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Mobilitätsprophet.
Quotation 300

Also ich ärgere mich, wie in Südtirol vielfach über ökologische Probleme gesprochen wird: Die Vinschger Bahn ist ein Blödsinn — außer es wird eine Verbindung in die Schweiz realisiert. Wenn sie in Mals stecken bleibt, wird sie in zehn Jahren wieder abgeschaltet und die Kosten waren ökologisch, energiepolitisch und wirtschaftlich enorm groß. Man lässt sich von irgendwelchen Populisten […] aufreden. Es ist fürchterlich. Die haben keine Ahnung.

Bergsteiger Reinhold Messner in einem ff-Streitgespräch mit Hans Benedikter von 1998 (via Facebook/Ivo Maier).

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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21 replies on “Mobilitätsprophet.
Quotation 300

Genau, ebenso wie er vor einem Jahr anlässlich einer Mobilitätstagung gesagt hat, dass es den Bozner Flughafen braucht, da sehr viele Amerikaner in seine Museen kommen wollen, es aber nicht können, da die Erreichbarkeit nicht gegeben ist.

Dann kann er gerne ein MMM in den USA aufmachen. Dann bleiben wir von seinen Aussagen verschont und sparen ne Menge Geld☺

zach:
Früher diskutierte Messner mit Leidenschaft, ob ein Bohrhaken mehr oder weniger in der Senkrechten erlaubt sei (“Stichwort: Mord am Unmöglichen”), jetzt scheint er die neoliberale
Marktlogik quasi mit der Muttermilch aufgesogen zu haben und ist ein “pull factor” für Touristen in Regionen, wo Sie ja laut Eigendefinition gar nichts zu suchen hätten…….
Geld oder Seele?

… ich glaube viele hier übersehen/überlesen den doppelpunkt im zitat messners.

nur dann kann man seine aussage negativ interpretieren.

Natürlich ist das mein Ernst! Der Doppelpunkt hat hier eine aufzählende Funktion.

M.Gruber hat Recht.
Messners Meinung zum Flughafen hat wohl Sand in die Augen so mancher geträufelt.

“Die Bahn ist gerade für Touristen eine echte Attraktion,” schwärmt [Ingenieur Helmuth] Moroder, Mitglied der Grünen und früher Berater von Reinhold Messner, als der Bergsteiger noch für Italien im Europaparlament saß.
“Dort oben, auf der anderen Seite der Etsch, ist seine Burg”, erklärt Moroder und zeigt auf Messners Sommersitz gegenüber dem Bahnhof Staben. Hat sich der Bergfex denn für die Bahn eingesetzt? “Nicht wirklich. Er schlug vor, einen Fahrradweg auf die Trasse zu legen.”

Wir Alpen! – Menschen gestalten Zukunft – 3. Alpenreport, Hrsg: Internationale Alpenschutzkommission CIPRA International

“Der Vinschger”: Die neue Vinschger Bahn kommt gut an. Braucht es einen Anschluss an die Schweiz?

Reinhold Messner: Ich hatte die Bahn früher als zu teuer und als Fass ohne Boden eingeschätzt. Seit der Eröffnung am 5. Mai 2005, bei der ich zugegen war, bin ich ein Befürworter der Bahn. Wir müssen allerdings dafür sorgen, dass sie genutzt wird, denn nur so wird sie weiter erfolgreich bleiben. Eine Anbindung an das Bahnnetz in der Schweiz wäre ideal.

Quelle: http://www.dervinschger.it/artikel.phtml?id_artikel=6046&seite=4

m.gruber, dir als i-Tüpfelchen-Reiter: Um Messners Aussagen so zu interpretieren, wie du es möchtest, müssten sie im Konjuntiv stehen. So:

Also ich ärgere mich, wie in Südtirol vielfach über ökologische Probleme gesprochen wird: Die Vinschger Bahn sei ein Blödsinn — außer es werde eine Verbindung in die Schweiz realisiert. Wenn sie in Mals stecken bleibe, werde sie in zehn Jahren wieder abgeschaltet […]

Nein, da muss ich dich entäuchen. Bei indirekter Rede geht der Indikativ auch in Ordnung. Dieser Meinung ist Wikipedia und der Duden.

Die indirekte Rede kann nur nach dass im Indikativ stehen. Dadurch macht sich aber die/der Wiedergebende das Wiedergegebene zueigen… was du ja im Falle Messners bestreitest.

Außerdem steht die »präpositionale Quellenangabe« (mit laut, gemäß, zufolge…) i.d.R. im Indikativ, doch Messners Aussagen sind eindeutig keine präpositionale Quellenangabe.

Du sagst, die indirekte Rede kann nur nach “dass” im Indikativ stehen.

Diese Regel hätte ich gerne belegt. Es gibt nämlich keine Regel, die besagt, dass “dass” für den Indikativ erforderlich wäre.

Der erste Satz dieses Kommentars belegt übrigens, wie wohl der Indikativ für indirekte Rede funktioniert.

Du hast zwar in der Sache unrecht, eierst aber wegen dem Indikativ trotzdem weiter.

Sei’s drum: Laut Grammatik-Duden ist der Indikativ

nicht üblich, wenn die einleitende Konjunktion dass fehlt; also nicht:

Der Kanzler erklärte, er ist zu weiteren Verhandlungen bereit.

sondern nur:

Der Kanzler erklärte, er sei zu weiteren Verhandlungen bereit.

Unterstreichung von mir.

Also müsste auch dein obiger Satz

Du sagst, die indirekte Rede kann nur nach “dass” im Indikativ stehen.

im Konjunktiv stehen.

Du hast zwar in der Sache unrecht, eierst aber wegen dem Indikativ trotzdem weiter.

Falsch. Wie du den Kommentaren hier entnehmen kannst hast du das Fass mit dem Indikativ aufgemacht, indem du behauptet hast, um Messners Aussage so zu verstehen, wie ich sie verstehe, MÜSSE sie im Konjnktiv stehen.

Den Vorwurf, ich würde “rumeiern”, ist deswegen nicht nur rein subjektiv, sondern auch objektiv nicht haltbar. Ich habe lediglich deine Aussage widerlegt und damit reagiert.

Dass ich in der Sache unrecht habe stimmt allerdings. Sabina hat mich da widerlegt. Indem sie dem Zitat einen Kontext gegeben hat. Sabina zeigt aber auch noch was anderes auf, nämlich, dass Messner ebenso wie jeder ander Mensch/Politiker die Freiheit und das Recht hat seine Entscheidung zu revidieren.

nicht üblich, wenn die einleitende Konjunktion dass fehlt

“Nicht üblich” ist keineswegs gleichbedeutend mit falsch. Warum der Duden dann aber gleichzeitig die Verbindung “also nicht” – “sondern nur” verwendet erschließt sich mir nicht.

Das Vollzitat DUDEN 1984 auf das du dich anscheinend beziehst :

Zählungen haben ergeben, dass in Nachrichtentexten, die durch “dass” bzw. ein Fragewort eingeleitete indirekte Rede durchschnittlich einen Indikativanteil von 35%-40% aufweist. Dagegen ist der Indikativ nicht üblich, wenn die einleitende Konjunktion “dass” fehlt;
also nicht: Der Kanzler erklärte, er ist zu weiteren Verhandlungen bereit. sondern nur: Der Kanzler erklärte, er sei zu weiteren Verhandlungen bereit.

Vielleicht solltest du einfach einen Duden – Grammatik 4. Auflage 1995 kaufen. Dort steht nämlich geschreiben:

Als Grundregel läßt sich hier formulieren: Der Normalmodus der indirekten Rede ist der Konjunktiv. Er kann immer gewählt werden und ist daher niemals falsch. Unter bestimmten Bedingungen darf jedoch die Modusumwandlung unterbleiben. Für diese Fälle, in denen also der Indikativ statt des Konjunktivs steht, lassen sich keine festen Regeln formulieren, sondern nur Tendenzen im Gebrauch beschreiben und Empfehlungen geben: Je mehr sich die geschriebene Sprache in ihrem Stil- und Normniveau der gesprochenen Sprache annähert, desto größer ist die Neigung, den Indikativ zu setzen:

Onkel Georgylein, Mami hat uns versprochen, du fährst (statt fahrest/führest) uns heute spazieren (Münchner Merkur). Jetzt hast du gesagt, du willst (statt wollest/woll- test) ihn nicht mehr (Aberle).

Man kann dies so erklären, daß die geschriebene Sprache hier einem in der ge- sprochenen Sprache herrschenden Ökonomieprinzip folgt, indem sie auf eine Transformation verzichtet, wenn der kommunikative Effekt (hier: Kennzeichnung einer Äußerung als indirekte Rede) nicht beeinträchtigt wird. Auch das Weglassen der einleitenden Konjunktion daß in den genannten Beispielen kann mit dem Ökonomieprinzip erklärt werden, ist doch – für die gesprochene Sprache – neben der Modustransformation auch die rfajS-Transformation entbehrlich, da die Information “indirekte Rede” durch die Pronominalverschiebung (du aus Onkel Georgylein, uns aus euch, du aus ich) gesichert ist. Begnügt sich also die gesprochene Sprache vielfach mit einem einzigen Signal zur Kennzeichnung einer Äußerung als indirekte Rede (nämlich mit der Pronominalverschiebung), verlangt die geschriebene Sprache im allgemeinen eine Transfor- mation mehr, wenn sie auf die Modusumwandlung verzichtet, nämlich die daß-Transformation.

Man kann Messners Aussage demnach durchaus so interpretieren, wie ich es getan habe.

Fazit: hab’ wieder viel gelernt.

leute, das zitat stammt aus der ff. glaubt ihr, dass die wissen, was ein konjunktiv ist :-).
also selbst wenn da ein dass stehen müsste, um die aussage im sinne m.grubers zu verstehen, ist das noch lange keine garantie, da auch die möglichkeit einer schlampigen zitation besteht. außerdem könnte es sein – wenn wörtlich zitiert wurde – dass auch messner sich in dem moment nicht vergegenwärtigt hat, dass er ein “dass” sagen müsste, für den fall, dass er auf den konjunktiv verzichtet. das kann im eifer des gefechts schon mal passieren. also macht euch mit eurer rumeierei nicht lächerlich.
die einzige möglichkeit, hier das gemeinte herauszufinden ist nicht die grammatik, sondern sind aussagen, die messner anderswo getätigt hat.

Ja wie… unsaubere Zitation? m.gruber »wusste« doch sogar, dass der Doppelpunkt von Reinhold Messner stammt und »aufzählende Funktion« hat. ;)

leute, das zitat stammt aus der ff. glaubt ihr, dass die wissen, was ein konjunktiv ist =) .

Mindestens so gut, wie du weißt, was ein Fragezeichen ist. :D

Scherz beiseite: Unterschätze mal die ff nicht… die war früher gut!

da wir schon auf dem niveau sind mach ich mal einen kleinen humor und netiquetten check:

eierst aber wegen dem Indikativ trotzdem weiter

also macht euch mit eurer rumeierei nicht lächerlich

Ja wie… unsaubere Zitation? m.gruber »wusste« doch sogar, dass der Doppelpunkt von Reinhold Messner stammt und »aufzählende Funktion« hat

m.gruber, dir als i-Tüpfelchen-Reiter

@pervasion, harald:
ich finde ihr beide eiert, seid i-tüpfelchen reiter und macht euch lächerlich ;)

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