über die grüne Grenze, kontrolliert sie nicht, lässt sie durch oder karrt sie sogar auf Bussen zur nächsten Grenze bis nach Deutschland. Und wenn bei jemandem Waffen gefunden werden, werden sie ihm abgenommen und er darf weiterziehen (leider so geschehen!). Es ist daher richtig und wichtig, dass z.B. bei Spielfeld ein Zaum errichtet wird, um die Einwanderer einzeln reinzulassen, besser kontrollieren und eventuell “aussortiern” zu können. Die EU-Aussengrenzen müssen besser geschützt werden – dies hat mit dem Schutz des eigenen Volkes zu tun, und der geht vor.
Warum Terroranschläge in Westeuropa mehr Solidarität harvorrugen? Ganz einfach weil uns Westeuropa näher ist. In Paris war ich schon mehrere male (grad vor 10 Tagen – die Terrorangst war bereits zu spüren: überall wurde man gefilzt), ich kenne dort Leute, und dort sind auch Landsleute gestorben. Wenn in deinem Keller ein Sack Kartoffeln umfällt, wirst du inh auch wieder aufrichten, aber wenn in China ein Sack Reis… du verstehst mich!

Gerade weil manche böse Absichten haben (und das ist nun tragischerweise erwiesen) müssen wir die Flüchtlinge besser kontrollieren, sie sofort bei der Einreise registrieren.

Natürlich gibt es auch unter Flüchtlingen — wie in fast allen Menschengruppen, die groß genug sind, um eine gewisse Vielfalft abzubilden — welche, die böse Absichten haben. Aber wurde das nun tragischerweise bewiesen? Hatten einige der Terroristen den Flüchtlingsstatus? Ich frage ganz neutral, denn ich muss gestehen, dass ich es nicht weiß.

Noch sind nicht alle Attentäter in Paris identifiziert… Ahmad al Mohammad soll jedenfalls vor einem Jahr aus Syrien über die Türkei eingewandert sein.
Und in Meran wurde ebenfalls einer verhaftet, der eigentlich Asyl-Status hatte.

Und ganz aktuell habe ich gerade erfahren, dass in Bozen letzte Woche ein 16-jähriges Mädchen Opfer eines Raubüberfalles wurde. Nach dem Pizzaessen mit dem Freund wurde sie auf dem Heimweg durch die Altstadt von 3 Ausländern überfallen, mit einem Messer verletzt und ausgeraubt. Habe davon nichts in der Lokalpresse gelesen – die Medien verschweigen das wohl. Ich weiss nicht, ob es sich um Asylanten handelt – aber ganz offensichtlich gehen überproportional viele Straftaten aufs Konto jener Personen die dem Durchschnittsimmigranten entsprechen. Sie strenger zu kontrollieren ist ein Muss und hat nichts mit Vorurteilen oder Rassismus zu tun.

Naja, »ich habe gehört« und »Durchschnittsimmigranten«… das ist jetzt nicht die Antwort auf meine Frage, die sich ausdrücklich auf Flüchtlinge (und auf Beweisbares) bezieht.

Und wenn es ein Kriminalitätsproblem gibt, dürfen Gegenmaßnahmen nicht pauschal auf Zuwanderer angewandt werden, denn unbescholtene DurchschnittsbürgerInnen dürfen einfach nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Geschieht sowas — einfach aufgrund von Herkunft, Hautfarbe… — trotzdem, stellen wir damit genau das zur Disposition, was wir jetzt angeblich verteidigen wollen (nämlich Freiheit, Gleichbehandlung, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte usf.).

Doch, die Exekutive muss sehr wohl die Kontrollen einschränken und bevorzugt jene kontrollieren, die laut der Beschreibung des Mädchens in Frage kommen. Also junge männliche Ausländer. Das hat nichts mit “Generalverdacht” zu tun sondern einfach damit dass es sinnlos wäre jetzt 500.000 Südtiroler zu kontrollieren.

Ja, im Einzelfall… wenn eine Personenbeschreibung vorliegt. Das ist schon klar. Aber du meintest ja, man müsse »sie« (die Durchschnittsmigranten) »strenger kontrollieren« — und das dürfen wir so nicht machen. Sonst können wir gleich alle Männer in den Knast stecken, wie Harald überspitzt meinte.

Hatten einige der Terroristen den Flüchtlingsstatus? Ich frage ganz neutral, denn ich muss gestehen, dass ich es nicht weiß.

Ich weiß es auch nicht. Aber die Frage tut eigentlich nichts zur Sache.
Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Anzahl von Terroristen unter den (nicht registrierten) Flüchtlingen ist, ist groß. Und auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen in den nächsten Jahren zu Terroristen werden, ist noch viel größer.
Aber genau diese Bedenken werden – ich nehme an wissentlich – von den Politikern, von den Medien totgeschwiegen.

Ich weiß es auch nicht. Aber die Frage tut eigentlich nichts zur Sache.
Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Anzahl von Terroristen unter den (nicht registrierten) Flüchtlingen ist, ist groß.

Ich sage doch auch, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist. Aber die Frage tut deshalb was zur Sache, weil Senoner von nunmehriger tragischer Erwiesenheit spricht und somit Flüchtlinge und Anschläge in Zusammenhang bringt.

@Senoner
– ein Grossteil der Terroristen war bereits in Europa
– die meisten Terroristen sind Konvertiten
– Repression ist genau das was der islamische Teror will, um neue Terroristen für den eigenen Kampf zu rekrutieren

@schierhangl

hast du einen beleg dafür, dass die meisten terroristen konvertiten sind? das bezweifle ich nämlich stark. konvertiten zählen mitunter zu den fanatischsten. aber dass sie im is bzw. generell unter islamistischen terroristen die mehrheit stellen, ist wohl nicht richtig.

In dem von dir geposteten Bericht lese ich:

Konvertiten [sind] im Vergleich zu den bekannten nicht-konvertierten gewaltbereiten Islamisten
zwar präsent, aber auch nicht überdurchschnittlich vertreten. In Nordrhein-Westfalen gehen die Sicherheitsbehörden von einem Potenzial von derzeit 80–100 Personen aus, denen die Ausübung von Gewalttaten in Deutschland zugetraut wird. Hier ist ein Konvertitenanteil – ähnlich wie im Bereich des Salafismus – von rund 10 % festzustellen.

Eine besonders herausgehobene Gefahr geht von den Konvertiten – im Vergleich zur Gesamtzahl an gewaltbereiten Islamisten – also nicht aus.

Deine Aussage

– die meisten Terroristen sind Konvertiten

ist also zumindest nach dem von dir geposteten Bericht nicht belegbar.

@pervasion
Danke für das Korrekturlesen. Allerdings beziehen sich die von Dir angegebenen Zahlen allein auf Nord-Rein -Westfalen.

Unter den derzeit rund 500 Salafisten in Nordrhein-Westfalen sind nach aktueller Einschätzung des Verfassungsschutzes immerhin bis zu 10% Konvertiten. Im Vergleich dazu spielen Konvertiten in anderen Bereichen des Islamismus zahlenmäßig keine so signifikante Rolle. Der Salafismus scheint also eine besonders anziehende Wirkung auf Konvertiten auszuüben.

Ich weiß, dass sich das auf NRW bezieht… aber hast ja du gepostet. Dann bring doch bitte einen brauchbaren Beleg für deine Aussage, dass die Mehrheit der Terroristen Konvertiten sind.

Mag sein, dass hier wieder nur ein besserwisserisches Posting gesendet wird. Aber auch die sind wichtig um aus Assoziationen eine gemeinsame Sicht zu entwickeln, um handlungsfähig zu werden und sich aus der Starre, die der Terror in den Menschen verursacht zu lösen.
Nach den historischen Erfahrungen des Kriegs gegen den Jihadismus, der in den 80er Jahren in Afghanistan begonnen hat und sich derzeit über Nordafrika bis in mittleren und fernen Osten verbreitet, hat Europa nun die Chance durch ein zusammenrücken eine alternative Antwort durch eine strategische Neuausrichtung zu geben.
Als minimalen Konsens sollten die Kurden in Rojava und Qandil von den türkischen Angriffen geschont werden.

Anders Breivik, der sich auf das Christentum berufen hat und dieser Tage gerne als “christlicher Vorzeigeterrorist” strapaziert wird

Ist mir auch auf Twitter aufgefallen, wobei der Vergleich zwischen einem Einzelgänger und einer hochstrukturierten Organisation scheint die meisten wohl zu überfordern.

Ein wohltuender Artikel, Harald. Nur würde ich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die “externen Ereignisse” der letzten 100 Jahre bis heute lenken wollen. Die ungelöste Kurdensituation, der irakische Vielvölkerstaat, der Nahostkonflikt selbst stehen allesamt auf dem Fundament westlicher Architekten. Die Radikalisierung Afghanistans, Tschetscheniens und anderer hat mit russischer bzw. sowjetischer Weltpolitik zu tun. Die Aufrüstung Yemens, Saudi Arabiens und natürlich ursprünglich des Iraks sind Nebenschauplätze des selben Kalten Kriegs bzw Ost-Westkonflikts, der sich mit des 19.Jahrhunderts im Krimkrieg entzündet hat, 1914 in Serbien einen Weltkrieg angezettelt hat und der in der iranischen Atomwaffengeschichte genauso weiterlebt, wie in der Ukraine und im Syrien. Ob jetzt kapitalistische, sozialitische oder religiöse Kolonialisierungspolitik betrieben wird, ist sekundär. Wesentlich ist die Erkenntnis, dass der kriselnde Nahe Osten seit über 100 Jahren unter Dauerbeschuss “externer” Interessen steht und dass die daraus entstandene Ohnmacht zwei für uns sichtliche Ventile gefunden hat: Terrorismus und Flucht.

jein. denn das alles kann höchstens eine erklärung, niemals aber einen rechtfertigung sein. es ist ja auch nicht so, dass terrorismus die einzige möglichkeit wäre, auf den von dir zitierten “dauerbeschuss” zu reagieren.

Natürlich ist es keine Rechtfertigung !!! Aber man kennt die Mechanismen auch aus der nicht-islamischen Welt, wo es dann wohl Freiheitskampf genannt wird: das Bedürfnis, sich übermächtiger Fremdbestimmung (oder gefühlter Fremdbestimmung) zu entziehen. Je stärker die Ohnmacht subjektiv oder objektiv empfunden wird, umso näher der Schritt zur Gewalt (die gerne als einzige Möglichkeit gesehen wird). Wie wir nur zu gut wissen, ist der Übergang von verbaler Gewalt zum Strommasten, vom Strommasten zum ersten Menschenopfer usw. nicht kontrollierbar und endet oft in der vielzitierten Gewaltspirale. Letztere lässt sich leider selbst durch Abstellen der auslösenden Fremdbestimmung nicht immer stoppen, aber wenn schon nicht hinreichende ist es doch notwendige Voraussetzung. Im Nahen Osten sind wir davon noch weit entfernt. Deshalb tue ich mir schwer, mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die sich in der Opferrolle glauben. Deren Inhomogenität macht mich pessimistisch, die Ausbruchsmöglichkeit aus der Spirale gerade dort orten zu wollen.

Warum nicht @Schierhangl. Vor der Schreibung kommt die Aufarbeitung. Vielleicht ist diese Diskussion ja sogar ein (laienhafter Teil) dessen — Wobei wir die zwei Themen jetzt aber nicht weiter im selben Atemzug nennen sollten.

Nicht als Gegenpol, sondern als Ergänzung zu Steffls Bemerkung ein anderes Zitat aus der selben Wikipedia-Seite:

Ziel dieser Invasion sollte es sein, ein sowjetfreundliches, moskauhöriges Regime in Kabul einzusetzen und das Land gewaltsam zu befrieden, um so zugleich die Südflanke der Sowjetunion zu sichern.

Steffl merken Sie eigentlich wie widersprüchlich Sie sind?
Sie sind gegen einen Krieg Dr USA gwgeb denn IS um im nächsten Atemzug genau das anzukreiden, man macht zu wenig gegen den IS.

Danke Harald für deine vielschichtige Analyse! Ein paar Worte noch zur “selektiven Solidarisierung”. Kann es sein — ich selbst weiß es nicht — dass diese selektive Solidarisierung auch nur von uns so empfunden wird? Ich kenne die Realitäten im arabischen Raum nicht, vermute mal, dass dort die Ereignisse in Beirut oder Syrien doch zu Dauersendungen in den lokalen Medien geführt haben und wir diese aber so nicht mitbekommen?

mag sein. mir geht es insgesamt weniger um die emotionale seite der geschichte sondern um die – nennen wir sie – rational politische beurteilung. und die ist heuchlerisch.
dass mir tragödien, die “näher” sind, auch näher gehen ist wohl normal.

Ich finde den Beitrag recht ausgewogen und daher ganz bestimmt alles andere als ein “besserwisserisches Posting”.
Zum letzten Absatz fallen mir noch zwei Punkte ein: die Kreuzzüge waren eine Reaktion auf moslemische Eroberungen. Ich habe sogar da und dort gelesen, daß die Kreuzzüge im kollektiven Gedächtnis der Muslime weitgehend verschwunden waren und erst zur Kolonialzeit wieder aus der Mottenkiste geholt wurden um eine Motivation zum Kampf gegen die “Ungläubigen” zu haben. Das klingt für mich recht plausibel, schließlich liegen zwischen dem letzen Kreuzzug und der Kolonialzeit mehrere Jahrhunderte – genug Zeit um diese Episode weitgehend zu vergessen. Zudem hatte nach den Kreuzzüglern der grausame Eroberer Tamerlan viel mehr Gebiete erobert und dabei mindestens ebenso viel Gewalt angewendet -wahrscheinlich noch viel mehr.
Was das “Versagen” in der Integrationspolitik betrifft -wobei das Wort Versagen einer genaueren Erklärung bedarf- sollte man nicht vergessen, daß die gleichen Fehler unterschiedliche Auswirkungen haben. Bestes Beispiel sind die türkisch bzw. vietnamesischtämmigen Einwanderer. Bei den Türken glaubte man, daß sie bald wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, bei den Vietnamesen war sogar in der DDR der Kontakt mit Einheimischen unerwünscht (altroché Proletarier aller Länder vereinigt euch).Daher tat man so gut wie nichts für die Integration dieser Menschen. Nach der Wende kam es zu Gewalttaten sowohl gegen Asylantenheime, die von Vietnamesen bewohnt waren, als auch gegen solche, wo hauptsächlich Türken wohnten. Während die Vietnamesen zu recht als eine der am besten integrierten Migranten gelten, kann man das von Türken nicht gerade behaupten. Man darf also annehmen, daß der Islam eine große Rolle bei schwieriger oder gescheiterter Integration spielt.

Das hat nix mit der Hautfarbe, sondern mit dem Kulturraum zu tun, aus dem ein Einwanderer stammt. Die Türken der ersten Generation werden von vielen Experten als besser integriert beschrieben als die zweite oder dritte Generation. In der Türkei hat mittlerweile eine Reislamisierung der Gesellschaft stattgefunden, die auch auf die türkischstämmigen Deutschen abgefärbt hat. Daher ist die schlechtere Integration von Türken der zweiten und dritten Generation für mich kein Zufall oder alleinige Schuld der Deutschen. Reden wir also nicht von Hautfarbe.

Eine seriöse Analyse, wie sich der islamische Glaube — im Durchschnitt — auf die Integration auswirkt, ist durchaus ein möglicher Ansatz. Was ich aber ablehne, ist dass man aufgrund nur zweier Gruppen (Türken und Vietnamesen) selbst eine Annahme fällt, die dann zudem noch einfach auf eine gesamte Religionsgemeinschaft ausgedehnt wird.

Würden 5 Millionen Vietnamesen nach Europa einwandern, niemand hätte etwas dagegen. Auch nicht Le Pen oder Strache, und Pegida schon gar nicht.

So spielt Religion bei den asiatischen Migranten in den USA eine untergeordnete Rolle – wenn überhaupt.
Die Asiaten sind in den USA eine sehr leistungsorientierte Volksgruppe, die größten Wert auf Leistung, Bildung und Integration legt.
40% der Studenten an technischen Hochschulen in den USA sind Migranten aus Asien.
Der Anteil von Migranten aus islamischen Staaten, dürfte wohl sehr, sehr niedrig sein …

Laut jetzigen FDP-Chef kommen zu uns nach Europa – im Gensatz zu den USA – Migranten, die lediglich versorgt werden wollen. Und da hat er wohl nicht Unrecht …

Übrigens:
Laut Vizekanzler Sigmar Gabriel sind 40 bis 50 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland gar nicht registriert …

http://www.focus.de/politik/deutschland/gabriel-schockiert-mit-hoher-zahl-etwa-die-haelfte-der-fluechtlinge-nicht-erfasst-das-grosse-registrierungs-chaos_id_5060441.html

Kein Wunder, verbrennen doch sehr viele “Flüchtlinge” ihre Papiere noch schnell vor der Grenze … und das wird wohl seinen Grund haben …

zum einen sind die kreuzzüge eine komplexere angelegenheit als eine reine militärische reaktion auf muslimische eroberungen.
zum anderen meinte ich mit meiner aufzählung, dass die “kreuzfahrermetapher” (nach wie vor bzw. wieder) einen rolle spielt. unabhängig davon ob sie bereits verschwunden war oder nicht.

ich glaube auch, dass der islam, so vielfältig er sich auch manifestiert (mitunter als kulturelles phänomen und als wertegerüst) eine rolle bei der integration spielt. eben auch auf dem hintergrund dass sowohl schia (iranische revolution) als auch sunna (saudischer wahabismus) seit ein paar jahrzehnten von konservativen und antiliberalen weltbildern dominiert werden.

BBD wo man für das wartungsfreie verweisen auf wissenschaftliche Studie 5fünf minus Striche bekommt.

Wartungsfrei ist immer gut.

Bedenke aber, dass diejenigen, die eine negative Bewertung abgeben, zum Beispiel auch bewerten könnten, ob der wertungsfreie Verweis ihrer Meinung nach zum Thema passt.

Paris war und ist das Herz Europas. Hier soll (wieder einmal) das Weltklima gerettet werden. Hier wird die Fußball-Europameisterschaft über die Bühne gehen. Hier gibt es mehr Lebenslust, Lebensstil und Lebensfreude als in jeder anderen Stadt.

gehts noch platter? (aus “Die Presse”)

Danke hunter für die on-topic Kritik!
Denkst du denn wirklich dass:
Mit Friedensliedern und Appeasement werden Mörder [nicht] aufgehalten, das wissen wir von Hitler bis bin Laden?

Es ist schon lustig wie man gegen den Krieg (auf Seiten Assads) Russlands nichts sagt, aber bei einem Eingreiffen der NATO nach Frieden schreit.

genau. diese strategie hat ja bislang wunderbar funktioniert.

die frage ist müßig und unbeantwortbar. dennoch stelle ich sie:

glaubst du, wir hätten ohne den 2001 ausgerufenen “war on terror” heute mehr oder weniger probleme mit islamistischem terror?

Was ist denn deine “Strategie”, ein World Café mit Assad, is, USA, Frankreich, Großbritannien, Russland, Israel, Iran, Taliban usw.
Und dann haben sich alle lieb? Völlig konsequenzenlos?

Was mich auch irritiert ist, dass jetzt die Marseillaise zum Symbol des demokratisch-liberalen Frankreich wird. (Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Parlamentsabgeordneten spontan die Hymne angestimmt). Mit einem der blutrünstigsten Lieder auf eine Bluttat zu antworten ist irgendwie bizarr.

Dazu auch der Trikolore-Rausch, den die Welt gerade erlebt, auf Facebook, auf Sehenswürdigkeiten usw. Fast alle Attentäter waren schließlich auch Franzosen. Ein hohler Amerikanismus irgendwie…

Soll man mit friedenstauben antworten?

Wer Krieg sähet muss in auch erhalten (in seiner Heimat)!
Was wir jetzt brauchen ist eine vollständige (=totale) Rückeroberung Syriens, koste es was es wolle. Sofern wir dieses Leid stoppen wollen.
Gegenvorschläge sind gerne willkommen (ich mache mir allerdings wenig Hoffnungen)

es ist schier unerträglich zu lesen, dass jemand glaubt, mit irgendwelchen waffen könnte man den Terrorismus wegbomben (eine totale Rückeroberung Syreiens, man o mann. der is kontrolliert derzeit ein gebiet so groß wie Großbritannien!….) dann bitte auch schnell den eigenen sohn/die eigene tochter für die front melden

bombardierungen sind terrorzuchtprogramme – an Verhandlungen (auch mit assad) u v.a. mit Russland führt kein weg vorbei….

die frage sollte wohl eher lauten: wer bombt denn gerade nicht? (direkt o indirekt via Waffenlieferungen)

Also ich glaube, dass die Anschläge in Paris eine solche Betroffenheit auslösen, weil sie anders als die (offiziell nicht bestätigte) Bombe im Flugzeug von Attentätern verübt wurden, die direkt Auge um Auge einzeln Menschenleben ausgelöscht haben. Während man bei Flugzeugen noch über mangelnde Sicherheitscheck spekulieren konnte, ist man einer solchen Art von Terror offenbar ausgeliefert. Das macht den Menschen Angst. Angst machen auch die Motive, gespeist aus wirren pseudoreligiösen Ideen, von radikalisierten muslimischen Jugendlichen, deren man offenbar auch nicht Herr wird. Die Rufe, dies hätte nichts mit dem Islam zu tun sind diesmal auch wesentlich verhaltener.
Dafür der geradezu insistierende Ruf, dies hätte nichts mit den Flüchtlingen zu tun. Mit denen, die jetzt unmittelbar in die EU strömen wird es ursächlich vielleicht nichts zu tun haben, obwohl einer der Attentäter nachweislich im Oktober über die Balkanroute eingewandert ist. Aber es hat zu tun mit jenen, die schon früher eingewandert sind und sich hier radikalisiert haben. Was sagt uns das? Das heißt, dass wir die Integration von muslimischen Menschen nicht im Griff haben. Während sich z.B. asiatische Menschen um ein pers. Weierkommen und um wirtschaftliche Zukunftsmöglichkeiten bemühen und Angebote zu nutzen wissen, ist dies bei den aus muslimisch geprägten Ländern nicht in dem Maße der Fall. Sie beschäftigen sich mehr mit ihren religiösen und kulturellen Befindlichkeiten als um ihr berufliches Fortkommen, was vor allem die Frauen betrifft, die durch den Einfluss Community einfach nicht (vor allem im Berufsleben) integrierbar sind. Das können alle, die mit dem Thema unmittelbar zu tun haben, beobachten. Denn man muss es sagen, Integration bedeutet harte Arbeit. Der Betroffene muss seine ganze Zeit dieser Aufgabe widmen und sich an unsere Lebensweise anpassen. Dazu gehören vor allem auch die Freiheiten der Frauen, die halt mit dem demonstativ hergezeigten relig. Symbolen, wie dem Kopftuchtragen nicht kompatibel sind ( Alice Schwarzer: Das Kopftuch ist die Flagge des Islam). Auch das sich Abschotten von der unserer Lebensweise trägt nicht zur Integration bei. Außerdem wurde durch falsch verstandene Toleranz den Imamen (oft von Saudi Arabien finanziert), bei der Tätigkeit nicht auf die Finger geschaut. Angesichts dieser Tatsachen weiß ich nicht wo man die Zuversicht hernimmt, dass bei den in großer Zahl hier anlangenden Menschen, die aus noch stärker religiös geprägten Ländern stammen, die Integration gelingen könnte. Leider werden sich daraus auch wieder junge Leute in noch größerer Zahl herausentwickeln, bei denen Integration nicht so gut gelingt, die sich radikalisieren und Europa potentiell gefährden. Das ist die Angst, ebenso die Vorgangsweise der derzeitigen Flüchtlingspolitik. Denn solange Flüchtlinge illegal, ohne Pässe in der Eu herumreisen können, heute hier morgen da sind und Registrierungen verweigert werden dürfen, trägt dies auch nicht zu Beruhigung der Menschen bei. Die Scheinheiligkeit unserer Politiker ist grenzenlos. Weil man die Eu Außengrenze nicht sichern will (Bilder von zurückgedrängten Boote will man der Welt nicht zumuten), tolleriert man lieber massenhafte illegale Einwanderung und riskiert Schengen außer Kraft zu setzen. Man nimmt nur die jungen, gesunden und wohlhabenden, die es eben zu uns schaffen, jagt sie durch die Balkanroute und arbeitet dabei Hand in Hand mit Schleppern. Dass bei dieser Vorgangsweise viele ertrinken, stört dabei nicht weiter. Normalerweise sieht man davon keine Bilder. Wenn doch schreit die ganze Welt, aber dagegen tun will man nichts. Deswegen bleibe ich bei meiner Forderung: Eu Außengrenzen militärisch abriegeln, illegale Einwanderung unterbinden, Gelder für Flüchtlingslager großzügig bereitstellen und wohldurchdachte Kontingente von bereits festgestellten Flüchtlingen in einer Zahl, die integrierbar und in Arbeit zu bringen ist, herholen, und zwar nicht nur nach Europa, sondern weltweit. Nur eine solche Vorgangsweise wird längerfristig von der Bevölkerung akzeptiert werden. Außerdem wird es wohl nicht sinnvoll sein, bei Bürgerkriegen und anderen Katastrophen, ganze Völker umzusiedeln.

Was kann man tun?

Spenden: http://helpkobane.com/

Anonymous unterstützen! http://www.br.de/puls/themen/welt/anonymous-greift-is-an-und-hackt-hunderte-twitter-accounts-100.html

Wir fühlen genauso mit allen Opfern des Terrors weltweit, sei es in Ankara, Beirut, Syrien oder im Irak. Und mit den vielen Flüchtlingen, die ihre Heimat verlassen müssen, um dem Terror zu entkommen.

Heute stehen wir zusammen für den Frieden. Gemeinsam stehen wir für Liberté, à‰galité, Fraternité.
https://www.campact.de/paris/appell/teilnehmen/

Südtirol ist nicht Katalonien! Warum?

  • Katalonien liegt auf der iberischen Halbinsel, Südtirol in den Alpen.
  • In Katalonien sind Katalanisch, Kastilisch und Okzitanisch Amtssprache, in Südtirol Deutsch, Italienisch und Ladinisch.
  • In Katalonien wurden die kastilisierten Ortsnamen abgeschafft, in Südtirol müssen die italianisierten Ortsnamen beibehalten werden.
  • Die katalanischen Grünen fordern die Selbstbestimmung, die Südtiroler Grünen betrachten sie als Teufelszeug.
  • Katalonien hat eine Landespolizei, Südtirol ist eine Vorzeigeautonomie.
  • Katalonien hat ein eigenes Zivilgesetzbuch, Südtirol… siehe oben.
  • Katalonien liegt am Meer, Südtirol nicht.
  • Katalonien hat so viele Einwohner wie ein Stadtviertel von Mexiko Stadt, Südtirol mehr als zehnmal soviele wie Liechtenstein.

Zivile Solidarität und die damit verbundene Stabilisierung kann aber ein probates Mittel gegen Radikalisierung sein!

Es gibt noch vernünftige Politiker:
diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4867980/index.do?xtor=CS1-15
Bezeichnend ist auch dass der EU und nicht der NATO Bündnussfall ausgerufen wird!
Bei der Überwachung bin ich aber nicht dabei.

https://www.youtube.com/watch?v=EoXDj_wTG_E

ist in ordnung, dass sie das “sich distanzieren”, das in richtung generalverdacht geht, auf die schippe nehmen. andererseits gehört das (freiwillige) distanzieren zur demokratischen kultur – auch wenn “man nichts dafür kann”.

warum sonst sollte man gegen einen neonazi-demo auf die straße gehen? eben weil man sich “distanziert”. öffentlich. wenngleich man selbst keine verantwortung für das handeln der nazis trägt.
oder warum ist es schön, wenn sich ein australischer premier bei den aborigines entschuldigt bzw. sich “distanziert” von den verbrechen seiner vorfahren?

Ein australischer Premier »repräsentiert« — in diesem Fall einen Staat, der Verbrechen vergangen hat. Das ist m.M.n. schon etwas anderes. Der Staat bzw. sein Rechtsnachfolger existiert nach wie vor.

Antifaschisten distanzieren sich allerdings freiwillig, wie du schon sagst, und niemand wird ernsthaft von ihnen verlangen können, es zu tun. Genauso sollten wir auch von gewöhnlichen Muslimen keine Distanzierung fordern, sondern höchstens von Anführern, die den Islam gewissermaßen… repräsentieren.

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