Categories
BBD

Südtirol muss sich schämen.

Wegen des Tods des kleinen Adan? Kann sein. Wiewohl noch nicht geklärt scheint, ob es zwischen seinem Ableben und der Tatsache, dass seine Familie keine Unterkunft hatte, einen unmittelbaren Zusammenhang gibt.

Schämen muss sich dieses Land — müssen wir uns alle — aber sicher für eine menschenverachtende, faktisch inexistente Flüchtlingspolitik. Speziell der Umgang mit den sogenannten ‘Quotenfremden’ (jenen Geflüchteten, die Südtirol nicht vom italienischen Staat zugewiesen wurden) ist ein himmelschreiender Skandal.

Oder hat es noch irgendetwas mit Menschlichkeit zu tun hat, wenn ein minderjähriger, behinderter und folglich besonders schutzbedürftiger Mensch keine Unterkunft bekommt, weil man meint, damit andere abschrecken zu müssen?

In diesem Land gibt es eine vorbildliche Willkommenskultur — für zahlende Gäste. Daneben hält die Landesregierung im Umgang mit Geflüchteten schon seit Jahren einen künstlichen Notstand aufrecht, der dazu führt, dass Hunderte, mitunter auch in Eiseskälte, auf der Straße leben müssen. Die Landeshauptstadt gibt noch einen drauf, indem sie diese unfreiwillig Obdachlosen auch noch mobbt.

Wenn das tragische Schicksal von Adan eine positive Nebenwirkung hat, dann die, dass das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf die (fehlende) Aufnahmepolitik unseres Landes aufmerksam geworden ist. Zu dieser Notwendigkeit hätte es aber erst gar nicht kommen dürfen.

Siehe auch:

Kohäsion+Inklusion Migraziun Politik Racism Solidarieté Soziales | | | | Südtirol/o | UNO | Deutsch

7 replies on “Südtirol muss sich schämen.”

Wobei man diesen Vorwurf gleich auf ganz Europa ausdehnen kann.
Mehrfach: es fehlt sowohl der menschliche und was genauso schlimm ist (weil er in menschlichem Leid resultiert) der organisatorische Umgang. Die Hin- und Herschieberei von Menschen und Verantwortung ist beschämend. Die Konzeptlosigkeit ist beschämend. Die Rechtsunsicherheit ist beschämend. Und die mangelnde Durchsetzung von Recht ist beschämend.

Gleiches hätte ich auch schreiben können. Es ist natürlich tragisch, aber das zu nutzen, um mal wieder mit Kollektivschuld um sich zu werfen, ist echt billig.
PS: Für die Rechtschreibung und Grammatik entschuldige ich mich.

Leave a Reply to Harald Knoflach Cancel reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *