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Sprachgesetz gerichtlich bestätigt.

Dem katalanischen Unternehmer Manuel Nevot war 2006 von der Agència Catalana de Consum (ACC) eine Strafe in Höhe von 400 Euro ausgestellt worden, weil er die Aufschriften seines Immobilienbüros nicht »zumindest auf Katalanisch« angebracht hatte, wie das dortige Sprachgesetz vorschreibt. Außerdem waren die amtlichen Beschwerdehefte* nur auf Spanisch verfügbar. ACC verfügte die sofortige Herstellung der Legalität.

Der Unternehmer argumentierte jedoch, er habe beruflich vor allem mit Spaniern aus anderen Regionen zu tun und weigerte sich, der Aufforderung von ACC nachzukommen. Er ging gerichtlich gegen die Auflagen und gegen das Sprachgesetz insgesamt vor, welches seiner Auffassung nach »die Freiheit der physischen und juristischen Personen einschränkt, sich einer beliebigen Sprache zu bedienen«. Das Gericht jedoch bestätigte jetzt die Auflagen sowie das Sprachgesetz in allen Punkten, indem es ausdrücklich feststellte, dass »mit der Strafe nicht der Gebrauch der spanischen Sprache, sondern das Fehlen des Katalanischen sanktioniert wurde« und dass das Sprachgesetz »die freie Sprachwahl des Einzelnen nicht schwächt, sondern stärkt«. Mit dieser letzten Argumentation bestätigte das Gericht die Generalitat [w], welche die Sprachrechte der Bürger- und der Konsumentinnen stets über die der Unternehmen und Behörden stellt.

Siehe auch:

*) In Spanien ist jeder Betrieb verpflichtet, fortlaufend nummerierte Beschwerdehefte zu führen, die in regelmäßigen Abständen den Behörden vorzuweisen sind. Darin können Konsumentinnen ihre Reklamationen eintragen.
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17 replies on “Sprachgesetz gerichtlich bestätigt.”

Südtirol ist nicht Katalonien. (Leider!)

Was mich interessieren würde ist, ob bei uns das Land die Möglichkeit hätte eine entsprechnde Regelung einzuführen, oder ob es zuerst einer Kompetenzübertragung vom Staat auf das Land bedürfe.

Ja Georgias, wie wahr. Die Katalanen sind offen für anderes, sie schützen und verteidigen aber ihre eigene Kultur und Sprache mit Händen und Füßen. Diese Attribute treffen für Südtirol wohl nur teilweise zu. Könnt ihr euch noch erinnern als ich auf eine Seite der Uni Bozen aufmerksam machte, wo ein deutschsprachiger Südtiroler Student ein Projekt nur in Italienisch vorstellte?
Hier gibt es nun einen Bericht dazu heute auf Stol.it. Der Stol-Reporter fragt da auch ganz verdutzt, weshalb es diese Seite nur auf italienisch gebe. Die Antwort ist frappierend, die Aufzählung der Studentstädte die hierfür die Zielgruppe sind auch. Wenn man bedenkt, dass Südtirol die Autonomie nur als österreichische Minderheit in Italien rechtfertigen kann und es Studenten gibt, die weder im Sinne der Plurarität einer Euregio (Mehrsprachigkeit usw.) Tirol noch der Autonomen Provinz Südtirol handeln (die als Geldgeber fungiert), kann man nur schwarz sehen für unsere Zukunft. Nochmal die Frage an die Politkik: da diese Studenten die hier nur auf Italien bezogene Projekte machen und uns Südtiroler (und Nord-und Osttiroler innerhalb der Euregio) ausschließen, zu 95% vom Land Südtirol gefördert werden versteht man nicht was da vor sich geht…kann da jemand nachfragen bitte?

http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Lokal/Adieu-Hotel-Mama-Tipps-eines-Uni-Studenten

@ Hansi

E chiedere l’annessione alla Catalogna? Eh? Sarebbe un’idea, no? Il catalano poi è anche abbastanza simile all’italiano, quindi l’integrazione avverrebbe abbastanza velocemente.

@hansi :

Ganz einfach, er hat sich das Konzept einfach von einer deutschen Seite (http://www.frag-mutti.de/) abgeguckt, die schon seit Jahren existiert und ebenfalls des öfteren in den Medien war.

Zum einen will er wahrscheinlich Ärger mit den Betreibern dieser Seite vermeiden, zum anderen ist die „deutschsprachige Klientel“ somit schon bedient und geschäftlich uninteressant.

Das heißt das ist nur eine abgekupferte Idee, die quasi übersetzt wurde, um die italienische Klientel zu bedienen? Na gut, trotzdem versteht man dann nicht, warum dies ein deutschsprachiger Südtiroler machen muss. Aber immerhin, er macht dies ja privat laut Artikel. Dass es ausgerechnet ein Student aus einer Südtiroler Uni machen muss, gibt halt kein allzu gutes Bild ab. Dazu noch einsprachig italienisch und Südtiroler die auf der Webseite italienische Kommentare posten, alles nur Bezug nehmend auf Italien. Sind wir jetzt schon im Elsass? Ist die Autonomie doch kein Garant dafür, die Identität zu bewahren wie es uns viele glauben lassen? Wenn das ein Italiener gemacht hätte wäre es ja verständlich, aber ein Südtiroler… na ja…und den nächsten Nobelpreis holen wir damit wahrscheinlich eher nicht…

Man muss auch sagen, dass jeder Mensch frei ist zu tun und zu machen was er will, solange es innerhalb gewisser Normen bleibt. Auch wenn dieser junge Mann von „Chiedimamma“ auf seiner Facebook-Seite „Italia, I love Roma“ und solche Sachen stehen hat, so ist dies sein gutes Recht. Nur muss man halt die Politik fragen, ob die Autonomie das noch halten kann, was sie verspricht, wenn man diese ganzen Sachen sieht. Und außerdem, wieso stehen solch private „italianissimi“ Projekte auf der Uni-Facebook und News-Seite, die die Assimilation fördern und nicht mal ein Hauch von Südtirol beinhalten? Fragen über Fragen.

@ Hansi

Ma cosa ci trovi di male se una persona di lingua tedesca si lascia tranquillamente assimilare? Saranno cazzi suoi, sì o no? Prendi Fabius, che si diverte a farsi assimilare dai tedeschi e va a giro conciato da pagliaccetto del 1809. Saranno sì o no cazzi suoi? O dovremmo forse per questo considerarlo il simbolo della debolezza dell’italianità  e correre in suo soccorso avvolgendolo nel tricolore?

P.S. Madonna che sito pieno di lagnoni che è diventato questo!

Mah, guarda, con l’italianità  e con il Tricolore non credo di avere in realtà  più problemi di te. Semplicemente perchè non ritengo che tu sia così tanto attaccato ai simboli della nazione come vuoi farci credere e perchè l’identità  personale non è per me un concetto esclusivo, ma semmai inclusivo. Detto questo sono culturalmente italiano quanto te, solo che io poi mi sento comunque anche parte della mia terra, apprezzo tradizioni e cultura e credo nel suo diritto alla Selbstbestimmung e tu, invece hai cambiato idea.

Per quanto riguarda le pagliacciate del 1809, scusa, è tutta colpa mia; davvero, ti capisco perfettamente: era da tempo che avevo proposto a Mazinga di comperarti un paio di Lederhose facendo colletta, ma poi non se n’è fatto più nulla… e poi è naturale che dall’esclusione nasca l’invidia. Dai, al prossimo ballo ci andiamo assieme e ti impresto una Tracht, però è del Burgraviato, non di Bressanone, se ti vuoi accontentare…

ha ragione gadilu. vogliamo proibire ad un tedesco di usare la lingua italiana per un sito web o altro? sono proposte da dittatura.

post scriptum: ormai è diventato il sito secondario della Südtiroler Freiheit e simili.

@ Hansi: Die Uni Bozen ist ja dreisprachig, ist doch cool, wenn jemand aus dem akademischen Milieu (!) die andere Sprache so gut beherrscht (und glaub mir, es gibt auch italienischsprachige Studenten, die ihre Seminar- oder Diplomarbeiten in anderen Sprachen verfassen). Außerdem kritisierst Du ein Konzept, das sich in unserer Wirtschaft mehr als bewährt hat: Die Vermittlerrolle zwischen dem deutsch- und italienischsprachigen Raum. Der junge Autor dieses Werkes hat eine Nische gefunden und ein äußerst (in Deutschland) populäres Büchlein „vermittelt“. Ich kann Dir zig Beispiele – von Konzernniederlassungen bis hin zum internationalen Wissenschaftsmanagement – nennen, die dieses Konzept nutzen und Südtirol zugute gekommen sind.

@Beppi
Hier geht es jedenfalls aus meiner Sicht um eine ganz andere Sache. Das was du hier schreibst ist so falsch nicht. Mehrsprachigkeit ist immer ein Gewinn. Das gesamte Tirol von Ala bis Kufstein war immer dreisprachig. Auch in Südtirol gab es schon immer mehrere Sprachgruppen. Diese Mehrsprachigkeit ist ohne jeden Zweifel ein sehr großer Gewinn und ein Aushängeschild des Landes. Südtirol als Brückenfunktion zwischen den Kulturen hat sich oft bewährt.
Doch wie wir schon im Zusammenhang mit der SMG und ähnlichem besprochen hatten, wird halt zunehmend italienisch zur Lingua Franca. Ich denke wir sollten alle offen genug sein, um dies ansprechen und gegebenenfalls kritisieren zu dürfen. Denn wo bleibt dann die Mehrsprachigkeit und das typische an Südtirol, wenn sogar die meistgesprochene Sprache in unserem Land auf der Strecke bleibt? Nochmal: ich glaube im Staat Italien gibt es ungefähr 0,6% deutschsprachige Altösterreicher. Dass die ihre Sprache auch täglich leben sollten, um sie zu erhalten, steht glaub ich außer Frage.
Und gadilu, wie ich schon sagte, jeder hat einen freien Willen und soll das tun, was er für das Beste hält. Wir können dann unsere Meinung dazu äußern was wir davon halten, und damit ist dem Recht der freien Meinungsäußerung genüge getan.

ha ragione gadilu. vogliamo proibire ad un tedesco di usare la lingua italiana per un sito web o altro? sono proposte da dittatura.

Auch wenn er niiemandem etwas verbieten will, ist die Einstellung von Hansi total überzogen und nicht zu akzeptieren. Ich glaube aber nicht, dass die Mehrheit der Blogleser so denkt, das beweisen ja auch die Reaktionen hier, und schon gar nicht, dass der Blogautor Hansis Meinung teilt.

post scriptum: ormai è diventato il sito secondario della Südtiroler Freiheit e simili.

Das glaubst du wirklich? Du schreibst „ormai“, aber wenn ich mich nicht falsch erinnere waren solche Vorwürfe früher viel häufiger. Inzwischen haben die meisten verstanden, dass sich dieser Blog um eine ausgewogene Meinung bemüht. Er ist gegen Nazis (Rücktrittsaufforderung gegen Ellecosta), für Ausländer(integration), Solidarität, Freiheit der Kunst und Rechte von Homosexuellen, nicht für den Doppelpass zu erwärmen und er warnt vor der Vereinnahmung durch die FPÖ mit der die STF zusammenarbeitet. Das sind nur ein paar Themen die mir schnell einfallen.
Oder bist du einer von den Schablonendenkern die sofort verleumden müssen wenn jemand so objektiv ist (sein will) dass eben auch die Italiener ihr Fett abkriegen?

@Durchsage

post scriptum: ormai è diventato il sito secondario della Südtiroler Freiheit e simili.

Ach Durchsage mach dich doch nicht unglaubwürdig.
1. Von den Beiträgen einzelner DiskussionsteilnehmerInnen (deren Meinungen ich nicht teile) auf die Meinung des Blogs rückzuschließen ist wohl nicht akzeptabel.
2. Anscheinend scheint es bestimmten Kreisen nicht ins Konzept zu passen, dass dieser Blog auch Tatsachen und Fakten anspricht, wie etwa die völlig unakzeptable Ausrichtung des AA in ethnischen Belangen oder das was der Autor des Blogs als Schieflage bezeichnet. (siehe einige Beiträge der letzten Tage)
3. Es gibt mittlerweile in Südtirol eine nennenswerte Anzahl von ökosozial orientierten BürgerInnen, die beim Begriff Selbstbestimmung für Südtirol Chancen sehen und keinen cholerischen Anfall bekommen – diese Entwicklung wird von Mitte/Links PolitikerInnen noch ignoriert. Die Nazikeule greift hier zu kurz und verkennt eine interessante und zukunftsweisende gesellschaftliche Entwicklung.

Auch wenn er niiemandem etwas verbieten will, ist die Einstellung von Hansi total überzogen und nicht zu akzeptieren.

Also ich weiß nicht. Erstens einmal klingt das doch eher nach Zensur wenn man andere Meinungen nicht akzeptieren kann. Und zweitens: wenn du mir anhand konkreter Beispiele und fundierten Fakten schildern kannst, wo etwas was ich schrieb (wortwörtlich) überzogen ist höre ich mir dies gern an.
An alle anderen die meinen, hier sei die Seite schon von irgendwelchen politischen Parteimeinungen in den Posts inspiriert, so kann ich dies einmal bei mir ausschließen, da ich parteilos bin.
Aber ich denke dass es wichtig ist, dass nicht irgendwelche rechtsgerichteten Kräfte die Selbstbestimmungsdiskussion bestimmen, sondern sich vor allem sozialdemokratische Kräfte, die über jeglichen Nationalsmus erhaben sind, sich mehr zu Wort melden. Damit dies kein ausschließliches Thema von rechten Parteien wird. Denn dafür ist das Thema viel zu wichtig.
Übrigens sind Meinungsverschiedenheiten das normalste in der Welt, in Südtirol scheinbar nicht. Aber das ist ja kein Novum.

Hansi, ti lamenti che quello studente sudtirolese ha aperto un sito solo in italiano e invece dovresti ringraziarlo in ginocchio. Sai perché? Perché è un sito che si rivolge ai „bamboccioni“ per aiutarli a fare a meno di mammà . Typisch italienisch, gell? Non è una cosa da tedeschi, si deve essere detto questo Johannes, dovresti esserne felice.

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