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RU-486.

Grundsätzlich kann man für oder gegen die Abtreibung sein. Ich selbst habe keinen Zweifel, dass Frauen — gerne nach entsprechender Beratung — dieses Recht zusteht, obschon ich natürlich hoffe, dass möglichst wenige davon Gebrauch machen (müssen). Die Politik sollte sich darauf beschränken, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Schwangerschaftsabbrüche weitgehend überflüssig zu machen, ohne jedoch durch Gebote und Verbote direkt Einfluss auf den Körper der Frau zu nehmen.

Egal jedoch, ob man Abtreibungsgegner oder -befürworter ist, finde ich die derzeitige Diskussion um die Abtreibungspille RU-486 (Mifepriston/Mifegyne) grotesk und einer liberalen demokratischen Gesellschaft völlig unwürdig. Es steht nämlich nicht der Schwangerschaftsabbruch per se zur Diskussion, obgleich manche diesen Eindruck vermitteln, sondern lediglich eine Methode, die für die betroffenen Frauen physisch und psychisch schonender ist. Sie ihnen — mit welcher Begründung auch immer — vorzuenthalten kommt einer Bestrafung gleich. Wobei man davon ausgehen kann, dass keine Frau leichtfertig entscheidet, ihre Schwangerschaft abzubrechen; viele haben außerdem auch so schon jahrelang daran zu leiden.

Ohnehin ist Italien mit der Zuslassung dieser Pille im Vergleich zu den meisten anderen westlichen Ländern arg in Verzug: Sie wurde schon 1988 im laizistischen Frankreich, 1991 in Großbritannien, 1992 in Schweden und dann vor elf Jahren (1999) in fast allen anderen westeuropäischen Ländern — einschließlich Deutschland, der Schweiz und Österreich — zugelassen. Diese italienische Verspätung ist mitunter durch den direkten und konstanten Einfluss der katholischen Kirche auf die italienische Politik zu erklären.

In allen Ländern hat sich selbst nach Jahren gezeigt, dass die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche dadurch nicht zugenommen hat, dass mit dem Präparat eine schonendere Alternative zur chirurgischen Abtreibung angeboten wird. Ihr Gewissen stellt also einen übergeordneten Filter dar, der Frauen von einem Schwangerschaftsabbruch abhält, wenn sie ihn nicht für unbedingt notwendig halten. Haben sie sich einmal dafür entschieden, lassen sie sich aber auch nicht durch die Schwere des Eingriffs abschrecken.

Genauso als Betrafung anzusehen ist die vor allem politisch motivierte — und offensichtlich durch keine medizinische Notwendigkeit zu rechtfertigende — Entscheidung, Frauen zwangsweise drei Tage lang im Krankenhaus zu behalten, nachdem sie die Pille eingenommen haben. Innerhalb Italiens variiert die Prozedur, da diese Entscheidung in den Zuständigkeitsbereich der Regionen fällt. Das Trentino oder die Emilia-Romagna haben sich für eine »eintägige« Behandlung entschieden, andere Regionen nehmen die Frau für mehrere Tage in Sicherheitsverwahrung — eine Vorschrift, die in keinem anderen Land der Welt gilt. Wobei ins Auge fällt, dass eine herkömmliche, chirurgische Abtreibung ambulant erfolgt, die Frau das Krankenhaus also in der Regel noch am selben Tag des Eingriffs verlassen kann.

Die Südtiroler Landesregierung hat noch keine diesbezügliche Richtlinien erlassen und befindet sich somit in grober Verspätung. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass sie sich strikt an medizinische Erwägungen hält und nicht in den Chor der Ideologen einstimmt, welche am Körper der Frau eine entwürdigende politische Schlacht austragen.

Siehe auch:
Feminæ Gesundheit Politik Recht Soziales | | | | Italy Südtirol/o Trentino | Land Südtirol | Deutsch

55 replies on “RU-486.”

Ja, Kinder durch eine Giftpille zu töten ist völlig ok und es ist eine viel zu schlimme „Bestrafung“ der Frau, sie ein paar Tage lang im Krankenhaus zu behalten.

Kranke Gesellschaft…

Ich selbst habe keinen Zweifel, dass Frauen — nach entsprechender Beratung — dieses Recht zusteht, obschon ich natürlich hoffe, dass möglichst wenige davon Gebrauch machen (müssen).

Die Zwangsberatung ist für mich ebenfalls ein Teil der „Bestrafung“. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Beratungsangeboten und der Zwangsberatung. Die Zwangsberatung hat normalerweise den Zweck die Frau von der Entscheidung eines Abbruches abzubringen. Da wie Du schreibst:

Haben sie sich einmal dafür entschieden, lassen sie sich aber auch nicht durch die Schwere des Eingriffs abschrecken.

handelt es sich im Falle von Zwang nicht um eine Beratung, sondern schlicht um Psychoterror.

Seitdem es die Menschen gibt, treiben Frauen ab – aus welchen Gründen auch immer. Viele sind daran gestorben. Und keine tut es leichtfertig. Andererseits ist es schließendlich immer noch ihr Körper. Es sind die anderen – die so genannten guten, religiösen Menschen, die sich so empören. Aber nur wenige dieser Spezies empören sich über die Lebensbedingungen der Menschen und nur wenige helfen den Frauen über die Geburt des Kindes hinaus, wenn sich diese doch für die Austragung entscheiden. Ich weiß nicht, was schlimmer ist – die Entscheidung zur Abtreibung oder die Heuchelei. Ich tippe auf Letzteres.

RU486, auch Mifegyne aus der Sicht des Kindes:

Wird das Kind mit der Saugpumpe getötet, so dauern seine Todesschrecken und -qualen einige Minuten. Unter RU486/Mifegyne währt die Agonie des Kindes viele höllische Stunden, in denen es langsam verhungert, verdurstet und erstickt. 48 Stunden nach Anwendung von Mifegyne sind noch mehrere Prozent der Kinder am Leben. Ein Teil von diesen erfährt die Ausstossung bei lebendigen Leibe. Die übrigen erleben dann auch noch die Saugpumpe. Für das Kind wird alles nur noch schlimmer durch Mifegyne.

RU486 ist für die Frau normalerweise schonender, das stimmt. Zum Thema ob der Frau ein Recht zusteht abzutreiben oder nicht:

besteht dieses Recht oder nimmt man sich dieses Recht??!!

Wer sagt, dass man dieses Recht habe, möge mir bitte eine Begründung dafür geben.

@Susanna: nur weil die Frauen „immer“ schon abgetrieben haben, heißt das noch nicht, dass es auch richtig ist.
„…schließendlich immer noch ihr Körper“: mit dem Unterschied, dass darin ein neuer „Körper“ heranwächst, der darauf ausgerichtet ist, zu leben.

Keine Frau treibt leichtfertig ab? Dann erklär mir bitte mal, warum in der Astat-Statistik von 2007 auch Frauen aufscheinen, die schon 4x abgetrieben haben. hallo??? schon mal was von Kondom und dgl gehört?

da ich zu diesem Thema schon am 5. April mal was geschrieben habe, erlaube ich mir zu verlinken (sollte das stören, einfach löschen)
http://yesbo.de/regulus/2010/04/05/ru486-schwangerschaftsabbruch-und-kindesmissbrauch/

Mit meiner Aussage, dass Frauen immer schon abgetrieben hätten, meinte ich eben, dass kein Verbot die Abtreibungen verhindert hatte. Durch die trotzdem durchgeführten Abtreibungen – selbst oder mit der Hilfe von Stümpern unter mangelnden Hygienebedingungen oder gar durch doppelgesichtige, auf ihr religiöses Lippenbekenntnis pfeifende Ärzte – sind sehr viele Frauen gestorben.

Ich denke, dass es verhältnismäßig wenige Frauen sind, die die Abtreibung als Geburtenkontrolle verstehen.

Ich stehe dazu: Was in meinem Körper passiert, geht in erster Linie mich und mein Gewissen an.

Vielleicht sollte man eher über die Beweggründe für eine Abtreibung nachdenken.

Ich heiße übrigens Susanne.

@regulus:

besteht dieses Recht oder nimmt man sich dieses Recht??!!

Rechte werden immer genommen. Sie sind eine Begrifflichkeit der bürgerlichen Revolution, also immer Resultat einer gesellschaftlichen Handlung. Die Fragestellung ist also schon falsch, Recht kann nur bestehen weil es genommen wird.

Wer sagt, dass man dieses Recht habe, möge mir bitte eine Begründung dafür geben.

Eine Begründung ist meiner Ansicht für das Gegenteil fällig. Schließlich geht es ja darum, ein Recht, dass genommen werden will, nicht zuzugestehen und dafür einen entsprechenden Gewaltapperat in Stellung zu bringen.

Ein historischer Blick ist hier sinnvoll. Wann beginnt die Domestifizierung des weiblichen Körpers durch die politische Klasse? Mit der Notwendigkeit der Bevölkerungspolitik, beispielsweise für stehende Heere. Also: woher haben die Herrschaften aus Klerus und herrschender Klasse das Recht über den weiblichen Körper?

@kulturschock: Ich finde die vorgeschriebene Beratung im Prinzip gut, weil dadurch sichergestellt werden kann, dass die Frau gut informiert ist, wenn sie ihre Entscheidung trifft. Ich weiß aber nicht, wie diese Beratung in der Praxis aussieht. Sie sollte sich freilich darauf beschränken, die Frau über die gesundheitlichen Aspekte, eventuelle Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch und Hilfsangebote in Kenntnis zu setzen — ohne sie irgendwie unter Druck zu setzen.

@SoSigIs: Die Abtreibung ist legal, die Pille zugelassen. Dies vorausgesetzt sollte doch auch einem Abtreibungsgegner klar sein, dass die Zwangsaufnahme nur eine Schikane ist.

@Mazinga: Ich wusste nicht, dass die Pille auch bei Kindern zur Anwendung kommt.

Im Übrigen schließe ich mich Susanne und kulturschock an.

Es ist immer wieder interessant, dass wir Männer alles besser wissen und wie seit Menschengedenken über die Frau bestimmen wollen. Keine Frau macht diesen Schritt leicht und die Folgen psychischer Natur tragen auch in erster Linie die Frauen. Hat sich jemand der Herrschaften mal gefragt, wieso Frauen abtreiben müssen? In den allermeisten Fällen weil der Mann nicht seinen Teil der Verantwortung übernommen hat. Wir Männer sollten uns da so weit wie möglich raushalten und nicht die Moralapostel spielen, ich brauche nur an die Kirche denken, dann wird mir speiübel.

@kulturschock:

Die Fragestellung ist also schon falsch, Recht kann nur bestehen weil es genommen wird.

Konsequenz daraus: ich nehme mir das Recht, als habe ich es (=Recht des Stärkeren). Oder umgekehrt (weil Kreisargumentation): Ich habe das Recht, also nehme ich es (liefert keine Begründung, warum man das Recht zu etwas hat)

Es geht mir hier aber mehr um eine objektive Begründung (soweit dies möglich ist) im Rahmen einer Ethik. Recht haben (objektiv) vs. Recht nehmen (subjektiv).

Die Umkehrung der Beweislast/Begründungslast ist natürlich immer eine gute Masche :)
Beispiele logischer Konsequenzen:

ein Mörder müsste sich nicht mehr rechtfertigen, sondern die andere Partei müsste begründen/rechtfertigen, warum dem Mörder nicht das Recht zusteht, jemanden umzubringen

oder:

nicht mehr ein Kinderschänder müsste sich rechtfertigen bzw. das Recht zum Kindesbrauch begründen/rechtfertigen, sondern die Gesellschaft müsste begründen, warum der Kinderschänder nicht das Recht zum Kindesmissbrauch hat.

irgendwie absurd, nicht? angenommene Prämissen sind hier, dass Mord, Kindesmissbrauch etwas Schlechtes, also nicht normal sind (ohne hier eine Diskussion loszutreten, was normal ist und was nicht).

@succus:
es liegt mir fern die Frauen zu verurteilen, wohl aber die Gesellschaft, die Frauen zum Schwangerschaftabbruch treibt (durch welche Gründe auch immer).

@regulus

konsequenz daraus: ich nehme mir das Recht, als habe ich es (=Recht des Stärkeren). Oder umgekehrt (weil Kreisargumentation): Ich habe das Recht, also nehme ich es (liefert keine Begründung, warum man das Recht zu etwas hat)

richtig. das Recht über den Körper von Frauen zu herrschen wird und wurde genommen und deshalb hat es Klerus und Staat (übrigens historisch sehr gewaltätig, die Hexenverbrennung war in erster Linie Terror gegen weibliche Geburtenkontrolle).

ein Mörder müsste sich nicht mehr rechtfertigen, sondern die andere Partei müsste begründen/rechtfertigen, warum dem Mörder nicht das Recht zusteht, jemanden umzubringen

die andere Partei begründet dies. Und zwar sehr genau. Übrigens ja nicht in jedem Fall. Genau beansprucht der Staat das Gewaltmonopol. Er nimmt sich das Recht zu entscheiden was Mord ist und was nicht. Bekanntestes Beispiel ist der Krieg.

nicht mehr ein Kinderschänder müsste sich rechtfertigen bzw. das Recht zum Kindesbrauch begründen/rechtfertigen, sondern die Gesellschaft müsste begründen, warum der Kinderschänder nicht das Recht zum Kindesmissbrauch hat.

auch dies ist historisch in der Aufklärung geschehen. Durch die Erfindung der Kindheit und die Entwicklung der entsprechenden Wissenschaft, der Pädagogik. Dieser Bereich ist ein sehr gutes Beispiel dafür das Recht immer eine soziale gesellschaftliche Tat ist, ein Prozeß. Züchtigungsrecht und seine Zurückdrängung, oder eben die neue Sensibilität in Sachen sexueller Ausbeutung (in den USA werden ständig neue Gesetze dazu erlassen, neues Recht….)

irgendwie absurd, nicht? angenommene Prämissen sind hier, dass Mord, Kindesmissbrauch etwas Schlechtes, also nicht normal sind (ohne hier eine Diskussion loszutreten, was normal ist und was nicht).

wieso absurd? Würden die von Dir angenommenen Prämissen nicht das Produkt gesellschaftlicher Prozesse sein (also jederzeit veränderbar) wären sie ja naturwüchsig. Oder gottgegeben. Sie sind aber ein Produkt der Aufklärung…

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber es geht hier im Kern darum wie hoch wir das Recht auf Leben einschätzen. Es gibt immer noch die Möglichkeit der Adoption, wenn eine Frau mit einem Kind überfordert ist. In einer neuen Familie hat das Kind dann die Möglichkeit sein Leben zu leben und Liebe zu erfahren.

Es ist grotesk, wenn das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper so weit reichen soll, dass sie ein Kind welches in ihr heranwächst umbringen darf.

Hier geht es nicht darum, dass Männner Frauen etwas vorschreiben wollen, sondern um moralische Werte auf denen eine Gesellschaft basiert und um die Dekadenz aus egoisischen Gründen Kindstötungen zu rechtfertigen.

Abtreibung sollte nur dann erlaubt sein, wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft stark gefährdet ist oder das Kind aus einer Vergewaltigung entstanden ist. Alles andere ist für mich absolut nicht zu rechtfertigen.

Zu dem genannten Beispiel die Männer wären schuld daran, dass Frauen abtreiben weil sie keine Verantwortung übernähmen:
Die damalige Freundin eines Fussballkollegen von mir wurde schwanger, wollte aber aus Karrieregründen kein Kind weil es nicht in ihre Lebensplanung passte. Er als Vater hatte keine Möglichkeit der Einflussnahme und ist weinend vor seinem Haus gesessen, weil seine Ex sein Kind umgebracht hat und er es nicht verstehen konnte.

Aber ja, die bösen Männer sind schuld… schon klar!

@sosigis: hast uns wohl von der Theorie heruntergeholt ;)

Gibt es eigentlich eine Statistik oder so was, aus welchen Gründen (aufgeschlüsselt) Abtreibungen vorgenommen werden?

@succus: du hast gemeint, dass die Abtreibungen meist vorgenommen werden, weil Männer ihre Verantwortung nicht übernehmen. Auf was basiert diese Aussage/Feststellung?

Psychoterror: früher war es eine Schande, wenn jemand ledig ein Kind bekommen hat, das ist für mich Psychoterror, der zum Glück heute aufgehört hat. Die „Alten“ sagen mittlerweile: heute muss man noch froh sein, wenn sie es das Kind nicht wegmachen.

@regulus: Ich habe nicht den Eindruck, dass du Frauen nicht kriminalisierst (Gleichsetzung mit Mord!) und stattdessen die Gesellschaft kritisierst weil sie Frauen zur Abtreibung zwingt. In diesem Fall dürftest du schließlich nichts gegen das Recht auf Abtreibung haben, außer du willst das Ross von hinten aufzäumen.

@Lex: ich hab oben eigentlich die Argumentationsmuster verglichen.

Ob man Abtreibung als Mord ansieht oder nicht (ohne jetzt die gesetzliche Lage miteinzubeziehen), hängt davon ab, ob man das ungeborene Kind als einen Zellhaufen mit gewissen Funktionen ansieht, oder ob man das Ungeborene als Mensch bzw. als heranwachsendes Kind ansieht.

Ich schließe mich letzterer Position an, deswegen ist für mich Abtreibung Mord. Meine Meinung muss sich nicht mit eurer Meinung decken. Nur der Frau die Verantwortung zuzuschreiben (zu kriminalisieren, wie du sagtest) ist sicher zu einfach. Die Gesellschaft zwingt die Frauen nicht dazu, sondern treibt sie möglicherweise dazu. Diesbezüglich stelle ich nochmals die Frage:

Gibt es Statistiken, aus welchen Gründen (aufgeschlüsselt) Abtreibungen vorgenommen werden?

Die Kritik an der Gesellschaft übe ich vor allem deswegen, weil meiner Meinung nach die Gesellschaft so weit sein müsste, dass sie ihre Nachkommen nicht umbringt. Für Problemfälle sollte ebenso ein funktionierendes Auffangnetz vorhanden sein.

Die Möglichkeit der Adoption gibt es meines Wissens in Österreich, das dürfte ein guter Weg sein. Ob es sowas auch in Südtirol gibt, ist mir nicht bekannt.

ich finde es grotesk angesichts eines zellklumpens von kindern zu sprechen. eine befruchtete eizelle ist kein kind! und auch wenn man ab der achten schwangerschaftswoche an dem zellkulumpen kopf, gliedmaßen und finger erkennen kann sagt auch wenig über das bewusstsein dieses potentiell-menschen (also vielleicht später mal menschen, wenn alles klappt) aus, weswegen es völlig überzeichnet ist hier von kindermord zu sprechen.

außerdem gibt es ein zeitfenster in der schwangerschaft der frau, in dem eine abtreibung erstens legal, zweitens möglich — also medizinisch und ethisch vertretbar ist — und drittens sogar recht häufig spontan passieren kann. damit erübrigt sich die diskussion über abtreibung, und wer trotzdem weiterdiskutiert kommt ganz schnell in die nähe fanatischer misogyne die frauen aus welchen gründen auch immer als brutmaschinen sehen und ihnen vor allem während der schwangerschaft jeglichen freien willen und daseinsberechtigung (und damit menschenwürde) abgesehen vom erfolgreichen werfen von nachwuchs absprechen.

Der Wiki-Eintrag stellt auch einen Zusammenhang zwischen sexueller Aufklärung (vor allem Aufklärung über Verhütung) und niedrigen Abtreibungsraten her. Gerade die katholische Kirche und viele von denen, die gegen Schwangerschaftsabbrüche sind, unterminieren zugleich auch diese wichtige Informationsarbeit an unserer Jugend in den Schulen, sind also imho für zahllose Abtreibungen mitverantwortlich.

Ich finde es grotesk anhand eines heranwachsenden Kindes von einem Zellklumpen zu sprechen. Wie weit soll das noch gehen? Ein Säugling kann sich auch noch nicht artikulieren und sich später nichtmehr an seine Säuglingszeit erinnern, ist er dann also auch nur ein Zellklumpen?

Die moderne Naturwissenschaft ist sich einig: Mit der Verschmelzung von menschlicher Ei- und Samenzelle beginnt die Lebensgeschichte eines Menschen, einer einmaligen, einzigartigen Person, deren menschliches Wesen sich zu keinem Zeitpunkt der Entwicklung ändern wird. In diesem Moment werden Geschlecht, Aussehen, z.B. Haarfarbe, Augenfarbe, Körpergrösse aber auch Begabungen, Charakter, ja selbst die wahrscheinliche Lebensdauer des Menschen festgelegt. Was sich ändert, ist das Erscheinungsbild, seine äussere Gestalt: Ein Erwachsener sieht anders aus als ein Säugling. Diesen Menschen hat es vorher noch nie gegeben und wird es auch in Zukunft nie wieder geben. Er ist einmalig und einzigartig.

Die Würde, die einem Menschen zukommt, ist unabhängig von der Größe und vom Alter des Menschen. Das Recht auf Leben von Parametern wie Größe, Alter etc. abhängig zu machen, ist reine Willkür!

Das Argument der Frauenfeindlichkeit ist lächerlich, das Baby im Bauch der Frau hat eine eigene DNA, eine eigene Blutgruppe etc. es ist also kein Teil ihres Körpers im herkömmlichen Sinne. Nur weil nocht nicht alleine lebensfähig ist, so ist es trotzdem ein vollwertiger Mensch! – Sonst begeben wir uns schnell auf ein Terrain das in Richtung extremistischer Euthanasie-Befürworter geht.

Wenn eine Frau ihre Kinder umbringen will, egal ob im Mutterleib oder schon geboren worden, dann hat das nichts mit freiem Willen zu tun.

Die Gesellschaft drängt viele Frauen ja nahezu zur Abtreibung, Abtreibung ist etwas widernatürliches – wider jedem menschlichen Urinstinkt – deshalb sind die Abtreibungen gesellschaftliche Konstrukte gefördert von einer frustrierten und extremistischen Femministinnenbewegung unterstützt von der weltweiten Pharma-Industrie.

@sosigis — schon klar, die babys bringt nicht der storch, und die lebensgeschichte eines menschen beginnt tatsächlich bei der verschmelzung von ei- und samenzelle, und aus dem zellklumpen wird tatsächlich unter günstigen umständen irgendwann ein mensch.

aber die frage ist eben genau _wann_ — und da sind sich weder naturwissenschaft (die das nur marginal interessiert) noch philosophie oder theologie gar nicht einig. mir ist schon klar, dass für katholiken dogmatisch das leben und der mensch mit der erfolgreichen befruchtung einer eizelle beginnt, andere aufgeklärtere parteien argumentieren, dass ein mensch erst dann ein mensch ist, wenn er oder sie ein bewusstsein entwickelt — und das unterscheidet einen menschen von einem zellklumpen ;)

Das Recht auf Leben von Parametern wie Größe, Alter etc. abhängig zu machen, ist reine Willkür!

Das Recht ist fast immer Willkür oder Konvention oder Gewohnheit und fast nie naturgegeben.

In der Rechtswissenschaft ist Person jeder, der fähig ist, Träger von Rechten und Pflichten zu sein (Rechtssubjekt). Dies ist in erster Linie ein lebender Mensch, der als natürliche Person (manchmal auch Privatperson) bezeichnet wird. Seine Rechtsfähigkeit beginnt nach deutschem Recht mit der Vollendung der Geburt, § 1 BGB.

http://de.wikipedia.org/wiki/Person

Natürlich ist Recht eine gesellschaftliche Konvention um den Menschen aus dem „state of nature“ in dem er in ständiger Furcht vor dem anderen lebt zu befreien.

Aber unser modernes Rechtsverständnis beläuft sich darauf, das gewisse Rechte schützenswerter sind als andere. Das Recht auf Leben steht dabei ganz oben auf der Hierarchie.

Durch die Legalisierung der Abtreibung haben wir ein fundamentales Recht eingeschränkt in dem wir diese „Zellhäufen“ als „lebensunwertes Leben“ gekennzeichnet haben um die „Selbstbestimmung über den Körper der Frau“ zu schützen?

Jede Frau kann über Ihren Körper selbstbestimmen und darüber entscheiden ob sie ungeschützten Sex hat oder auch nicht! Übrigends ist der Grossteil der pro-Life Bewegung weiblich. Es gibt ein Zitat einer Überlebenden einer Abtreibung die sagte (frei zitiert):“Wo waren die Femministinnen um meine Rechte zu schützen als die Ärzte mich versuchten umzubringen? – Niemand hat etwas gesagt…“.

___
§ 218 f. StGB.
schützt die befruchtete Eizelle bis zur Implantation, also etwa die ersten 14 Tage nach Befruchtung, wie einen erwachsenen Menschen.

___

Wieder zu der Rechtsfähigkeit, also müsste man deiner Meinung nach entmündigte Menschen auch umbringen dürfen? Sie sind nämlich nichtmehr fähig Träger von Rechten und Pflichten zu sein?

Definierst du menschliches Leben damit, dass der Mensch ein Rechtssubjekt ist?

@r: Kriterium „Bewusstsein“: Dann ist ein Mensch ohne Bewusstsein kein Mensch? Ist ein Toter kein Mensch mehr? Meinst du unter Bewusstsein das Selbstbewusstsein? dann könnten auch Kleinkinder bzw. Säuglinge noch getötet werden!

Deinen Anspruch bezüglich „aufgeklärte“ Menschen kann ich nicht nachvollziehen. Übrigens kann diese Diskussion auch ohne Kirche geführt werden. Die braucht man hierzu nicht.

@SoSigIs: Die Rechtsfähigkeit beginnt (laut deutschem Recht) bei vollendeter Geburt und endet immer erst mit dem Tode (Spezialfall: Hirntod), keinesfalls mit der Entmündigung. Ich definiere menschliches Leben nicht damit, dass der Mensch ein Rechtssubjekt ist, aber das Gesetz gibt darüber Aufschluss, ab wann ein ungeborenes/geborenes Lebewesen welche Rechte genießt. Auch ein Embryo hat gewisse Rechte, es wird aber nicht als Person (d.h. als voll rechtsfähig) eingestuft. Wie du schon gesagt hast ist das subjektiv, aber nicht weniger subjektiv, als eine befruchtete Eizelle bereits als Kind/Mensch zu bezeichnen. Demokratisch mehrheitsfähig, und das zählt nun einmal in einer europäischen Demokratie, ist deine Auffassung in Deutschland und in den meisten anderen EU-Ländern nicht. Fast alle Menschenrechtler sehen darin auch keinen Widerspruch zu höherstehenden Rechten wie dem Recht auf Leben. Kannst du mir bitte die Quelle deines obigen Zitats („Die moderne Naturwissenschaft ist sich einig …“) nennen?

Die Quelle des Zitats ist laut Google der deutsche Ableger von Pro-life, also eine „Anti-Abtreibungs-Lobby“.

Die Naturwissenschaften sind sich zu diesem Thema weder einig, noch interessiert es sie sonderlich. Die Frage, wann Leben schützenswert ist, fällt in das Aufgabengebiet der Ethik und nicht der Naturwissenschaft.

Das Zitat ist von der Facebook-Seite von Pro-Life.

Gab es eine Volksabstimmung zur Abtreibung? Ich glaube nicht, also sind wir uns hier nicht im klaren ob sie Mehrheitsfähig wäre, ich bin der Überzeugung, dass die meisten Menschen nach gründlicher Aufklärung gegen die Abtreibung stimmen würden.

Nichts desto trotz, wenn die Mehrheit in einem Staat z.B. dafür einstehen würde eine Menschengruppe zu Freiwild zu erklären und zu verfolgen – wird dann Unrecht zu Recht nur weil es eine Mehrheit der Bevölkerung will?

In einer befruchteten Eizelle befinden sich alle Erbinformationen eines Menschen, sie bestimmen sein Aussehen und die Grundzüge seines Charakters. Man nimmt also jemanden die Chance auf ein Leben, wenn eine Frau mit einem Kind nicht zurecht kommt soll sie es zur Adoption freigeben, viele Familien würden sich über ein Kind freuen und ihm Liebe geben! (und es nicht ermorden…)

@SoSigIs: In Italien gab es einen Volksentscheid zur Abtreibung.

Nichts desto trotz, wenn die Mehrheit in einem Staat z.B. dafür einstehen würde eine Menschengruppe zu Freiwild zu erklären und zu verfolgen – wird dann Unrecht zu Recht nur weil es eine Mehrheit der Bevölkerung will?

Nein, weil es gegen die Menschenrechte (und in unserem Fall gegen die Verfassung) verstößt. Schwangerschaftsabbrüche widersprechen den Menschenrechten nicht, worauf schon cives hingewiesen hat.

Die Menschenrechte kann man verschieden auslegen, aber wenn die Würde des Menschen und sein Leben geschützt wird, dann ist die liberalisierte Abtreibungspolitik ganz klar ein Verstoss dagegen.

Ich habe gerade die Volksabstimmung gegoogelt und kann es kaum glauben… Aber man muss den gesellschaftlichen Kontext der 80er Jahren in dem die Linken einfach „trendy“ waren sehen, zu einer anderen Zeit hätte das Ergebnis sicherlich auch anders ausgesehen.

70-80% der Ärzte in Italien verweigern aus Gewissensgründen Abtreibungen. Also ist es doch nicht so ohne einen Zellhaufen zu töten?

Sicherlich kann man die Menschenrechte verschieden auslegen. Es gibt aber meines Wissens kein Urteil, das Schwangerschaftsabbrüche als Verstoß gegen die Menschenrechte einordnet. Es scheint also ein weitestgehender (juristischer) Konsens darüber zu bestehen.

Gäbe es die breite Auffassung, das Abtreibungsrecht sei heute nicht mehr mehrheitsfähig, wäre längst ein neues Referendum angestrengt worden. Die Kirche hätte sicherlich die Mittel um so etwas in die Wege zu leiten. Wahrscheinlich gibt es diese breite Auffassung jedoch nicht — andernfalls würden auch die in Italien in der Mehrheit stehenden Rechten am Abtreibungsgesetz rütteln. Sie tun das jedoch höchstens zaghaft und scheinen nicht wirklich etwas ändern zu wollen.

Weiter oben hatte jemand außerdem geschrieben, dass die Feministinnen von der Pharmaindustrie unterstützt würden. Die RU486 wurde jedoch in Frankreich entwickelt und vom betreffenden Konzern zunächst nicht vermarktet, da er den Boykott von Abtreibungsgegnern fürchtete. Daraufhin musste der Staat eingreifen und das Unternehmen zur Produktion zwingen, da die Frauen ein Recht auf eine schonendere Abtreibungsmethode hätten, nachdem sie entwickelt worden war.

Ähnlich dürfte es vielen Ärzten gehen… warum sollte man sich im Zweifelsfall die Finger schmutzig machen, wenn die Verweigerung ein bequemes Schlupfloch bietet? Das heißt noch lange nicht, dass all diese Ärzte wirklich Gewissensbisse hätten…

Vier Organisationen der Vereinten Nationen (Bevölkerungsfonds, UNICEF, Weltgesundheitsorganisation und Weltbank) sind sogar der Auffassung, dass eine zu restriktive Handhabung der Abtreibung — wie sie SoSigIs befürwortet — gegen die Menschenrechte verstößt, also das genaue Gegenteil von dem, was SoSigIs glaubt:

Die UNO-Kommission für Menschenrechte rügte denn auch an ihrer Sitzung vom 29.7.1999 und ein zweites Mal am 4.11.2004 in Genf das restriktive Abtreibungsgesetz Polens, das zu einer hohen Zahl von illegalen Abtreibungen führe, mit entsprechenden Gefahren für Leben und Gesundheit der Frauen. [Dieses Gesetz erlaubt einen Schwangerschaftsabbruch nur aus gesundheitlichen Gründen oder bei Missbildung des Fötus und Vergewaltigung. Anm.d.R.].

Quelle: http://www.svss-uspda.ch/de/ethik/uno.htm

Übrigens, auch die Schweizer haben einer Fristenregelung per Volksentscheid zugestimmt, wie mir beim Durchstöbern der sehr aufschlussreichen SVSS-Seite in Erinnerung gerufen wurde (habe zu der Zeit selbst in der Schweiz gelebt). Nicht im »gesellschaftlichen Kontext der 80er Jahre[n] in dem die Linken einfach ”trendy” waren«, sondern 2002…

@ regulus (Bewusstsein/Tote/Kleinkinder/Säuglinge)

Tote waren mal Menschen — Kleinkinder und Säuglinge haben Bewusstsein… der Knackpunkt mit dem Bewusstsein ist bis zu einem gewissen Grad der, dass der Zellhaufen im Unterschied zu einem Kleinkind so nicht merkt, dass der Zellhaufen „getötet“ wird. Das ist auch das Argument, warum Abtreibung ethisch vertretbar ist. Ein Embrio in der achten Schwangerschaftswoche hat gerade mal einen Ansatz von Nervenzellen welche die Wirbelsäule ausmachen werden und an dessen Ende sich dann das eigentliche Hirn bilden wird — das ist vergleichbar mit einem niederen Organismus wie einem Wurm der ein stecknadelkopfgroßes Ganglion als zentrales Nervensystem hat, und der nachweislich keine Todesangst hat (wie zum beispiel höhere Tiere) und den eigenen Tod nicht erleben kann, sondern nur passiv erfahren.

Ergo ipso es ist für Ärzte nur dann schwer den Zellhaufen zu „töten“, wenn ihnen Religion oder eine gewisse Moral entgegen ihrer Ratio als Mediziner einimpft sie mordeten — und die nazi/“böse“ euthanasie-keule gebe ich an SoSigIs zurück ;)

@r: Knackpunkt Bewusstsein: wenn es so wäre wie du sagst, dann wäre es ethisch vertretbar, jeden Menschen ohne Bewusstsein zu töten, also auch jeden Menschen der grad unter Narkose ist. Auch der merkt nicht, dass er getötet wird.

@Todesangst: Ein Säugling hat keine Todesangst, weiß nicht einmal was der Tod ist.

Jeder mir bekannte Rechtfertigung für die Tötung von Ungeborenen endet in einem Reduktionismus bzw. Relativismus. Für mich in keinster Weise überzeugend.

Außerdem: die Entscheidung einer Mehrheit (z.B. in einer Demokratie) für oder gegen etwas, bedeutet noch lange nicht, dass die „richtige“ Entscheidung getroffen wurde.

@ regulus: ein toter Mensch ist eine Leiche — und Bewusstsein ist mehr als nur „wach sein“, weswegen dein vermeintlich raffiniertes, aber letztendlich sophistisches Konstrukt so auch nicht standhält.

Auch ist es recht patzig Kleinkindern Todesangst abzusprechen — Kleinkinder haben kein Konzept von Tod, das bedeutet aber nicht, dass sie nicht mitkriegen wenn ihnen etwas gefährliches passiert und fürchten instinktiv Situationen die potentiell lebensgefährlich, oder auf jedem Fall schmerzhaft sind (und um dem schon mal vorzugreifen: Kleinkinder würden ohne mit der Wimper zu zucken eine heiße Herdplatte anfassen, aber anderseits nie in ein offenes Feuer greifen — der Unterschied da ist, dass man einem Ceranfeld nicht ansieht, dass es heiß ist und man dafür Erfahrungswerte braucht –).

Tatsächlich hat Demokratie ihre Grenzen — aber sie ist kein pures Spiel der (stumpfen?) Mehrheiten. Demokratie ist ein Prozess, und der Urnengang nur ein kleiner Teil davon. Naturgemäß kann es nie „richtige“ Entscheidungen geben, sondern immer nur bestmögliche — die naturgemäß zur Diskussion stehen, aber bitte mit sachlichen Argumenten diskutieren, nicht mit Dogmen.

La scienza non è in grado di dire quando inizia un essere umano, primo perché si limita a fornire ragionevoli certezze e non dogmi, secondo perché ognuna di queste certezze è falsificabile, cioè può essere messa in discussione da una successiva indagine scientifica. Probabilmente un essere umano è pienamente tale quando sa di dover morire, ed è evidente al senso comune che un bambino appena nato non ha questa consapevolezza, così come è evidente, anche se non è dimostrato, che non ha coscienza di sé nel senso generalmente inteso. Però, diciamo per una convenzione tacitamente accettata dal comune sentire e dalle legislazioni di tutti (credo) gli stati, i neonati sono riconosciuti come esseri umani a pieno titolo, tant’è vero che ucciderne uno è un omicidio dappertutto (credo), mentre l’aborto di un feto è variamente giudicato, ma anche nei paesi dove ci sono le leggi piu‘ restrittive non credo venga totalmente equiparato all’omicidio vero e proprio.
Quindi a maggior ragione un feto, che non ha un sistema nervoso ancora formato, che non ha vita autonoma da quella della madre, non può essere considerato pienamente un essere umano, sia per la scienza che per la sensibilità  „media“ dell’uomo della strada. Invece la madre lo è a pieno titolo, è lei che sopporta tutti i rischi e il peso della gravidanza, quindi è solo lei che può prendere la drammatica decisione di abortire, sapendo tra l’altro che sarà  lei stessa a portarsi dietro la responsabilità  e l’eventuale senso di colpa per questa decisione, che credo nessuna donna prenda a cuor leggero. I maschi secondo me dovrebbero solo tacere quando si parla di questo argomento, anzi dovrebbero pensare che se una donna è incinta è perché un qualsiasi uomo l’ha ingravidata a qualsiasi titolo, dal rapporto consenziente nell’ambito di una coppia allo stupro.
Quanto al discorso che il risultato del referendum sull’aborto sarebbe stato influenzato dal clima „linksorientiert“ degli anni ’80, che senso ha? Anche la Costituzione italiana è nata nel clima del dopoguerra, e allora?

@r: „ein toter Mensch ist eine Leiche“ ist eine Identitätsaussage und damit gleichwertig.

Bewusstsein ist mehr als wach sein

Bitte definiere also „Bewusstsein“, wie du es verstehst. Dann können wir vielleicht auch über die gleichen Dinge reden. Dabei kannst du mir auch gleich erklären was ein sophistisches Konstrukt ist und worin das bei meinen Argumenten besteht.

zur Unmöglichkeit einer richtigen Entscheidung: Annahme: Wenn in einer Klasse bei einem Mathetest alle ein falsches Ergebnis rausbekommen (falsche Entscheidung oder bestmöglichste Entscheidung) bedeutet das eben nicht, dass es gar kein richtiges Ergebnis gibt (= die „richtige“ Entscheidung)

Zum Vorwurf des Dogmas: keine Ahnung wo du ein Dogma siehst, ich halte meine Aussagen für sachlich, erhebe aber in keinster Weise den Anspruch, dass du meine Meinungen teilen musst.
..und bitte definiere deine verwendeten Begriffe, damit wir nicht immer aneinandervorbeireden (kannst ja mal bei Bewusstsein anfangen: Selbstbewusstsein, Bewusstseinsfähigkeit…..)

@tuscan:

che credo nessuna donna prenda a cuor leggero.

Das lass ich bei der 1. Abtreibung gelten, aber sicher nicht mehr bei der 3. und mehr Abtreibungen.

Das lass ich bei der 1. Abtreibung gelten, aber sicher nicht mehr bei der 3. und mehr Abtreibungen.

Appunto, forse ha un marito che non ci pensa nemmeno a usare il preservativo, forse è una che di mestiere fa la prostituta, per libera scelta o perché costretta, e ogni tanto si trova ad affrontare gravidanze indesiderate, forse è una donna del terzo mondo che non sa nemmeno che esistono gli anticoncezionali e nessuno glielo spiega. La casistica è vasta, e in ogni caso è solo lei a sapere il perché.

hm. auch interessant: die einzige frau (bitte korrigieren, falls ich irre) die sich bis jetzt zu wort gemeldet hat, hat sich aus der diskussion zurückgezogen…

aber schön, dass ihr alle so gut bescheid wisst über das gewissen und die beweggründe einer frau die sich für einen schwangerschaftsabbruch entscheidet.

aber eines würde mich schon interessieren:

@SoSigIs: warum ist es ok, nach vergewaltigung abzutreiben aber sonst nicht?
der unterschied ist doch „nur“ der, dass die frau einmal freiwilligen und einmal unfreiwillen geschlechtsverkehr mit einem mann hatte. dass im zweiten fall eine abtreibung deiner ansicht nach ok ist, mache ich daran fest, dass der frau gewalt angetan wurde und sie (unter umständen) durch die schwangerschaft und das austragen des kindes eine enorme psychische belastung erleben würde.
das gilt in manchen fällen aber genauso für schwangerschaften die auf freiwilligen geschlechtsverkehr zurückzuführen sind.

und auch die „legitime ausnahme“ der lebensgefahr ist für mich unschlüssig. ist das leben der schwangeren also doch mehr wert? oder gilt das nur so lange der embryo allein nicht überlebensfähig ist? falls ja, heißt das im umkehrschluss für dich, dass ab diesem zeitpunkt potentiell das leben des embryos gerettet werden sollte auch wenn das den tod der schwangeren bedeuten würde?

@theresia

Eine Vergewaltigung ist ungewollt, also gegen den Willen der Frau geschehen. Eine Frau ist sich aber vor einvernehmlichem Geschlechtsverkehr klar, welche Folgen es haben könnte wenn nicht ordnungsgemäß verhütet wird (die Pille ist zu 99% sicher, wenn richtig angewandt).

Dabei sehe ich einen großen Unterschied! In unserer Gesellschaft sollte der Mensch in der Lage sein Verantwortung für ein Handeln zu übernehmen.

Das Lebensgefahrargument ist in sich schlüssig, juristisch nennt man so etwas Notstand, ein Bergsteiger darf z.B. ein reisendes Seil abtrennen auch wenn unter ihm noch jemand hängt um sein Leben zu retten. Genauso auch bei einer Schwangerschaft.

Hier wird immer von der Psyche der Frau gesprochen, aber die Psyche des werdenden Vaters wird völlig auser Acht gelassen? Also, wenn meine Freundin schwanger wäre und das Kind abtreiben liese, für mich wäre es sehr schlimm. Zum Glück stellt sich diese Frage nicht weil ich mit solchen Frauen sicher nix anfangen würde ;).

@SoSigIs: ok, ich verstehe es nicht.
findest du abtreibung nach vergewaltigung jetzt ok, weil die schwangerschaft ungewollt zustande kam? das wäre dann ja bei einem guten teil der abtreibungen der fall.
das wäre in deiner argumentation – finde ich – nicht schlüssig. der embryo kann ja nix dafür, dass er mit gewalt gezeugt wurde. nachdem du dich auch nicht dafür aussprichst, dass die vergewaltigte das kind ja austragen und zur adoption freigeben könnte, – wie du es anderen ungewollt schwangeren empfiehlst – scheinst du anzuerkennen, dass die schwangerschaft an sich schon eine enorme psychische (und körperliche) belastung für die frau darstellen kann.
und das gilt eben nicht nur für vergewaltigte frauen.

und das argument die pille sei so sicher ist – mit verlaub – untragbar. schon allein weil sie nicht von jeder frau vertragen wird. davon abgesehen bevorzugen manche andere verhütungsmethoden. und 100%ig sicher ist nunmal keine, eben auch die pille nicht.

zur „notstand“-debatte: hier bist du nicht auf meine frage eingegangen.
in deinem bergsteiger-szenario KANN der am seil hängende nicht gerettet werden. ich wollte wissen ob es für dich vertretbar wäre einen überlebensfähigen embryo zu retten wenn dadurch das leben der schwangeren riskiert wird. sind dann ja – deiner ansicht nach – gleichwertige leben. dann könnte man ja eine münze werfen, oder?

sicher mag es für manchen potentiellen vater schwierig sein die entscheidung für eine abtreibung zu akzeptieren. es steht natürlich auch jedem mann frei sich entsprechende unterstützung und beratung zu holen.
dennoch obliegt die entscheidung der frau, da sie diejenige ist, die letztlich die konsequenzen zu tragen hätte, weil es ihr körper ist.
aber wie pérvasion schon geschrieben hat: kein mann hat das recht eine frau dazu zu zwingen ein kind auszutragen. und ich hoffe doch sehr, dass wir uns darüber einig sind, dass das auch gut so ist.

und noch eine entgegnung zu deinem letzten satz:
du darfst ja zum glück auch „pudern“ wen du willst,- solange er/sie das auch mag ;)

Abtreibung nach Vergewaltigung ist ein Ausnahmefall, dort ist die psychische Belastung ohne Frage am größten, willst du wirklich eine gescheiterte Beziehung oder einen ONS mit einer Vergewaltigung gleichsetzen?

Jede Frau entscheidet selbst mit wem sie schläft und wie sie verhütet, effektive Verhütung ist nämlich im Großteil aller Fälle möglich. Ich finde sogar die Pille danach auch noch in Ordnung, weil das noch keine Abtreibung ist. Also wenn das Kondom platzen sollte, gibt es auch diese Möglichkeit.

Wir reden hier nicht über wenige Einzelfälle sondern über das große Ganze!

Das Gerede über die psychische Belastung einer Schwangerschaft erinnert mich an Barack Obama’s Aussage „nobody should be punished with a baby!“. Wie kann man ein Kind als etwas so negatives sehen? Ist es nicht normal Kinder zu bekommen? Ist es nicht etwas schönes?

Wenn das Leben der Frau durch die Schwangerschaft gefährdet wird, dann ist Abtreibung meiner Meinung nach legitim und es liegt im Ermessen der Frau. Denn dann geht es um Leben oder Tod nicht nur darum, dass das Kind gerade nicht in die momentane Lebensplanung passt.

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Noch ein Gedankenanstoss, was ist mit den vielen Frauen die von ihren Männern zur Abtreibung genötigt werden? Ich schätze es gibt dort eine sehr hohe Dunkelziffer. Väter die Angst vor Verantwortung, Unterhaltszahlungen oder anderen finanziellen Belastungen haben gibt es genug – eine Einschränkung der Abtreibung kann auch ein Schutz für Frauen sein, die ihr Leben lang nicht über eine Abtreibung hinwegkommen.

Die Selbstmordrate von Frauen nach Abtreibungen ist extrem hoch.

Die häufigsten Symptome, unter denen Frauen nach einer Abtreibung leiden:
– 92,6 % starke Schuldgefühle
– 88,0 % Depression
– 82,3 % Verlust des Selbstwertgefühls
– 75,5 % Verlust des Selbstvertrauens
– 63,1 % Flashbacks (blitzartige Erinnerungen an die Abtreibung im Wachzustand)
– 55,8 % Selbstmordgedanken
– 50,8 % hysterische Weinkrämpfe
– 46,6 % Alpträume
– 40,6 % Konsum von Drogen
– 38,6 % Eßstörungen
– 36,5 % Alkoholmißbrauch
– nur 5,1 % der 260 Befragten fühlten einen inneren Frieden

(Amerikanische Studie des Elliot Institute, siehe http://www.afterabortion.info/survey2.htm )

– Psychische Spätfolgen: 80 %
– Reue und Schuldgefühle : 60 %
– Stimmungsschwankungen und Depressionen, erhöhte Reizbarkeit: 35 –40 %
– Unmotiviertes Weinen: 35 %
– Angstzustände: 30 %

(Maria Simon: Psychische Folgen nach einer Abtreibung. In “Myriam, warum weinst du? Die Leiden der Frauen nach Abtreibung”, Uznach 1996, S. 136-140)

FALSCH: „Eine Abtreibung hat schwere physische und psychische Folgen für die Frau. Früher oder später leidet jede Frau.“

Kein Eingriff ist ohne Risiko. Aber aus zahlreichen Studien, die auf Nachuntersuchungen von Tausenden von Frauen beruhen, geht eindeutig hervor: Das Risiko ernsthafter Komplikationen beim Schwangerschaftsabbruch ist gering.

* Das Risiko körperlicher Komplikationen nach einem Schwangerschaftsabbruch ist sehr gering. Wenn der Eingriff frühzeitig durchgeführt wird, beträgt das Risiko ernster Komplikationen unter 1%.
* Das Risiko ist um ein Mehrfaches geringer als dasjenige der einzigen Alternative, der Geburt.
* Behauptete Spätfolgen des Schwangerschaftsabbruchs wie Sterilität oder Brustkrebs konnten nicht nachgewiesen werden, ebenso wenig Probleme bei späteren Schwangerschaften. In bezug auf Frühgeburten bei einer nachfolgenden Schwangerschaft liegen unterschiedliche Forschungsergebnisse vor, einige Studien schliessen auf ein leicht erhöhtes Risiko. […]
* Frauen leiden nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht häufiger unter psychischen Problemen als Frauen im allgemeinen. Das sogenannte „Post Abortion Syndrom“ ist eine Erfindung der Abtreibungsgegner.
* Frauen, die gegen ihren Willen ein Kind zur Welt bringen mussten, und ungewollte Kinder haben häufiger psychische und psychosomatische Probleme als Frauen, die abgetrieben haben bzw. als erwünschte Kinder.

Unterstreichungen von mir.
http://www.svss-uspda.ch/de/facts/facts.htm#Komplikationen

@psychische Probleme nach Schwangerschaftsabbruch:
Ich hab mich diesbezüglich etwas umgesehen. Einige Studien sehen eine kleine Zunahme an psychischen Störungen nach Abtreibungen, andere bestreiten dies (methodische Mängel und so…)

Übereinstimmung besteht offenbar darin, dass Frauen, welche schon vor Schwangerschaft psychisch belastet waren, eher durch eine Abtreibung psychische Probleme entwickeln als andere.
Quelle:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed
Suchbegriff: abortion and mental health disorders

@sosigis:

Ich finde es grotesk anhand eines heranwachsenden Kindes von einem Zellklumpen zu sprechen. Wie weit soll das noch gehen? Ein Säugling kann sich auch noch nicht artikulieren und sich später nichtmehr an seine Säuglingszeit erinnern, ist er dann also auch nur ein Zellklumpen?

Die Tatsache, dass eine Zygote (befruchtete Eizelle) ein vollstaendiges Genom ist, bedeutet nicht automatisch dass es ein Mensch ist. Dass daraus ein Mensch werden kann steht ohne Zweifel fest, doch ab wann man von einem Menschen sprechen kann, ist sicher nicht so eindeutig wie man es einem Glauben machen moechte. Die Formel Zygote = Mensch ist verkuerzt und falsch.

Die moderne Naturwissenschaft ist sich einig: Mit der Verschmelzung von menschlicher Ei- und Samenzelle beginnt die Lebensgeschichte eines Menschen,

Was ist mit eineigen Zwilligen und Mehrlingen? Nebenbei werden circa die Haelfte in einem Fruestadium der Schwangerschaft spontan abgetrieben. Sind das alles Menschen? Kein Wunder dass der Papst den Limbos geschlossen hat, der muss ja zum Bersten voll sein.

. . . deren menschliches Wesen sich zu keinem Zeitpunkt der Entwicklung ändern wird.

Ein Platoniker also? (Bitte siehe weiter)

In diesem Moment werden Geschlecht,

Bist du dir da sicher? http://de.wikipedia.org/wiki/XY-Frau

Charakter, ja selbst die wahrscheinliche Lebensdauer des Menschen festgelegt.

Hast du noch nichts von epigenetischen Faktoren gehoert?

http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=31893358

Was sich ändert, ist das Erscheinungsbild, seine äussere Gestalt: Ein Erwachsener sieht anders aus als ein Säugling. Diesen Menschen hat es vorher noch nie gegeben und wird es auch in Zukunft nie wieder geben.

Das ist eine philosophische Auffassung und wird als Essentialismus bezeichnet. Jene philosophischen Richtungen, die sich auf naturwissenschaftliche Erktenntnisse stuetzen gehen in die andere Richtung:

http://www.suhrkamp.de/buecher/darwin_und_foucault-philipp_sarasin_58522.html

@SoSigIs: du gehst auf meine fragen nicht ein.

nochmal kurz zur psychischen belastung:
ich stimme dir vollkommen zu wenn du schreibst, dass die geburt eines kindes nicht immer furchtbar und unerwünscht ist. zum glück ist es für die meisten frauen etwas positives und wunderschönes (von den unmittelbaren körperlichen schmerzen vielleicht mal abgesehen ;)). und es gibt natürlich auch an sich ungeplante schwangerschaften, die mit der geburt eines wunschkindes enden.
das bestreitet ja auch niemand.

um diese fälle geht es hier aber nicht.
und man kann auch keiner frau vorschreiben, dass sie sich über ihre schwangerschaft freuen muss, weil es ja an sich was schönes ist. oder umgekehrt ihr damit absprechen, dass es für sie vielleicht nicht so positiv ist.

womit wir wieder bei der psychischen belastung wären:
so zu tun als wären der einzige (belastende) grund eine schwangerschaft abzubrechen, das nicht (mehr) vorhandensein eines partners finde ich kurzsichtig und ziemlich sexistisch.
überspitzt formuliert hören sich deine aussagen für mich so an:
frauen treiben doch nur ab am ihrem ex eins auszuwischen oder weil sie selbst zu faul sind windeln zu wechseln, sind ja alles karrieregeile egoistinnen. und dann nicht mal fähig sein jeden tag eine winzige pille zu schlucken! lieber schlucken sie wenn sie schwanger sind eine pille um ihr kind um die ecke zu bringen! herzlose mörderinnen! wenigstens bringen sich viele nach der abtreibung selbst um – studien von abtreibungsgegnern belegen das. das ist dann wenigsten ausgleichende gerechtigkeit…

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