Das Bozen von Mittelinks war im Umgang mit obdachlosen Menschen leider kein Vorbild — ganz im Gegenteil. Was sich jedoch derzeit in der Landeshauptstadt abspielt, ist schon nahezu kriminell: Die weit nach Rechts verschobene Mehrheit von Bürgermeister Claudio Corrarati, der auch die SVP angehört, nimmt sehenden Auges in Kauf, dass Menschen ohne Dach über dem Kopf einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt werden. Und das völlig unnötig.
Während hierzulande geradezu arktische Temperaturen herrschen, weigert sich die zuständige Stadträtin Patrizia Brillo von den neofaschistischen Fratelli d’Italia einem Bericht von Rai Südtirol zufolge, den Bevölkerungsschutz des Landes einzuschalten. Demnach sei sogar Soziallandesrätin Rosmarie Pamer (SVP) selbst aktiv geworden, um Brillo zu diesem Schritt zu bewegen, ohne jedoch bislang einen Erfolg zu erzielen.
Einerseits tritt hier die inhärente Menschenfeindlichkeit der extremen Rechten offen zutage. Andererseits versteift sich die Landeshauptstadt regelmäßig auf die infantile Forderung, Aufgaben einer Großstadt auf Kleingemeinden abzuwälzen — und spielt diese Karte rücksichtslos auf dem Rücken der Vulnerabelsten aus.
Doch jeder Tag, ja jede Stunde des Zögerns und Taktierens gefährdet Menschenleben. Notfalls muss das Land eben eigenmächtig einschreiten, wenn es sein muss auf dem Gebiet einer angrenzenden Gemeinde.

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