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Eine inneritalienische Angelegenheit.

Der italienische Botschafter hat direkt bei den Südtirol-Sprechern von FPÖ und ÖVP, Neubauer und Gahr protestiert, weil diese den Vorschlag in den Nationalrat eingebracht hatten, uns Südtirolerinnen die doppelte — also zusätzlich zur italienischen die österreichische — Staatsbürgerschaft anzubieten. Dieses Ansinnen bezeichnete der Botschafter als einen Affront gegen Italien, denn bei der Südtirolfrage handle es sich um eine rein inneritalienische Angelegenheit.

Zur Erinnerung: Spätestens seit dem Pariser Vertrag ist Südtirol eine internationale Angelegenheit, die in einem Abkommen zwischen Italien und Österreich geregelt ist. Und mit der Behandlung vor der UNO 1960 wurde auch Italien auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass die Südtirol-Autonomie nicht wie jene der anderen Regionen mit Sonderstatut völlig ausgehöhlt wurde. Doch ein bequemer nationalistischer Reflex wie jener, den ausschließlichen Besitzanspruch über Südtirol zu erheben, stirbt offensichtlich nicht so leicht.

Der Botschafter scheint außerdem zu vergessen, dass Italien ehemaligen Emigranten und ihren Nachkommen auch nach mehreren Generationen den italienischen Reisepass anbietet, selbst wenn sie freiwillig auf die Staatsbürgerschaft verzichtet hatten. So haben hunderttausende Südamerikaner, besonders Argentinier, heute wieder einen italienischen Pass. Die meisten Südtirolerinnen haben hingegen nie aus freien Stücken auf den österreichischen Pass verzichtet.

Übrigens: So neu ist der Vorschlag von Neubauer und Gahr gar nicht — auch Sergio Romano (Bolzano e l’Italia) und Riccardo Dello Sbarba (Sowohl, als auch) hatten sich bereits mit ähnlichen Ideen beschäftigt.

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38 replies on “Eine inneritalienische Angelegenheit.”

Lieber pérvasion,

danke für die Information. Ich habe die Diskussion um die doppelte Staatsbürgerschaft recht aufmerksam verfolgt und würde mir auch wirklich wünschen, dass es zu einer Passausstellung kommt!
M. E. ist es eine schöne, weil gewaltlose Geste: man erkennt uns nur als österreichische (und nicht deutsche!) Minderheit an.

Und praktische Vorteile hat das ganze auch noch, z.B. kann man meiner Ansicht nach in Österreich juristische oder finanzielle Angelegenheiten sehr viel leichter abwickeln, wenn man “Österreicher” ist.

Im internationalen Bereich hätte man u. U. auch Vorteile: Man stelle sich vor, man würde Urlaub in einem Land mit politisch unstabilen Verhältnissen machen, es käme zum Putsch und dann zu irgendeinem Zwischenfall mit einem NATO-Land…Italien als Mitglied müsste eingreifen und man selbst säße als “Italiener” fest, als neutraler Österreicher hingegen könnte man sicherlich ohne größere Probleme abreisen.

Vielleicht ist das letze Beispiel etwas unglücklich gewählt, aber es zeigt hoffentlich, auf was es mir ankommt: Man hat mit zwei Pässen eigentlich nur Vorteile.

Ich hoffe nur, dass der Gesetzesantrag durchgebracht wird und sich Österreich nicht einschüchtern lässt. Denn dann würde mein Vertrauen in den italienischen noch stärker erschüttert werden :-(

P.S.: Weiß zufällig jemand, wie das juristisch funktionieren soll?
Soweit ich weiß vergbit das neutrale Österreich ja normalerweise keine doppelten Staatsbürgerschaften…entweder man legt die alte ab, sonst bekommt man die österreichische nicht, bzw. umgekehrt: man muss die österreichische Staatsbürgerschaft ablegen, um eine neue zu erwerben.

Österreich gewährt die doppelte Staatsbürgerschaft gewöhnlich nicht.

Es ist schon ein Witz, dass gerade die FPÖ sich für die doppelte Staatsbürgerschaft stark macht, die sonst alles tut, um diese zu verhindern und dabei wie gewohnt gegen die Ausländer hetzt. Die Regelung müsste – um andere Gegenden auszuschließen, die früher zu Österreich gehörten – einen Beleg der Abstammung vorsehen (die zugezogenen Süditaliener will die Strache-Partei nicht), und das geht dann schon in Richtung Ahnenpass.

Dieses Ansinnen bezeichnete der Botschafter als einen Affront gegen Italien, denn bei der Südtirolfrage handle es sich um eine rein inneritalienische Angelegenheit.

Dies ist kein Affront gegen Italien. Die Aktion des Botschafters ist ein Affront gegen Südtirol, gegen den die Landesregierung wie üblich nicht entsprechend reagiert und protestiert.

und das geht dann schon in Richtung Ahnenpass.

Na klar, die oligatorischen Vergleiche mit dem Dritten Reich, immer die selbe Masche. Wenn gewissen Leute etwas nicht passt und sie die Gegenseite diskreditieren wollen, wird die verbale Keule ausgepackt und Nazi Vergleiche gezogen. Erbärmlich!

@Dolomiticus: Auch Italien vergibt seine Pässe in Südamerika und sonstwo nur an Nachfahren von Emigranten. Insofern sind Pässe meistens Ahnenpässe — vielleicht sogar die Familienbögen, die man in den Gemeinden bekommt!?

Was ich hier thematisieren wollte, war aber die Aussage des italienischen Botschafters, der die Südtirolfrage als inneritalienische Angelegenheit bezeichnet. Ob der Vorschlag von FPÖ und ÖVP gut ist, kann ich noch nicht sagen, da ich ihn nicht im Detail kenne. Mit Sicherheit ist es problematisch, wenn Italiener von der Maßnahme ausgeschlossen sind. Auch deshalb habe ich mich — obwohl mich ein österreichischer Pass freuen würde — nie sonderlich für diese Idee erwärmen können, auch nicht, als sie Dello Sbarba vorgebracht hat. Wir sollten uns mehr auf die plurale Südtiroler Identität beziehen, als auf äußere Identitäten (Italiener, Deutsche, österreichische Minderheit usw.), die uns nur unzureichend beschreiben.

pervasion:
ja, und es ist eine sehr sonderbare Praxis.

Du kannst aber nicht die Angelegenheit thematisieren, ohne deren ideologischen Hintergrund zu hinterfragen. Und es ist bitte ein Unterschied, ob der Vorschlag von einem Dello Sbarba kommt, der sich gleichzeitig auch um mehr Rechte von Migranten bemüht, oder von einem Exponenten einer Partei, die ansonsten gegen die doppelte Staatsbürgerschaft wettert, und zwar auf dem bekannten Niveau in der rechten Ecke.

Du kannst aber nicht die Angelegenheit thematisieren, ohne deren ideologischen Hintergrund zu hinterfragen.

Doch, ich kann — denn Südtirol ist ungeachtet des ideologischen Hintergrunds keine inneritalienische Angelegenheit.

Und es ist bitte ein Unterschied, ob der Vorschlag von einem Dello Sbarba kommt, der sich gleichzeitig auch um mehr Rechte von Migranten bemüht, oder von einem Exponenten einer Partei, die ansonsten gegen die doppelte Staatsbürgerschaft wettert, und zwar auf dem bekannten Niveau in der rechten Ecke.

Ja, es ist ein großer Unterschied. Gerade deshalb habe ich geschrieben:

auch nicht, als sie Dello Sbarba vorgebracht hat

Also nicht nur jetzt, wo die Idee u.a. von der FPÖ kommt, sondern sogar, als der Vorschlag von Dello Sbarba kam.

Es ist sicher nicht der ideologische Hintergrund der den Botschafter auf den Plan gerufen hat. Ausländerfeindlichkeit stört eine PDL-Lega Regierung sicher nicht, sondern der Eingriff in einen römischen Besitzstand.

sicher, die Lega ist unter jeder Sau, das ändert aber nichts an der Ausländer- und Minderheitenfeindlichkeit der FPÖ … da treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus.

Der Beitrag thematisiert vor allem die schwere diplomatische Entgleisung die Südtirolfrage als inneritalienische Angelegenheit zu bezeichnen. Wer dies tut greift indirekt das Autonomiestatut frontal an. Aber die italienische Vorgehensweise wiederholt sich. Wenn es nur eine inneritalienische Angelegenheit wäre, hätte man uns viele Sonderrechte längst wieder genommen oder nie gegeben (siehe Friaul oder Sardinien).

Zum Thema österreichische Staatsbürgerschaft: ich persönlich würde mich als Vielreisender über diese Staatsbürgerschaft freuen. Ideal wäre für Südtirol das Konzept einer regionalen Staatsbürgerschaft ins Gespräch zu bringen. Dies wäre ein territoriales Konzept und somit für Südtirol über Sprachgruppen hinweg identitätsstiftend.

Bei allgemein relevanten Themen darf man nicht parteigebunden denken. Stellen wir uns vor morgen bringt ein FPÖ-Abegeordneter eine Presseaussendung, in dem er beanstandet dass der Hunger in der Welt dauernd wächst und Afrikas Bauern wirtschaftlich ausgebeutet werden. Dann wäre dies natürlich auch dann noch richtig, wenn dies ein FPÖ-ler behauptet hat. Deshalb ist die Argumentation von Dolomiticus für mich hier wirklich nicht schlüssig.

Das wäre dann ein so genanntes “argumentum ad hominem” ^^

Nein ernsthaft: leider wird der Inhalt des Gesetzesvorschlag diskreditiert, weil er von der FPÖ eingebracht wird. Klar kann man das voneinander trennen, aber im politischen Diskurs bekommt die doppelte Staatsbürgerschaft einen unguten “völkischen” Anstrich, ich find’s schade, dass ÖVP und SVP sich nicht dieser Sache angenommen haben.

Den österreichischen Pass nur an altösterreichische Nachfahren in Süd- und Welschtirol (mittels genealogischer Methoden) zu vergeben finde ich a priori nicht so schlimm, m. E. haben gewiss der Großteil der hiesigen Italiener kein Interesse für derlei kakanische Nostalgie, die würden sich sicher nicht benachteiligt fühlen.

hello, in diesem Fall ist es so, dass der Widerspruch auf beiden Seiten großzügig verteilt ist. Italien vergibt die doppelte Staatsbürgerschaft nach dem Italianità -Prinzip, regt sich aber auf, wenn andere nach diesem Prinzip handeln. Die FPÖ wiederum reitet in Österreich seit Jahren eine Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft bei den “Falschen”. Und gegen Minderheitenrechte sowieso. Da wettert also die FPÖ gegen die doppelte Staatsbürgerschaft der einen und will sie bei den anderen. Das mit dem Hunger in Afrika ist als Vergleich schon etwas weit hergeholt.

ÖVP und SVP haben nur mehr ein Interesse: am Status Quo ja nichts mehr verändern!

Daß der Vorschlag von der FPÖ kommt ist sicher kein Vorteil für dieses Anliegen. leider

Wie gesagt, hier geht es in erster Linie um die Feststellung, dass eine doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler, wie dies Italien scheinbar mit seinen Landsleuten in Kroatien oder Argentinien praktiziert, nur recht und billig wäre. Wie schon gesagt wurde, ist es nicht unbedingt besonders vorteilhaft, wenn dies die FPÖ bringt, seine Richtigkeit hat es aber trotzdem.

La doppia nazionalità  potrebbe essere una soluzione sensata e pragmatica della questione sudtirolese a 2 condizioni: 1) che non resti monopolio della FPOE, partito di destra radicale, e di riflesso dei suoi affini a sud del Brennero UfS, SF e Freiheitlichen, ma diventi un tema sentito in modo trasversale nella società  sudirolese, 2) che venga offerta anche al gruppo linguistico italiano.

Quanto alla doppia nazionalità  per i discendenti “austro-ungarici” sia sudtirolesi che trentini, per me si tratta semplicemente di un’idea ridicola e priva di senso. Come li scoverebbero questi discendenti, andando a cercare i registri parrocchiali dell’epoca di Maria Teresa? Per non parlare del retrogusto lievemente antiitaliano della faccenda.

@tuscan
Für mich wäre es in Ordnung wenn den Pass auch die Italiener in Südtirol haben könnten, aber es nur davon abhängig zu machen wäre wohl nicht sinnvoll. Ich kann mir kaum vorstellen dass die Kroaten in Istrien (den bekommen sicher nur die Italiener dort) oder die spanischen oder portugiesischen Argentinier italienische Pässe bekommen, oder was denkst du?

Für mich wäre es in Ordnung wenn den Pass auch die Italiener in Südtirol haben könnten, aber es nur davon abhängig zu machen wäre wohl nicht sinnvoll.

Certo. È molto più “sinnvoll” inserire ulteriori motivi di disaggregazione della società  locale. Così, tanto per vedere l’effetto che fa.

Scusa la domanda, “hello”: quanti anni hai? Meno di 13, vero? Si vede.

Non so se i pochi italiani in Istria possono avere la doppia nazionalità , sarebbe interessante saperlo. Gli argentini o sudamericani con presunti antenati italiani ricevono il passaporto in base allo jus sanguinis, che in Italia regola la concessione della cittadinanza in modo sempre più anacronistico, contestato e anche un pò balordo, più o meno alla stessa maniera di quanto proposto da Beppi (vedi sopra) per i discendenti “austro-ungarici”. La conseguenza è questa: molte persone che non sanno l’italiano e non hanno più rapporti con l’Italia da generazioni ricevono un passaporto UE e possono entrare in UE come suoi cittadini, per lo più andando a ingrossare le file degli immigrati in Spagna o Portogallo. Quindi come vedi non c’entra nulla con il Sudtirolo.

Non dico che la concessione della doppia nazionalità  dovrebbe dipendere dal consenso degli altoatesini, dico solo che ogni e qualsiasi decisione riguardante la popolazione del ST/AA dovrebbe essere sempre indirizzata alla stessa nella sua totalità , se si vuole veramente puntare a un’autonomia di tipo territoriale, e a maggior ragione se si hanno progetti più ambiziosi, vale a dire una qualche forma territoriale di sovranità 

@ tuscan & gadilu,
mir liegen freilich separierende Handlungen gegenüber den Sprachgruppen fern… ich dachte bisher nur, dass die italienische Sprachgruppe hierzulande (und m. E. auch Teile der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung) einfach kein Interesse haben würde, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu besitzen, zumal man ja von Österreich nie auch nur im entferntesten etwas wissen wollte, anzi. Insofern betrachtete ich diese Aktion als harmlose kakanische Liebhaberei von Nostalgikern…

Vielleicht sehe ich aber einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht! Könntet ihr euch bitte ein bisschen auslassen, wie genau und warum sich die hiesigen Italiener durch eine einseitige Passvergabe ausgegrenzt fühlen könnten? Sie wollen ja nicht, dass Südtirol zurück zu Österreich kommt (bin einfach an euren Meinungen und Ansichten interessiert).

P.S.:

Come li scoverebbero questi discendenti, andando a cercare i registri parrocchiali dell’epoca di Maria Teresa?

Die Machbarkeit eines solchen Unterfangens schätze ich als recht hoch ein – im Grunde müssten die genealogischen Linien nur auf ca. 100 Jahre zurückverfolgt werden, ein Klacks wenn man bedenkt, dass Fachhistoriker Abstammungsverhältnissen mithilfe entsprechender Archivrecherche sehr viel weiter (bis ins Spätmittelalter) nachgehen können.

Ich muss schon lachen… weshalb bitte sollte Österreich den hier lebenden Italienern die Österreichische Staatbürgerschaft anbieten?
Als Dank dafür dass sie von den Faschisten oder danach von der Republik hier angesiedelt wurden?

Scusa la domanda, ”hello”: quanti anni hai? Meno di 13, vero? Si vede.

Oje, “gadilu” der Provokateur, jetzt gehts unter die Gürtellinie. Sagt einiges aus, ich äußere mich sonst nicht dazu.

@ Anonym

Ich muss schon lachen…

Ottimo. Direi che cominciando a ridere c’è la speranza di proseguire tutta questa complessa discussione col buon umore. Non è poco.

@ Beppi

Bisogna essere chiari. Se all’interno di una stessa regione (o provincia) progettiamo una differenza di status tra i cittadini che abitano in questa provincia la discriminazione è patente. A meno che questa doppia “cittadinanza” (della quale usufruirebbero soltanto alcuni) rimane una cosa puramente simbolica, con nessun effetto pratico (e allora a cosa servirebbe?).

@ hello

Non c’era alcuna provocazione. Dai tuoi ragionamenti si evince un’età  intorno ai 13-14 anni. È la mia impressione personale.

@gadilu:
na dann liefer einmal einige vernünftig Gründe, weshalb ihr also die Österreichische Staatbürgerschaft erhalten solltet, ich warte (da kann ich wohl lang warten, aber ich lach derweil noch etwas).

Laut Radionachrichten im Sender Bozen hat Hans Heiss die Aussagen des Botschafters kritisert und gleichzeitig Herrn Neubauer dazu aufgefordert, sich auch für die Minderheiten in Österreich einzusetzen.

Auch in der Neuen Südtiroler Tageszeitung sind interessante Meldungen zu vernehmen. Demnach sollen die gesamten von Tolomei erfundenen Ortsnamen ihre Gültigkeit verloren haben, die in einem alten faschistischen Gesetz verankert waren(!).

@ hello:
hier ist der TAZ-Artikel (mit Dank an Lorenz^^):
http://mazingazeta.files.wordpress.com/2009/12/tageszeitung-12-12-09.jpg

Ach, ich denke, dass man sich da keine Hoffnungen zu machen braucht: die alten Gesetze werden wieder eingeführt, steht ja implizit auch im Artikel.

Außerdem: Was würde es nutzen, jetzt ein Gesetz mit der heißen Nadel zu stricken, das unausgegoren, möglicherweise noch juristisch fehlerhaft und vor allem nicht “inklusivistisch” ist (um einen Begriff dieses Blogs zu verwenden)? Jetzt mit der Dampfwalze und teutonischer Landtagsmehrheit über die Toponomastiklandschaft herzufahren ist dem Zusammenleben der Sprachgruppen sicher nicht zuträglich.

Wenn nur diese verflixte Weißblume & Co. nicht existierte, so vieles wäre einfacher im Konsens zu lösen!

@Beppi

Kann deinen Ausführungen nur zustimmen. Als ich heute die TAZ gelesen hab, hab ich zuerst meinen Augen nicht getraut.
Kuriosum: die News-Portale in Südtirol sind bei solchen Sachen aber ein wenig hinten, denn eine solche Nachricht wär eigentlich in normalen Ländern eine Hammer-Meldung und somit Top-News.

Die Tatsache daß solche Gesetz auf der unseeligen Vergangenheit Italiens heute noch in Kraft sind spricht alleine schon Bände. Wenn dieses Gesetz nun (fälschlicherweise?) abgeschafft und wieder eingeführt werden würde zeigt aber deutlicher denn je welcher Gesinnung diese Regierung ist.
Allerdings diese Diskussion hier OT.

Finalmente! Dopo tante chiacchiere (spesso a vuoto) sulla Catalogna, forse anche nelle teste più dure comincia a farsi strada il concetto che ogni iniziativa autodeterministica deve essere INclusiva. Forse.

Man sehe das ganze Thema auch mit ein bissl Humor, obwohl es ja eigentlich traurig ist.
In Italien 2009 n. Chr. mukkiert sich ein AUSSENminister, dass Südtirol eine INNERitalienische Angelegenheit sei, während ein INNENminister Italiens, der wegen Sezzessionsabsichten Padaniens vor Gericht stand, einen runden Tisch aller Volksgruppen einberuft. Ich denke das sind Vorlagen für ein gelungenes Theaterstück :-).

Zur Schutzklausel in der österreichischen Verfassung positionierte sich Hans Heiss laut einer Pressemitteilung des Landtags während der Debatte so (Zitat):

Die Schutzfunktion Österreichs sei bereits durch das Pariser Abkommen und durch seine Internationalisierung verankert. Der Antrag habe rein deklaratorischen Charakter. Er würde dem Antrag zustimmen, wenn darin auch an die Schutzfunktion anderer Staaten für die Minderheiten in Österreich gedacht würde.

Was kann der Landtag für die Schutzfunktion anderer Staaten für Minderheiten in Österreich tun? Heiss hätte vielmehr einen Änderungsantrag vorlegen können, in dem Österreich dazu aufgefordert wird, nicht nur Südtirolern zusätzliche Rechte zu gewähren, sondern besonders den eigenen Minderheiten. Mit der Ablehnung des Beschlusses mit fadenscheinigen Argumenten haben die Grünen dagegen wieder einmal eine Chance verpasst…

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